Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 40. (5.10.1883)
- Date
- 1883-10-05
- Page
- Seite 160 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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'*Sywfen äafgernfene Verwarnte e« hört* Der Tialiinn» latent: ״Höre man Volk, daas ich rede! Jacael, daee ich gegen Dich (Andre) an Zeugen aufrufe: Abo eicht: der Zeuge soll hören, sondern der, gegen Welchen nun Zengnies anfgerufen wird (der gewarnt wird נ Israel). Nur hierin irrt die Beoenüon, dass sie Israel die Zeugen nennt; denn ״ העידzum t Zeugen aufrafen“ regiert den Accasati▼, vgL ואעירה לי עדים tnliM} wahrend העיד באיש heisst: gegen Jemand Hinwn zum Zeagnns aufittfen, ihn ▼erwamen: rgL ואעידה כס את השמים דאת האוהן, und ohne die anfeernfenen Zeugen so nennen, הער 3עם *TI ״gehe hinab, rufe gegen eie an Zeugen, d. h. warne siew; ebenso in B . M* 43. Das ,Wort אק מעיוח אלא בשומע ist hier, Wie oftmals manoher der Halaoha entnommenen Satz, absichtlich in Midrasch in etwas schillernder Bedeutung genommen. Denn in der Originalstelle Sohebuoth IV, 5 Ist der juristische Satz ausgesprochen, dass die in einer Geldforderung als Zeugen Auigerafenen nnr dann wegen Verweigerung des Zeugnisses straffällig sind, wenn sie die Aufforderung, Zeugniss zu geben, aus dem Munde des Klägers vernommen haben. Dieser juristische Satz wird hier — nicht auf den zum frewgnie—Megan Aufgeforderteji — sondern auf den aagawendet, gegen welchen ausgesagt werden soll, wagen Israel, den Verwarnten. Hier liegt eben das Schillernde, dass es hier in anderer Bedeutung genommen ist,, als der juristische Satz eigentlich in aej־ Originalstelle bedeutet: und hier hinkt das Gleichinss. Auf Seite 3, Zeile 13 darf es nicht heissen: ״was nützt mein Schutzpatron vor Gericht,“ noch, wie dieRecension will: ״was nützt ein Schutzpatron u. 8»w.b sondern: ״was nützt vorGericht das Patronat.“ Der Midrasch erklärt ״ אלהיך אנכיich bin zwar dein Schutzpatron; aber ich bin auch אלהים, ich bin auch Richter; wmI vor Gericht hilft kein Schutzpatronat; Es heisst Weder מרדד®, noch ו*ו3א&£, sondern K'JTTOC, Jtaxpwvtla; ha Midrasch ist nach dem Jod der Apostroph weggefallen, der für das א stehen sollte. ״Da ich auch Biebbw bin, so nützt vor Gericht es nicht, dass ich üoiTv Sohntzpatron bin“; denn im Gericht giebt es kein Patronat, keine Begünstigung, da gilt nnr strenges Backt. Was mich aber au’is höchste in Erstaunen setzte, ist der kühne Versuch, dem Worte 3םל שערי חץ נפל in רפזד׳־א die entgegengesetzte Bedeutung zu geben, die ee immer und ausschliesslich hat. אנב חדר&יה נשתבש — Deswegen, weil nachher Boas ein נפיל, ein Biese genannt wird, kann נפל ebensowenig hier die Bedeutung: steigern, wachsen, erhalten, wie man ולמה נ&לד פניך (inB. M. 4,6) übersetzen darf: ״warum erhebst Du ftifech) dein Angesicht,“ weil in 1 B. M. 6,4 הנפילים die Biesen heisst. Denn נפילים, wovon hier נפיל die leinsaM ist, heisst nicht: die Hochgewachsenen, sondern die vom Himmel Gestürzten. VgL Midr. r. 26 נפילים שהפילו את העולם ושנפלו« העולם ושמלאו את העולם נפלים מנות שלהם• VgL auch den Mythus von Schamcheeai und Asael in Jalkut 44 und das Tharg. Jerusch, zu 1 B. M. 6,4 ״Sohamchesai und Usiel waren vom Himmel herabgestürzt“ M. K. will נפל deshalb mit נתרבה übersetzen, weil ihm der Midrasch, die Prophetie sei im ,Werthe gesunken, wohl gegen die Würae_ der Prophetie zu verttoseon schien. ' Er hatte aber nicht bedacht, dass hier nicht von dem absoluten Werthe der Prophetie die Bede ist, sondern von dem geringen Werthe, welchen jenes verderbte Geschlecht in Elias Zeit auf sie gelegt, jenes Geschlecht .