Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 33. (14.8.1884)
- Date
- 1884-08-14
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
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- 180 — v;:■”־'■ ' ' ״״g 1 Tramph auszuspielen, indem er neue, aumeist 1 Amöben des Sonalohan Araoh der Fälsohung i, weil sie. an die ron den Hassern eng»- Stellen ״ Eno Jisaroel* und ähnliche Ausdrüoke Aaoh wir missbilligen solch Verfahren. Aber wir begreifen, dass die Censar nnd die Angst vor ^ndenhetaen selbst solche Dummheiten hervorrafen kennen. — Die Todesstrafe, welche ein Bethdia auch diente noch aussprechen könnte, macht beiden Gatachtern Pein. Herr Gildemeister erzählt eine gruselige Geschichte, wie ein getaufter Jude schon im Eise steckt — zum Tode veruriheilt von einem Rabbinergesichte — und der einzige Gewährsmann ist — dieser Täufling selbst! An solche Sohaaermährchen glauben wir nicht. Was Fanatismus leisten kann, zeigen uns unsere Hasser; aber Juden därfen es nicht thun, und sind auch nicht dumm genug — solch tolle Dinge zu treiben. Bei 34 giebt Ecker es zu, dass es heisst: ,Es ist lobenswerth, das Gefundene zurückzugeben Dass aber dies die Praxis auch des Mittelalters, trotz aOen Druckes, bestimmt hat, davon mag er Nichts wissen. Bei 64 macht er die Weise lächerlich, wie die Babbinen disputiren. Nun, was hat das mit Justus BU thun? Werden dessen Lägen dadurch wahr? Das sieht so aus, als ob man der Sache aus dem Wege geht, um nicht mehr zuzugestehen, als zweckdienlich ist! Za 72 fährt Herr E. den Süse Kohen, der, ein Opfer der Kosaken Verfolgung von 1640, intoleranter ist, als I88erle8 und die Bilder als Götzen betrachtet. Dabei merkt er nicht, dass er damit die behauptete Verbindliohkeit des ganzen Schalchan Arach negirt, denn hier liegen keine talmndischen Grunde, sondern allein Gefühlsäässerangen, Einzelansichten vor. Die Ehe mit Niohtjaden betreffend, möchte aach Ecker gern es glauben machen, dass die Nichtjnden als Thiere angesehen werden. Wir haben dem z. St. Gesagten nur hinznzufÜgen, dass noch-1784 und 1756 von den bisohöflichenKanzleienvonStrassbarg, Verdun, Toul and Mets atteetirt wurde, dass getaufte Juden und Jüdinnen sich bei Lebzeiten ihrer jüd. Ehegatten katholisch wiederverheirathen dürften, wenn der andere Theii den Glaubenswechsel nicht mitmacht, trotz des L Briefes Panlus an die Korinther C. ViL V. 17 u. 24.*) Es dürfte überhaupt nicht schwer Sein, Alles, was die Herrn mit Recht oder Unrecht dem Schalchan Araoh zur Last legen, in den Schriften mittelalterlich kirchlädier Casuisten als gegen die Jaden gelehrt n&chzuweisen. Dass Ketzern der Eid der Treue nicht gehalten zu werden brauche, steht in den Ooncilienbe- Schlüssen**), ohne dass es einem vernünftigen Menschen baikommen möchte, den Katholizismus und die Kathoüben unserer Zeit dafür verantwortlich zu machen! Messet also mit dem Masse, mit dem ihr wünscht gemessen za werden, nnd was Da nicht willst, dass man Dir ihn, das füge keinem Ändern zu! Mit' diesen echt jüdischen, echt talmudisohen Lehren verabschieden wir uns von Justus, seinen Gönnern nnd Freunden! Wisset, der Gott der Wahrheit ist der Gott der Gerechtigkeit! Ueber Alles and über Alle wird er an Gerichte sitzen nnd Jedem geben nach Thun! seinem Berliner Rabbiner!. ■ (Fortsetzung). Nachdem der König im Jali 1730 die Neuwahl eines Bezirksrabbiners gestattet hatte, wurde 1730 oder 31 beschlossen, den 50 Jahr alten R Jacob Josaa bar Zwi Hirsch aas Krakau, der in Lemberg wohnte(־ *) Bowsfc Levyjper Isidore boeb 3. 