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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-12-20 · No. 51. (20.12.1883) · p. Seite 203

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 51. (20.12.1883)
Date
1883-12-20
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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ppwpippiwpipp1 Argumenten unzugänglich, anderp Kreise aber solcher' Geltendmachung nicht benöthigt sind. Dass übrigens ein letzter Zusammenhang sämmthoher C&lturen bei allen Eigen thümli( hkeiten der einzelnen ans ansern gesummten nähern E rkenntnissen hervorleaohtet, haben wir — in Ueberainstimmung mit den namhaftesten Gelehrten der neu sm Zeit, wie Sohelling, Bnnsen, Heinrich Ewald — in nnserm wissensch. Aufsatz ״der Talmud und die Farben“, abgedruckt in der Beilage zur (Augsburger) ״ Allgem. Zeitung“ vom 13. Sept. 1H81 und ausztglich in die auswärtige Presse übergegangen, entsprechend erörtert. Ungeachtet des Widerstrebens alle: Plusquamperfektnmgeister findet sich'Göthe’s Wor, zum Divan immer mehr bestätigt: Wer sich selbst und Andre ker nt, Wird auch hier erkennen: Orient und Occident Sind nicht mehr zu trennen. -U'<-%l|RVMpu>P.HJftj!M!|liW. — 208 — Litteratußbericht! Recensionen. Ausgrabungen bei Jerusalem u. 8. w. Von Gut he. (Schluss.) ־ Auf dieser* von dein Verfasser al9 die uralte Davidsburg bezeichneteh Stelle, wurde ein aus viereckigen, roh behauenen Blöcken hergesl elltes Mauerstück gefunden, das von Ost nach West in einer Breite'von 7,50 m erhalten geblieben ist und dessen Fortsetzung eine dicke, schwarze Cementschicht auf dem Felsboden bezeichnet. Einen Wasserbehälter und einen Thurm erkennt Herr Guthe in diesen Besten des ältesten Bauwerks, welches die alt ג Befestigung im Süd-West begrenzt hat. Die Geschichte der alten Zionsbnrg, über deren Ausdehnung alle Nachrichten fehlen, skizzirt unser Buch dahin, dass sie nach den Bauten des Manasse bedeutungslos ge׳ worden, von Antiochus Epiphanes stark befestigt und zur Akra, d. i. zur Burg, zum Stützpunkt der syrischen Herr- Schaft, gemacht worden ist. Als Simon 111 sie erobert -hatte, gedachte er zuerst, die Feste zu erhal fcen (I. Maccabäer), zerstörte sie am Ende aber und l ess auch die Höhe abtragen, auf welcher sie gestanden hatte, damit das Heiligthum höher werde (Joseph. An tiquit 13,6.6. bell. jud. I. 2, 2, V. 4,1). Wenn wir *also c er Nachricht des Josephns Glauben schenken, so ist d e Davidstadt um das Jahr 140 v. Chr., wenigstens so weit sie von 'den Syrern zur Akra ausgebaut war, völ ig durch die Juden feefBtört worden, und auch der Fdsboden, der ־sie trug, hat damals eine bedeutende Veränderung erfahren ״Mit dem Schutte wurde die Sp 11 te zwischen der Akra und dem dritten Hügel ausgefü lt, eben jene Mulde, •von der oben gesagt worden, d188 sie wahrscheinlich einst den ganzen Süd-Ost-Hügel durchschnitten hat. Die Richtung dieses verschütteten Thaies bezeichnet wahrscheinlich ein 1 interirdischer Canal, den Herr Guthe mit der Städte ioake identifizirt. Dieser Canal ist theils in den Fe 8en gehauen, wobei nur die Decke gemauert ist, thiils ganz aus Mauerwerk. Die weitere Ausführung ü >er die Lage der Akra ist fast unerschütterlich — eb« nso über die Krümmungen der Mauer. ״Ist der Gih in“ — fragt Herr Guthe (S. 255) ״dooh die Marienquell e und ist der Ausdruck (Chron. II, 33,11) ״westlich vc m Gihon im Thal“ von der Schlucht zu verstehen, die vielleicht vom Tyropöonthal aas zu der Marienquel 9 am Kidrontba.1 hmabführte? ״Mauerreste auf dieser Auffüllung schreibt unser Buoh Simon dem Maooaläer zu, weu sie die