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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-07-31 · No. 31. (31.7.1884) · p. Seite 124

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 31. (31.7.1884)
Date
1884-07-31
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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nf 150 Thzler. Aas L»s* stammend, hiess er Marens Alntiara and hatte den Beinamen Tokios von der . Same angenommen, die ihn, in Berlin eingebürgert V*• Aach er dankte seine ־Wahl Vettersohaften. Stammte doch seine erste Frau ans der Familie Ries, asine ■weite aas der Mirels>Fraenkel. Schon 1722 war er Dajan geworden. Dieses ani 3 Jahre verliehene ISirenamt brachte freilich nicht einmal Steuerfreiheit. Seine Sorgfalt wandte er der Krankenpflege za. Des• halb wurde er 1729 ■am Gabbai der גמלות חסדים and der ביקור ודלים Chew» gewählt. Nach seinem am 20. Siwan 1743 erfolgten Tode liess sein Schwager «in von ihm!unterlassenes Mannscript Q'TI תורת X) “Ol ואהבת (über Krankenpflege u. s. w.) drucken. W&hrend die Gemeinde nach dem Tode des R. Michd noch über die Anstellung eines Landrabbiners berathachlagt, befiehlt der König — Allen unerwartet — noch 1728 die Anstellung des nur einige20״ Jahre alten K. Mosche bar Aharon aus Lemberg, der damals Rabbiner in Leipnik (Mähren) war. Am 24. Januar 1729 erbat die ganze Gemeinde Rücknahme oder wenigstens Aufschub des Anstellungsdekretes auf einige Monate, damit man sich erkundigen könnte, ob der Ernannte der Stelle gewachsen sei. Schon am 2. Februar kam der abweisende Bescheid und so ■saute die Gemeinde die Bestallung (Rabbonusbrief) am 11. Adar 1729 ausfertigen. nach welcher der *Xandxabbiner 4 Thal er die ־Woche, im Nissan und Tischri das Doppelte, erhalten sollte. Die durch Simonie erlangte Anstellung erregte Hass, Streit, Skandale und Processe, die dahin führten, dass seine Gegner der Staatskasse (natürlich aus dem Gemeindeseckel) 4500 Mark zahlten, wofür der König im August 1730 dem Landrabbiner Frankfurt als ־Wohnsitz anwie■ und ihm die Bedingung auferlegte, dem Berliner Rabbiner (Tokios) 300 M. jährlich zu zahlen. 1743 folgte R. Mosche einem Rufe als Dajan oder Rosch Jeeehiba nach Nicolsbnrg, wo er am 28. December 1757 als Landrabbiner starb. (Forts, folgt.) Litteraturbeiicht Recension. Berliner Dr. A. Beiträge zur Geographie und Ethnographie Babyloniens 1m Talmud und Midrasch. Berlin 1883. Diese 72 Seiten umfassende Programmarbeit bietet unter dem bescheidenen Namen von ,Beiträgen “ Material rar genaueren Kenntniss des babylonischen Landes zttr taimudischen Zeit. Der Verfasser hat fleissig gesammelt, die Stellen -genau geprüft und unbeeinflusst von den Urtheilen der traditionellen Auffassung mit ruhiger, vorurtheilsloser Prüfling Beine selbstständige Ansicht ansgesprochen. Mit Gewissenhaftigkeit registört er du bereits vor ihm Gesagte nnd stellt seine etwaigen Gegengründe mit Benntzang der besten geographischen Werke entgegen. Da der Verfasser nur Beiträge geben wollte, 80 ist vor Allem aaf erschöpfende Darstellung kein Ansprach zu erheben nnd ist es unvermeidlich, dass ■och Vieles nachentragen sein wird. Ein beigegebenes Namenregister weisst 206 Namen aaf nnd erleichtert di4 Benutzung der Arbeit. ' Bei der Masse des Stoffs überrascht es nicht, dass auch solche Anslassnngen Vorkommen, die de«- halb nicht vermnthet würden, weil aach der Aruch schon die Namen anführt und Kohut sie genauer bespricht. Daza gehört z. B. die Bevölkerung, welche- "נובא (Babl. Beracb. 