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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1884-07-03 · No. 27. (3.7.1884) · p. Seite 107

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
13 (1884)
Issue
No. 27. (3.7.1884)
Date
1884-07-03
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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״,mählig als Eigenthum .,,sich zu erwerben, da es ,,für die Verstorbenen ״eine Schande ist, auf ״dem Eigenthum eines ״Akum (Christen) zu ״ruhen.“ ״Gr&bern oder den Banmfr&chten ״zu Gunsten der Gräber, z. 11. wenn ״der nichtjüd. Herrscher das Vieh ״auf den Gräbern weiden lä 3st und ״man es nur durch reiche Zahlung ״abwehren kann, die Gemeirtde aber ״ist nicht so Yermögend, verkauft ״man dies um die Gräjerzu ״retten aus der Hann des ״Akum, denn das ist dibEhre ״der Todten!“! Die Gräber zu retten, dass sie nicht zur Viehweide -dienen, davon spricht der Schulchan Aruch. j Doch seltsam, im Tur Jore Deah z. St. bemerkt derlDarke Mosche: ״Wegen der Gräber, welche Gojim genommen haben, ״und man kann sie nur für vieles Geld heraus- ״bekommen, und die Gemeinde kann’s nicht autt ringen, ״darf man Weinstöcke und Bäume vom Friedhole ver- ״kaufen . . . und es giebt keine grössere Ehre für ״die Todten, als sie aus der Hand der Gojim ״herauszubringen. Hat doch Cbiskyah die Thüren ״des Tempels dem Könige von Assyrien gegeben, um das ״Heiligthum selbst und die Stadt zu retten“. Also hat Justus doch Recht? Gott■ bewahre! Denn die Gräber, welche Gojim gewonnen, hörejn auf, •Gräber zu sein, sie werden zum Feld umgepflügt, als Baustellen umgegraben — wie es ja so oft geschehen ist! Um den Todten die Grabesruhe zu sichern, ist es gestattet, Bäume etc.] vom Friedhofe zu verkaufen! Was darüber hinaus gesagt wird, ist wissentliche oder unwissentliche Verdrehung! Collectanea. Von Dr. Kroner, Rabb. in Brandenburg a. d. hJ. I xvhi. טומיקון In No. 23, S. 92 des ״Jüd. Littr.-Bl.“ wijrd ge-!egentlich der Besprechung des von Dr. Wünsche ■übersetzten Midr. Bern. R. die Uebertragung der ״Worte: ״ הן דמלכא שרי טומי־קוןder Ort, wo der König jhront, ist ehrenvoll (T׳.|ir(T:xov)“ bemängelt. Auch uns erscheint טומיקק mit xtpr;1:xGv nicht identisch, ]schon deswegen, weil dem rabb. Worte die dritte Silbe des griechischen fehlt, beide Ausdrücke also nicht Einmal sprachlich congruiren. (Es kommt allerdings hin und wieder die Ausstossung einer Silbe in griech -rabb. Wortgebilden vor, jedoch gewöhnlich nur, wenn das rabb. Idiom dieselbe fordert. Ebensowenig wie die Uebersetzung von Wünsche leuchtet uns indess die Begründung des Herrn Recensenten (Dr. Kroner-Erfurt), noch weniger dessen], Conjecturein. Recensent meint, die andern 6 Himmel seien ebenfalls ״ehrenvoll“, und er begreife nicht, warum man den ״ehrenvollen“ nicht zählen sollte. Soweit pflichten wir dem Recensenten bei. Nun aber er fort: Vielmehr erwartet man ungefähr die Antwort, der Himmel, in welchem der König weilt, wird gezählt. Wir vermögen den Widerspruch dieses Satzes mit dem ihm vorangehenden nicht zu lösen fragen: Warum sollte man den Himmel, in wejlchem der König weilt, nicht eben so wohl zählen k ö oder dürfen, wie man — nach dem eigenen — den ״ehrenvollen“ fährt nicht renthese des Reo. fordert za der weitem Frage heraus: In wiefern ist der eine Himmel unzählbar? Wir vermögen uns, offen gestanden, diese Frage nicht sa beantworten, glauben vielmehr, dass mit Annahme des 2v auch die Zählbarkeit angenommen werden muss. Sodann heisst dvapüfjMjTC;, poet. üvdtpt&po;, anzählbar im Sinne von zahllos, unermesslich, poetisch, auch: nicht mitgezählt, d. i. nicht geachtet; beide griech. Ausdrücke bedeuten also keineswegs unzählbar in dem Sinne: was nicht gezählt werden darf; ferner enthält das griech. Schriftthum ein iv apdfjMjrtxoc nicht, endlich entspricht dem ט gewöhnlich nicht 9-, sondern t. Wir fassen also den Midrasch anders auf: pp'ÖI© oder טומיקא — beides auch ohne ד nach ט — ist entschieden nichts anderes als das lat. tamiacum oder tamiaca, vom griech. xapuefov und bedeutet Schatz, Schatzkammer, Kummer, Geheimcabinet des Königs. So erklärt auch R. Menachem di Lonsäna das טמירוא zu Anf. des Midr. Esther durch המלך In dieser Midraschstelle heisst es a. A.: הלוק11 לבד הטמיקא שוב אינו מתחייב בנפשו p. Das wird in מ״ב also interpretirt: Wer dem göttlichen Schatze einen Dien«־ desselben zu entziehen sich unterfängt, sollte der nicht das Leben verwirkt haben? Dies hat Ham an ja an sich erfahren müssen. (על flD’D אסר ר* י* ב״ דפשיט ידיו*. בטמיקא.) Der Midrasch, der noch an andern Stellen [םומיקו und טומיקא bringt, lässt nicht im mindesten zweitelhaft, was er darunter verstanden haben will, wenn er sagt: דק דמלבא שרי טומיקון. Es ist zu übersetze«: Dieser Himmel, in dem der König vorzugsweise thront, ist sein Geheimcabinet. Wegen’ dieses exclusiven, erhabenen Charakters ist der siebente Himmel eben de« untergeordneten Himmeln nicht anzureihen, mit ihnen bezüglich der Opfergaben nicht za vergleichen. Der siebente Himmel, in dem der Erhabene insonden thront, ist übrigens Araboth, nach Chagiga 12b, Asgesichts welcher Stelle jeder etwaige Zweifel an;der Richtigkeit unserer Erklärung schwinden wird. Wir weisen namentlich auch auf die dort erwähnten בגרם (fiZx:, tamiacaj hin. Anm. Hinsichtlich דבר שחלבו וב־ bietet die beste Erklärung מ״ב zu ודבל הביא ,יט־. Ber. R. 22 und Waj. R. 9. Hätte Recensent-Erf. auf מ״ב einfach hingewiesen, so würde er nach unserm Dafürhalten Herrn Wünsche einen bessern Dienst geleistet haben als dadurch, dass er qu. מ״ב vertendo wörtlich wiedergegeben. wir j nnen Zugeständniss des Recensenten Himmel zählen sollte?! Recensent vermuthet, dass eine incorrecte Lesart vorliege, er will שרי und טומיקון zusammenziehen und statt ״ שריטומיקוןdurch“ (?) Auflösung des ש in א und נ und Elidirung des ו als ״Orthographie“ (?) des linken Striches von ט oder des rechten von מ die Lesart אנריטמין oder אנריטמיטק oder gar ״ אנריטמיקוןannelimen‘ (?), was ״unzählbar“ bedeute. Der Sinn sei ■klar: Der (Himmel, vielleicht gar 2=הןv der eine) des Königs ist unzählbar. Die so eben reproducirte Paganz Zur ״Notiz“ Goldfahns über dieses Wort (in No. 26) schreibt Herr Rabbiner Dr. Gebhardt: In dem Beitrage zur Erklärung der griechischen Wörter in Talmud — die ich dem Herausgeber d. Bl. bereits vor langer Zeit elngesandt, die aber erst bis ד abgedruckt sind, habe ich schon טמיקא xaptxxo^ t#.miacus, gegeben. Nur kann ich nicht zugeben, dass ״ שריfrei von Abgaben“ bedeute. Was *hätte diese Bedeutung auch für. einen Sinn im Esther rabba zu בימים ההם, wo von den sechs Stuten des Salomonischen Thrones die Rede ist und an Abgaben nicht gedacht werden kann? Auch hier sind die Wagen nicht als Opfergaben, sondern als Nachbildüngen des himmlischen Heiligthums, wie der Thron Salomo’s als Nachbildung von 1« מרכבתו של הק״בה betrachten. In beiden darf der siebente Himmel nicht nachgebildet werden, weil dieser das besondere Eigenthum des Königs, ich möchte sagen das Privilegium. Gottes ist

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