Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 13 (1884)
- Issue
- No. 3. (17.1.1884)
- Date
- 1884-01-17
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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binden meist die Sohlasareime. Messung and Sänne sind .ziemlich gut*. Diese Anerkennung erhöht das Rithsel, wie es gekommen sein mag, dass ein Jade, ein wirklicher Jade, der von Kindheit an im Banne der jüdischen Gemeinde erzogen worden ist, im 13. Jahrhundert, in der Zeit Sadolph’s von Habsburg, in der Zeit R. Meir’s von Rothenburg — in deutscher Sprache an deutschen Edelhöfen hat singen mögen. . (Fortsetzang folgt.) Referat de§ Dr. Herzfeld ■her *ein Bach: ״Etabfleke ia das Sprachliche der seaitischea Taraelt.« Die von dieser meiner jüngsten Schrift bisher erschienen Recensionen enthalten zwar genug Anerkennendes, wofür ich sehr dankbar bin, geben aber den Kern oder die Grundideen derselben theils gar nicht an, theils nicht so klar, wie ich wünschen muss, und daher möge es mir gestattet sein, selber .dies in Folgendem zu thun. Von den meisten hebräischen Wortstämmen giebt es Nebenformen, welche entweder aas ihnen hervorgegangen oder genetisch ihnen coordinirt sind, insofern beide ans einem gemeinschaftlichen .Urstamm hervorgebildet erscheinen. Ein Stamm kann für die Nebenform eines anderen natürlich nur dann gehalten Werden, wenn beide dem Laute und zugleich dem Sinne nach verwandt sind, doch kommen anscheinende Ausnahmen hiervon gar nicht selten vor. Z B. durch Ersetzung eines Stammbuchstaben durch einen ganz unähnlich lautenden, wie etwa des Zade durch Tet und selbst durch Ajin, oder dadurch', dass gleich zwei Buchstaben eines Stammes eine Vertauschung erlitten, wie in sanak-zanach, wurde für das Ohr die Laut- Verwandtschaft zweier Stämme stark verdunkelt. Häufiger noch wurde in Erweiterung des Sinnes, welche ein Stamm erfuhr, so kühn verfahren, in der Verwendung eines Wortes wurde von dem einen physischen Gebiet auf ein anderes und von diesem wieder auf ein drittes oder auf ein geistiges Gebiet so unbedenklich übergegangen, dass oft schon das nämliche Wort mehrere grundverschiedene Bedeutungen erhielt. Es erklärt sich dieses kecke Verfahren -schon aus der lebhaften Phantasie des Morgenländer«, mehr aber noch daraus, dass man für die im Laufe der Zeit entstandenen neuen Vors teh ungen und Begriffe Ausdrücke suchte. Hietür verwendete man aber nicht bloss schon vorhandene Wörter, sondern bildete auch wie ein K-Thaut klingt,^«) wie ein K-Laat am Ende des Wortes fast wie ein Besch. In die Musterung der Zischlaute habe ich die verschiedenen T-rLante hineinziehen müssen, and den Grund dafür in § 16 angegeben; neu aber war mir der^ Befand, dass Gimel nicht gar selten eine Vertauschung mit Zischlauten erlitt (siehe § 21), und hiefür schlug ich die Erklärung vor, dass es in manchen Stämmen 80 weich wie das arabische Dschim and mithin fast wie Schin ausgesprechen werden mochte. Das Eintreten von Ajin für einige Zischlaute wurde in § 22 durch Beispiele coastatirt und zu erklären versucht Eine Recensioa dieser Schrift, ia der ״deutschen Litteraturzeitang“ von Rödiger, will gefunden haben, dass ich ״die exacten Regeln der Lautverschiebung“ nicht kenne. Allein er hat dies an keinem einzigen Fehlgriffe nachgewiesen, und obenein eine wirkliche Verschiebung der Laute, wie etwa dass an die Stelle des graecolatinischen p im Gothiscben f und 1m Althochdeutschen b getreten ist, kann ich für das