Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 4. (24.1.1884)
- Date
- 1884-01-24
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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' metrisch übertragen, v. Mesilath ha-Limud, Spräche der griech. Weisen. Zur S. 49 bemerkt־ mein Onkel, dass auch Jer. Megilla III einen räthselhaften Anssprach eüthält: שלח ר, אבד1 וכתב להק כבר־ פיסנו לשלשה ליטורין לטוב ילד טוב למד ותרשיש. Die Bedeutung siehe bei Grätz G. d. J. JV. 8: 649 (Ansg. 1853). Ferner giebt Bosch haschanoh FoL 25 a em mnemonisches Zeichen für den Nee mondsegen: מלך ישראל חי וקים "ITT, welche Worte im Segen Vorkommen. Ferner enthalten Schabbath 152 a, Kohelet r. zu Cap. 12 viele räthselhafte Ausspräche. S. 53, letzte Zeile: ״vielleicht werdet ihr es.finden“, Text: ואולי תמצאו. Nach meinem Onkel ist zu lesen: והלא תמצאו, was zugleich bedeuten könnte; und das ה werdet ihr nicht finden 7 לא'תמצאוn, da der midianitische Fürst אד heisst. S. 54, Z. 6 v. o. ״Zwei wohnen in zwei und ihre Aussprache ist schwer“. Die Note 26 muss, wie Onkel bemerkt, auf ״zwei wohnen in zwei“ bezogen werden, und 80 lauten: ו ist nämlich ein Lippenbucbstabe uud י ein Gaumenbuchstabe, während אה beide Kehlbucbstaben sind.1דבח0 קשה ־ erklärt Onkel: Weil sie ד — Wehe bedeuten. Daselbst 55. 11 u. 12 v. o.: ״Die Zahl des vierten mit seinen Brüdern zusammen genommen, hat etwas mehr“. Weder die Uebersetzung noch die Note entsprechen dem Sinn. Der Text heisst מספר הרובע על אחיו בנוסף יש יתרון, wo zu erklären ist: der vierte hat mehr als der dritte, 80 viel wie der zweite mehr als der erste hat, d. L mit 6. (4 6 —10) 6 ו ,10 י 4 1 — 5) 1 א ,5 ד,). Vergl. Note 30. S. 55, Note 34 ist zu lesen: ״und ו gleicht in seiner Form dem Schilfrohr. Ausserdem hat der Verfasser, wie mein Onkel bemerkt, ausser Acht gelassen, dass auch auf dem halachischen Gebiete viele Bäthsel Vorkommen. So hat Jaoob Landau in seinem pn von dort, jedoch ohne. Quellenangabe, durch B. Juda di' Midina (in סוד ישרים Ven. 1599, 8*) 50 Bäthsel gewöhnlichen und 50 halachischen Inhalts citirt. — עולת יצחק (Prag 1606, 4 ף hat 848 halachische Bäthsel. — Efrajim Hekschir in ךברי חכמים וחירותם (Altona 1743, 8°) bringt auch halachische Bäthsel. — Bezalel von Orle bringt im 11 המראה halachische Bäthsel aus seinem in Bialystok (1807, 4 ף gedruckten שו״ת, als Muster vor. Ferner bemerkt mein Onkel, dass Bäthsel des איזופיטי (Konstantinopel 1527, 4״ Ven. 1544, 8») dem קובץ דברי הימים של משה רבעו beigedruckt wurden, die nachher dem kurzen מירא p, {Amsterdam 1497, 16 ף beigegeben sind; der Herausgeber hat demnach falsch auf dem Titel ״zum ersten Male gedruckt“ angegeben. Wilna. D. O. Strascbun. Litteraturbericht, Recenßionen. Essai de restitution de ancienne redaction de Massechät Kippourim _par Joseph Derenbourg. Paris 1883. - Haben Sie wohl je ee gesehen, dass man schmeichelnd Ohrfeigen ertheilt? Es gibt ein kurioses Zerrbild: da dröhnt ein gewaltiger Schlag und .hinterher, kommt die in sässlichem Tone vorgetragene Frage: Es thut doch nicht weh, mein Liebster? Ich liebp und verehre Dich — und den Beweis liefert eine kräftige Backpfeife! So ungefähr wird Prof Derenbourg behandelt. Prof. D. ist nioht bloe ein bedeutender ' Gelehrter, sondern auch membre de!’Institut — aber Professor D. wagt es, zu denken, dass und wie die talmudischen Schriften entstanden sein mögen, dass — was Babhinowitz’s Werk