26 & 42 ft. **}UaSnoC Bsäai sarje poavoir temporel das pepea H, 348. i auf 4 Jahre euas Rabbiner za wählen. Er sollte eine Jeschiba unterhalten; für die Kost der Schüler wollte die Gemeinde soigen. Ausser den 4 Thalern, sollte er vom Bezirke noch zwei Thal er wöchentlioh erhalten, dazu freie Wohnung — Lehr- und Versammlungsräume. Da er gerecht und unbeugsam war, verartheilte er ohne Ansehen der Person, den Vornehmsten der Gemeinde Veitei Ephraim — uni wurde fortan von dem Hasse desselben verfolgt. Diesem weichend nahm er 1734 die Rabbinerstelle in Metz an, wo er den ״Pne Jehoschua“ schrieb. (1740 folgte er dem Schew Jacob in Frankfurt a. M.) — Ueber seine weiteren Sohioksale ist Horowitz (Frankfurter Rabbinen) besser unterrichtet. Die Verzweigungen seiner Familie (bis auf die Familie Rosannes) dagegen giebt Landshath vorzüglich. Aas dem Testament des Pne Jehosohua mögen za allseitiger Beherzigung und um bewundernde Anerkennung unserer Lehrer zu erwecken hier die Worte Raam finden: Meine Kinder sollen sorgsam die Sprache der Völker, in deren Schatten sie weilen werden, lernen, damit von unseren Schultern abgewälzt werde der Flach der Toohachah: Gott wird über dich ein Volk erheben, dessen Sprache Du nicht verstehst. (V. B. M. 28.) Nachdem R. Mordechai Tokles 1743 gestorben war, wurde nach Berlin, wo man 8ioh bis dahin mit Dajanim beholfen hatte, R. David Frenkel ben Naftali Hirsch Neu mark Mirels, ein Schwiegersohn von Veitei Ephraim, berufen. Dieser war circa 1704 in Berlin geboren, wohin seine Familie 1670 aus Wien eingewandert war. (Sie stammte von A. Aaron Heler Wallerstein). Er hatte als Rabbiner von Dessau 1742 den Jerusalemischen Talmud drucken lassen mit den Erklärungen קרבן העדה und שיורי קרבן Zuerst wählte ihn Frankfurt a. O. zum Bezirks- und Ortsrabbiner, später erst Berlin zu Roschbethdia und Rosch Metibtah auf 3 Jahre. Doch sollte er den Sitz des Awbethdin in der Synagoge und den Titel Mors Mornu erhalten. Sein Schwager Nathan Veitei verpflichtet sich, weil der Neagewählte viele Verwandte: in der Gemeinde hat, in deren Angelegenheiten er nicht als Richter fangiren durfte und deshalb noch ein Dajan angestellt werden musste, weil ferner auch der Frankfurter Rabbiner jährlich 100 Thaler nach Berlin zu zahlen hatte, so lange als R. David Berliner Roschbethdia, an die Gemeinde jährlich 150 Thaler (d. h. die Hälfte dee Einkommens) zu zahlen. Später erst erhielt der Rabbiner wieder 4 Thaler die Woche, einige Wochen doppelt nnd die 150 Thaler zurück. Dass R. David Mendelssohns Lehrer (schon in Dessau), gewesen ist, ist weltbekannt. Die Berliner Rabbiner hatten in dieser Zeit viele Fest- und Siegespredigten.; za halten. Feierliche Gottesdienste wurden angeordnet,} denen (z. B. 28. Dec. 1745 die Königin mit dem Prinzen Ferdinand) Mitglieder der königl. Familie; beiwohnten. Die Lieder (hebr. and deutscher Ueber-( Setzung) und ebenso die Predigten wurden gedruckt.( Da musste der Rabbiner aach sich zum Dichterj.' wandeln. Als Uebersetzer fangirten Gutnprich (״der! Schatejade G., der Philosophie und mathematischen'■ Wissenschaft beflissen“) Mendelssohn, der 1763 dafür! von der Gemeinde ein Dankschreiben und Abgaben-!' freiheit für sioh and sein Haas erhielt und darf ״Schammes und Neemon (״Synagogendiener u. Zeuge“),( Hartog Leo, d. h. R. Zwi Hifsch bar Arje Leb Soferi Lipschitz. Mit diesem Synagogendiener, der im Alter! nach Breslau gezogen war, wechselte Mendelssohn, Briefe über Leibnitz’sche Ideen, wie über die Ver-j bindung des Körpers mit der Seele! — Das ist ein; rechtes Stückchen jüdischer Cultargeschiohte! — 1757 lies« R. David Seder Noschim das J< Bcbalmi mit den beiden genannten Commentarei drucken. 1760 scheint er aaoh Seder Nesikin in dei li 1 1 נ