Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 47. (22.11.1883)
- Date
- 1883-11-22
- Page
- Seite 186 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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יין» _ ~;J^;*^?' ". ~ ' ־, ,'J.. 4; " ־ '" ■'-■■' י" ..1־V ^?-;•ל.':: י ‘<iV^ ~;?:-£Z |?äfc Antfeejniten in *.yefbindung bringe r dass man nicht aaf Rechnung dar Qruadsohriften des Christenäbafezeetsaäi dürfe, waaDfegSgalgei/ verbrechen, die sich fälschlicher Weiste Christen nennen. Die Jaden werden solchen Belehrungen, welche ihnen das Chrisfentham ni seinem schönsten ־ and idealsten Lichte zeigen werden, willig ihr Ohr leihen and sich sagen, dass eine Religion an,and für sich für die Aasschreitangen ' eines ' Theils ihrer Bekenner nicht verantwortlich gemacht werden kann. Wir haben keinen sehnlicheren Wunsch, als dass dasnInstitatam Judaicum“ in Leipzig die Kenntnisse des Christenthums wahrheitsgem&ss d. h. > seiner Urquellen unter den Jaden •verbreite. Vielleicht wird auch vielen Christen selbst mancher Ifatmn daraas erwachsen, indem sie erführen, oder wenigstens daran erinnert werden, dass das Kreuz nicht ein Symbol des Bacen- oder Beligionshasses, sondern der höchsten Entsagung und Selbstauf- Opferung ist. -־- Das ״Institotum Judaicum“ hat ferner seinem Programme gemäss die Aufgabe übernommen, wahrhshsgem&sse Kenntniss des Jadenthums unter den (fristen zu verbreiten. Dieser Theil des Programmes ist viel schwieriger und seine Ausführung viel mühsamer. Denn besser als wir, werden es wohl die Mitghedetr des ,Instituts“ wissen, welche Vorurtheile gegen das Jadenthum in christlichen Kreisen herrschen, wie Unwissenheit, Antipathie, hergebrachte Anse haunagen und leichtfertiges Aburtheilen sich mit einander ^®^öSrouiden, um diejenige Religion za einer abschreckenden C^Tikatar zu machen, aus deren Mitte das Christens־״ tham hervorgegangen ist. Viel, Sehr viel wird es in dieser Richtung für die edlen Jünger des ״Institutum Jadaioam“ zu thun geben, denn ihre Bestrebungen etwa sieht bkw auf die Massen allein gerichtet Li.;«' ondem müssen nach den verschiedenen Classen Gesellschaft hin eich bewegen. — Professoren wie *"-■:Äüdirende, Minister wie Bureau-Chef8, Deputirte wie ׳, geistliche Hirten wie Heerden, — am die Wolken der; Vorurtheile zu. zerstreuen und das Licht der Wahrheit leuchten zu lassen. k Äs E Allein fester Wille, Beharrlichkeit und Ausdauer in der Verfolgung eines edlen Zweckes, Begeisterung für historische Wahrheit and historische Gerechtigkeit werden hinreichen, um alle Schwierigkeiten, die sich den trefflichen Jüngern des ״Insfütütum Judaicum“ in £en Weg stellen werden, za überwinden, zumal, wenn die Prosylsttjuaacherei, welche darob ihr tendenziöses YgggeHen die Reinheit des Ideals trübt, von den Balten des ״Institutum Judaicum“ fern bleiben wird. Wir wünschen demselben ein fröhlicher Gedeihen! Möge es ihm gelingen, die Masse der Jaden za über- * zeugen, dass das Christenthum nicht für Stöcker and nad Consorten, and die Masse der Christen, dass das Jaden tham nicht für einige freche und gewissenlose jüdische Scribenten zur Antwortung gezogen werden Zum Schlüsse erlauben wir ans za erklären, dass garn bereit sind, das ,Jnstitutam Judaicum“ in Leipzig materiell zu unterstützen und an