Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 36. (4.9.1884)
- Date
- 1884-09-04
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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d, kam Gad zu ihm, nachdem das ־Wort Gottes (1 den Propheten bereits früher ergangen war. Durch ~e8e Gruppirung ist jede Schwierigkeit gehoben. 24. Jerem. 38,28 das Eis. vor והיה כאשר נלכדך ירושליס Es liegt auf der Hand,!dass an der Stelle fies Pis. ein anderer Vers beginnen 80 Jte, doch blieben •flie angeführten Worte in ihrer Vereinsamung un- Verständlich. Mit Cap. 39 Vers 12 verknüpft, bieten ^ie die Fortsetzung des Sohioksais des Propheten -Jeremias nach der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar, welch letztere eben ]den Inhalt der Parenthese — Cap. 39 bis Vers 11!— bildet. (Vgl. Grätz S. 502.) Dass auch das Pis!Jos. 4,1 auf die Gruppirung der Verse sich beziehen ikann, ist oben 4. hervorgehoben worden. C. 25. I. Sam. 10,11 das Pis. vor ויאמר . . ן. Hier Scheint* dasselbe auf die Vertheilung innerhalb des Verses gerichtet zu sein*), dass nämjich der Nachsatz nicht mit ויראו, sondern mit ויאמר anhebt. 26. I. Sam. 14,19 das Pis. vor ראמר. Ein Gleiches dürfte hier der Fall sein. Der Nachsatz beginnt nicht mit דאמר, wie man leicht annehmen] könnte, sondern mit וילך. Es lässt sich indess ohne I Zwang auch aniaehmen, dass in beiden Fällen an Stelle des Pis., eben 1in Folge der verschiedenen Auffassung in der Ver- :theilung der Versglieder die Theilung in zwei Verse Vorgenommen wurde. Auf 27. und 28. kommen wir noch zurück. Mau könnte in dem Pis in Bezug auf die Versabtheilung eine Art כתיב und Tip erblicken, die Masoreten bezeichneten damit theils! Vorgefundene Abweichungen — das wird wohl Von den meisten Stellen seine Geltung haben — theils solche, die ihnen durch Beobachtungen! des Sprach-!gebrauche und der Versabtheilung noth- :wendig schienen. Dagegen fehlt jedweder Ankaltspunkt dafür, zur Erklärung des Pis( an eine sticbische;Theilung des Verses zu denken, ]selbst unter der Voraussetzung, dass die Massora in poetischen Stücken *ine stichische Gliederung gelten lässt. 1 Collectanea. Von Dr. Krouer, Rabb. in Brandenburg a. d. H. XIX. Ein unvergleichliches Einbürgerangsgesetz. Das Totale der einzelnen Glückseligkeiten aller Glieder ist die Glückseligkeit des Staats. Ausser dies 3r giebt es gar keine. Jede andere Glückseligkeit des Staats, bei welcher anch noch 80 wenig einzelne Glieder leiden, , and leiden] müssen, ist Bemäntelung der Tyrannei. Anderes nichts! Lessing, Ernst und Falk, Gespräche für Freimaurer. In der ersten Notiz der No. 33 ,des ״ Litteraturbl. “ I fragt Herr Lehrer und Pred. Sturtmann-Osterode, *ie eine Stieftochter Ascher’s, von Vater- und Mutter- *81te heidnischer Abkunft, selbst wenn sie im Hause Jacob’s erzogen worden wäre, psn ]בכלל לאלה תחלק *®in könne. Die Antwort giebt das unvergleichliche Einbürprnngsgesetz im Jecheskel 47,21 ff Dem etwaigen *inwanae, dass dieses Gesetz der ] Thora gegenüber heu sei, würden wir mit dem Hinweis auf Megilla 2b. begegnen:.אלה״המצות־ שאין ו!כיא רשאי לחדש דבר מעתה Das Gesetz lag entschieden iin Geiste der Thora, wie ein Blick auf 3. M. l!f, 33 u. 34; 5. M. i ' *) Nach anderen Angaben ist Jos. 8,4 וישבו ein Pis., das ® gleicher Weise sich erklärt. S. Vers 21[ 10, 17. 18. 