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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-09-18 · No. 38. (18.9.1884) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 38. (18.9.1884)
Date
1884-09-18
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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als her aas gelesen worden sein, aber fär die Praxis hat dis Auffassung, welche die Kluft zwisohen Tergangenheit and Gegenwart öberbrückt, Wah!־Leit. Nor durch Interpretationsmethoden hat die Hnlarh« sich entwickelt, ohne das Geseta BBtabebea. Diese Methode wird des Philologen stets fremd bleiben, obwohl sich Analqgieen aas anderen Bechtegebieten wakl hulblingen laaaen. Der Piniol oge mag eine Inter- Watatien eJe falrnh aosehen, nicht Derjenige, der sein Üswiastsi nmht belasten will durch Lossagung von dTradition. Der Babbiner sucht die Forderung dar Gegenwart mit der Vergangenheit zu versöhnen. Es ist dasselbe was Lewin (S. 11) sagt: ,;Nachdem wir feetges teilt haben, wie wir Jnden, wiß/ich als fungirender Babbiner, den Schulohan-Aruch auffassen — und darin haben wir wohl das Hecht ztt verlangen, dass die Laien und •Nichtjuden unsere Auffassung als die competente entnehmen und nioht daran tüfteln... .* Gildemeister glaubt mit Ecker alle Beweise, dass טי sich nur auf Heiden beziehe, aber den Haufen geworfen zu haben, wenn er «in einem Mauuscripte die L. A. יום נוצרי für יום נכרי entdeckt hat ״Heureka!“ meint «r, hier habt ihr ja deutlich die Christen genatmt! Aber die Casuiten, welche eine Scheidung zwischen Heiden und Christen machten, haben entweder, wie Lewin sagt, נכרי gelesen, oder in Folge ihres gefundenen Unterschieds zwischen Heiden und Christen נוצרי in נכרי emendirt oder die Ansicht von X*1K רב als Einzelmeinung hingestellt Wir haben hier ein Beispiel von der Entwicklung der Halacha. Wenn רב אדא das. — für den Fall, dass נוצרי die richtige L. A. ist — in der Anwendung der mischnischen Bestimmungen, die ff och zweifellos auf Heiden sich beziehen, sie auch auf Christen bezog, 80 hat die spätere Zeit, welche die Christen als Monotheisten behandelte, נכרי gelesen, d. h. sie ist von der Ansicht des רב אדא abgekommen. Das Leben ist ein mitbestimmender Factor der Halacha, wie 68 sich ja nicht anders denken lässt, aber man suchte, ohne dass man sich dessen klar wurde, das Leben mit der alten Halacha ausznsöhnen, tbeils durch Emendation theils durch pilpulistische Gedankeüoperation. Die Methode mag den Philologen nicht gefallen, aber sie haben kein Beeilt ihre Interpretation uns aafzudrängen und zu behaupten: heute gelten noch die inhumanen Normen, wenn die rabbinische Interpretation anders lautet als die ihrige, so dass die Praxis eine humane ist Umgekehrt Beginnt heute die kritische Methode in der Interpretation sich geltend zu machen, wenn Be- Stimmungen^ieauf pilpulistischerInterpretation beruhen, gegen den Geist der Gegenwart verstossen. Wenn z. B. im .,Talmud נר als צדק "U gefasst wird, so geht die heutige Interpretation kritisch zu Werke und behauptet unter נר müsse jeder fremde Glaubensgenosse verstanden werden, denn e8 heisst: ״Ihr söffet lieben den Fremdling, denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Egypten“ (5. B. M. 10,19). Gildemeister verfährt in entgegengesetzter Weise tendenziös, weil er Liebloeigkeit gegen Christen beweisen will. Weil in A. S. נוצרי die richtige L. A. sein 8011, darum muss auch heute noch der Christ dem Heiden gleich gestellt sein, andeneit8 stützt er sich auf den Talmud, נר in der Bibel bedeute Proselyt, weil der Talmud es so erklärt, ebenso leugnet er, dass unter 5ר im 3 B. M. 18.19 jeder Mensch verstanden wird,, trotz des Ausspruches des Hillel, B. Akiba’s und B. Asai’s (vgl. vorläufiger Bericht S. 22). Ist das nicht rein tendentiöse Inter- Eretation im schlimmen Sinne, entgegengesetzt der aterpretation der Babbiner im guten Sinne! Ueber