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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-07-31 · No. 31. (31.7.1884) · p. Seite 123

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 31. (31.7.1884)
Date
1884-07-31
Page
Seite 123 (sequence 3)
Language
German
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rpppוייחוייוי^יי" Justus Ansicht unterstützen soll. Uns steht dieser «Commentar nicht auf der Liste der massgebenden, and fürchten wir fast, dass ein Missverständnis 1 dabei antergelaufen ist und von männlichen and wei )liehen -Götzenbildern dort gesprochen wird.) 5. (s o mit -dem Verdecken der Tragweite, welche die Entstellung bat, Justus kein gater Dienst geleistet wird ) 6,? (doch -41ie Kirche soll durchaus Awoda Sarah sein —׳ wir verweisen auf das oben Gesagte.) 9, 10 (hier versteht Ecker den Segen beim Hawdalahmachen nichi.) 12, 16, 17, 31, 36, 38, 42, 43, 44, 46, 49, 52, 54 (h}er verräth es eine grenzenlose Unkunde oder Bosheit, dass er behauptet, die 18 Kampfgesetze wären gegen C Fristen gerichtet.) 55 (wenn er auch nur halb der W ihrheit -die Ehre giebt, so gilt es doch: Der böse Geist muss ־wider Willen Amen sagen) 70 (hier ist Herr E. aus 4er Bolle gefallen, da er zugesteht, dass ״etwas Dhristliches im Schulchan Aruch ausdrücklich nicht erwähnt“ .ist.) 79, 80 (dabei setzt Herr E. zu ״ בני אדם(J uden)“ hinzu, was doch noch sehr, sehr fraglich ist. Abgesehen von allem Andern: Ein richtiger Antisemit mittelalterlicher Gattung meuohelmordet ohne beugen einen Juden mit Vergnügen. Sind aber Menschen dabei, auch nichtjüdische Menschen, so wird er sioh’s doch noch einmal überlegen. Es cönnte Einem der Zeugen einfallen, statt Bravo zu kla sehen, der Behörde Anzeige zu machen — und diese cönnte vielleicht ungebildet geuug sein, um den More, eines .Juden als Tödtung eines Menschen zu bestrafe 1!) 83, 87, 95,*) 97, 99, 100. Es bleiben also 69 8tel en, in welchen Ecker Justus zustimmt, obschon er de 1 Text -eingesehen, uud, wie Prof. Gildemeister ihm attestir^ ,mit einer ganz zuverlässigen deutlichen ijebersetzung“ versehen hat. j Berliner Rabbinen. (Fortsetzung.) ' Am 17. November hatte Koppel Biess die Kur- .fürstliche Erlaubniss zum Bau einer Gemeindesybagoge erhalten. Das erweckte den Neid Jost Liebihanns, 4er nicht ruhete, bis auch er eine gleiche Erla|ubniss sich erwirkt hatte. Beide gegnerische Gotteshäuser waren in der Heidenreutergasse gebaut. Unter Führung des Mordechai bar Manlin Banbach (Marcus Magnus) der in Folge der Einwirkung des Kronprinzen Vorsteher geworden war, bildete sich eine Friedens- Partei, welche B. Tewele Biess bestimmte, aujf sein Vorrecht zu verzichten. Die verwittwete Esthejr und ihr Sohn Jobst Liebmann dagegen wollten ihre!Synagoge nicht sohliessen. Der neue Babbiner B. Aharon hielt zu seiner Schwiegermutter, die seine vom Könige unter dem 8. April 1709 vollzogene Ernennung betrieben hatte. Mit dem Tode Friedrich I. (171J3) erlosch aber der Glücksstern der Familie Liebjmann. Friedrich Wilhelm I. war der Esther abgeneigt, ihr Vermögen wurde verkürzt und sie bald nach dem Begierungsantritte des neuen Königs aus Berlin vertrieben. Im Elende starb sie 1 Bosch Chodesch Jjar 1714. Mit ihr verlor B. Aharon die Erhalterin!seiner Jeschiba, seine Ernährerin und Stütze. Die Gegen- Partei suchte nun an ihm ihr Müthchen zu kühlen. Deshalb entsagte er der Berliner Stelle und begnügte *ich mit dem Bezirks-Babbinate von Frankfurt! a. O, yro er bis Bosch Chodesch Aw 1721 lebte. Erj hatte viel Missgeschick gehabt. Dass er eine Haslfohmo *u Diwre Neohemja von Chajun gegeben hatte, be- *eagt zwar das ,Ueberwuohem aer kabbalistischen *) Hier hat Ecker dem Justus eine tolle Luge durchgehen leasen. Nirgends ist gesagt and folglich ist au 5h nie «ethatigt worden: (Justus S. 