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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-09-18 · No. 38. (18.9.1884) · p. Seite 151

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 38. (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
Seite 151 (sequence 3)
Language
German
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"pW- — 151 — er Talmudzeit rieh' ausserhalb der Etftdte befunden ätten, warum soll es nioht auch vorg akommen sein, ss die Synagogen in den ־Weinbergen gestanden fttten. Wieso Herr Dr. D durch Haanziehung von!rubm 21b. demnach die von mir im LttbL No. 20, ,79b. angeführte Deutung des seligen Löw, eigentich des seligen Samuel Strasohun, zu Bere- 1ith Babba cap. 70 ad absurdum zu führen glaubte, mir, aufrichtig gestanden, durchaus unerfindlich, ioh habe auch nichts dagegen, wenn Jemand aus den eutangen des Talmud: Sabbath folio 63a; Baba athra folio 75 a. und Babba zu Hohelied 8,11 folgert, 8s die Bet- und Lehrhäuser בה*כ ובהמ״ד zwischen en*) gelegen hätten. Vom Leirhause Abba ireka’s oder Bab’s wird, ausdräcllieh berichtet, 8s es an einem grossen Garten gelegen (Baba Bath. La; Kiduschin 39a). Das Lehrhaus in Jabne wird 3״ ״Weinberg“ genannt**), sicherlich deshalb, weil in einem Weinberg gestanden. Herr Dr. D. mag ohl auch dies Mal der Deutung den Talmuds 1. 1. den Grund gegangen sein, ist ihr aber leider Lacht auf den Grund gekommen. Die Deutung der כי־כ auf כה*כ ובה־ם beruht gleioh dor Deutung des כ im Babba zu Hohelied 8,11 auf dem Umstande, 33 das Lehrhaus in Jabne *כרם. genannt wird, mag Lieger Name daher kommen, dass es, |wie ich bereits nerkt, auf einem Weinberge gelegen! oder, wie Jechalmi Berachoth 7 d. und Babba zu HoheL 8,10; 11 geben, weil die Gelehrten so gereiht jwaren, wie die töcke auf dem Weinberge. Zu welchem Behufe aber Hr. Dr. D. Pessachim 87 a. und was die hinzugefügten zw^i Ausrufungsdchen bedeuten sollen, ist mir schonj ganz und gar!!erfindlich. Der Talmud fasst die Worte ושדי כמגדלות Affirmativ: ״Meine Brüste das sindThürme“ und er- Letztere als Bet• und Lehrhäuser, War einmal genommen, dass die Heldin des Hohenliedes die emeinde Israel sei, so ergab sich j die Deutung: bürme sind meine Brüste mit Anwendung auf die et- und Lehrhäuser, welche über die Dächer der rigen Wohnhäuser hervorragen***) sollen, von selbst. wäre pure Geschichtsmanie, wollte Jemand besupten, weil in der oder jener Agäda das Wort LBrannen“, welches in dem einen oder dem anderen Terse vorkommt, auf Bet- und Lehrhäuser bezogen 80 müssen die Bet- und Lehrhäniser an einem innen gestanden haben. Ganz was anderes ist’8 er, wenn, wie in der fraglichen Stelle Bereschith ibba oap. 70, die agadische Deutung sich auf das *) Gärten waren überhaupt beliebte Orte . Jerusclialmi Berachoth folio 5 c.; Babba cap d. zu Hohelied 6,2; ibid. zu Koh. 5,11 u. s. 1 den ״Rabbinen und dem Feigenbau au. 4,3-4: מבעד לצמתך על היושבק תחת והתאנה ועופר,ק בדברי תורה. **) Kethuboth lolio 49.a.; Baba Bath. folio >)>a zu Hohelied 8,11 (wo statt אמר! welche! gaben bieten, gelesen wird: העיד. was Rab ■d entgangen); Jerusch. Berachoth ed. Krotoi bba zu Hohelied 8,10. Jeruschalmi: Sota 1 *«■; Horajoth 48 c. hat anstatt ®נמנו 3כרם גכנסו לעל! Babli: Sotah 48 b., Synhedr. מסובץ בעל und Tosephta Sotah cap. 13 Ä (Anton Schmid) endlich berichtet von zw P* Jabne, der Held des ersten ist Hillel, de!; קפהר, hat aber bioss: שנתכנסו und ובץ Ereigniss in Jericho, dessen Held Hillel ’ichtet worden, so glaube ich, dass in der statt: , , , זלל תקן... תלמידו של עזרא it ברבי אליעזר .... תלמידו. של הלל und Samuöl הקטן Berichteten zu setzen ist. •*er b. Hyrkanos: (Jerusch. L 1.) ה Sabbath folio 11 a. Vgl. Babba zu Ho >lio 80 a.; Eidusch. 69 a. u Lehrvorträgen; 1. 