Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 4. (24.1.1884)
- Date
- 1884-01-24
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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Jod am Anfang; und auch das Wort de־ Verba V‘S wurde bei Vorsetzung eines Buchstaben a isgestossen, ganz wie es im Hofal dieser Verba gesch ehet. Nun aber finden sich in dieser Umbil« lungssphäre zwei eigenartige bemerkenswerthe Gruppei Es zeigt sich nämlich recht oft, dass dreibuchstabige Stämme, welche die beiden ersten oder die bei len letzten Stammbuchstaben gemein haben, auch von verwandter Bedeutung sind, oder dass ihre versch edenen Bedeutungen sich von einem Grundbegriffe ableiten lassen. Schon Gesenius hat diese Erscheinung con- 8tatirt> aber nur für Stämme gleichen Anfanges, ־und bei diesen kommt sie auch viel häufiger vor, als er geglaubt hat, vgl. § 43. Offenbar waren alle solche zwei Buchstaben einst die־ wesentlichen eine! schwachen Stammes von gewissem Sinne, und man hat ihnen später die verschiedensten Buchstaben angehängt oder (in seltenen Fällen) vorgesetzt, um für neue Vor- Stellungen sinnverwandter Art eigene Be seichnungen zu gewinnen; oft auch wird man in einen 1 schon umgebildeten Stamme den für den Sinn desselben unwesentlichen Buchstaben zu diesem Zwicke variirt haben. — Die zweite besondere Gruppe, auf welche ich aufmerksam machen wollte, ist dadurch gebildet worden, dass ganz besonders oft die Verba W Nebenformen erhielten, zuweilen durch Ersetzun 7 des ersten, viel häufiger durch Ersetzung des zweiter( der beiden gleichen Buchstaben durch einen anderen, siehe § 44. Anfänglich war ich über die Menge der verba geminantia, von welchen ich eine Nebenform gefunden, ganz erstaunt, «nd anstatt letztere bloss zu finden, iuchte ich sie nun, und fand jetzt, dass fast ohne Ausnahme von jedem verbo geminans eine Nebenform vojrhanden ist, weshalb ich die Vermuthung aussprach J dass man diese Verba nicht gern verwendet und!daher in so ausgedehntem Masse Nebenformen derselben gebildet haben mag. — Beiläufig zeigte ich daujn, in § 45, dass wie so viele zweibuchstabige Stämme durch Anhängung eines meist beliebigen Buchstaben zu dreibuchstabigen wurden, ganz ebenso viele vierbuchstabige Wörter bloss dadurch enstanden sind, dass einem drei buchstabigen noch ein beliebiger vierter Buchstal:׳ angehängt wurde. Es gab aber noch eine dritte Art von Nebenformen, also von später gebildeten Stämme a. Nämlich man hat freilich längst Wörter gekannt, welche in gleicher Bedeutung blosse Transposita von anderen sind, aber man glaubte, dass es nur äusserst wenige Beispiele hiervon in der hebräischen Sprache gebe; ■es wurde jedoch in § 46 gezeigt, dass in ihr diese Erscheinung sich über 40 mal naohweisen lässt, und auch in den anderen semitischen Dialekten häufig wiederkehrt. Die Gründe für diese Transposition sind nicht recht durchsichtig, und meistens mag sie unwillkürlich erfolgt sein; abar mir ist keine andere Sprache bekannt, in welcher sie so häufig wie im Hebräischen und Arabischen vorkommt, j Dies ist nun der Hauptinhalt des ersten! Abschnittes dieses Werkchens, und auf ihm basiren l führte ich in einem zweiten viel umfänglicheren Abschnitte 458 Sippen von Stämmen vor, indem ich in alphabetischer Folge, soweit dies anging, alle die Wortitämme aufzählte, von welchen ich Nebenformen verwandten Lautes und Sinnes entdeckt zu haben glaube, und bei jedem derselben diese seine Nebenformen angab, mit kurzem Nachweis ihrer stammlichen Zusammengehörigkeit, wo ein solcher Nachweis mir nöthig erschien, denn wohl in der