Semitische gar nicht zngeben. Z. B. neben sab ach erscheint tabach, aber dieses hat jenes nicht abgelöst oder verdrängt, sabach blieb noch weiter in Gebrauch; und nicht in jedem Stamme trat für Sajin nachmals Tet ein, sondern nur in verschwindend wenigen; und für Sajin kommt nicht etwa bloss Tet vor, sondern auch Samech, Zade, Sin, Schin und Taw, die Beispiele davon giebt § 17, gleichwie Tet nicht blos für Sajin stehet, sondern auch für Dalet, Samech, Zade, Schin und Taw (§ 18). Auch wurde in § 16 zwar zagegeben, dass für das hebräische Sajin das Aramäische meistens Dalet habe, aber zugleich an zahlreichen Beispielen - nachgewiesen, da8s auch gerade umgekehrt das Aramäischemanchmal Sajin hat, wo im Hebräischen Dalet sich findet, sowie dass innerhalb des Hebräischen selbst und innerhalb des Aramäischen selbst zuweilen der nämliche Stamm bald mit Sajin und bald mit Dalet gesprochen wurde; ebenso wurde in § 21 nachgewiesen, dass — während allerdings für Sohin im Hebräischen meisten im Aramäischen Taw stehe — gleichwohl in beiden Idiomen diese beiden Buchstaben zuweilen neben einander promiscue gebraucht wurden. Wie liess sich nur, Angesichts dieser Fülle schroff entgegenstehender Thatsachen, bezüglich des Semitischen von den ״exacten Regeln der Lautverschiebung“ sprechen? (Schluss folgt.) Kritische Bemerkungen za Wünsche’s ״Die Rälhselweisheit bei den Hebräern". Leipzig, Otto Schulze (1L Qnerstr) 1883. gelegentlich Nebenformen derselben, zur Bezeichnung aer neuen Begriffe; mir ist ansser Frage, dass dies einer von den verschiedenen Anlässen zur Bildung von Nebenformen gewesen ist. Ich unterscheide nun drei Arten von Nfebenformen. Die erste entstand durch Bnchst&ben- Vertauschung, und von ihr habe ich 70 verschiedene Unterarten aufge/.ählt,.die wirklich Vorkommen: 19 von diesen betreffen die Buchstaben 16 , אהוי die Kehland Gaumenlaute, 6 die Lippenlaute, 24 die Zischlaute, 5 die liquidae. Eine jede dieser 70 Arten von Buchstabenvertaaschung habe ich durch Beispiele belegt, meistens durch 4—6, zuweilen durch 10 und mehr Beispiele; hierbei habe ich allerdings auch aus den übrigen semitischen Dialekten Beispiele heran-' gezogen, aber ich glaube, dass dies völlig zulässig ist. Es mag die etwas auffällige Erscheinung erwähnt Werden, dass zwiscSen Rescb und K—Lauten mehrmalr Vertauschungen vorkamen (siehe § 14 des ersten Abschnittes); ich erklärte sie mir daraas, dass ein nicht deutlich ausgesprochenes Rasch wirklich fast Die emsige Sorgfalt und liebevolle Hingebung des־ gelehrten Midraschübersetzers ist bereits in_ diesen Blättern gebührend in das rechte Licht gesetzt worden. Man konnte stets lobend anerkennen, ״dass der Christliehe Vertent sich mit bestem Erfolge in das ihm von Hanse aus riesige Schwierigkeiten bietende rabbinische Idiom hineingearbeitet und es nunmehr mit einer bei den christlichen Theologen überaus seltenen Gewandtheit beherrscht“. Vorliegende Schrift, welche aus zwei im Vorjahre gehaltenen Vorträge entstanden, behandelt 1 die sich in der jüdischen Litteratar befindenden Räthsel in einer Ausdehnung, wie sie dem Gegenstände bisher noch nicht zn Theil geworden ist. Es sei mir gestattet, einige Bemerkungen an Einzelnes zn knüpfen, was von weiterem Interesse sein dürfte: S. 19 ist der Note hinzuzufügen, dass auch Esra die Juden an dem Flusse versammeln liess, um dort zu beten, s. Necbem. Cap. 8. Mein Onkel, Herr Matth. Straschun, führt über׳ den Vorzug des Wassers noch fernere Belege an: