Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 47. (22.11.1883)
- Date
- 1883-11-22
- Page
- Seite 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Collectanea. Von Dr. Kroner, Rebb. in Brandenburg a. d. H. xn. Noch einmal der Splltterriöhter. Herr Dr. Sidon unterzieht in deh Nummern 37 and 38 d. Bl. unseren Artikel über de! sog. Splitterriohter (N0, 27) einer Beurtheilung, die uns in unseren bezüglichen Ansichten nur bestärkt. von der Art, wie En Jacob, Jtlkut, Bif und Arucl) abgethan werden, absehend, beschränken wir uns einstweilen auf folgende Bemerkungen: Es wird bemängelt, dass wir von einer brüsken Antwort sprechen, die ״im Matth, kngeführt ist.“ Allerdings spricht hier Chr. Jedoch bediente er sich der damals landläufigen talmudischen | Redewendung, wie wir ja auch die talmudische Phrase: במדה שאדם מודד כה מוו־דין לר im 2. V. des 7. Matthäus-Capitels verwendet finden. Und enthält nicht das N. T. eine Ueberfiille soloher Phrasen? Wir verweisen diesbezüglich — um nur einen Gewährsmann, und zwar •einen christlichen, anzaführen — {auf Lightfoots Horae. Dies betonen wir auch hinsiohtlich der in der redactionellen Parenthese (No. 38) angedeuteten Polemik. Ferner wird die von uns behauptete Unmöglichkeit der Lage eines Balkens vor den Augen, in Frage gestellt; Herrn S. scheint der Balken i n den Augen 10gischerund—dem מבין?ךניןד gegenüber! — philologischer. Beim besten Willen vermögen wir uns diese ״logische Stärkung und philologische Sichtung“ nicht anzueignen; erstere wohl deshalb nicht, weil unsere Denkkraft in der Erfassung 80 ״sinnvoller Gedankenbilder“ — allen Ernstes — sehr wenig geübt ist; letztere nicht, weil im hebräischen Schriftthum דנים? pt überall nur vor der Stirn oder am Vorderkopf heisst. Vergl. 2 M. 13,5 und 16; 5 M. 6,8 Dan. 8,5. Den von uns angeführten 10006 o 4,6: קיסם לחצוץ בו שניו erachtet Herr erwähnenswert!! — vielleicht deshalb nicht, weil ihm derselbe auch zu den ״Zeugnissen“ zählt, 11,18. 14,1; assicus S. nicht für die es ausser allen Zweifel setzen, dass in שניך ein jSohreibfehler vorliegt.“! Auf die Frage des Herrn S., welche weitere Belehrung meine Deutung der betreffenden iTalmudstelle böte, erlaube ich mir die Bitte, meinen Artikel einer etwas aufmerksameren Leotüre zu würdigen. Der auf •eine Nachlässigkeit, auf etwas Hässliohes Hingewiesene erwidert gereizt dem Ermahnenden, dessen Blick sei verschleiert — charakterisirt dies ein Geschlecht, ששופט את שופטיו, das (mit Becht) seine Biphter richtet, nicht zur Genüge? Und dass sich jenes!Hässliche in völlig jüdischem Geiste auf Ethisches überragen lässt, werden wir am Schluss erweisen. (דוד ששוטט את שופטיו erinnert übrigens au Matth. *.7,1: ״Büchtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet") ^Doch ״der Splitter im Auge“ ist Hepm S. ein so ״vortreflliches und sinnvolles Gedankeilbild“, dass •dagegen ״der Stooher (oder Splitter) «fischen den Zähnen“ — unschön und sinnlos erscheint Es gemahnt uns das ״Unschöne“ an die unlängst uns vorgelegte Frage eines christlichen Gelehrten, ob im Alten und Neuen Testamente wohl 8 0 unschöne Ausdrücke in Bezug auf Menschen vorkäipen, wie im Talmud sich finden sollen. Wir bemerkten ihm, dass die Begriffe des Schönen and des Unschönen in verschiedenen Zeiten sehr verschieden seien, and dass der Talmud in fraglicher Beziehung sowohl mit dem Alten als auch — dem Neuen Testament dem Vergleich *ashalte; and nun exemplificirten wir, »a. A. auf Matth. ",6: ״Ihr sollt die Perlen nicht vor die SättA werfen“. All’ solche Stellen — schlossen wir wollen indess nicht Aesthetik, sondern Ethik WhraL Aber das ״Sinnvolle“ des ״Splitter undfialkdn im Auge“ und das Sinnlose eines Gedankenbildes, in dem ״der Zahn“ eine Bolle spielt? Gemach, zunächst die Frage, ob der Prophet Sechaijah, namentlieh von Cap. 9 ab, ״sinnvoll“ hebräisch sich aassudrüoken verstand? Man sollte es doch meinen; nnd nun weisen wir auf Sech. 9,7 hin: והסירתי שקציו סכין שניו — ein Analogon, das so frappant erscheint, dass wir es als die Quelle unseres talmudischen Spruchs ansehen und in gewissem Sinne mit ~V. 8 daselbst sagen möchten: בי לתה ראיתי בעיני»*)- Recensionen. Herafeld, Dr. L., Einblicke in das Sprachliche 4*■־ semitischen Urzeit u. 8. w. iFortastzang statt Schloss.) Verfasser weist in No. 143 auf einen arabischen Stamm ״ דךglanzen, von welchem vielleicht *TI in Est. 1,6 herrühre. אדר and הדר will Ver£ nicht davon harleiten. In No. 159a führt Verfasser eine grössere Zahl von verwandten Stämmen an: והב Gold, aram *bisch צהב. רהב glänzen, דו Glanz, ohaidaeiaeh ווחי זחה. והה hebräisch סהר, טהר. צהל, צדר, זהר־. צחר. צח im Aram:׳ Mond An צח reiht er ־pT זכוכית זקק. וכת das ohaldaeische 1ונ durchsichtig sein; auch ״ נצחsiegen“, d, i. ״rein dastehen,.glänzend sein“, schliesst Verfasser hier an. In No. ICO führt Verfasser die arabischen Stämme כה und בתא ,glänzen“ an, aas welchen sich *TD nnd בהק entwickelt haben. In Na. '251 weist Verfasser darauf hin,- dass יעף doppelten Urstämmen angehöre, der eine לוף bedeute ״verhüllen“, der andere יפע ,glänzen“ und dieser sei transponirt in עיף oder יעף• Allerdings Hessen die angeführten Stellen von Hiob 10, 22 und 11, 17 und ganz besonders die Stelle in Amos 4,13 עשה שחר ליפה, die Auffassung von ״Helle“ zu; aber ebenso die Auffassung von ״Dunkelheit, Dämmerung1‘. Das aber steht fest, was Yerfasser in No. 254 angibt, dass ״ יפעglänzen!‘ bedeutet und mit ״ יפהschön sein“ verwandt 18t. Die Begriffe ״Glanz, Beinheit, Schönheit“ sind ja innig verwandt* In No. 825 nimmt Verfasser einen Uratamm 0ץ ,glauben“ an, von welchem ציצד. ציץ, נצר* נצץ in der Bedeutung ,glänzen, blühen“ herzuleiten wäre. Zu יטה zählt Verfasser in No. 329 noch einen Stamm ימת wovon מוסת abgeleitet ist. UeberbHcken wir das Gefundene (lA.IJt ,ס) verbunden mit O p) Ct כ. ו (ל ד) (ח bedeuten ״glänzen “; also ist Ti auch als hebr&isohe Urwarsel aacunehmen. סטע. (יספת כה und גחן. Doch ist hier schon anzamerken, dass der letzte Stamm deutlich mehrere Urbedeutungen aufweist, wie ״fliegen, hochragen“, die uns in eine andere BegrifrsfamiHe führen. Dass כה und טע טה verwandt sein werden, Hesse sich lautHoh annehmen. Wenn wir nun die Urwarseln für den Begriff »glühen, brennen, sengen,“ mit denen für ״glänzen“ vergleichen, wird ans eine lautliche Verwandschaft in denselben nicht entgehen können. Vergleichen wir z. B. -3TB und צהע זד־כ und דו, צרב und ורב und betrachten wir הב and .בד welche Transpositionen sein können, sowie עת אש, אז and ,זד, so werden wir auch hier mindestens einer Hypotess-nioht aas dem Wege geheA können, dass es eine Urzeit der Spraohbildung gegeben habe, wo die meisten aller genannten Wurzeln nooh enger mit einander zusammenhingen. Aber ein weit schwereres Problem ist die Frage: komme# צהב a 8. w. von הב, und צחר u. s. w. von •) Wir mochten die ״Splitterrieh terei “ mit Obigem •hg»■ schlossen sehen. (Red.)