Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 51. (20.12.1883)
- Date
- 1883-12-20
- Page
- Seite 202 (sequence 2)
- Language
- German
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mit flphnimm and Ahnnngs- (Vpahrsager-)Kfin8ten and v Sgrifebtemisohereien, oder der BenntätosKönete (Zeichendeatetfei) trübt* * der Gelifeerjitirer/■ geheimwiseer oder Todtesrforscher befiigt; denn wer dieses thtiit,‘ ist dem ]Ewigen ein Grefeei- .... Gens sollst Da sein mit Mtn -Kwigsn, Deinem Gotte*. 5. Mos. 18,10 a. 11. — ,Diejenige Person, welche sich wendet sa Geisteraitirera and Geh eimwissem, am ihnen nachzabuhlen, da werde ich mein Angesicht wenden gegen dieselbe, tun solche aassarotten aas ihrem Volke.“ 3. Mos. 20,6. — ,Der Mann oder die Frau, welche sich abgeben mit Geistercitifhng oder GeheimW&serei, die sollen fcetödiet werden, mit Steinen soll man sie Überwerfen, skr' Blat komme über sie“. 3. Mos. 20,27. — -Fine Zaabermisoherin sollst Da nicht am Leben erhalten“. 2. Mos. 20,17.*) ^Schloss folgt) Collectanea. Von Dr. Kroner^Babb. in Brandenburg a. d. H. XIH- . Der DstW8schild.**) Der Davidsschild, gewöhnlich hebräisch Magfen- PwDavid genannt, dessen Figur auf Synagogenparamen ten «•gebracht wird, ist seinem Ursprung and seiner JB^aeatang nach nur Wenigen bekannt; erst jüngst wieder sind wir von verschiedenen Seiten am unsere £ Meinung darüber befragt worden. C Wir halten dieses Zeichen für den von den if Kabbalisten adgptirten Dradenfasa Derselbe be- - ׳ steht anä fünf Dreiecken, die so in einander ver- ׳ schlangen sind, dass sie mit einem Zage and mit 1 fünf Linien gezeichnet werden können; es ergiebt h. ‘ sieh dann in der*Mitte ein gleichseitiges Fünfeck and an jfeder Seite ein gleichschenkliges Dreieck. Man glaubte, dass die Hexen Füsse von solcher Form hätten, ' imdjdass also, wo man diese Figur erblicke, eine Hexe gewandelt habe, deshalb der Name Druden- (Hexen)־ ' Fass Das!Zeichen soll eine gegen Zaubereien schützende- Kraft haben and wird daher als Amalet auf Stein- oder Mbtallplättohen eingegraben — oft mit dem lateinischen Worte salas (Heil) in den fünf Ecken — von abetglänbischen Leuten getragen, oder von solchen, um dfe Hexfeh vob dem Vieh abzuh<en, an die Thören der Ställe ^fezeichnet. Dieser Aberglaube scheint seine Wurzel m den ältesten Zeiten za haben and arsprönglich aas Egypten za stammen. Gewiss ist, dass ihm in Griechenland die Pythagoräer gehuldigt haben, bei denen die Figur Pentagramm (das Fünf-Linien-Zeiohen), fPentagon (Fünfeck) and Pentalpha (das fünffache -Alpha) hieee. Man erblickte in den fünf äusseren Dreiecken fünf grosse Alpha, and legte darauf wieder em besonderes Gewicht, indem das Alpha auf die Gottheit als den Anfang aller Dinge hindeuten sollte. Mit dieser Heilighaltang der Fünfzahl wich aber Pythagoras von dem Glauben der älteren Griechen entschieden ab, da diese nach Hesiod die Fttnfzahl, als den Erinnyen and Verstorbenen geweiht, somit *)' Anmerk. Im 3. Mo». 19,26 heiaet ee: -Ihr sollt nicht תד4־-* ten ׳ Blute essen, keine Ahnung»- (Wenraager-)Kan8te *fett•״,. woraus ersichtlich ist, dass die Zauber- und Wahrsagerkunst mit dem Götzendienste eng zusammenhing, denn das Blut teOpfethkra gemessen. war em götzendienerischer Gebrauch. *•) Dieser Gegenstand ist bereits in den früheren Jahrgängen des feLittexatarMatt" — zuletzt in den Jahrgängen 1880 u. 81 — yon verschiedsnen Seiten erörtert und auch manche der efeigwt almWslia Erklärung gegeben worden, (inaonders haben Wir stflrit (im Jahrgang 18W 8. 59) erklärt, daaa im Sechseck -ter Xaasenang das hehr. “fl*T enthalten sei) allein, da der Verf, liebt eine bloaee Kerviahm dar Acten vernimmt, sondern manche wiwifliiih neue Beweüanocnent» beibringt, so haben wir dem m anethhriiehen Artikel Aufnahme gewährt, bitten jedoch, «ne Niemand, der nicht vorher alle Sn den froheren Jahr-!