Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 44. (1.11.1883)
- Date
- 1883-11-01
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Letzterer a&er, tun den Midrasch keinen reinen Unsinn »Besprechen an lassen r den. fraglichen Ausdruck mit *כאלו אבר" »wie wenn Hadrian umgekonunen wäre“, umschreibt*. Unnütze Mähe; das fragliche Wort jnns8 gelesen werden: לה״?"! Piel 8. 2 pers. m. imper.: höre auf! lass ab! mache Deinen Untersuchungen ein Ende H.! Du ־wirst es doch, allen Bemühungen zum Trotz, nicht ergründen. Beide Belationen berichten «fan nur die eine Thateache. dass, ein römischer Cäsar eines Meeres eigenthümliohe Natur erforschen wollte, aber sein VörhaSen nicht ■Verwirklichen konnte. Wer war dieser Cäsar und - welches Heeres Wasser . heas er nnterroohsii? Nach dem Wortlaut des Midrasch solides Hadrian gewesen sein, der das Waseei des ^Wafoiieerefl, des Gmänoa, untersuchen liess. Ich glaube jedoch, dass anstatt des אדדינום gelesen werden muss OtrtÄOK d. L Veepaaianus, demach Joeepbas, ,jüd. Krieg* 4,8, 4, Menschen mit aulden Bücken gebundenen Händen, in die Tiefe des todten Meeres werfen, liess, welche aber in Folge der bekannten Natur des Wassers des todten Meeres auf der Oberfläche liegen blieben. Hadrian und Vespasian werden bekenntlich in in den Talmnden und Midraschim öfter mit einander verwechselt **) (Fortsetzung folgt.) iitteraturbericht Recensionen. Herzfeld, I>r. Im, Professor und braunschweigischer1 Landesrabbiner. ־ Einblicke in das Sprachliche der semitischen Urzeit n. 8. w. ־(Fortsetzung.) In No 2 stellt der Verfasser zu ״ אבהwollen“ die Stämme ארה begehren, צבא wollen (צבי Lust) ■TH Begehr, תאב, יאב begehren (syrisch אוב). Er hält es für möglioh, dass auch שאף und ״ שדףgierig verlangen“ hierzugehören. In No. 5 stellt Verfasser אהב lieben zusammen mit dem'arabischen 3״ הbrünstig sein“ dem syrischen ״ תכבentbrannt sein, lieben“ dem chaldäiachen ״ הבהבrösten“ dem arabischen ״ ך>ךlieben“. Da sagt er: ״Fast scheint es, dass in der Urzeit diese Sippe und־־ die von No. 2 zusammengphört haben. Wir werden gewiss diese Vermuthung theilen müssen, aber ancb sie erweitern; auch sein unter No. 1 angeführtes אב gehört hierher. Stellen wir das Gewonnene zusammen, dann ergiebt sich, dass אף או, אב ה1, הב, חב also ein אחה Laut mit einem ©ףו) Laut die Bedeutung ״glühen“ hatte, das anfänglich ״Sonneoglnh’n“, dann ״Feaergläh!nu, dann das ״Menschangläh’n“ in seelischen Zuständen bezeichnet». Der Mensch glüht vor Liebe, Verlangen, wohl auch Zorn und Leidenschaft. Jetzt erweitert sich auch die Bedeutung, •welche?״ אVater“ für ein semitisches Sprachgefühl hatte. Suchen wir nun weiter nach den Wörtern, welche ״glühen“ bedeuten. Als nächstes wird sich uns D&n darbieten. Schlagen wir nun No. 199 in dem Werke, des Verfassers auf Hier stellt er zu D&n ״heiss sein, glühen“ IST DT! (schwarz, vom Brennen) OTTO (schwarz sein) das aramaniBche אוכם, das samaritanische חכם (schwarz), die psychologischen Bezeichnungen ח&ר (verlangen) חמל fihri (lieben), DTD ״Ben. efählen“, נקם, die Bezeichnungen חמר glühen, gähren, חמץ, säuern, das syrische חמת entbrennen, das arabische נח ב חמש brennen, das aramanische נימלא Kohle Aber schon in dieser No. entging dem Verfasser nicht, dass חרד ״glühen“ eine ähnliche sprachliche und begriffliche **) Grttz, Geschichte IV*, Seite-460; 462. Entwickelung durohgemacht hat; *YRP schwarz sein,• חרט bereuen. In No. 200 kommt Verfasser auch auf die Vermuthung, dass pH wohl nur eine Nebenformfür 0חמ sei ־'und ״warme“ Liebe empfinden bedeute, denn ״ שחןentzündet sein“, לחג im Arabischen ״lieben“, ״ קנאeifern“ auch hierher zu rechnen seien. Ohne jede einzelne Vermuthung als die allein richtige gelten lassen zu wollen, ist das Eigebniss aber, dass Ol ,TI ,pT ״glühen“ bedeuten. Aus No. 122 erfahren wir aber, wie Verfasser •TU im Piel »Streit an fachen“ "TU ״anfaohen“, וצר streiten: mit חרה entbrennen, חרר (arabisch *IT) zornig sein, zusammenstellt. Als Urstamm betrachtet er *TO? ״hitzig, rege sein“, arabisch ״ עורheiss werden“.