Versohüttung der Mulde bereits voraassetzen, ‘ ' ’ j und' Simon diese ausgefüllte Mulde in den umwallten Stadtbezirk hinein gezogen haben muss, Damit wird eine Grundlage für Bestimmung anderer Baureste durch die Baueigenthümlichkeiten gewonnen s. B.: ״die starke Verwendung des Mörtels, dessen sorgfältig gestrichene Linien sich fast wie ein Ornament zwischen den glatten Steihfläoben ausnehmen für die Maccabäerzeit. “ *) Die Vorsicht und strenge Wissenschaftlichkeit des Verfassers bekundet der Satz, nach welchem er stets handelt: ״Erst dann wird es an der Zeit sein, einen vollständigen Versuch zur Reconstruction der Davidstadt zu machen, wenn ihr ganzes, ehern Gebiet, namentlich auch der Abhang "nach Tyropöonthale, gleichmässig durchforscht ist. Das ist dargethan, dass der Süd-Ost-Hügel bis an seinen Fuss neben den Siloahteichen bebaut gewesen und seit dem 7. Jahrhundert niemals, wieder durch eine Maner in den Stadtbezirk aufgenommen worden ist, die Ueberbleibsel also ans älterer Zeit stammen. Von zwei grösseren Teichen auf dem Rücken des Süd- Ost-Hügels hält der Herr Verfasser den einen für den Kunstteich (Neh. 3,16) (TDri3 arab. birke) ist jede Ansammlung von stehend&h Wasser* f'der Beinamen העע^ה scheint za besagen, dass er der erste seiner Art gewesen ist) und den anderen als den Teich Salomo’s (Joseph, bell. jud. V. 42) Auf dem Süd- Ost-Hügel finden sich viele Cisternen, und zwar 1. in den Felsen gehauene (mit dauerhafter Cementbekleidüng) von runder Form;. 2. unterefTheil in den Felsen gehauen, oberer durch Mauerwerk vollendet, eokig, meist viereckig, mit Gewölbeverschluss (auch hierbei ist die Form für die Zeit entscheidend); 3. im Schutt Aufgemauerte mit Tragbogen und Platten verschlossen. Viele Cisternen befinden sich neben den Mauern. Viele Stücke von Wasserleitungen (Zuführungs- und Abzugskanälen) sind gefunden worden, doch keine ganz. In eine sehr alte Zeit scheinen einige Felseft1 gemäoher zurückzureiohen. Mit ״ כנהist stets ein Aufschichten und Verbinden von Steinen gemeint“ — ״Freistehende überwiegend oder ausschliesslich aus behauenen Steinen hergestelll Wohnhäuser werden demnach die grösste Bewunderung der alten Israeliten erregt haben“. Die kurze Abhandlung über die Entwickelung des Häuserbaaes wird Niemand. ohne Befriedigung lesen. Einen älteren Teich, der vor dem Ausfluss des durch seine Inschrift bekannten Felsentunnels (8. v. Jahrhundert) gelegen war, nennt Herr Guthe die Neh. 2,14 erwähnte ברכתהמלך den ״Königsteich“. Hier müssen dieJerem.39,4 genannten ״beiden Mauern“ gewesen sein. — Siloah ist שלח בית השלחין =)) die bewässerte Gegend, von ihr erhielt später die Quelle den Namen, welche früher der ״untere Ausfluss des Gihon“ hiess. (Targum zu L König 1,33 ersetzt Gihon durch Siloah.) מלח hält Herr Guthe für Canal, Leitung. Den ברכת המלח לק המלך findet er in einem verschütteten .'Behälter unter dem sog. Jesaiabaum wieder. Die gefundenen Lampen, Scheelen und sonstigen Gegenstände bieten wenig arohaeologisohe Ausbeute. Die fleissige, sorgsame und von der innigsten Liebe zum heiligen Lande durchwehte Schrift wird allen ernsten Lesern viel Genuss bereiten. Sind alle Veröffentlichungen des ״Deutschen Palästina-Vereins*1 von solohem Geiste durchweht and 80 hoah gewsrthet, dann werden in diesem Vereine Alle sich sammeln, die ein weiteres Band der Einigung haben in dem Palmverse 102,15: ״Denn Deine Diener haben Wohlgefallen an Zioh’s Steinen und lieben seinen Staub!“ Coblenz. Lewin. *) Solche Bauroerkmale sind für' die vereohjeden«*—' Zeiten erairt

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