Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 40. (5.10.1883)
- Date
- 1883-10-05
- Page
- Seite 159 (sequence 3)
- Language
- German
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- m•—י nur ist: Tsohifut, statt des gewöhnlichen * *hndl, Plural Jthod, Benennung der Juden im veräoh liehen Sinne, und sehr merkwürdig ist, dass auch mit. lezug hierauf •ein Ansspruoh Mohammed's angeführt wird, dahin lautend, man solle die Juden mit ihrem wahren Namen -Jehud, aber nicht mit einem anderen (hei absetzenden) Namen benennen, denn letzteres sei eine grosse Sünde. *) Die veräohtliohe Nebenbedeutung des Wortes -Jude steht in Zusammenhang mit der Vorstellung, dass die Juden das Handebvolk xax’ seien. Im Altherthum gebrauchte man in demselben Sinne das Wort Phönizier(Poenus, Punicus, qpoivt(, qpotvtxeXfxtr){ bei Saidas und Hesyohius). Auch im alb n Testament wird das ־Wort Phönizier (Kenaan, Kenaani) appellativisch gebraucht (Jes. 23, 8. Hiob 40,30); < ler Phönizier ist der ״Jude“ der alten Israeliten. £ io heisst es <Pro. 31, 24) von der Biederfrau: ״und den Gürtel verkauft, sie dem Phönizier“, wofür man jetzt sagen würde: ״dem Jaden“. Die Israeliten wa*en eben ein ackerbautreibendes Volk; alle Bilder der Propheten sind vom Ackerbau und der Weinlese, vom Thau und vom Hegen (für dessen verschiedene Arten es auch verschiedene Benennungen giebt), von der Heiter und •der Herbstfreude hergenommen; die wenigen auf den Handel bezüglichen Ausdrücke kommen!nur da vor, wo von Tyrus und Sidon die Rede ist (Jes. Kap. 23, Ez. Kap. 27).! Das Wort Kenaan ist nan aber bei späteren Jüdischen Autoren, wie z. B. in der Reisebeschreibung Benjamin’s von Tudela,5) entsprechend ]der Grundbedeutung des Wortes, sowie der Stelle Gen. 9, 25 ff, Bezeichnung der slawischen Länder, i Weise wie mit teilst. Sclavus, ital. Sc! Esolave, neugriechisch SxXißoj vom Name: hergenommen ist,4) and wie übrigens auc Autoren das Wort Siklab, Plur. Sakalibe, I d. h. Slave, im Sinne von Sklave gebrauchen.9) Litteraturbericht. Recensionen. ähnlicher vo, fränz. des Volkes arabische Herzfeld, Dr. L.. Professor und Braunschweigischer Landesrabbiner. Einblicke in das Sprachliche der semitischen Urzeit, betreffend die Entstehungsweise der meisten hebräischen Wortstämme, j Hannover. Hahn’sche Buchhandlang 1883. (Fortsetiung.) In 447Nummem untersucht der Verfasser hebräische Stämme, indem er die Wurzel aufsucht, balj eine zweibald eine dreibuchstabige, aas welcher deij betreffende *) Catalogus 11. ma8. in bibL Senator. Lips. Jüdischen Bewohner Tschisat-Kale’s gehören übrige: der Sekte der Karäer an, die bekanntlich, ebsj Samaritaner, nur die geschriebene Lehre, d. h. den anerkennen, dagegen die mündliche Lehre, d. h. mit seinen Satzungen verwerfen. Ein Prachtwerk, göographique de la Ruesie“ van Th. v. Pauly, Jnbil&umssahrift, zur Feier des tausendjährigen B russischen Reiches, erschien, enthält auch eine mit versehene Schilderung der russischen Karäer (od< denselben wird nun hier besonders nachgerühmt, Handel und Wandel sich von den übrigen (talm u Jaden durch ihre strenge Gewissenshattigkeit und unterscheiden. Der Benennung Tschifutkale merkt man von diesem Unterschiede allerdings nichts an. •) Itinerary of Benjamin of Tudela, ed. Asher, *) Captivus ist nach Da Carge 8. v. SxXÄßo; Sclavus die ursprüngliche Bedeutung dieses Wo: wird üxXaßfa Captivitas angeführt. Zn dem ei c in Sciavus führt Weigand unter ״Sklave“ (2. A Analogie das mitte Hat. Scandalia 8t. Sandal ia an. ■) Beinand, Invasion des Sarrazins en France, |S. 237. 427b. Die ms durchaus ibfenso wie die Pentateuch, den Talmud . ״Description ilas 1862 als :estehens des Abbildnngen Karaiten); dass sie in dgläubigen) Redlichkeit H, 226 ff. und s. v.!8, daneben chobenen n 674) als irte! iinges! Stamm »ob entwickelt heben muss, dabei zeigt er, welche Methoden und Normen der Entwickelung angemeldet worden and deokt den Zniammsnliai^ zwischen der lexikalischen Bedeutung eines Stammes, re8p. einer Ableitang desselben and seiner Urbedeutung in der Urwarzel in einer meist geistvollen and aaf die Vorgänge der Entwickelung im Caltarleben selbst gestützten Weise auf. Freilich entgeht ihm nicht, dass die Stämme oft den Bildern gleichen, die in einem Kaleidoskop erscheinen, je nachdem man den Apparat dreht 0der .80hüttelt.-. Glaubt man schon einen Stamm ans einer Urwarzel sioher ableiten zu können, 80 bietet sich eine andere Urwarzel an, aas der derselbe Stamm ebenso gut abgeleitet werden kann. Diese Vieldeutigkeit der Stämme erschwert die Untersuchung ungemein und 80 erklärt es sich, dass der Verfasser trotz alledem fast in jeder Nummer davon sprechen muss, dass das and jenes so oder so sein ״könnte,* ״möchte“, ״dürfte“. Es ist dies nicht blosse Bescheidenheit, es ist wirkliche Ungewissheit. Und dooh zeigen sich wieder Ableitungen, die mit einer an Gewissheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nach den aufgeetellten Normen aus einer bestimmten Urwarzel herzaleiten sind, dass die Normen selbst trotz aller Ungewissheit in einzelnen Fällen als fast gesicherte Resultate angenommen werden können. So gelangender Verfasser zu der wissenschaftlich fast festgeateilten Behauptung, dass die Urwuneln nicht nur durch Vertauschung von den אהד-Lauten,!Ttmt-Lauten and wieder dieser mit den ניכק-Lauten, von den Lippenlauten, den Zischlauten, den Liquiden, was längst bekannt ist, nicht nur durch Umbildung der ל״ד*״ ,V'B ע״ל sondern auch durch Vorsetzung von Zischlauten, Umwandlung des 1 in Liquida, Yorsetzung oder Anhängung der Liqaiden, der Kehllaute und Lippenlaate sich weiter eatwickelt haben. Eine ganz neue Hypothese stellt der Verfasser in der Annahme spontaner Bildungen aaf Dass er dabei die Transposition und die vierbnohstabigen Stämme in Berücksichtigung zieht, wird nicht überraschen. Anch über die Frage, was zu diesen Umbildungen .!Anlass und Ursache gewesen sei, verbreitet sich der Verfasser, wobei er eben za dem Eingeständniss kommen musste, dass die tieferen psychologischen Ursachen noch unbekannt sind und wohl noch lange bleiben werden. Wenn man die Untersuchungen, des Verfassers liest, so kommt es einem oft vor, ab hätte! man es mit Hypothesen zu thun, die keinen wissenschaftlichen Boden haben, und doch wird man wieder oft so bestimmt mit dem Verfasser anzunehmen, dass es mehr ab Hypothesen sein müssüh. Jedoch der Anstoss ist gegeben; die Aufgabe der ferneren Forschung wird es sein, aus der Menge ־dar Annahmen zunächst die zu scheiden, welohe die meiste Beweiskraft in sich tragen und aus dieser freilich kleineren aber um so sicheren Zahl von Erscheinungen auf die in ihnen ruhenden Gesetze zurückzugehen, ]Ebne Recension der fleissigen, gehaltvollen Arbeit gewissenhaft und gründlich geben, hiesse selbst ein neues Werk zu schreiben. Wenn auch eine solche Arbeit den Rahmen der Recension überschritte, so wird es dooh nicht unterlassen werden können auf einzelne Nummern des Werkes noch näher einzugehen. Zur Recension der Wünsch e’schen Uebersetzung des Midrasch Rath. Zu der Reoension von Wünsche’8 Uebersetzung des Midr. Ruth habe ioli Folgendes anzamerken: Das Wort אין מעידין אלא בשומע heisst weder, wie W. meint: ״man zeugt nur 80, dass man (der Rioht er) es hört,* noch, wie die Recension will: ״dass der zum