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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-10-26 · No. 43. (26.10.1883) · p. Seite 171

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 43. (26.10.1883)
Date
1883-10-26
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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So war er auoh der erste, der zur Bildung der Polytechnischen Gesellschaft ,die wirksamste Anregung gegeben hat. ]Die Bildung dieser Gesellschaft fiel in eine Zeit, die reich an Erfindungen, Entdeckungen und Fortschritten in der Technik war, qieren Bekanntwerden die Hauptgelegeuheit darbot jcu gegenseitigen Mittheilungen und Belehrungen. Im Januar 1839 erging daher eine von Mendelssohn Unterzeichnete Aufforderung an die Berliner Techniker und Gewerbetreibende, in welcher es heisst: ״Es ist wiederholt der Wunsch ausgesprochen worden, dass zur Belebung des Verkehrs uinter dem , gewerblichen Publikum und zur vielseitigen {Anregung für industrielle Thätigkeit eine Gesellschaft behjafs gegenseifiger Mittheilung des Neuesten und Interessantesten im Gebiet der Technik überhaupt sich bilden möge. Um diesem Bedürfhiss seinerseits einigen Vorschub zu leisten, erlaubt sich der Unterzeichnete tjUejenigen Herren zur Gründung einer Polytechnischen Gesellschaft aufzufordern, die ihre Kräfte dem gewerblichen und industriellen Leben als Praktiker und Theoretiker widmen oder überhaupt an diesen Zweige:{! bürger- Hoher Thätigkeit warmen Antheil nehmen.“ 1 Die Gesellschaft sollte sich monatlich etwa zwei Mal um 7 Uhr Abends versammeln find vors ugsweise mündliche Mittheilungen über Erfindungen, neue Manipulationen für die verschiedenen Fabiikations- und Handelszweige u. 8. w. wünschen. Eigentliche Vorlesungen dürften indess nicht geradezu ausgeschlossen sein, falls sie den Hauptzweck der Gesellschaft, miind- Hohe Di8cussion und gegenseitigen Austausch djer Jdeen, nicht hemmen, überhaupt der ungezwungenen Bewegung der Gesellschaft nicht hinderlich sind. 11 dieser freien Form wird es nichts desto weniger vielen Mitgb'edem ohne Opfer von .Zeit möglich werden, aus dem Schatze ihrer praktischen Erfahrungen und theoretischen Betrachtungen der Gesellsch ift eine Unterhaltung zu bieten, die bei der Mannichf iltigkeit der technischen Praxis eine grosse Abwechselung und eine vielseitige Anregung und Belehrung gewähren muss. \ Dass der so ausgesprochene Gedanke ein zeitgemässer war, geht schon daraus hervor, djass sich sofort 69 Herren bereit erklärten, zu einer!solchen Vereinigung die Hand zn bieten, und alsbald bildete sich ein Comite, welches die näheren Bestimmungen für die Organisation der zu gründenden Gesellschaft entwarf, und sohon am 17. Februar 1839 konnte ein Statut vollständig berathen werden, welches am 23. März 1839 die Genehmigung des Königlichen Polizei-Präsidiums erhielt. , [ •*׳ ' 1 - Das bald danach aüfgestellte Mitgliederverzeiohniss enthielt 87 Name!!, und bis zum Schlüsse des ersten Gesellschaftsjahres war die Zahl der Mitglieder auf 98 gestiegen. , Mendelssohn war auch der erste Vorsitzende der Gesellschaft, bis der königliohe Oberstlieutenant a. D. Professor Dr. Turte ihm in diesem Amte folgte. Mendelssohns Vorträge und Mittheilung«! in der Gesellschaft zeigen die Vielseitigkeit seines Wissens und seines Eifers, die G-esellsohaftszwecke zu fördern. Er sprach über Photogenie (Liohtmalerei), über die neueste Erfindung Daguerre’s, Stecknadel-Fabrikation, Waldwolle, Galvanoplastik, Electromagnetismus, Telegraphie., und betheiligte sich lebhaft an den häufigen Discussionen. — Sein Tod, am 9. Januar 1852, wurde um so mehr beklagt, da am Schlagfluss erfolgt war. Der glücküchen EheMendelssohn’8 mit Henriette Itzig, der Tochter des reichen Bankiers Itzig, entsprossen zwei Söhne, Arnold und Wilhelm, und eine Tochter Ottilie. Arnold Mendelssohn war praktischer Arzt, neben Dubois, Bemack, Virchow, Helmholz, Schwann, Traube einer dergeist- und hofihungsreichsten Schüler Johannes Müller’s. Die alte Schlange des Aesculap hatte sioh wieder gehäutet und aus dem Chaos der Vorstellungen von dem Wesen der Krankheit und ihrer Heilung, wie sie Allöopathen, Homöopathen, Naturhistoriker, Specifiker und Andere gelehrt hatten, hatte sich eine neue Lehre, ״die physiologische Medizin“ erhöben. In diesem Geiste schrieb Mendelssohn das Werk': ״Der Mechanismus der Bespiration und Cirkulation,' oder das explieirte Wesen der Lungenhypäremie. Eine physiologisch-pathologische Untersuchung. Berlin 1845,“ in welchem er eine Seihe von pathologischen Processen physiologisch zu erklären versuchte und das seiner Zeit viel Anerkennung fand. — Mit Lasalle befreundet, nahm er Theil an dessen hyperromantisohem Abenteuer für die Gräfin von Hatzfeld, verliess in Folge des ungünstigen Processes wegen desselben die Heimath und starb als praktischer Arzt in Kon* stantinopel. Während Wilhelm Mendelssohn die Tochter des um das Berliner Schulwesen hochverdienten Pädagogen Cauer heirathete, wurde Ottilie Mendelssohn die Gattin des Professors Kummer, dessen mathematischer Buhm der Famüie neuen wissenschaftlichen Glanz verlieh. Schliesslich möge hier noch eine Stelle, findenfolgende, hoffentlich nicht unwillkommene Uebersioht: derselbe plötzlich; geb. 6. verm. Se ji Zur 6eneal>gie der Familie Mendelsseh■. Moses Mendelssohn, jtbr. 1729, gest. 1. Januar 178t>, mit Frommet Gugenheim. Dorothea, verm. mit Veit (sqater Schlegel), gest. 1839. _I_ 1. Johann. Abraham. Philipp, Caroline Pulini Joseph, ver. mit Henriette Mev gest. 18 .. Abraham (Mendelssohn-Hartholdy), verm. mit Lea Salomon, gest. 18 .. Henriette, Recha,. Nathan, unvenn., verm. mit verm. mit gest. 18. . Bankier Henriette Meyer, Itzig, ־ et. 1962. Benjamin, Alexander, Rosamunde Maria ane . Richter. Seeligi 1ann gest«? gest. Dorothea, Therese. Franziska. Benedicta. Friedrich. Marii; Margar *t! Her Adolüb Frans. Wilhel Alexand rine. Clan. Fanny, Felix, Rebecca, Paal, Arnold. Ottillia Wilhelm Wilhelm geb. 3. Febr. Lejeane- Albertme Eduard Loaise Hensel. 1809, gest. Dirichleb Heine. Kammer. Cauer. 4. Novbr. 1847, verm. mit Cecilie Jeaaraud. the. Sebastian. 11 m. Carl. Walther. Pauline. Marie. Felix. Katharine. Paul. Ernst. Ernst. Felix. Flora. Gotthold. Lilli. Fanny. Marie. Arnold. Ernst. Bertha. Ottilie. Marie. Luise.;׳ -

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