bestätigt und einer Bestätigung überhaupt nicht bedarf — Unachtsamkeit wie Absicht Veränderungen des Wortlautes zu Wege gebracht haben — kurz, er wagt es Talmudica wissenschaftlich zu behandeln. Dagegen regt sich die Orthodoxie, deren Champiou Herr Dr. Klein ist — und zugleich ersteht die auf deutschem Wege wandelnde Forschung, der grimme Feind, in dem Urfranzosen Klein, der Dr. phil ist. — Ja, es ist ein Abgrund, in welchen der arme Prof. D. durch schlechte Führer, durch Verführer, ist gelockt worden. ״Weder Gelehr- ״samkeit noch Bildung können den vom Schiffbruch ״retten, der die weisen Lootsen von Euphrat und ״Jordan verlässt um auf die Sirenen von den Ufern ״des Bhein’s und der Spree zu hören“! Dabei ist’s wirklich nicht 80 schlimm — man kann sehr orthodox sein, selbst soweit, dass man Sphaletkugel isst, Scheni Chamischi Scheni fastet und Chazos macht, und doch auf den Gedanken kommen, dass dem Bedakteur des Mischnatraktates Jomaeine Schilderung, als Beschreibung des Tempeldienstes am Jomkippur, Vorgelegen habe und sehr sorgsam von ihm benützt worden ist. War es ja noch in der Zeit des Mittelalters nothwendig, dass man den angeführten Text wortgetreu ausschreiben musste, da man es nicht voraussetzen durfte, dass jeder Leser das angezogene Buch werde zur Hand haben — wie dies Tossafot und Baschi selbst bei Citirung von Talmudstellen bezeugen. Besonders angebracht war solch’ wortgetreue Aufnahme bei beschreibenden Traktaten, wie ״Joma“ und ״Middoth“ es sind. Der eigentliche Name für Joma ist מסכת יום הבפורים. Bei der Textrecension hat Prof. D. das Manuscript der pal. Mischna aus Cambridge benutzte, das Dr. Lowe zu ediren im Begriffe ist. Dabei stellt sich denn .eine überraschende Aehnlickeit mit einer alten Awodah (Bitual der A. Amram II 49) heraus, wie denn eine bedeutende Anzahl von solchen Dichtungen zum Vergleichen herangezogen werden. — Ohne in die haarspaltende ׳ Diskussion einzutreten, ob nicht hie und da Etwas! weggelassen worden ist, was ganz gut in einer Abo- I dah hat stehen können, mache ich auf die kleinen und feinen Bemerkungen aufmerksam, die in reicher Fülle belehren, wie ברקאי (P. 3 M. 1) ״Venus“ wegen ihres strahlenden Lichtes; ״ קרצ1י einen leichten Schnitt machen“ ״ קריצותאdas erste Licht, welches das Dunkel durchbricht“. P. 4 M. 1: ״ טרף בקלפיdie Loose in der Urne mischen“. P. 5 M. 6: ״ טהרוdie leere Stelle“ (nach טהרו של שלחן Menachot 97a). — macht er aufmerksam, wie חזן הכנסת und ראש הכנסת hier zum ersten Male erwähnt werden und schliesst daraus, dass eine Synagoge für Gebet und Thoravorlesung im Tempel bestanden habe, wahrscheinlich ילשבת הנדת welcher nicht die Priester die Leitung hatten, denn die Mischna lässt den ראש בית אב, der bisher dem Hohenpriester zur Seite stand, sich zurückziehen. Manchmal durchzuckt der alte pilpulisti8che Geist den .gelehrten Herausgeber, so dass der Leser mitgerissen wird und verwundert sich auf einem talmudischen Redetournier wiederfindet Der Uebersetzung mit Anmerkungen reihen sich C Noten und ein Anhang au, über die noch einige- Bemerkungen in nächster Nummer folgen sollen. -r~%ianinos, Btlligl Kostenfreie Probesendungen überallhin׳ JL * ßaar oder kleine Baten! 0efl- Anfragen werd. sof Wntwortet. ( WeMeaaUafer, Berlia NW.| E938' Verantwortlicher Radactear Dr. Rthmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wofff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.