dk*• Erklärung einen bescheidenen Wunsch anzaknüpfgp. . Vielleicht geliebt es den Leitern des ״Institabam Judaicum“ eiü Jahjjrbüchherejuszugeben, in welchem solche im Laufe ,eines Jahres erschienenen Werke besprochen and berechtigt werde, welche geeignet sind, entweder falsche Ansichten über das Christentham unter den Juden oder falsche Ansichten über däs Judenthum unter den Christen: zu verbreiten. Ein solches Jahrbuoh gehört naoh unserer besoheidenen * Meinung in das Programm des ״Instituts“, würde die Aufgabe desselben ^wesentlich fordern und auf gross» Theilnahme unter!jüdisohen wie unter christlichen Lesern rechnen können. Es wäre eine Heerschau über die Feinde des Judenthums und des Christenthams. * '!־ Dr. Ad. Jellinek Randbemerkungen zur Pesikta des R. Kahana. In einer Steife der von Herrn Buber edirten Pesikta des R. Kahana, (I2l,b) fügt dieselbe zu Jesajas C. I, V. 21 eine homilatische Bemerkung hinzu, die in der vorhandenen Ausgabe lautet: .איכה היתד לזונה קריה נאמנת קרחא חדתא, קרחא מרבבתא. Herr Buber bemerkt za dieser Textsteife — nachdem er die divergirenden Le-»arten de« J&lkut Jesaias § 256 סרכבתא und der oxforder Handschrift רככתא& hervorhebt, — מחרוץ המלה נעלם ממני. נס כומת הענין על קריה נאמנה p מד. שדורש. Um den richtigen Sinn dieser scheinbar dunkeln Steife za finden, mass man die Bemerkung voraasschicken, dass es sich hier nur uaf ein anagramatfech fehlgeschriebenes Wort handelt. Ist erst die Lesart richtig gestellt, dann erscheint die obenerwähnte Steife in einem ganz anderen Lichte; und merkwürdig ist, wie das prüfende Auge Buber’s dies übersehen konnte. Hier ist durch Buchstaben- Versetzung statt טכרכתא, welches ein Stadtname ist, wie aus Erubin 47ha. a. St. zaersehen,lrrthümlich מר3כתא gegeben. Um nun den Sinn und die; Anwendung des Wortes סברכתא an der genannten Pesikta-Stelle zu verstehen, muss man wissen, .dass in damaliger Zeit dieser Ort als eine berüchtigte, unzuohttreibende Stadt galt, wie aus Ketaboth 10a hervorgeht, wo Jemand, der vor R. Nachman mit der Klage kam, dass seine Fraü nicht mehr Jungfrau war, als er sie heirathete, von diesem die Antwort ■®rhielt': אסכוהו ״ כומרי מכרכתא חביטא ליהSchlagt ihn mit Distelruthen, seinen Worten nach, hat er > schon die, unzüchtigen Weiber von מכרכתא näher kennen gelernt“. ^Vergl. Raschi z St. וונית העיר הזאת ששמה מברכחא וכר Jetzt geht klar und deutlich der. Sinn der Pesikta hervor, die zu dem jasafechen Vers: ״Wie ward zur Hure die treue Stadtkerne wirkliche dem Sinne entsprechende exegetische Erklärung gibt: קרתא חדתא ״ קרתא מכרכתאWie ward die treaa (gottergebene) Stadt ein Ort der Freude und Gelage, eine Unzuchttreibende Stadt“. Hier ist auch der Ort zu bemerken, dass das, was Herr Buber in seiner trefflichen Vorrede zur Pesikta (S. 29. Anmerk. 23) in Maimuni’s Hilchoth Tefilla 13, die Ordnung der Haftaroth in den 3 Wochen vor dem 9. Ah betreffend, corrigirea will, am sie nach der allgemein angenommejien. Ordnung der Pesikta richtig zu stellen, unhaltbar ist; da Maimuni diese Ordnung nicht ange-‘״ nommen hat, wie aus Tossafotb Mqgilla 3tb hervorgeht, wo es ausdrücklich heisst: ולא כדברי רב החוןנל xinro ההומך ומבלבל** אלא כדברי רבינו תם עם ישרים Tarnow. Salomon Spinner. *) Dm bezieht •ich .jedoch nnr aaf Heften יי שובה•• a.w. (BsA)