- Er conbiuirt hiermit ״ נירKalk“, arabisch ״ ניאו־Hitze“ und mehrere andere. Parallel stellt er zp •Tin die Ableitungen ״ חרךsengen“, ״ חרולBrennnessel“, ״ חרבHitze“, ״ חרםSonne“, ״ חרירscharf hitzig“, ״ חרשThonwaare“ (gebrannte), JTYI ״eifrig sein“ ,־YD ״schnauben“. In No. 123 bringt er dann ״ פחו־Töpfer“ auch zu dieser Gruppe. Nehmen wir noch No. hinzu אור ,^leuchten“, ״ ארהbrennen“. Ueberschauen wir jetzt das Gewonnene, dann scheint es doch als sicher angenommen werden zu müssen, dass .חך. אף חב הו. אר. או. חב. חב אב ק, חן,־נר. ער der Urbedeutung ״glühen“ angehören. Ein Kehl- oder Gaumenlaut verbunden mit einer Liquida בבר oder einem Lippenlaut bedeutete also ״glühen“. So scheint doch eine Vereinigung von No. 1, 2, 5, 199, 200, -122, 123, 16 nicht zu gewagt, und demgemäss hätte Verfasser einen Ausgangspunkt gefunden, wie er ihn wirklich in No. 27 gefunden hat, bezüglieh der Sippe DBOlflAD צב. ' In einer weiteren Besprechung werden noch mehr solche Vereinigungen sich dar bieten. _ (Fortsetzung folgt,) Notizen. 1. Die GtuUichaK nr Erforschung PaUstlaa*8 in London bat soeben eine Expedition zur Untersuchung der geologischen Verhältnisse zwischen dem Todten Meer und, dem Golf von Akaban ausgesandt. Die Expedition, an deren Spitze Professor Hüll steht, begiebt sich zuerst Uber Kairo* nach Snez, wo derselben von Seiten der ägyptischen Regierung eine militairische Eskorte beigegeben wird. Von Suez ans soll die Wüste in südlicher Richtung durchzogen und dann die Ost-' grenze, namentlich aber die Gegenden von Ezjon Geber, Füath und Kadesch wissenschaftlich erforscht werden. Gegen Nordes ziehend, wird die Expedition hierauf das Wady el Arabah untersuchen, bis zum Toaten Meere weiter Vordringen 'und Moab erforschen. Von Jericho aas wird sie alsdann m dem Jord£nthale bis zum Galäischen Meere Vordringen. Trotz des reis■ wissenschaftlichen Charakters der Expedition glaubt man doch, dass die Ergebnisse ihrer Forschungen für aas Project eins( SchifffahrtsCanals zwischen dem Mittelländischen und Rothen1 Meer, für welches sich der Herzog von Southerland und mehret■־ andere einflussreiche Personen mteressiren, von Wichtigkeit sein werde. 2. StraMbarg. Der hiesige Professor Dr. Euting hat iS Palmyra die ־Ruinen einer alten, bisher unbekannten Synagogs entdeckt, in welcher eine gut erhaltene Inschrift aus dem II. oder HL Jahrhundert noch geninden wurde. (Un. isr.) - 3. London. Nachdem Lord Aschbnrnham sich Überzeugt hat, dass sein Mannscript 7 (aus den von Libri erworbene■( den Blättern des Manuscnpt 3^3 von Lyon (Pentateuch) besteig hat er dasselbe freiwillig dem französischen Gesandten (danuh aus London Say) als ein Geschenk an Frankreich smsgehändigk In unserem Verlage ist soeben erschienen: ]Die!Entwickelung .des israelitischen Prophetenthums von Dr. Siegxnund Maybaum > gr. 8, geh. Preis 2 Merk 40 Pf. herd. Ttnrnmlez^s Verlagsbuchhandlung (Harrwiti und Ombiu) in Berlin. Verantwortlicher Bedacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck vou D. L. Wolfi, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig