Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 33. (14.8.1884)
- Date
- 1884-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Abonnenten der ״Israelitiscnen Wochenschrift1‘ (die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Buchhandlungen tf Hark kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratar-Blatt1־ gratis. — Iaseräta werden mit H Ff» tür die gespaltene Petitzeile, BeDhgea mit 16 Hark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes zu senden» 0IV* Buchhändler, welche direct odeij durch Robert Friese in Leipzig Inserate einsenden, erhalten 25^ Rabatt. *90 Inhalt: W issenschaftliehe Aufsätze: Justus’ Judenspiegel, beleuchtet vonDrA.Lewin, Rahbinei in Coblenz. (Schluss-) — Berliner Rabbiner. (Fortsetzung.) — Bemerkungen zur Massora. Von Bezirksrabbiner Dr. Sidon. Litteratnrbericbt: Recensionent Der Socialismns und die jüdische Weltanschauung. — Aannaire des Archiv israelit& <לוח לשנת־ תרמה).! Notizen. — Nachdruck nur mit voller Qaellenaegab« gestattet. Justus’ Judenspiegel beleuchtet von Dr. A. Lewin, Coblenz. Nachtrag. Ecker und Uibleineister. II. Oil de meiste!). (Schluss.) Was hier von Ecker gesagt ist, gilt auch von Gildemeister. Er sucht zusammen aus den ihm zu- S’gen Secuudärquellen, was ibm passt. Dass die 1 zur Römerzeit und im Mittelalter die Mordlust ihrer Hasser fürchteten, macht er ihnen zum Vorwurf Maimonides verbietet jeden Nutzen vom Wein des Nozri — hätte Herr Professor G. nicht auf Befragen es erfahren können, dass vom Weine des Christen ebensowohl in Polen nnd Russland, Wie in Deutschland Und England der Orthodoxeste gern Nutzen zieht?! Wenn Ecker’s Uebersetzuug ihm ganz zuverlässig ist, — nun wir haben ja gesehen, wie weit das stimmt! Dass er den sonderbaren Muth hat, die Rabbiner- Versammlung der Täuschung zu zeihen — darauf haben wir nur die Bemerkung: Weiss der Herr, was Erörterung will, Genosse) ist? — der Talmud Synhedrin 38 b mit der ob Adam horischon ein Reah (ein Wir meinen, es würde ein homerisches Gelächter hervprrufen, wenn Tertianer sich srdreisteten, über ,-griechische oder römische Rechtsalterthümer Gutächten abzugeben! Nun, mehr wissen die Herrn von den jüdischen, von den talmudisoben Rechtsalterthümem auch nicht — und doch, sie begutachten und /veröffentlichen ihre Aussagen, obschon sie nur mühsam die Vokabeln zusammenklauben und überall nur nach- *preohen können, was Andere ihnen vorgesprochen haben. Doch nicht allein ungenügendes Wissen bekunden die Herren Gutachter, sondern auch Böswilligkeit; *ine gewisse Uebereinstimmung und Seelengemein- ■chaft mit Jnstns, den sie als Fälscher und Lügner selbst brandmarken müssen (Gildemeister giebt darin noch Weniger der Wahrheit die Ehre” als Ecker) tritt ׳ deutlich hervor! Da ist bei beiden Universitätslehrern .!(*ine Ahnnng davon, dass inan in aller juristischen Entwickelung die Vorstufen mit anführt, dass man auch das Todte, das unbrauchbar Gewordene niokt wegwirft. Da ist hei diesen Männern der Wissenschaft kein Verständniss dafür, dass Alles, was einmal im ״Gottesgesetz“ gelehrt worden ist, Thora bleibt nnd nicht zum alten Eisen geworfen werden darf, aaoh wenn es Niemand einfällt, es zu üben, ja anoh nur, es schön zu finden! Sollte das wirkliches Nichtwissen sein? ■ Herrn Gildemeister ist Jnstns’ Bhch ,völlig unbeanstandet geblieben“? Wy das auf seinen Eid nimmt, muss sich doch vorher darnach erkundigt haben, oder er darf so etwas nicht sagen!*) Ecker widerspricht sich lieber, als dass er Justus webe thnt. Während er in 2 zugestanden hat, dass die Juden in rituellen Dingen so ausschliesseud verfahren mussten, sucht er in 15 nnd in 51 Inhumanes, wo doch ebenfalls nur rituelle Vorschriften sind; während er 36 es Jnstns anrechnet, dass er ״verboten^ setzt, wo es in’s Belieben gestellt ist, macht er: 35 dasselbe Kunststückchen, indem er sagt: ,nicht helfen 8 011“; wo es heisst: nicht verpflichtet ist zu helfen־ (1*7 אינו זקוק) In 50 zieht er zur Erklärung'von כופרי התודה ,Leugner der Lehre“ den M&imonides heran, der Christen und Türken mit in dieser Bezeichnung einschliesst, während die einschlagenden Stellen des Talmud nnd des־ Schulchan Aruch dabei nnr an Juden denken?**) Sehr oft steht Ecker’s Uebersetzung mit dem von Jnstns Gesagten in vollem Widerspruche, so 21, 25, 26, 28, 53, 59, 66 (hier nörgelt er an Kleinigkeiten, während er doch hätte wissen müssen, dass der angeführte Tossaphot sagt: ״Der Mensoh 8011 lieber seine Tochter verkaufen und nicht auf Zinsen borgen. Deshalb ist ein solches Darlehn eine Wohlthat, die dem Götzen nicht gedankt wird). 69. (Justus Beifügung ״dient zur Erklärung“ heisst die kuriose Entschuldigung der giftgeschwängerten Lüge.) 81, 92 u. s. 1 ohne dass er dies urgirt, oder indem •r es sogar verschleiert. Ja er versucht mehrmals, Jnstus zu überbieten. So meint er einen *) Oder ist eine kleine ,reservatio mentalis“ — dies Kräutlein ist nicht auf jüdischem Boden gewachsen! — dabei mit im Spiele? Alles, was O. anführt — kleine Ungenauigkeiten wollen wir nicht bemängeln — ist durch das gegen Jnstus Gesagte erledigt. **) Das ist׳ ja das Tendenziöse. Aas allen Winkeln wird das zasammengefegt, was das Juden thum in den Angen Ander•- gläubiger verhasst oder verächtlich zn machen geeignet scheint, ohne Rüoksicht darauf,, ob es in wirklichem innerem Zusammenhange za dem Behaupteten steht, ob es Einzelansicht, oder Halacha ist! So verfährt das liebliche Dreiblatt mit dem: Die Akum Bind Thiere, die Kirche ist ein Götzenhaus u. s. f. Hass und nicht wissenschaftliches Streben leitet sie. Der Wirrwarr und Mischmasch bringt die Trübung, in welcher sie fischen können. -i. ■—-- üoUL