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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-11-01 · No. 44. (1.11.1883) · p. Seite 175

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 44. (1.11.1883)
Date
1883-11-01
Page
Seite 175 (sequence 3)
Language
German
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wurde mit einer Toohter eines enorm reichen Mannes verlobt, vulgo ״reicher B Sohmelke“ genannt, der vor der Hoohzeit den Bräutigam nach Przemyal schickte, wo B. Salomon Lnija damals'als Babbiner fungirte, nm dort in der in gutem Bafe stejhenden 80hnle den geistessprühenden Vorträgen des grossen Lehrers au lauschen. Eine Zeit lang lag er dort seinen Studien ob im Hanse seines reichen zukünftigen Schwagen Josua Sohmelkes, von dem die Familie Sohmelkes entstammt, wie Babbiner Sohmelkes in Austro, Schmelke Horowitz, Sohn des B.; Josua Aruch, Babbiner in Tnmow*). — Inzwischen hatten die Vermögensverhältnisse des zukünftigen Schwiegervaten eine traurige Wendung genommen, erj verlor das Vermögen und gerieth in eine sehr missliche Lage. Mit gebrochenem Herzen theilte er ihm mit von dem Unglücke, das ihn ereilt hatte, dass! es ihm auoh dem Versprechen gemäss zu handeln, bez. derJMitgilt, des Haushaltes des Ehepaares, im jetzigen Z{ustande unmöglich; wie an eine . Verbindung in keinem Falle mehr zu denken sei, daher gebe er ihm djas verpfändete Wort wieder zurück und wünsche ihm eine Partie nach Herzensbegehr. B. Löwe, von dem Tone des Schreibens gerührt, antwortete, dasej er das Wort nicht zurücknehme, dass er warten weide, bis die Vorsehung es ermögliche, eine Verbindung mit seiner Braut zu schliessen. Glücklicherweise gelang es der Braut ein ahnsehnliohes Vermögen sich zu erwerben, und sie im aohtundzwanzigsten, und er im zweiunddrei8sigsten Lebensjahre, schlossen sie j endlich die Verbindung. — Nach dem Tode fand sie ihre Buheatätte neben der ihres Gatten, wo heute über den Gräbern ein schöner Bau sich erhebt, der beide Grabsteine einschliesst. — Babbi Löwe, dessen von den Decisoren unter הר״ל& Ä*1DTO gedacht wird, ist einer von den Brüdern, die B. Luga in seinen Besponsen rühmliohst her ׳erhebt; auch in seinem Buche נתיבות; die ioh hier namhaft mache: B. Chaim. Babbiner in Friedburg, B Samson, Babbiner in Kaemnitz und der jüngste I,.!Sinai, Babbiner in Nikolsburg. — B. Löwe hatte nur einen Sohn, B Bezalel, der noch am Leben des Vnters als Competent für den Prager Babbinatsposten auftrat; da aber die Gemeinde ihm diesen verweigei te, und B. Efraim Lunschütz einstimmig wählte, Verliese er Prag, begab sioh nach Kelin, wo er ein!!ehrhaus gründete, und daselbst im Jahre 5360 starb, wie aus seiner Grabsohrift hervorgeht, auf der das; Sterbejahr mit dem Namen — הרב בצל א" ל לפ״ק angedeutet — ist. B Bezalel hatte eine Tochter und einqn Sohn. Erstere Gattin des B. Pinchas Levit Horowijbz starb kinderlos; letzterer, ein Liebling des Grojssvaters, wurde nachher Vorstand in Prag, und liess zweil Töchter zurück. Eine vermählte sioh mit B. Chaiija Cohn, Babbiner in Posen; die zweite Tochter hieirathete einen gewissen B Jakob, Sohn eines hessener Rabbiners, der dann vierundzwanzig Jahre als Babbinat8-|A88e880r in Prag thätig war. I Von den Töchtern B. Lowe’s, war die eine Gattin des B. Isaak Cohen, deren Desoendenz wir in einem früheren Artikel in’s Detail eingehend verfolgt haben; die andere Tochter hatte einen gewissen Simon Brandeis, dessen Kinder und Enkel sioh in Prag und in j anderen Gemeinden grossen Buf erworben; aber der grossen Anzahl halber abstrahiren wir davon, sie hier namentlieh aufzuführen. Tarnow. Salomon Spinner. *) Die Grabschrift des Ersteren ist in Kellers Bikknrim Jahre. II,XI abgedruckt worden; die des Letzterer ist unleserlich. Bemerkungen zu Prof! Dr. Backet־'« Arbeit Ober die Agada.