80) ״es ist streng verboten, einen Aham (Christen) denselben (sc. Kirchhof) betreten zu las sen“! Ideen, war jedoch in aller Unschuld geschehen «nd hatte ihm unverdient viel Ungelegenheiten bereitet. Sein Nachfolger in Berlin ward der Gatte seiner Schwester Hindel (die am 2. Tage Pessach 1726 starb) B. Michael Chossid, ein übereifriger Kabbalist, am- 17. Mai 1714 mit dem Beohte der Nachfolge auch im Frankfurter Babbinate-— Auf die gene&Iogisohejn Daten, welohe die Abstammung sehr bedeutender Fa* milien von diesen Babbinern nächweisen, (wie Meyerbeer von B Aharon), können wir nur in besonders frappanten Fällen näher eingeben. B. Michael war zugleich ein Enkelsohn von B. Schmajah und Schwiegersohn von B. Jizchak. Sein Vater war Babbiner in Schneid«- mühl und Grätz gewesen, von wo er nach 1699 in Kriegszeiten nach Frankfurt a. O. flöh, wo er zwischen 1720 uud 1723 starb. Vorher war B. Michael Babbiner in einigen Städten Gross-Polens und in Slotawa gewesen, woher er 1701 als Lehrer, an die Liebmann’sohe Jeschiba kam. Am Pessaoh 1718 besuchte der königliehe Hof die 1713 fertig gewordene Synagoge. Der Babbiner R. Michel sprach vor den Herrschäften ein Gebet für den König und sein Hans. (Die Scene ist gemalt worden.) Der König schenkte ein prächtiges Porauches, das aus Damast verfertigt wurde, der aus dem Nachlasse des Kurfürsten Johann Georg stammte, welcher die Juden wegen des Lippold aus Berlin vertrieben batte. Als der als redlich allgemein bekannte Jacob Veit (dieser Name kommt von Veibusch her) 1721 bei Lebzeiten seines Vaters Akiba Veibusoh Ginsburg starb, sollte er dem Schatze 300000 Mark schuldig sein. Er hatte nämlich Ghild und Silber für die Münze zu kaufen gehabt. Doch in seinem Nachlasse wurde kein Geld gefunden. Da zürnte der König, sodass man den Befehl zur Vertreibung der Juden befürchtete; doch es lief noch gnädig ab. Die Gemeinde wurde am 15. August 1721 in der grossen Synagoge versammelt und im Beisein des Hoipredigers Jablonsky legte R. Miohel alle diejenigea in den Bann, die v6in Verbleibe dieses Geldes Kenntniss hätten und es;nicht aussagten. R. Michel war als Gelehrter hochangesehen; er schrieb Halachisches, Agadisches und selbst Bibelcommentare. Aber besonders hatte die Kabbala seine Sinne umfangen; wie denn die Berliner Juden von Anfang an mystischen Forschungen sich mit Vorliebe zuwendeten, was weitläufig von Landshutb (S. 13-14) belegt wird. (Als Guriosum sei die Sohrift eines Prager, Brandes, erwähnt, der nach wies, wie im 21. Kapitel der Psalmen eine Weissagung auf König Friedrich I. enthalten sei.) Es ist nicht unwahrscheinlich, dass B. Michel, als Ghajim in Berlin Anhänger fand, sich za den Sabbathianern hinneigte. Später freilich kehrte er sich von ihnen ab; er sprach in Frankfurt a. O. zur- Messzeit den Bann über die Anhänger des Sabbathai Zewi and ihre seit 1666 gedruckten Bücher aus, wie es auch in Hamburg und Frankfurt a M. 1725, Prag und Lissa 1726 geschehen war. Die Kabbala führte Lippmann, den Sohn B. Michels, mit zwei Kindern zum Katholicismus. In Eisenstadt (Ungarn) getauft, wurde er, unter dem Namen Aloys Wiesner v. Sonnenfels, Lector der orientalischen Sprachen an der Universität Wien. Sein 1733 in Nicolsburg (als Jude) geborener Sohn Josef v. Sonnenfels, aer 1817 als Beichsfreiherr starb, ist der für die Aufklärungsbe- Strebungen in Oesterreich so eifrig bemühte Freund Mendelssohns. Der B ichsgerichtsrath Wiener in Leipzig stammt von einem anderen Sohne des &. Michel Ghossid. Dieser selbst starb am 11. Adar 1728. Schon 1726 (Chol hamoed Succoth) war ihm als (der erste) Berliner Gemeinde-Rabbiner (Boschbethdin und Stellvertreter des Landrabbiners) B. Mordechai Toklea zur Seite gestellt worden. Sein Gehalt belief sieh.

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