Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 52. (27.12.1883)
- Date
- 1883-12-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Zar Mnehtiif4 aller Jadeathi■ mm4 J14ea betreffende■ Utterarisehea Kr• •ehelitaafea aaf dem Gebiete der Philo• eephle, Qeochlehte, Etbn«gr*phtr, Theo• legte» Orieatalta, Exegeie, Homiletik, LlUrgik, Pidagoglk. Herausgegeben Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 27. SWetn6־et1883 ׳. ■ 1_L-L_L. LJI. — Bteherder, 4«■ K«4ut(*‘1VIff(«M UtUrstar.wtJeh« 1■ dlcM■ Blatt#<*4»4t >ih« , h4n Bel ElaMHdaaf rtkiK« B«frKkU|. Exca»Ur«o •rfrtjl w eI Iwwijn•■ Sratti-lutruHf« ktn« Das ״Jfdlsehe Lltteratnr-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bosen; Preis bei allen Bachhandld Leipzig bei Robert Friese) proVTahrgan,; 8 Hark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die viertetjährit« (jj, allen Postanstalten und Buchhandlungen S Ml rk kostet) erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. —• laserate w—1“' ־ 85 Pf. für die gespaltene Petitzeile berechnei und von der Expedition dieses Blattes sowie durch ine. Central-Annoncen-! von 6. L. Daube £ Co., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris beförde -ä «J V,.; •5-' Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Der gegenwärtige Zustand der Höhle von Machpelah. — Die Beschuldigung der Juden wegen Kindermord im Mittelalter. Von M. Mannheimer in Darmstadt. (Schluss.) — Zu Sifre 5. B. M. 32,2. Von Fürst. j Littera tu rbe rieht: .בכל תפלה. Der prictische Vorbeter. Von Abraham Baer, Obercantor in Gothenburg. Notiz. Nachdruck nur mit T7־oller Quallenangake gestattet. Der gegenwärtige Zustand der Höhl^ Machpelah. Dieser ehrwürdige Platz, den Abjraham käuflich erworben, um seine entschlafene Gattin Sara daselbst zu bestatten, wo seine irdischen Repte, sowie die Isaak’s und Rebekka’s, Jakob’s. und Lekh’s ihre letzte Ruhe fanden, wird für alle Zeiten ein hohes Interesse besitzen. Es kommt hinzu, dass auch, das Christenthum wie der Islam diese Doppelhohle als einen geheiligten Ort verehren, 80 dass die Kreuzfahrer in gleichem Maasse wie die Seldschuckep und Türken sie mit hoher Verehrung und mehrfachen Bauten umgaben. Seitdem nun die Bekenner Jles Islam die Herrschaft über Palästina gewonnen, war der Ort für alle Nichtmohamedaner unzugänglich Ibis der Prinz von Wales und der deutsche Kronprikz vor einigen Jahren die Erlanbniss zum Eintritt erhielten. Da erst erhielten wir einige sichere Kunde von jier Beschaffenheit des Ortes. Eine gute Schilderung finden wir nun in der 44. Lieferung des von Ebers und Gnthe natt, und wir heransgegebenen Prachtwerkes geben sie deshalb hier wieder: Der Haram von Hebron erhebt bekanntlich deshalb so hohe Ansprüche ant Heiligkeit, weil der Ueberliefemng zufolge sich־'' iö ־*einem Bezirk die Gräber Abraham’s und der Sara, Isaak’s und der Rebekka, Jakobs nnd der Leah, ja auch Joseph’s!^finden sollen. Dort also sollen wir die ״zweifache Höhty“ (Machpelah) snohen, die Abraham zum Erbbegräbnis zunächst für sein Weib Sara von Ephron dem Hethiter kaufte (Mos. I, 23). Wenn wir die Höhe j oberhalb des moslemischen Friedhofes an der Westsjeite des Wadi el-Chalil ein wenig hinansteigen, so Riehen wir eine stattliche Mauer am hohen Ostrande des Harem el- Haram über die Häuser emporragen, d^s ist die Umfassungsmauer des heiligen Platzes.. Sie TimsohfieBst bei einer Höhe von 17,70 Metern einen oblongen Raum von 60 zn 34 Metern. Die Quadern, ans denen sie besteht, sind zum Theil von bedeutender Grötwe; eine von ihnen ist nicht weniger als 11,60 Meter lang nnd etwas über 1 Meter hoch. Dabei sind sie sehr sorgfältig behauen nnd an den Fugen mit einem flachen und sauber ansgeführten Randschlage versehen. Die Steine sind so genau zusammengepasst nnd schliessen sich so eng aneinander, dass die sonst in Palästina so üppig gedeihende Mauervegetatian hier kaum Eingang zn finden vermocht hat. Dm. beiden Langseiten dieser Mauer sind durch sechzehn, die Schmalseiten durch je acht viereckige Wandpfeiler geziert. Auf die alte, im Durchschnitt etwa 12 Meter hohe Mauer haben die Moslems eine neuere gesetzt nnd an jede der vier Eoken ein Minaret angebaut. Zwei derselben sind verschwunden, dock die an der nordwestlichen nnd südwestlichen Ecke ־ragen noch heute gen Himmel. Im Süden, Osten nnd Norden hat man in neuerer Zeit eine zweite Ringmauer um die alte, prächtige Einfassung des eigentliehen Heiligthums aufgeführt. Den Ramm zwischen beiden nimmt, im Norden nnd Süden'׳ eine 3 Meter breite Freitreppe ein, auf der man jetzt zur Höhe des von der alten Mauer umschlossenen heiligen.'Bezirkes emporsteigt. Doch pflegt nur die südliche Freitreppe allein den Andächtigen zugänglich zn sein, nämlich von der westlich an den Haram angrenzenden Strasse. Im Osten hat man von dem Felsgestein des ansteigenden Berges so viel abgeschlagen, dass noch ein 15 Meter breites Gehöft zwischen dem Haram nnd der steilen Bergwand Platz gefunden hak Ihr Rücken liegt etwa in gleicher- Höhe mit den Maueninnen des Heiligthums. Seit der Vertreibung der Kreuzfahrer ans" dem heiligen Lande ist es bis jetzt nur wenigen Fremden' gestattet worden, die hbilige Begräbnisstätte der Patriarchen zn betreten. Der Besuch des Prinzen von Wales im Jahre 1862 verdient «te. di$ EräjSgtpig dieses Harams für hervorragende Persönlichkeiten des Abendlandes bezeichnet sa -werden. Ihm folgten 1866 der Marquis von Bute, 1869־ der Kronprinz von Preussen nnd 1882 die Prinzen Albert Viotor und George von Wales. Nach den Berichten, die durch diese Besuche möglich wurden,- sind wir honte im Stande, eine ziemlich genaue Schilderung von den Gebäuden nnd Heiligthümera, die die hohe Umfassungsmauer vor den Blicken der Neugierigen und dem prüfenden Auge der Wissenschaft verbirgt, zn unterwerfen. 'fi. ■;r, y. •»׳w