•) ״ Von Babbiner Dr. Goldfahn. 4 loh hegte zwar die Absicht, erst den Sohluss der sohätzenswerthen Arbeit des Prof. Dr. W. Bacher: ״Die Agada der Tannaiten“ abzuwarten, bevor ich meine Bemerkungen, in denen ioh anderer Meinung bin, als der w. Verfasser, mittheile; dennoch kann i<m schon jetzt nioht umhin, eine Bemerkung , zum Ab: drucke zu bringen, in der es sioh weniger um eine von dem genannten Herrn Verfasser abweichende Auslegung handelt; vielmehr soll die dort vorgebrachte,•*) durch eine falsche Lesart irregeleitete Auffassung, der auch Prof Baoher folgt, berichtigt werden. In seiner oben genannten Arbeit***) fuhrt Herr Prof B. zwei Erzählungen aus Midrasch ״Schocher Tob* und Jalkut Sohim. zu Psalm '93 an, nach denen Hadrian angeblich l.״an das Ende des Okeanos gelangen wollte“ und 2. ״Menschen in Glaskasten auf den Grund des Okeanos niederliess, um den Lobgesang des Meerwassers zu erlausohen“, in beiden Fällen aber seine Absicht nicht erreichen konnte. Nach dem Zusammenhänge, in welchem Prof B. diese Erzählungen wiedergiebt, scheint er sie zu den Gesprächen zu rechnen, welche Hadrian mit B. Josua o. Chananja über die Natur des Meerwassers gehalten hatte. Ich kann nicht blos dieser Annahme nioht beistimmen, sondern glaube sogar, dass die scheinbar zwei Ereignisse berichtenden Erzählungen nur. eine Thatsaohe mittheilen, welche viel weiter hinauf in die Zeit vor Hadrian reicht und daher auoh die Lesart: .־'אנדרינום, welche unsere Ausgaben des ״Schocher tob* und ״Jalkut“ bieten, eine falsohe sei. Bevor ich jedooh meine abweichende Auffassung begründe, erlaube ioh mir des leichteren -Verständnisses wegen die betreffende Stelle in extenso mitzutheilen: f) מעשה באדתיאנום שבקש לעמוד על סופו של אוקיינוס שמע [Jai. חבלים והיה משלשל שלש שנים [ומחצה bw .אדראינום [Jai. בת קול, אומר: כלה [כאלו אבד עוד ביק® לידע מה המים מקלסק להקב־׳ה עשה תיבות של זכוכית ונתן בד ארם לחוק ושלשלן לאוקייאנום ועלו ואמרו [JaL קד שמענו לאוקייאנום מקלם [להקדוש ברחי הוא [JaL [לו אדיר במרום דד. Zunächst ist: עמר על סוף im Neuhebräisohen ein figürlicher Ausdruck und heisst: auf die Endursaohe eingehen, auf den Grund kommen, ergründen,: gleioh dem bibelhebräisohen תכלית *TO *י«י- An den Endpunkt reisen müsste heissen: *0 הלך אל oder TO *TO דל. Sodann heisst: 1?®ל® nioht messen, sondern wie Herr Prof. B. selbst das zweite Mal richtig übersetzt: in dieTiefe niederlassen, an einem Tau hinunterlassen; für messen steht: TB3. Schliesslich verstehe ich nicht, wie sioh Herr Prof B. den Gedanken zu Becht legt: Er, Hadrian selbst, hörte eine Himmelsstimme: Umgekommen ist Hadrian! Herr Prof B. liesst wohl: ״בלה״ K0L 8. 3 pers. m. praet. So scheint auch Jalkut Schim. gelesen zu haben, welch’ *) In Grätz - Frankels Monatsschrift 1882 S. 97 ff. — In Bezug auf meine Anfrage in derselben Monatseohrift Jahre.1878 S. 22b Anm. 1 schrieb mir Herr Dr. Perles: ״In der Hand- ״schrift der Thosaphot des R. J. Sir Leon fehlen voran einig• ״Blatter and darunter auch Berach. f. 8 b. Or Sorna L p. 28, ״dem Toss. Sir Leon’s entlehnt, hat gleichfalls die Leseart "נ■ דברים♦ Der מרדביהקצר cod. Merzbacher ist mir sagen- ״blicklich nicht zur,Hand“. 4 **) Levy’s Talm. Wörter!»., das Prof. B. a. a. O. Seite 4*H Anm. 3. u. auch s. ö. citirt, steht mir nioht zu Gebote. ***) a. a. O. Oktoberhett S. 464. t) Schocher tob ed. M. A. Padova Warschau 1865 pag. 135b., dem ich die Varianten des Jalkut Sch. ed. Frankfurt a. O. 1709 in Klammem einlUge.

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