19 u. v. a. Stellen zeigt; and <Um Bamban bei seiner Erklärung zu 4. M. 26, 46 (nicjht 44) mäh dessen bewusst war, geht aus seinem Comm. m l.U. 38, 2 genügend hervor, wo er u. A. bemerkt: על דרך סברא איננו סטן שישאו כלם כנעניות שיהיה כנוחלי הארץ מזרע כנען וכ Bamban hält also aus bekannten Gründen — Molochkult und ähnliche Gräuel —■ dort nur זרע כנק für ausgeschlossen. So oft wir übrigens jenes merkwürdige Naturalisationsgesetz lesen — immer wieder drängen sich uns mancherlei eigenartige Gedanken auf, und immer wieder schliessen diese mit einer Frage an gewisse litterarisohe x07tpoyipoi und ihre Gesinnungsverwandten, die all^rdings schwer, für diese Herren doppelt^ schwer, zu beantworten ist . . . "S Dieselben behaupten nämlich mit einet Unermüdlichkfeit, die fast eine humoristische Beurtheilung herausfordert, dass die Engherzigkeit des Alten Testaments, das selbst auf seinen Hoohpunkten nur Unduldsamkeit gegen Andersgläubige empfehle, zur Toleranz des Christenthums im schroffsten Gegensatz stehe. Ja, gegenüber dieser Engherzigkeit sei es geradezu befremdlich, dass sich die Juden in Bumänien über ihre Behandlung als Fremde beklagen. - Männer, namentlich Theologen und Universitätslehrer der hebr. Sprache und Litteratur, die in solcher Weise über das Judenthum urtheilen, dürfen wohl mit Becht auf die Pflicht hingewiesen werden, sich eine umfassendere Kenntniss desselben anzueigaen, oder wenigstens die Propheten mit einiger Aufmerksamkeit zu lesen. Thäten sie dies, so würden sie eben Jecheskel 47,21 ff. jenes Naturalisationsgesetz finden, das an imponirender Grossartigkeit seines Gleichen sucht. — Wir-:geben es hier absichtlich nach Luther wieder: ״Also sollt ihr das Land austheilen unter die ״Stämme Israels. Und wenn ihr das Loos werfet, ״das Land unter euch zu theilen: so: sollt ihr ״ die Fremdlinge, die bei euch wohnen und Kinder ' ״unter euch zeugen, halten, gleichwie die Ein- ״heimischen unter den Kindern Israels; Und ״sollen auch ihren Theil am Lande haben, ein ״Jeglicher unter dem Stamm, dabei er wohnet,, ״spricht der HErr HErr.“ Cfr. die nach V.22 bei Luther beregten zahlreichen (pentateuchischen, prophetischen und hagiographischen) Parallelstellen: 2. M. 22, 21,rech20. 23,9. 3.M. 19,33. 5.M. 10,18. 19. o. 24, 17. c. 27,19. Zach. 7,10. Ps. 146, 9. Es ist also in unserem Propheten die Bestimmung getroffen, dass Heiden, die in das heilige Land eingewandert und dort Familienväter geworden sind, bei der Theilung desselben gleich den Eingeborenen behandelt werden sollen. Was das jüdische Volk mit seinem Blut erobert, soll der Fremde, sofern er in der. von ihm gewählten Heimath eine Familie begründet, mühelos erhalten. Welch’ eine hebevolle Würdigung des Menschenrechts selbst der Fremden, selbst der Heiden! Welch’ eine sittliche Höhe! Welch’ eine unüberbrückbare Kluft zwischen dieser ״semitischen“ Geistesgrösse und einer gewissen ״germanischen“ Kleingeisterei! Wie sehr beschämt doch diese erhebend lautere Menschenhebe den erbärmlich unlauteren Judenhass, der sich in unseren Tagen spreizte und die edeldenkenden Deutschen aher Glaubensbekenntnisse erröthen machte! Wer kennt, ausser dem alttestamentansohen, ein Volk der Erde, das ein gleich grossherziges, ein gleich humanes Naturahsationsgesetz aufzuweisen hat? Vielleicht ein racen- und ^remdenkundiger Geschichteprofessor, Philologe, Hofprediger, Broschürenspeoulant oder Gleichstrebender? Nun, sie mögen es uns nennen!