Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 30. (24.7.1884)
- Date
- 1884-07-24
- Page
- Seite 119 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Judenspiegel S. 91,92. ^Sind aber seine Kinder Akam ,(Christen), ist z. B. ein Christ ,jüdisch geworden and hat Kinder ,von früher, die nicht jüdisch ,geworden sind, dann hat er ,seine Pflicht, zur Fortpflanzung ,and Erhaltung des Menschen- Geschlechts mitzawirken, nicht ,erfüllt, weil die Kinder ,der Akam (Christen) nicht ,einmal jüd. Bastarden ״and Blödsinnigen gleich ,zu achten sin d“. Der angezogene Eben häeser 1,7. ״Hatte er Kinder, während ״er Akam war and er hat ״sich mit ihnen bekelrt, so ״hat er dieses religiöse Gebot ״erfüllt. Daza bemerkt der Chelkas Meohokek zur Stelle (9): ״In den Gutachten des 1 iaha- ,,ril § 22.1 entscheidet ei, dass ״selbstwenndieKinder ״sich nicht mit ihn be- ״kehrt haben, uni so ״scheint es aach aas dem ״Talmud Jebamoth 62a") her- ״vorzugehen“, ctr. auch den ״Beth Samuel z. St. Armer Justus! Auch die letzte Freude musste ich. lihm zerstören! Die bösen Rabbinen, die alten, wie die jetztlebenden, wollen ihm zu Liebe keine Gei!einbeiten und Schlechtigkeiten sprechen und gebieten. Es fällt ihnen nicht ein, die Kinder der Christen oder Mohammedaner oder Hindu’s u. 8. w. niedrige:׳ zu (teilen, oder überhaupt Vergleiche anzustellen zwischen [ihnen und den jüdischen Kindern, mögen sie ge|8und oder krank, ehrlicher oder diskreter Geburt sein. Der Eine meint, der Neophyt fängt ein ganz neues leben an und der Andere, dessen Ansicht die für die [Gesetz&sen tscheidun g massgebende**)! ist, »klärt: Seine Kinder bleiben seine Kinder, welchen |Glauben sie auch bekennen! Bedarf es noch eines Wortes, um Justus ן und |C0n80rten, mögen sie auch Privatdocenten oder!Professoren und Priester sein, zu kennzeichnen? Llüge [ist ihre Waffe, Entstellung und Verdrehung ihr |8child! Nichts Anderes konnten sie in Wahrheit [dem chulchan Aruch zur Last legen, als dass einzelne [Nachklänge der talmudischen Kriegsgesetze inj ihm [aachhallön. Bedenken wir den Druck der Zeiten, [in welchen sowohl ß. Josef Karo wie R. Moses Isierles [lebten, so dürfen wir uns freilich wundern und es als ein glänzendes Zeugniss für die hohe Humanität des Judenthums hervorheben, dass die Gedrückten nicht mehr von [Hass und Wuth gegen ihre Bedrücker erfüllt gewesen find, dass die Stimme des Rechts sich bei ihnen |noch immer Geltung zu schaffen vermochte. Selbst dieses Buch, Welches kein Katechismus und kein Gesetzbuch ist, ■nf dessen Inhalt die Juden verpflichtet wären, bietet [den Judenhassem nur Stoff, wenn sie ihn hineinlügen! Berliner Rabbinen. Wenn auch nicht eine vollständig durchgearbe itete [Geschichte der Berliner Rabbinön von 1671 bis .800, doch ein ungemein reichhaltiges Material zu )iner wichen bringt des verdienten Landshuth neueste [Schrift.*) Es fehlt besonders die Geschichte der Ge- |&einde und die Zeichnung, wie weit und in we eher [Weise die Rabbiner hemmend oder fördernd zuceren [Entwickelung beigetragen haben. Nur hin und wisder, [wie bei den Mendelssohn ertheilten Privilegien, |wird!bemerkt, dass zu solchen Beschlüssen der Gemeinde [die Zustimmung des Rabbiners erfordert war. 4nch *) Ausspruch des R. Jochanan; R. Simeon ben Lackisch, [aer opponirt, begründet seine Ansicht mit dem Prinzips, lass [aerBekehrte wieeinNeugeborenerzubet rächte ב sei. [ **) Ausser in 3 Fällen bleibt in zwischen R. Jochanai und [*. Sirreon strittigen Fragen die Ansicht des R. Jochanan :nass- [gebend. Jebamoth 36a. J תולדות אנשי השם ופעולתם כעדת ־ מילק c *הוסרה כשנת תלא (1671) עד שנת תרלא (1871) ־ חלק• ר סדר הרבנים אשר שמשו כברלק כתואר א״ב״ד או ר־ב״ח IJp'oppeiauer. Bert, Neue^nedrichstr.61 משנוןהתל״אעדהתק״ם das Verhältnis der Provinz — der Landgemeinden — zu Berlin ist nicht aktenmässig festgestellt.