Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 45. (8.11.1883)
- Date
- 1883-11-08
- Page
- Seite 179 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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eree de: dass die ״ My tltophantcis“ des Midrasch griechischen Mythe vom Okeanos Schriftv« und mythologische Fabeln nachgebildet. Behufe oitirt Herr Dr. K. aus der Fülle Stellen, an denen in-Aen Talmuden und vom אוקינוס״ * die Bede ist, bloss 5, sage bekannte Stellen: B. Bathra f. 74 b; Be res׳ Cap 4*); Sohemoth rabba Cap 15; Jalk § 861; Jalkut Hiob 25, § 913, welche dem griechischen Prototyp n&chgebild Allein trotz allerlei exegetischer Kt vermag Herr K. selbst diese wenigen der griechischen Mythologie nicht zu greift in seiner Noth nach seinem bereitgehk! kunftsmittel, dem Parsismus. Hätte aber H! >: Kohut, anstatt sich auf den Olymp zu auf dem heimatlichen Boden des jüdischen bessere Umsohau gehalten, es wäre ihm nach den persischen Mysterien erspart g! hätte aber auch die Irrfahrt auf den Ol lassen. Die Behauptung, dass ״das W Okeanos inderZukunftgeheiltwer beruht keineswegs auf dem Anklang an das fabelhafte Meer Kian9ia“, sonder 1 nicht einfache Namens Verwechselung, Erw<!i von dem Propheten Jecheskel **) geweiss herstellung des ״todten Meeres“ auf das im Allgemeinen, wie wir sie in jerus. kalim***) in der Ausdeutung des genannten Spruches, deutlich vor uns haben. ד קדמונה ז־*. :כרי) וירדו אל [על.1] הערבה זה ים של טיבריא.; ים חמלה. אל הימה המוצאים זה ים הגדול Diese Verallgemeinerung der Prophetie beruht einerseits auf der Vergleichung it Hilfe der gedeutet Zu diesem!r zahllosen Midraschim :fünf ihm cbith rabba Ps. 104, )einahe alle et worden, nsteleien Stellen aus 1 elegen und ltenen Ausirr Rabbiner versteigen, Schriftthums der Irrgang;!!blieben, er ymp unter- 98er des den solle, Okeanos ist, wenn terung der n Wieder- Meerwasser Talm. Sehe- Propheten- אל הגלילה זה ים של כג .ובאו הימה Jecheskel’s dieser mit des sagte .ne: Su c Pei i: *) Soll richtiger heissen: cap. 5. Uebrigem Schimeoni keine Primärqnelle. Die citirte Stelle I cap. 15 ist, was Herrn K. entgangen, dem Midrasch zu Genesis 24,1 entlehnt, wie bereits Zunz, Go ' Vorträge, Seite 257, Anm. b. nachgewiesen. W Ausdruck: ״ ים המתdas todte Meer•“ mit als 1 < späte Abfassung des Midr. Tanchuma dienen soll a. a O. S. 215, Anm. a), behauptet, ist mir ur der Zeitgenosse des K. Tanchuma bar Gesch. IV1, S. 495), Hieronymus, in seinem Ezechiel 47,8 berichtet, dass zu seiner Zeit di< ״Todtes Meer“ für das Salzmeer eine allgc gewesen. **) 47,8. Vergl. daselbst. Cap. 16, 55 tf ***) 6,2 tblio •10a ed. Krot. Vgl. Tosephta Wien 1804, welche einen höchst fehlerhaften Text a. B. Kahana pag. 125a: Echa rabb. z. -2,13; P ed. Friedmann, pag. 156b. Friedmann war es gangen, dass אוקינום zuweilen irrigerweise das bezeichne, wonach seine Erklärung Note 132 zu Güdemann in Lexidion zur genannten Edit. der J 'או unsere Stelle zu verzeichnen unterlassen, wie < vavo; Zwerg, pag. 144a übergangen. *) Die Lieseart: סיבוכא ünd סיבכי, welche babylonischen Talmud gedruckten Ausgaben Schekalim folio 11a sowie auch babyl. Talmud B. und Bechoroth folio 55a bieten, beruhen auf d Unterschiede in der Aussprache dieser beiden Mi׳;l palästinensischen und babylonischen Juden I Fra 1 den jer. Talm. 7b), indem die Correctoren des Talmud auch in dem mitgedruckten palästinens Schekalim die babylonische Leseart hineinrückt ei der Bandglosse: ם״א סמכו zu ersehen, oder es i ' rQ“ in 2״ *ן״“ verschrieben, wie denn anstatt ימא “דסמכויז Jerusch. Kilaim fol. 32c in der Pii Kethub. toL 35b sogar: ימא ד0עבו zu lesen auch das ם״“ in: ,כ" “ו“ verschrieben. Der keineswegs von ״ ו״יי« “0מקאמroth“, wie auch a. a. 0. annimmt, sondern von hebr. ״ "םבךגv«| einigen, in einanderschlingen“ (vergl. Fürst s. v.) demselben die bis dahin getrennten Quellen des einigen. Die Leseart "פא{»“ kommt meines WrJ vor; denn .