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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-08-28 · No. 35. (28.8.1884) · p. Seite 139

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 35. (28.8.1884)
Date
1884-08-28
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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״Dass einer unter seinen Füssen zermalme die fesselten der Erde, dass er das Recht des Mannes enge im Angesicht des Höchsten, {dass er Yermernng bereite einem Menschen in seiner Rechtshe, das sieht Gott nicht gern. Wer hat Solches iboten, dass es geschehe, Gott befahl es nicht. Ans im Munde des Höchsten kommt überhaupt nicht das se wie das Gute.“ Letzterer, allerdings etwas fragdiger Gedanke wird uns einleuchtend, wenn wir es nur ioht verschmähen, auf jenen talmudischen, von Raschi St. auch citirten, Satz zurüokzugehen: משאמר הקב״ה ראה נתתי לפניך החיים והמות באותה שעה נזפי עלית לא .. הרעות והטוב אלא מאליה הרעה באה על עושי הרעה והטו! באה על עושי הטוק♦ Die Ursache des Uebels, persönlicher ie nationaler Leiden, solle man, meint unser Dichter, icht draussen, wie etwa bei Gott, map solle sie nur i sioh 8uohen, ein Gedanke, der seine! weitere Ausang durch das Folgende erhält, und der Schluss :erer Yersgruppe kehrt damit passend zum Anfang כי לא ענה מלב v. 33 zurück, als Vollendung des Gedanken8, dass nicht aus Willkür ein; Mensch von Sott gequält werde. Für die hier {angenommene auancirte Bedeutung des Zeitw. ראה mit!nachfolgender ilder vorangehender Präp. כ oder ל bedarf es erst der Beweise nioht, man vergleiche nur l.B.Mqs. 21,16. 44,34. Karlsruhe. Dr. L. TreiteL Bemerkungen zur Massora.*) Von Bezirksrabbiner Dr. Sidon. A. Im Pentateuch werden 5 Stellen gezälhlt, von denen Se dem Decalog angehörenden Exod. 20,14, Deut. 5,18) der übergangen werden, da dieselben; in einem an- >n Zusammenhang zur Sprache kommen. Die Pis. iben die Eigenthümlichkeit, dass sie aus einer ge- " "ossenen (סתומה) oder offenen (פתוחה) Paraschah orgehen. Die Abschliessung des Abschnittes 1araschah) fordert den Versschluss, der Vers sdooh' überschreitet die ihm gezogene natürliche henze und erstreckt sich in das Gebiet{ der folgenden 'araschah. Um diese merkwürdige Erscheinung zu Verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass für Thorarolle des öffentlichen Gottesdienstes das theilen der Verse nicht gestattet war, dass die Zeichnung der Verse nur in den zum Privatjabrauoh verwendeten Pentateuchexemplaren (חומשין) Vorgenommen werden durfte **) Auf diese Weise war es möglich, dass hinsichtlich Versabtheilung eine Collision entstand zwischen Thorarolle und den חומשין, dass, Während nach Abtheilung der Abschnitte in ersterer der Vers geschlossen schien, in letzteren, wenn die Ausag es 80 erforderte, dessen Weiterfiihrung erfolgte, ׳viel zur Kennzeichnung der Eigenthümlichkeit des '• im Pentateuch, wofür übrigens eine weitere Bedüng im Folgenden sich finden wird. 1. Gen. 35, 22 wird der Vers nach der Pesucha fortgesetzt: דודו בני יעקב שנים עשר♦ Naturgemäss der Versschluss an der Stelle des Pis. und die *) Im vor. Artikel (No. 33) wolle man berichtigen: S. 131 n. z. 5 z. 1.: פיסקא באמצע פסוק; Anm. z. 3 v. u. z. 1.: 1 ואיני יודע מאיזה לשח• coi2 .׳ v. o. z. 1 z. 1.: angemerkt; '•0. Z. 8 8t. 15 z. 1. 23; v. o. Z. 37 z. 1.: in einer Reibe. *1 8. Tora (m,4): ספר שנפסקו או שנקדו ראשי פסוקים אל יקרא* nach S. Geigers richtiger Emasdation and Er- *“ag; M. Soferim (III, 7). Damit ist keineswegs ausgehen, dass in allen Jחומשי die Verse ajbgetheiit waren. ׳ )’rage (Gittin 60a): מהו לקרות בחומשים בבית הכנסת i bezieht sich höchstwahrscheinlich auf solche Pentateuchoplare, die gleich der Thorarolle keine Versabtheüung lug MCI iwuiuuu־ Ueber das Verhältniss der Thorarolle 1 Jemschalmi, Megilla III, 1; 8. Tora, 111,0־; Sofrim HI, 3. zu den חומשין . a.£_:_1 TTT O auffallende Verknüpfung wird erst verständlich durch den in Ber. Rabba Absoh. 72 enthaltenen Ausspruch: קשה היא שלשלת יוחסין לפני הקב״ה שתעקר ממקומה. wonach in dem Satze♦ ♦ ♦ רהיו und dessen Zusammenfügen mit dem frühem eine Ehrenrettung Rubens gegeben ist. (S. Rasohi z. St.) 2. Num. 25, 19 schreitet der Vers nach der Pesucha vorwärts mit: ♦ ♦ ♦ ראמר♦ Zur Begründung der Abtheilung der Paraschah lassen sioh zwei Mögliohkeiten annehmen. Entweder galten die Worte: TFI אחרי המנפה als Zeitbestimmung für das voranstehende Gebot und wurden deshalb als dessen Abschluss angesehen — oder man bezog dieselben als Zeitangabe rar das folgende, theilte vor ראמר das Pis. ab, um den Absohnitt mit den Einleitungsworten beginnen zu lassen, die■ an der Spitze 80 vieler Abschnitte den natürlichen Anfang bilden. Für letztere Auffassung sprechen Exod. 6, 28—29, Deut. 2,16—17, wo zwisohen zwei zweifellos zusammengehörenden Verse eine Sztuma angebracht ist. Der Versschluss der Parasohah ist somit wohlbegründet. 3. Deut 2, 8 wird der Vers nach der Sztuma fiait ♦ ♦ ♦ וגפן weitergeführt. Sehr auffallend erscheint hier die Schreibung in der Thorarolle. Höchstwahrscheinlich war dafür das Motiv entscheidend, dass die auf Seir sich beziehende Erzählung, von der, die Moab betrifft, gesondert werden sollte; und diese Absonderung wurde bei dem in ♦ ♦ ♦ ונפן hervortretenden Wendepunkt vergenommen. 4. Jos. 4,1 das Pis. vor ♦ ♦ ♦ ראמר. Hier läfge eine Versabtheilung vor, die ganz congruent ist mit Deut. 2,16—17:...16 רדד כאשר תמו... .17 וידבר ה. Es ist aber möglioh, dass die richtige Verbindung der Verse angedeutet ist, dass ♦ ♦ ♦ כאשר תמו VH mit רקרא (Vers 4) zu verbinden, das Andere als Parenthese zu fassen ist. Dieses Pis. gehörte sonach in die Gruppe B. (VgL Kimchi, z. St, Grätz S. 489 ff,) 5. Rieht 2,1 das Pis. vor ♦'♦ ♦ ויאמר, indem mit הבכים — nach einer abweichendem Versabtheilung — der Vers geschlossen wurde.- 6. I. Sam. 10,22 das Pis. vor . . . ראמר , indem Frage und Antwort auf zwei Verse vertheilt wurden. Einer derartigen Theilung begegnen wir noch I. Sam. 23, 2; 23,11; 23,12 und H Sam. 5,19.*) (Fortsetzung folgt.) Replik. (Schluss.**) Der Erklärungsversuch des Hm. Dr. Goldsohmidt- Weilburg in No.• 30 S. 120b ist auoh als verfehlt zu bezeichnen. Abgesehen von der willkürlichen Wortbildung eines, 80 viel ich wqiss, im Griechischen gar nioht vorkommenden Wortes und der ungewöhnlichen Um- Schreibung des 8״“ mit ט״“, leidet dieselbe noch an folgendenUnriohtigkeiten: 1. DieCongruenz des irdischen und des himmlischen Heiligthums oder Tempels hat mit dieser Stelle, wo vom siebenten Himmel die Rede ist, nichts gemein, im Gegentheil sie spricht gegen die Erklärung des Herrn Dr. Gk>ld8chmiat, da nach Chagiga folio 12b der vierte Himmel (זבול) das himmlische Jerusalem und den himmlischen Tempel umfasst und sein Name 'eben daher geleitet wird, dass dt» irdische Heiligthum, der jerusalemische Tempel, gleichfalls ןב«י heisst (vgL Rosch-haschana folio 17 a) 2. der siebente Himmel: ערכות (Pesikta di R. Kahana Sag. 154 und die Noten Buberis; Chagiga L L) sammt em כסא ככור gehört ja gleichfalls zu der ,/״מרבבו dem ״Gotteswagen“, ist sogar die ,/מרכבו“ xa־c’d;0)(T]v: *) Vgl. dagegen beispielsweise I. Sam. 30,8 und IL Sam. 2, 1, wo kein Pis. angegeben ist. **) Im vor. Art 8. 196 a ist die Anmerkung 2 als 3 sur Textzeile 3 v. u. gehörig. Das. Z. 22 ist statt ״Ausbeutung* zu lesen ״Ausdeutung“.

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