* Vollständig dagegen ist Alles gesammelt, was die Persönlichkeit der Rabbinen, ihre Familie, ihre Wissenschaft- Hohe Bedeutung, ihre Leistungen und theilweise auch ihre Amtsführung als Riohter und Prediger in’s Licht zu setzen geeignet ist. — Trotz der Jugend der Berliner Gemeinde ist der Beginn ihrer Geschichte in ein etwas mythisches Dunkel gehtült. Ein R Chaim, alias Kain, Rabbiner der Neumark, wurde am 20. Februar 1672 vom grossen Kurfürsten auch überdie Kurmark Brandenburg und über die -1670 aus Oesterreich eingewanderten Juden bestellt. Landshuth spricht die Vermuthung aus , dass der 1681—82 Verstorbene seinen Sitz in Landsberg a. d. Warthe gehabt habe־. Dort war auch zuerst Stadtdann Landrabbiner (über Pommern und Mark) R. Jizchak Benjamin Wolf ben R. Elieser-Lipman Asohkenasi, Verfasser des Nachalas Benjamin, der am 11. Mai 1685 zum Nachfolger des R. Chaim mit Beibehaltung seines Wohnsitzes ernannt wurde. 1687 folgte er einem Rufe nach Sluzk in Polen. 1698 starb er in Olek. Er ist als Erster im Kontross der Haskoras Nesohomos für Berlin, verzeichnet. Sein Bruder ist der Vorsteher Jost Liebmann, der dem schon in jungen Jahren als Gelehrten Geschätzten das Geld zur Drucklegung׳ seines Werkes hergab und dessen Einfluss ihm wohl auch das Berliner Amt verschafft hat. Von seinen Kindern werden wir einem Sohne und einer Tochter noch begegnen. Der älteste Sohn war R. Elieser Lipmann, Rabbiner in Cöblenz (1718—1733). Landrabbiner der Kurmark Brandenburg (genauer von Alt-, Mittel- und Neumark) wurde am 23. August 1687 R. Schmajah bar Abraham Jsaschar Beer (Simon Berend), der schon seit 1669 Rabbiner war. Sein früherer Amtssitz jedoch ist nicht bekannt. Bis 1692 wohnte er in Frankfurt a. O., wohin er naoh der Uebersiedelung nach BerUn während der (3) Messen sich begeben musste, um seines Amtes als Richter zu warten. So bUeb es Brauch bis 1800, bis zum Tode des letzten Aw besdin, R. Hischel Lewin. Von dem zu den bedeutenden Gelehrten seiner Zeit gezählten R Schmajah werden Verordnungen besonders über Scheohitah im Sefer ברית &טה משה erwähnt und findet sich eine תשובה im TÖ שדת אב] השהם (von 1699) sowie in Sammelschriften einzelne תורות von ihm. Er starb nach mehr als 20 jähriger Amtirung am letzten Tage Pessach 1709. Seine Tochter Hendel, Frau des Leb Darschan von Prag und Aw besdin von Schneidemühl und Grätz, wird die Mutter des R. Michel Chossid (s. w. u.) Der vierte Berliner Rabbiner ist der Sohn des Zweiten: R. Ahron bar Jizchak Benjamin Wolf, der Schwiegersohn seines reichen Onkels Jost Liebmann, und Oberhaupt des von diesem gestifteten Beth hamidrasch. Am 20. Februar 1697 wird er, um dem alten R Schmajah die Amtsführung zu erleichtern (wahrsoheinlich bald mit dem Recht der Nachfolge) Rabbiner der Neumark und Pommerns, ln demselben Jahre brach der berüchtigte Synagogenstreit aus. __ (Forts, folgt) Rece&sionen. Dr. M. Uüdemaiin Geschichte des Erziehungswesens und der Cultur der Juden in Itahen während des Mittelalters. Wien 1884. Alfred Holder. (Fortsetz.) Wie überall und zu jeder Zeit blieb auch in ItaUen die Beschäftigung mit dem Talmud und die geistige Durchdringung desselben nicht ohne bleibende Denkmale. Verf. hat mit guten Gründen S. 56 ff nachgewiesen, dass in ItaUen die Vorbedingungen für