62 zu 1. M. 25,8; S. die Erzählung 1“ und Rabba zu ואק צריך לומר הדת ותחת הגפן 131b.; Edioth 2,4; unsere Misch na- ׳binowicz Edioth 8chin folio 7 d.; 240• Ab. Sara das Rabba 1 1. el 11a. hat dafür Wien 5565 bis ei Ereignissen zweiten Samuöl הין. Da dort gewesen, vorher einen Erzählung כ zu lesen wäre: יתז! 10mit nach dem Vgl. über Rabbi; belied 4,4; Bera- Wort ״Brunnen“ bezieht, dem das Epitheton ״zuf dem Felde “ beigefügt ist und diese Deutung sodann mit der anderweitig bekannten Thatsaohe, dass die .Synagogen der Talmudzeit ausserhalb der Städte auf freiem Felde gestanden, in Verbindung gesetzt wird. Man muss nur naoh einem freien, unumnebelten Ausbliok, um die Einzelheiten genau unterscheiden zu können, streben, dann bleibt auoh der richtige Einblick in die Natur und das Wesen der Thatsachen nicht aus. Das ״bene distingue“ ist die nothwendigste Voraussetzung jeglicher richtigen und wahren ErkenntDiss. Gelegentlich! erlaube . ich mir noch die Bemerkung, dass mir, naohdem ich bereits Ende März meinen Artikel über die ״Synagogen in der Taliaudzeit“ abgesendet hatte, das Aprilheft der Monatsschrift zuging, worin der selige Löw gleichfalls über den. Ursprung der Sitte, die Synagogen ausserhalb der Städte zu errichten, spricht. Ich werde auf diese Auseinandersetzung, wie über die weiteren Erörterungen des seligen Löw, denen ich nioht beistimmen kann, in einem besonderen Artikel zurückkommen. Baus Topolya. Dr. Goldfahn. Litterdturbericht Recension. gerückt. Bobert Friese. Leipzig 1884.*) (Schloss). 90 S. octav Lewin, Dr. Adolf, Babbiner in Coblenz. Der Judenspiegel des Dr. Justus ins Licht der Wahrheit Wenn nach der Interpretation Lewins bezüglich der Bestimmungen über Götzendienst, sowie über den Weingenuss, Christen als Monotheisten vom Ausdruck נוי und עכ-ום auszusohliessen sind, so wird in den Ehegesetzen, wenn wir auoh die Ehe der Christen als eine sittliche anerkennen, das Ehehindemiss der religiösen Verschiedenheit nach jüdischem Hechte bestehen bleiben müssen. Wir folgen gerne Lewins Interpretationsmethode, die dem Geiste des Judenthums entspricht, wenn auch die buchstäbliche Worterklärung anders ausfallen würde. Nicht das Wort, nicht den Buchstaben muss man ihterpretiren, sondern dem Geiste nach mit Berücksichtigung der! <£eitverhältnisse. Das müssen die orientalischen Philologen beachten. Wenn Ecker und Gildemeister, gegen welohe der Verfasser im Nachwort sich wendet (S. 79)**), die Unparteilichkeit und Sachkenntnisse wirklich besässen, wie sie ihnen abgehen (vgL S. 82, 83—85), so ist zu beachten, dass die Interpretation eines Philologen sich wesentlich unterscheidet von der eines Rabbiners. Der Babbiner hat die praktische Entscheidung im Auge, da wirken unbewusst die Zeitverhältnisse mit, so dass die Entscheidung nach Subjektivität und Zeitvazy sohiedenheit verschieden ausfallen wird. Man hat vidi über den Pilpul gesprochen, dass er gegen die Logik ist, dass viele Mischna’s logisch und grammatisch anders erklärt werden können, alB dies piipulistisch im Talmud geschieht. Aber der Pilpul war nothwendig, er ist gleichsam die Diagonale aus dem Parallelogramm der Kräfte, gebildet einerseits aus der Macht der Tradition der alten Zeit, andererseits aus den veränderten Verhältnissen der Neuzeit. Objektiv mag manche. Inter• pretation des Talmuds unrichtig sein, es mag in die Worte der Bibel und der Mischna mehr hinein-!, 'L *) Preis 1 Mark 20 Pf. — (Aach durch die Expedition der ״Israel. Wochenschrift“ direct za beziehen. Bei Bestellung von mehreren Exemplaren ä 1 Mark mit frankirter Zustellung) T*> S. 77, 78 enthält eine äusserst leeensjwSrthe kräftige Zurückweisung der Blutbeschuldigung. I

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