Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 52. (27.12.1883)
- Date
- 1883-12-27
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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D״ «fl* gäMalich in der״^L*®, * _^«&n messbar, siebeträgt, Hi*r ist auch die ^j0^,6!dmdet in eine doppelte, 2,60 Meter. D*• ° .,U Halle, in deren südlicher von Spitabogen eDerw^g0 Kapellen mit den Keno- Hilite sich fTel,*®7nnd der Sara banden. Diese taphen dee Abianf' amgebenden Pfeiler sind offenbar iMVenig mit dem, was sie überdecken, and Gewölbe^jgj. Kenotaph des Abraham ist etwa harmonieregbg and hoch, seine Breite beträgt 1,20 2,50 Me^sb Manerwerk ist mit Marmorplatten über- M«ter1״e aber durch mehrere schwere seidene Decken decfcrfi sind. Kostbare Lampen brennen vor dem tjr&ugrabe, Koranhandschriften liegen auf niedrigen ^dlzernen Pulten rings umher aufgeschlagen. Ein Gitter von übersilberten Eisenstäben 8chEesst den Baum des Kenotaph gegen seine Umgebung ab. Das gegenüberliegende Grab der Sara ist von ganz gleicher Anlage, doch pflegt die Thür seines Eisengitters nicht geöffnet zu werden. Als einige Personen aus der Gesellschaft des Prinzen von Wales auch dort hineinzutreten begehrten, sprach der führende Schuch des Haram die demüthige Bitte aus, man möge ihm doch dieses erlassen, es sei ja der Haram des Patriarchen, was würde er, was würde sein Sohn. (Isaak) sagen, wenn plötzlich so viele fremde Männer die geheiligten Schranken der Familiensitte durchbrächen! Dass sich auch Sara beleidigt fühlen könnte, muss dem echt orientalisch denkenden Manne nicht in den Sinn gekommen sein. Zwischen diesen beiden Schaugräbem öffnet sich der Eingang in die eigentliche Moschee. Sie nimmt den südlichen Theil des heiligen Bezirks* ein, 80 dass auf drei Seiten, im Osten, Süden und ־Westen, die Mauer des Haram zugleich als Aussenwand der Moschee benutzt worden ist. Ihre BreiCe, von Osten nach Westen 28 Meter umfassend, ist in drei Schiffe von ziemlich gleicher Ausdehnung getheilt, ihre Länge dagegen, von Norden nach Süden 21 Meter betragend, zerfallt in drei Hallen von ungleicher Weite. . An den Kreuzungspunkten tragen vier‘’ starke Pfeiler mit vortretenden Säulen das unregelmässig feetaltete, nach innen spitzgewölbte Dach. Die 'apitäle der Säulen haben theils ־ mittelalterliche, thetfs mehr byzantinische Zeichnung. An das südliehe Pfeilerpaar lehnen sich die Grabgebäude des Isaak und der Bebekka. Beide Kapellen sind aus einheimischem Kalkstein, dem sogenannten Santacroce- Marmor, erbaut. Aber nur durch die Fenster darf man einen Blick auf die reich verhüllten Kenotaphe werfen und vor jeder Berührung derselben wird ängstlich gewarnt; denn Isaak gilt den Moslems als der ״Eiferer“ (el-Bajjar) unter den Patriarchen, der gar leicht mit boshaften Strafen, wie Verlust des Gehörs oder des Gesichts, eine sein Missfallen erregende Zudringüchkeit züchtigt. Unter dieser Moschee, deren sonstige Ausstattung wir' übergehen, da sie nichts Eigentümliches darbietet, befindet sich nun die zweifache Höhle, die Abraham von Ephron dem Hethiter sammt dem umgebenden Acker für vierhundert Seckel Silbers gekauft haben soll. Zwei Oeffnungen, durch die man za ihr hinabsteigen kann, sind jetzt mit Steinplatten veraohlossen und mit Matten, wie sie gewöhnlich auf dem Boden der Moscheen liegen, überdeckt. Eine dritte Qefffanng gleicht dem Mundloch einer Zisterne und lässt beim Schein einer Lampe in ein viereckiges Qemach hineinblicken, in dessen südöstlicher Wand