17b) oder נבאי (BabL Kiddasohm 70b.) oder, wie Kdhut angiebt, auch בביי, נוובאי, גאובאי! geschrieben wird. Berliner erwähnt zwar den Ort נוביא, sagt aber S. 35, dass sich nur anklingende Namen in Bitter vorfänden, während Kohat auf Plinius gestützt einen Ort Gabe in Syrien nnd auf das Zeugniss des Strabo und Ptolemaeus einen Ort Gabae in Persien angiebt. Aber gerade die Stellen, welche Kohnt angiebt, bieten gerechten Anlass za schweren Bedenken gegen diese Zusammenstellung und um so willbommener wäre es gewesen, wenn der Verfasser auch darüber etwas Licht verbreitet hätte. Berliner führt nämlich 8. v. חביל ימא S. 34 aus Kidduschin 72a eine Stelle an, aus der mit Recht zu entnehmen ist, dass נוביא einen Ort bezeichne, der wie שוניא und ציצירא' sich durch die dort bewahrte Familienreinheit anszeichnen. Nun führt aber Kohut die Stelle in Kiddn8chin 70b als Beleg für dieselbe Oertlichkeit bezw. Bevölkerung an. Das hat aber doch seine grosso Schwierigkeit; denn dort werden die für םןל£ erklärten Familien genannt nnd berichtet, dass Reb Jehudadie נובאי für נבלונאי (oder für נתינאי, nach Raschi in Beraohot 17b im Widerspruch mit Raschi zu Kidduschin) erklärt Wenn nun נוכיא in Kidd. 71a identisch mit נבאי Kidd. 70b wäre, wie sollte man den nackten Widersprach bezüglich der Familienreinheit erklären? Interessant ist auch die Stelle in Berachot 17b, welche die נובאי־ sehr tadelt und als טפשאי bezeichnet, אבירי לב *m bösen Sinne nennt. Raw Josef erklärt dies damit, dass sich von ihnen keiner dem Judenthnm zugewendet habe. Das könnte doch eigentlieh nur von Nichtjuden gesagt werden. Nun ist es aber derselbe Raw Jehuda, welcher sie in Berachot *ט&שא nennt nnd in Kidduschin als פסול erklärt und das könnte wohl einen Zusammenhang haben. Da sie Raw Jehuda eben nicLt für voll bärtige Juden hielt, 80 batte er ihren vollen Eintritt um so mehr erwartet nnd das Unterlassen desselben als Thorheit nnd ״Herzens Trotz" bezeichnet. Das lobende Urtheil aber in Kidduschin 72a stammt von רמי בר אבא und demgemäss wird wohl nichts anders übrig bleiben, als gegen Kohnt נוביא von נבאי oder נובאי zu unterscheiden. Hoffentlich widmet sich der Verfasser noch weiter diesen ethnographischen Studien nnd bietet uns eine noch reichere Gabe. Erfurt. Kroner. Notiz. 1. Paris. Das von Herrn H. Prague herausgegebene Jahrbach des Arch. isr. ist erschienen una kostet bei schöner Ausstattung und reichem, besonders statistischem Inhalt 1 Frcs. 2. Herr Hartwig Derenbourg hat jetzt als Resultat seines Ganges durch die spanischen Bibliotheken eine Beschreibang der arabischen Mannscripte des Escurial veröffentlicht and den ersten Band der Akademie der Inschriften, in der■ Sitzung vom 6. Juni vorgelegt. Fast 700 Handschriften (Gram-■ matik, Rhetorik, Dichtkunst, Lexicographie, Philosophie und schönwissenschaftL Art.) sind besprochen. Der zweite Band bringt eine Analyse der geschichtlichen and geographischen Werke. 3. Frau Baronin James Eduard Rothschild hat von Didot als Andenken an ihren Mann dessen Mistöre da viel Testament mit Einleitung, Noten nnd Glossarme drucken lassen und es der Gesellschaft rar altfiranzösiche Texte, zn deren eifrigsten Mitgliedern der verstorbene Baron gehört hat, gewidmet. (Un. isr.) Verantwortlicher Bedactear Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. 14 Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. •r>i- ' nifcrnr

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