אגמא דסמהי“ Jebhamoth fol. 121a Nähe des Wohnortes B. Sohela’s, Babh’s und Babylonien gesucht werden. der San 8 ist Jalkut Exodus rabba Tanchuma :tesdienstliche eso aber der eweis für die , wie Zunz, rfindlich, da Abba (Grätz. ommeutar zu Benennung:!mein übliche cka cap. 3 ed• liefet; Pesikta ikta rabbathi gleichfalls enttodte Meer“ berichtigen ist. r. hat s. v. auch ננס die mit dem des Tractates Bithra folio 74b 3m bekannten;laute bei den kel, Einl. in babylonischen i sehen Tractat!n, wie jlus irrigerweise les richtigen: ,rall. Jerusch, kt, demnach 1ame kommt sei. Frankel rbinden, ver- , weU sich in Joidans versens nirgends muss in der uel’s also in Zacharia oap. 14, .vers 8 (bezw. auch Zacharia 13,1 und Joel 4,18), wie auch andererseits auf der im Alterthume verbreiteten Ansicht, dass das ״todte Meer“ in unterirdischer Verbindung mit dem ״mittländischen Meere“ stehe. Es liest sich fast wie eine wörtliche Parallele zu unserer Stelle, wenn in den, ־ in Anmerkung *) bereits citirten Stellen Babba Bathra und Bechoroth über den Lauf des Jordan gesagt wird; ־ ירדן יוצא ממערת פמיים ומהלך בימה של סיבכי וימה של ומתגלגל ויורד!Bechor. טבריה [ובימה של סדום לים הגדול [Bechor. והולך ונופל] Aber auch, dass der ״Midrasch den Okeanos das Meer des ״Todes“ nennt ״hat keineswegs seinen Erklärungsgrund in dem: ״griechischen Mythos von Okeanos, weil dieser als ״Vater des Styx (eig. eines Flusses) der Unter- ״weit gilt!“, sondern weil das ״todte Meer“ mit dem: mittländischen Meere irrigerweise verwechselt worden. Hätte Herr Dr. K. die Quelle in Tanchuma nachgelesen, so würde er die richtige Leseart gefunden haben, וכך נקרא אוקינוס ים המת d. h. und so heisst auch der Okeanos das --todte Meer.“ Auch steht vom ״Tödten des Okeanos“ nur im spätredigirten Midrasch Exodus rabba, vielleicht auch hier nur ein Schreibfehler, im Tanchuma, wo man liest: בלט באוקינום והרג שר שלו und B. Bathra:בעם בו [L e•:[בשרו של ים והרגו wird zwischen dem Okeanos, dem Meerwasser, und dem Fürsten des Meeres genau unterschieden und ist von keiner Personification vor gesammter Wasserfülle irgendwelche Spur. Das Meer hat einen ״Fürsten“, wie auch von einem ״Fürsten' der Welt“ und sonstigen Fürsten d. L Schutzengeln weitlicher Gegenstände gesprochen wird, eine Benennung, auf welche wir bereits in einigen biblischen Schriften treffen, deren Entstehung und Bedeutung jedoch hier nicht weiter erörtert werden soll. (Schloss folgt); .Sä Litteratur bericht. RecenSionen. Prof. Br. August ^Rohling in Prag vor dem Gerichtshof deutscher Gelehrten. Zum Pressprooess wider den Bezirksrabbiner und Reichsrathsabgeordneten Dr. J. S. Bloch. Wien 1883, Verlag von D. Loewy-s Buchhandlung, Wien II. Praterstrasse 15, 20 S. Lexiconf. (10 Kreutzer.) 1 '■i i-;־: Der Leydener Orientalistencongress, die Professoren DDr. S c h 1 o 11 mann, Strack, (die in diesem ״Litteraturbl.“ No. 34 veröffentlichten Briefe) Noeldecke, Merx, Siegfried, Stade, Baumgarten, Wünsche, Koehler sind neben Delitzsch gewichtige Zeugen, welche jeden Gerichtshof zwingen, die Unfähigkeit und Charakterlosigkeit. des die Universität, an der er lehrt, die Kirche, der er dient, schändenden Lügen-Rohlings als dokumentirt anzuerkennen. Der Beweis der Wahrheit ist vor dem Forum der Wissenschaft erbracht. Mögen die österreichischen Gerichtshöfe mit der Stimme der Wahrheit sprechen! 1׳ 1 Delitzsch, Professor Franz. ״Neueste Traumgesichte des antisemitischen Prophetei)״! Sendschreiben an Prof. Zöckler in Greifewald.“ *) Ob nicht etwa ״das fabelhafte Meer Kian^ia“, dem. See von Tiberias, in der Bibel: Meer von ״Kinnereth“ genannt, entspricht, indem die Entstehungsgeschichte des ״todten Meeres“ irrigerweise auf den ״Kinnereth“ übertragen worden, vermag ich nicht za entaohmdea. _ r.: