Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 48. (29.11.1883)
- Date
- 1883-11-29
- Page
- Seite 191 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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auf dieses räthselhafte Wort nicht ein. Ich halte das Wort אסמרקליל ihr das lateinische ״ßterculinium“. Stercus, steroulinium bedeutet bekanntlich ״Unrath". Um Haman verächtlich zu machen, wird im Targum z. St. ausgefiihrt: Mordechai habe d sm Haman die Urkunde gezeigt, laut weloher er (H.) 8ioh ihm (dem M.) für ein Stück Brod verkauft. Die Ur runde war gar — horribile dictu — ״ ם<גת3א 3אשטרקלילmit seinem . Unrathe geschrieben“. Solirau i. O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. Litteraturberictyt. Recensionen. Herzfeld, ür. L., Einblicke in das Sprachliche der semitischen Urzeit u. 8. w. (Schluss) Wir begegnen hier bei Herzfeld einem ähnlichen Vervielfältigungssystem von Wurzelt ,me bei Fürst. Wir können aber jetzt den Begriffen ״Grenze, Zeichen, Form* u. 8. w. nachgehen, und müssen fragen, woher kommen diese? Wie wir andererseits!אוד lautlich verwandt uns denken müssen mit חוה, ק1ה. נ1ה und mn mit!צוד. Nun finden wir, da68| 312 behandelt in N0. 9(» und!17 313, (ebendaselbst) 33 .03 ״ aushöhlen “ bedeuten, oder ausgraben, wie 3נו sjelbjst ״ackern“ in 2. Cai). 25,12 bedeutet. In No. 02־ ,s^hep wir 313 fast sein Begriffsursprung von 33 Thür, Ganjil, ח1י bedeutet aber auch Band, Küste. Nun sehen Vir die Bedentungen ״hohl“, ״verhüllt“, ״gewölbt“,] bedeckt, be- und או grenzt, verwandt, aber ebenso die Laute j גו, נ3, גף, חף. Schon jetzt kommen wir zu dar auffallenden einst ח3 Erscheinung, Hass die Verbindung der Laute ,glühen, brennen“, und ebenso ״höhlei hüllen“ bedeuteten. ״Glühen“ und ., graben, vertraben“ sind ״diese Bedeutungen auch im Menschengeiste verbunden gewesen, die* Erscheinungen des Lichtes und Feuers und die des Grabens, Stechens mit einander verbunden? Nehmen wir insbesondere das Verbum ק3ל heraus, 80 wissen wir, dass dieses gebraucht wird] um wie?313 «ine Wölbung aber auch ein Festsotzem, Feststellen, Bestimmen zu bezeichnen, also auch eiy ״Abgrenzen“ damit Festhaften. Hier zeigt sich Uns eine neue Begriffsverwandtschaft, die uns an א1ה bezeichnen und 'אי umgrenztes Land, נ1ה Wohnung, eriqnert. Graben 'wird aber auch bezeichnet durch קור, wövon in No. 85 abgeleitet sind מקור» קרקר, ferner ק3ר| und א3ר der Ackers mann קלו־ gewiss verwandt, bedeutet aber auch höhlen, und davon abgeleitet; ״ קלקלTISp. In derselben Nummer führt Verfasser auch חר1ן ahshöhlen an, welcher von חור Loch auch abzuleiten sei. Wir wissen aber, dass חרר glühen in No. eingehend behandelt wurde. Also wieder ״glühen“ Und ״graben“, .״höhlen“ mit einer Wurzel 3ח oder חר| Noch deutlieber wird dies an מלרה Höhle, woftiil Jesaias 11,8 מאורה gebraucht ist Wenn in No. 17 nir!אחד Stall eine Ableitung gesucht wird, und wir an נדר denken, so wird aus der Verwandtschaft der ßegrifle, Eingrenzung, Hürdung darauf fuhren mlisäen, das auch hier wieder ein Schimmer jener Verwandtschaft von glühen und graben, abgrenzen, sich zeigt] also .ח3, חר אר zeigen sich lautlich und begrifflich wieder in glühen und höhlen verwandt. Wenn wir so zu gleicher Zeit die ajnalogen Ent- Wickelungen der Begriffe und deren Geschichte aufsuchen, ebenso wie die lautliche Verwandtschaft der Wurzeln, so gelangen wir zu dem Besaitete, dass es eine Urzeit der semitischen Sprache gap, soweit sie 'eioh jetzt erkennen lässt, in weloher _ Afoouwwroj uooc סס ae gab, soweit sie r viel weniger Urnt״^br. fci־, ־ — .-y..-■- jvurzeln vorhanden waren, als Verfasser in seinem Werke angiebt, und diese wenigen Urwurzeln, scheinbar ׳ verschiedene, ganz widersprechende und unzusammenhängende Bedeutungen hatten, die aber dennoch mit einanderin einer natürlichen richtigenBeziehung standen. Es würde uns jetzt zu weit fahren, diesen Weg. hier weiter zu verfolgen, nur das ist sicher, dass die Forschung bei dem vom Verfasser gewonnenen Besultäte, abgesehen von der unsicheren Ableitung der einzelnen Stämme, nicht stehen bleiben darf und kann und dass der Verfasser selbst dieses *Bedürfhiss an mehreren Stellen gefühlt, wenn er ihm auch nicht immer ־ die gebührende ßechnung getragen hat. Doch der Weg ist offen, mögen-Kundige ihn weiter gehen. Erfurt. . Krön er. Zar Geschichte der ׳ Blutbeschuldigungen gegen die Joden, von Dr. M. H. Friedländer. 2. Auflage, Brünn, Verlag von Bemh. Epstein. 1883. Das Schriftchen bietet auf 36 S. eine quellenmässige, unverfälschte Darstellung jener Beschuldigangen im Mittelalter und in der Neuzeit uud bezweckt nachzuweisen, wie viel unschuldiges Blut anlässlich, der Blutfabeln bereits vergossen worden ist, sowie die Antisemiten unserer Zeit auf die gefährlichen Consequenzen ihrer unlauteren Bestrebungen aufmerksam zu machen Letztem Zweck hat das Shriftchen nicht erst zu verfolgen. Die gewissenlose, ja ♦die religionslose Sippschaft der Antisemiten kennt ebenso die Consequenzen wie die Grundlosigkeit jener Fabeln.. Aber gerade deshalb waren ihr dieselben stets erwünscht. Zur Zeit des Eszlarer Processes bemerkte uns in einer Unterhaltung über die charakteristische Art, wie Thomas Carlyle in seinem herrlichen Baoh über Helden etc. den Ehrgeiz sogenannter grosser Männer schildert, ein hochgebildeter christlicher Arzt: ״Die Schandbaben in Ungarn wissen ebenso gut, wie wir beide, was an der Sache ist; aber Lug und Trag, Befriedigung der Baub- und Genusssucht, sowie anderer bestialischer Instincte machen' die Lebensbedingungen dieser elenden Gesellen aas“. Gleichwohl wünschen wir dem Schriftchen eine recht weite Verbreitung. Baft die Lectüre desselben in allen Besserdenkenden Bedauern über höchstgradigen Aberglauben und Fanatismus, Empörung über beispiellose Bosheit des hohen und niedern Pöbels hervor, so flösst sie ihnen andererseits Bewunderung für die bekam-' liehe Ueberzeugungstreue unserer Ahnen und die providentielle Erhaltung unseres Stammes ein. Und solche Wirkungen der Lectüre sind gar nicht so niedrig anzuschlagen. ״Wer gleiohgiltig, sagt der verewigte Diesterweg, in die vergangenen Tage blickt, sieht mattherzig in die Gegenwart und ihm fehlt die lebendige Theilnahme am Leben. Wem das Bewusstsein des Siegös der Falschheit und Gleissnerei das Blut nicht rascher durch die Adern treibt und seinen Entschluss, im Dienste der Wahrheitsliebe und Herzenslauterkeit treu za verharren, nioht kräftigt, der lebt das wahre Leben nicht . . . Der Leichtsinn der Zeitgenossen erscheint mir wie eine ungeheure Ironie des Schicksals. Das neunzehnte Jahrhundert ist das Jahrhundort des Kampfes zwischen Wahr- "י haftigkeit und Soheinheiligkeit, das Jahrhundert des Egoismus, der sich in politischer Beziehung als Servilismus und Kriecherei, in religiöser al8 Heuchelei offenbart“ Wie würde Diesterweg erst gewisse heutige Zastände kennzeichnen! — — Das Schriftchen exemplifizirt uns auch in fast überreichem Masse, auf wie verbrecherische, raffinirte Weise Zeugen gegen Juden ״präparirt“ wurden undr werden, und aus diesem Grunde empfehlen wir es auch gewissen jnristindfcsm^