• -- Bi^taa hierOber gebrachten Erklärungsversuche “-’ j der ■einigen behellige; es eignen ■ich aNtesen". (Bad.) als Unglückszahl betrachteten. Ohne Zweifel hat also Pythagoras selbst das Pentalpha aas Egypten gebracht; jenes wird daher aaah oft*pythagoräisohes Zeichen genannt. Dass auch die Gallier ihm eine geheimnissvolle Bedeutung beilegten, beweist der Umstand, dass man in allen Abbildungen der Druiden das Pentalpha auf ihren Schuhen erblickt. In der .neuem deutschen Litteratar spielt es noch eine Bolle in der bekannten Stelle des Göth&’schen Faust. (S. Vollmer, Mythologie.) Zuweilen unterschied man auch zwischen Alfen (Elfen)-Fas8 ühj ’Drudenfuss, in welchem Falle der letztere Ausdruck ein Sechseck bezeichnet, das aus zwei ineinander geschlangenen gleichseitigen Dreiecken gebildet ist. In einer Talmadstelle wird ans eine überraschende Analogie zu den von Hexen auf ihren Gängen zurückgelassenen Fussspuren geboten, und zwar in den Fassspuren der die Menschen überall umgebenden Dämonen; mit dem Unterschiede jedoch, dass jene Hexen mit ihren Füssen von Fleisch and Knochen schon auf lockerem Boden den fünfzackigen Fass abdrucken, die ätherischen Wesen des Talmnd bingegen nur auf ganz fein gesiebter Asche die Sparen eingedrückter HahnenfÜsse bemerkbar werden lassen. Im TalmudbäTjyl. Tractat Berachot 6a heisst es nämlich: ,Wer sich Kenntniss von ihnen (8c. den erwähnten Dämonen) verschaffen will, bringe fein gesiebte Asche, streae solche am^sein Bett herum, dann sieht er des Morgens Eindrücke von Hahnenfüssen auf der Asche.“ Kehren wir nach diesem Excars za anserm Magän-David zurück! Es lässt sich unwiderleglich erweisen, dass die- Kabbalisten öfter Gegenstände, die bei andern Nationen allgemeine Verehrung genossen, 80 auch־ Bräuche, die religiös angehaucht, weite Verbreitang gefunden hatten, mystisch gefärbt adoptirten — was freilich hervorragende Decisoren bekämpften. Nnn hatte sich der Drudenfuss eines angemein g' rossen Ansehens zu erfreuen; er wurde sogar auf den täben der Priester ‘als heilige Insignie eingravirt and mit denselben verrichteten die Priester allerlei Wunder and Karen — Veranlassung genug für die Kabbalisten, dem Drudenfuss ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Sie fanden bald heraus, dass dieses Wunder- Zeichen aus so viel Strichen bestehe wie der hebräische Name חזר (David), dies Zeichen also nur der Namenszog (Paraph) des Königs David sei, ähnlich unsern Monogrammen. Was war natürlicher, als in diesem Paraph ein heraldisches Zeichen für den kleinern Schild — Magen war nach 1 K. 10, 16. 17. 2 Chr. 9,16 halb so schwer wie Zinnahder grössere Schild — zu finden. Deutlicher noch tritt der Name "TH (David) im Sechseck hervor, das in der Synagoge vorzugsweise zur Anwendung kommt, und dessen Würdigung der Autorität des Namens David entspricht. Ans vorstehenden Erörterungen ist wieder zu entnehmen, dass das Phantasie, piel in den agadischen (allegorischen und ähnlichen, freiester Auffassung and Deutung anheimgegebenen) Stoffen des Talmud nicht als Unikum ohne jedwede Analogie anznsehen ist; dass ferner namhafte jüdische Gesetzlehrer völlig im Geiste der halachischen (rebgionsgesetzlichep) Bestimmungen des Talmud entschieden dem Aberglauben und der Unsitte des Heidenthams entgegentraten; dass endlich die Kabbalisten für ihr System niohtjüdische An- Behauungen zu verwenden keinerlei Bedenken tragen. Die hieraas leioht sich ergebenden Schlüsse gegen die Weisheit gewisser Professoren, Hofp reuiger, Literarhistoriker and verwandter Geister des Weitem geltend za machen, unterlassen wir, überzeugt, dass diese Kreise den augenfälligsten and gewichtigsten