Interpretationen lässt sich streiten, sie sind immer 8ubjective Wahrheiten. Auch Varianten können zur hohen Vikffljhfaiilinhirinif fasteestellt, aber nie zur Eviden* ui fiesiiii werden,. weil Schlösse durchlöchert sein fcöniun. Nun erklären die Babbiner, wir erklären diese Stellen so, dass sie gegen die Humanität nicht verstossen, der Geist der Bibel, die wir und Ihr doch als göttliches Buch ansehet, sei ein humaner, di• inhumanen Stellen seien durch den Druck der Zeit hervorgerufen, seien Kampfgesetze, die mit dem Schwinden der Ursache ungültig sind; hat man da von Seiten der Gegner das Hecht zu sagen: Ihr dürft nicht 80 erklären, unsere Erklärung ist die richtige, die inhumane? Das ist ein reiner Wortstreit, der di* Sache nicht trifft.. Lewih hat gezeigt, wie er all Babbiner den Schulchan-Aruch erklärt, in ähnlicher Weise erklärt ihn der Orthodoxeste, d. h. im Geiste der Humanität, wenn er auch in einzelnen Punkten nach Subjektivität von ihm abweicht, wo der eine meint, dass das Interesse der Religion es nothwendig macht. Lewin hat sich durch seine Arbeit ein Verdienst um das Judenthum erworben. Möge die Schrift die .weites te Verbreitung finden, um die Anklagen gegen das Judenthum zum Schweigen zu bringen. Möge״ der Verfasser auch für seine grosse Mühe durch reichen Absatz des Baches aufgemuntert werden, weiter seine tüchtige Arbeitskraft zur Ehre des Judenthums za verwenden. Oberrabb. Dr. Zuckermandel-Trier. Notizen. 1 Eine schwierige Stelle im Iha-Esra. Za יתר ד!קרכ יו&ת (Nnmen 1,51) erklärt ibn-Egr» ותר מבני לד ואם הוא ישראל יומת ובית דק ימיתוהו וכר Derselbe weicht hier von 4« Tradition ab, die unter יומת בידי שמים versteht. Synh. 81 b. und Jad hachasakah Hilchoth biath hamikdasch. 9,1. Ln 2. b. m. 21,12 sagt ibn-Esra כל מות יומת הדבר תלר כביד חחן מאחד• Hier deutet er auf V. 29 desselben Cap. hi«. Gleichzeitig erklärt er ausdrücklich, dass mir nach der Traditio■, welche den Grundsatz hat 8) אק כופר למומתי ב״ד. Mechilt» zur Stelle], unter יומת in V. 29 מיתה ביר־ שמים zu versteh« sei Für ihn ist der Ausdruck יומת bestimmend. Wäre 3“ש} C" ‘ ' ’ ”,'יי"" יי ” vorhanden. In Synh. 84 a leitet nur Rabbi Ismael יומת v0* ימות (L B. M. 17,28) ab. Der samar. Pentateuch hat auch hier יומת d. h. מב״ד. Auch onkeioe überträgt יומת mit להק טיל Nnr ת׳י hat מכ״ש eingeschoben. Es scheint also nur ei« Erleichterung der חכמיס za sein, unter מב״ש! ייטת za versteh■* Aach der erste Theil der Ibn-Esraa teile bietet Schwierigkeit. Die Erklärung des ״Obel Joseph“ שר1א?ך דנני־ מל לד V אד־פי שהוא ישראל נחשב זד בננד הלרם «t mir nicht leuchtend. Nach dieser Ausführung wäre hier ein ללי kein ך| nnd dies ist nicht der Fall. (Vergl. 4. B. M. 4,15.) Mir scheint, Ibn-Esra erklärt hier einfach das Wort 1 nnd sagt, ein solcher ist ein Levite oder ein Israelit. 3 לאם CM אל. Vergl. nach Ibn-Esra zu 2. B. M. 30,33 nnd Biar. da■ selbst Auerbach-Dresden. 2. Der geehrte Herr College Kroner-Br. giebt in No. א einer Uebersetzang der fraglichen Stelle nach meiner Auffassung, welche meiner Auseinandersetzung nicht entspricht Ich 8eW darum eine wortgetreue Uebersetznng der fraglichen Wort» hierher: דק — das, was דמלכא des Königs (nämlich ein« x-beliebigen Erdenkönigs) שרי hebt auf טםיקק=<*** Fiscns, nnd da der siebente Himmel ausschliesslich Gottes kf was als bekannt stillsahweigend vorausgesetzt wird, so ist er auch frei vom Opferfiacns. שרא Meiv 801▼«• und tollere. Ich verweise schliesslich noch auf Rabba »0* n. b. m. cap. 15: - יזקב״ה עשה ששה רקיעים ובשביעי יושב יסכסאו של שלמה כתיב שש־ מעלות לכסא רושב במעלה השביעית (Vgl. No. 34 S. 135 Anm. t). Dr. A. H. Goldfahn, Bezirksrabbiner in Bäcs-Topoly*• fladassün zum Laabfcltteafest schön nud billig א• JJ. VillaJ.11, Erfurt. I«? Vecantwortlicher Redactear Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff; Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leip®%

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