*שנתעצל ו מלעשות תשוט, welches gar träge und saumselig war, sich vom Götzendienste los zu machen, darum hielten sie auch .die Prophetie nicht im Werthe; es war wenig Nachfrage nach ihr. In jener Zeit hat man den Werth der Prophetie nichterkannt, es war mehr geboten, als man benützen wollte. Dass aber die Prophetie durch die sittliche Entartung an •Zahl und Menge zimehme, folgert der Midrasch aus den Worten תפיל תרדמה, sie lässt (rasch und viel) die Prophetie herabstürzen; während wenn *חוריו stünde, dies ein langsames, allmäliges, also geringes Herabtallenlassen bedeuten würde. Gegen den EinWand, dass der Vers vielmehr bedeute: Die Trägheit lässt die Prophetie fallen, sinken, abnehmen, wird erwidert, תפיל, bedeute: sie lässt sie nicht an Menge abnehmen, sondern Geringschätzung durch die Menschen jenes Zeitalters. So führt vorher der Midrasch den Vers 1. B. Sam. 3,1 an, ״das Wort Gottes war teuer in jenen Tagen“, also selten, wie Raschi erklärt: היה מנוע, ähnlich Ralbag und Redak. (Schloss folgt.) Notizen. 1. Aus dem längeren Artikel des Hm. Lehrers Cohen in Rees (über die Vieldeutigkeit des Wortes רצוץ theilen wir nur zur Erklärung der Gebetstelle J0־r־O ותפלתם באהבה תקבל mit: ^>as כארבה nnmittelbar nach ותפלתם kann nur attributiv sein, also ״ihr Gebet in Liebe“ (verrichtet), das ברצק dagegen unmittelbar nach dem Verb stehend, muss adverbialen Sinn haben. In den Rödelheim er Siddurim ist dieses übersehen und daher falsch übersetzt: ״Nimm’ Israels Opfer und Gebete mit Liebe nnd Wohlgefallen an“. Wo steht im Texte das copulative ו? Richtig dagegen übersetzt Sachs: ״nnd ihr Gebet in Liebe“. Hiernach dürfte ich also wohl die Behauptung wagen: Eben so, wie ותפלתם .באהבה, rechtfertigt die Liturgie auch daa שועתי ברצון, natürlich )Beide in der angegebenenBedeutung, und die Gebetsformel קבל שועתי ברצח 1באמק הלב heisst nicht anders als -Nimm auf mein Gebet, (welches ich) willig und in Herzhaftigkeit-Zuversicht-Inbrunst (verrichte). So hat auch das Rödelheimer "Ttirtp diese Stelle paraphrasirt: ״Vernimm mein Gebet, womit ich voll Ergebung and Zuversicht vor Dich trete“. ' Auch folgende Deutung.dürfte zulässig sein: Das betreffend» Gebet ist ausschliesslich für den Vorbeter bestimmt. Za den unerlässlichen Eigenschaften, welche diesen zur Verrichtung seines heiligen Amtes befähigen, gehört auch die, שיהיה ענו ומרוצה לעם שיסכימו לתפלה, dass er bei der Gemeinde belieht, derselben erwünscht sei. Er darf sich nicht aufdrängen, sondern muss ברצון העם mit Zustimmung der Gemeinde sein Amt, verrichten; sonst hätten auch die Worte המסכימים עמי בתפלתי und ואל יבושו בי שולחי keinen Sinn. Hiernach liesse sich die Deutung: ״Nimm an mein Gebet, welches ich unter Zustimmungmit dem Willen der Gemeinde — n. 8. w. verrichte“, wohl auch rechtfertigen. 2. Im ״Litteratur-Blatt“ No. 38 wird daa שקולו עדיב ,»Ö ומערבב וכד nrgirt, Nach meiner Ansicht braucht man nicht nach dem Arach עב zu lesen, indem ערוב dieselbe Bedeutung hat. wie מערבב, die Stimme ist nicht rein, sondern vermischt, und verwirrt den Gesang. So nennt man die Vermischung von Abschnitten ערוב פרשיות; so sagt man ערובי תחומין, ■» in Kilajim ערוב OVO« Dr. Duschak 3. Die um die Förderung der orientalischen Studien sehr verdiente Verlags-Buchhandlung von Otto Schulze in Leipzig, die bekanntlich auch die Bibliotheca Rabbinica von Dr. Wünsch» herauagiebt, lässt vom 1. October ab ein besonderes, von den tüchtigsten Orientalisten geleitetes Flachblatt: ״Litteratur-Blatt für Orientalische Philologie“ in ihrem Verlage erscheinen. Dasselbe, von Professor Dr. E. Kahn in München unter Mit- Wirkung von Dr. Joh. Klatt in Berlin herausgegeben, wird Besprechungen der auf dem geeammten Gebiete der orientalischen Philologie erschienenen Litteratur bringen, sowie eine stetig fortgemhrte orientalische Bibliographie. Der jährliche Snbecriptionspreis für 12 monatliche Hefte beträgt 10 Mark. Das Octoher-Heft ist soeben erschienen. 4. Im ״Un. isr.“ bespricht der als Kritiker allzu gutmüthige Grand rabbin von Veaoul, Herr Iaaac Levy, die Stem’sche Volksvermehrung, weil —der Verfasser des 8chriftchens unser Glaubensgenosse ist! Hat der Ruf dea verflossenen Buttenhsaser Rabbiners, jetaigen confeasionslosen Moseer der Schechita bei den Thierschutz vereinen noch nicht bis Veeoul geduftet? Verantwortlicher HedaeteurDr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.