Hälfte der Falls ist sie für den Aufmerksamgemachten auf den ersten Blick‘zu erkennen.' Diejenigen Stämme, von welchsn ich keine Nebenformen aufifand, überging ich natürlixh in diesem Bippenregister. In dieser Weise ■wurde von mir versucht, nachzuweisen, dass von 2055 der in der Bibel uns erhaltenen Wortstämme nur 458 ältesten Ursprungs sind, die übrigen 1597 aber allmählig aas ihnen hervorgegangen sind, zum Theil freilich auch schon ungemein früh, denn sehr zahlreiche ״Umbildungen“ müssen nothwendigschon erfolgt sein, ehe die semitische Ursprache sich in ihre Dialekte differenzirte, und selbst in den ältesten. Thailen der Bibel kommen Umbildungen vor in Bedeutungen, welche verrathen, dass jene damals schon eine langwirige Sinnesevolution hinter sich hatten. In der Becension meines Werkchens, welche der geschätzte College Kroner neulich in diesen Blättern geliefert, hat' derselbe verlangt, dass nicht wenige der von mir aufgezählteil Sippen selbst wieder für stamm verwandt mit anderen genommen werden; und bei einigen habe ich selber dies schon für möglich erklärt. Aber noch so viel weiter hierin zu gelten, wie K. will, wagte ich nicht, da schon ohnehin viele von meinen. Combinationen nicht gesichert genug erscheinen werden. Ich habe dieserhalb streng unterschieden zwischen׳ Sicherem und Unsicherem, und durchweg Letzteres als unsicher bezeichnet; aber nach Abzug des Unsicheren wird nach meinem Dafürhalten noch mehr als genug des Gesicherten übrig bleiben, um di©• Grundlagen dieses Werkchens zu erhärten und namentlieh die vorgeführte Umbildangstheorie ausser Frage zu stellen, wenn auch einzelnes Specielle in ihr sollte bei fortschreitender Forschung anders gefasst werden müssen. Kritische Bemerkungen zu Wünsche’s ״Die Räthselweisheit bei den Hebräer■*. Leipzig, Otto Schulze (11 Querstr.) 1883. (Schluss. > Von meinem Onkel ging mir zur Lösung des Bäthsels noch Folgendes zu: ״Ich glaube, dass schon im ersten Jahrgang ״ Orient* mein seliger Freund Rappaport dieses Räthsel zn lösen gesucht hat, indem er es auf ״Venus“ bezog, was auch ganz pas3end ist. Am riohtigsten aber ist die Lösung des ■TT'S p”lp und naoh ihm das יפה מראה, welche es auf den Tod beziehen. Bar Eappara wollte gerade in der Freude den Rabbi an den Tod erinnern. Als Belege führt mein Onkel an: Midr. Waikra r. Par. 28 und Kohelet r. zu 1,3, dort heisst es: Rabbi veranstaltete das Hochzeitsmahl für seinen Sohn und lud alle Rabbinen ein, vepgass aber den Bar Kappsrä einzuladen. Dieser schrieb in Folge dessen auf das Eingangsthor folgende Worte- ״Nach all’ deiner Freude — der Tod, und welchen Vortheil hast du von. deiner Freude?“' Im Text des Räthsels heisst es: der entkam, sagt: הו, ד1ו! Onkel liegst: ITI וד״! ein bekannter Ausruf der Freude (044, vah!) vgl. Esther r. zu 1,1 u. s. w. S. 34, Z. 9 v. u. Sehr häufig begegnen wir dem Josua ben Chananja mit einem Kaiser in der rabbinischen Litteratijir, es ist zweifelsohne der Hadrian gemeint, vgl. Wajikra r. Par. 18, wo derselbe aus— driicklich genannt wird. — S. 37, Z. 19, v. o. Der Text heisst: 0א0ר ש♦ Uebersetzer hat PIT gelesen und übersetzte:;,'dort“, mein Onkel liest aj>er □C; Sinn: Er sprach den Gottesnamen aus und! vollbrachte Wunder. Vergl. viele Stellen in der rabbinisohen Litteratur, wo durch das Aussprechen des allerheiligsten Gottesnamen Wunder vollbracht wurden!. Den Nachsatz: ״steht einer, bis Sodan“ hat wie mein Onkel bemerkt, der Talmud nicht, er ist nur im En ■ Jacob .eingeschaltet. — v , S. 45, Note 1. Das Räthsel des Kkobulas ist, wie mein Onkel bemerkt, durch Bensew in's Hebräische