bei Gelegenheit des letzten Besuchs der heiligen Stätte eine Thür bemerkt wurde. Sie 8011 in die westliohe Höhle führen und wirklioh mit den bei Felsengräbern gewöhnlichen Eingängen grosse Aehnlichkeit haben. Da in einer andern Wand dee Gemaches keine Thür vorhanden zu sein scheint, 80 hat Capitän Conder, der die englischen Prinzen begleitete, die annehmbare Vermuthung ausgesprochen, dass dieses Gemach als ein Best des alten, wahrscheinlich freien Zugangs zu der zweifachen Höhle zu betrachten ist, der slso bedeutend tiefer lag, als die gegenwärtige, etwa 4,50 Meter über die westlich benachbarte Strasse der Stadt sich erhebende innere Fläche des Haram. Um die alte Felsenthür der Höhle nioht zu verletzen, hat man vielleicht den Baum jenes Gemaches durch Mauern abgeschlossen, und das ist wahrscheinlich zu einer Zeit geschehen, wo man den, Hofraum des Haram, etwa infolge von Trümmer- und Schuttanhäufungen, auf das gegenwärtige Niveau zu erhöhen sich genöthigt sah. Wenn wir die Moschee verlassen und zwischen den Kenotaphen des Abraham und der Sara in gerader Richtung nordwärts weiter schreiten, 80 gelangen wir aus der doppelten Vorhalle, durch die wir vorhin zur Moschee kamen, auf den offenen Hof des Haram hinaus. Die Gebäude, die sich vor uns erheben und die Bingmauer des Haram verdecken, sind ohne Zweifel arabischen Ursprungs. Sie enthalten ausser einigen anderen Bäumen die Kenotaphe des Jacob und der Leah, die ähnlich wie die vorhin beschriebenen des Abraham und der Sara ausgestattet sind. Das Grab Josephs endlich befindet sich in einem jüngeren, wohl erst nach der Periode der Kreuzzüge errichteten Anbau ausserhalb der Umfassungsmauer und zwar aü ihrer Nordwestecke. Es besteht aus zwei übereinander liegenden Kammern, deren jede einen Kenotaph ent• hält, und die sowohl von der Strasse, als auch von dem Hofraum des Haram betreten werden können. Eine Vergleichung der einzelnen Theile der gesummten Anlage drängt sich unvermeidlich auf und führt schon zu richtigen Ergebnissen, auch wenn man von ■ den vorhandenen geschichtlichen Nachrichten zunächst ganz absieht. Am schärfsten berühren sich die verschiedenen Baustile und Bauperioden in dem südlichen Theile des Haram Die Vorhalle ist ohne Frage ein arabischer Bau, und Capitän Conder glaubt in ihm ältere und neuere Theile unterscheiden zu können. Die Moschee selbst trägt unverkennbar die Spuren des Umbaues aus einer alten christlichen Kirche an sich. Aber ihre *Einrichtung muss schon mit vorhandenen Grenzen and Dimensionen zu rechnen gehabt haben, an die sich der Baumeister des ersten christlichen Gotteshauses über dem Grabe der Patriarchen gebunden sah. Diese Schranken 'bot die Bingmauer des Haram, die daher älter sein muss, als die erste Kirche an dieser Stätte. Conder betrachtet dieselbe als ein Werk der herodianischen Zeit. Doch bedarf das Verhältniss dieser beiden stolzen Mauerbauten einer genaueren Bestimmung, die wir freilich hier nicht geben können, da sie den Umfang unserer Beschreibung zu sehr erweitern würde. Die Beschuldigung der Juden wegen Kindermord im Mittelalter. (Schluss.*) Hieraus ist zu erkennen, dass der Mosaismus mit derselben Strenge, mit weloher er den Götzendienst verpönte, so auch die im heidnischen Alterthum allgemem verbreiteten Zauber- und Wahrsagerkünste, und zwar nicht bloss denen, die sie treiben und sich damit *!) In vor. No. ist auf der ersten Seite Sp. a. Z. 10 ▼. u. christlichen Theologen“ u. Sp. b. Z. 26 v. o. ,Alt•“ Testamente‘• su leeen. III