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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-09-29 · No. 39. (29.9.1883) · p. Seite 155

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 39. (29.9.1883)
Date
1883-09-29
Page
Seite 155 (sequence 3)
Language
German
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Eine besondere Kategorie" bildein diejenigen 'Wörter, welche süsser d^r Vefschiedenh Bit der Nation *aoh die Verschiedenheit der Beligioi 1 aasdrüaken. In gewissem Sinne gehört hierher da* in dem Auf-' satze in der ״Gegenwart“ (Ko. 3, S. 36) erwähnte " ־ ' ' ־ ’ ” ‘י־ "־ ’1־י ' ‘ gen. rolk fr ־ MV (Al V« Vf U. 1 Wj MWMU^V -Schabbesgoje“, nur ist hierbei mehreres fu berichtiger Unriohtig ist die Behauptung, dass der Name Voll Knechtschaft“ '! angenommen hier ״den Namen der habe. Das Wort Goi bedeutet in der ן Bibel und in 4er jüdisohen Liturgie ״Volk“ und wirdj 80 auoh mit Bezug auf das Volk Israel gebraucht (z. B. Exod. 19,6, Deut. 4,6. 26,5. 2 Sam. 7,23). Imj Talmud und in den späteren jüdisohen Schriften wird Goi nicht als Kallektivum, sondern als Singular gebraucht, zur Bezeichnung eines Nichtjuden; das Feminium ist Gojah, Nichtjüdin, Heidin oder, je nachdem, Christin, wie Buxtorf ף das Wort richtig erklärt, j Dieselbe Bedeutung haben Goi und' Gojah (Goje)| im Vulgärjüdisohen, das durchaus dem talmudischen, nicht dem biblisohen Spraohgebrauche folgt. Die| von Diez*) gegebene Erklärung des Wortes Goje mit ״christliche Dienerin“ ist unrichtig, ״Schabbesgojb“ bedeutet Sabbathehristin, d. h. die Christin, die i am Sabbath in’s Haus kommt. Von einer ״Knechtschaft“ kann schon deshalb keine Bede sein, weil diei Arbeit derselben einzig und allein im Lichterauslöschen und im Anmaohen und Unterhalten des Ojfenfeuers im Winter besteht; andere Arbeiten als diese strikt nothwendigen darf man durch keinen Niehtjuden verrichten lassen. Ausser ihrem Lohne | erhält die 8״chabbesgoje“ in der Begel jeden Sabbath ein Stück ״Schalet“ oder ״Kugel“. (Die erstere Shbbathspeise ist auoh einem grösseren Leserkreise Aus Heine’s ״Schalet, schöner Götterfunken, koschere^ Ambrosia“ bekannt; die Kugel kommt in Heine’s! Briefen an M. Moser vor: ״er sammelt feurige Kugelhi auf mein Haupt“.) Ein ״Sohabbesgoi“ für Aufwäifter, wie es in dem Auftatze ferner heisst, hat nie existiert. Dass, wie weiter bemerkt wird, französisch Gonge und Goujat von Goje herstamme, sagt allerdings Diez (a. a. 0.), Littre aber (Dict. s. v. Gonge) bezweifelt die Nichtigkeit dieser Herleitung; am wahrscheinlichsten ist die von Franoisque-Michels) gegebene Ableitung vom gasoognischen gouie, fille. Uebrigens steht das Wort Goi, Plur. Gojim, keineswegs vereinzelt da. Im Neuen Test unente und bei den Kirchenvätern werden die Heiden, im Gegensatze zu Christen und Juden, i&vrj, fS-vtxol,;entes, gentiles, nationes genannt und selbst der Name der Hellenen, "EXXrjve{, wird in diesem Sinne {«braucht. *) Wie Pott nach weist,’) nannten die Byzantiner sich selbst statt Griechen, Bomäer (Börner) während *EXXrjvec zur Bezeichnung von Heiden hen bsank. (Fortaet rung folgt.) Bemerkungen zu dem Schreiben des Professors Strack *) Der ״Babbi Mendel von Küssow“, von dom Bohling dem Titel Wunderein Bücülein gesehen haben will unter גן מנדל, ist eine Koriphäe der chassidäischen rabbi’s gewesen und Verfasser eines kabbalistischen Werkes: ספינמ אהבת שלים. Pentateuch, zwoi mal gedruckt in Lemberg 1850 und 1859 wie bei Ben-Jakob אוצר הספרים Wilna 1880. Seite 18 b. No. 359 und ) Lexicon. col. 402: Gentllis mulier. foemina c iviatiani. 32S. eaisae cellini 8. v. v. angeführt *) Anti-Kaulen, S. 28. *) Vergl. ״Jüd. LitrbL“. 191. r und For- Waiden ®המ״יליס החף Off •d 8 Warschau 1880 •» 640 •י■ שס רב וגדולים (während auf der Rflckseits 1־ des Titelblattes Censurgenehmigung von 1888 datirt) s. 95/5.8 v.סגחם מענדל מסזוסעב und 8. v. אהבת שלום Seit• 4 b. zu ersehen Waiden war mit dem Ziegaohn des B. Mendel Küssow genau bekannt (siehe Waiden 1. c. Seite 126 8. v. שמואל שםעל?ך ם0א0וב) und weis• von keinem מול p des B Mendel von Küssow. Dass B Mendel von Küssow eine hervorragende Capacitifc unter den chassidäischen Wunderrabbi’s gewesen, weise ich durch Zufall anderswoher. Vor einigen Monaten sandte mir nämlich Schlesinger in Wien seinen neuesten ־י Verlagskatalog, in welchem 10h angeführt fand: ר0תים צופים, einen neuen Commentar zum תנא דכי אליהן. Ich bestellte mir dasselbe sogleich und ward arg enttäuscht, anstatt eines Commentars zum תגא דב״א ist das Buch ein mit dem Texte nur selten, im losen Zusammenhänge stehendes Memoirenwerk desGhaamdim- Bebbe:פג«ר• שמואל משונאמי welchem von 68״“ Wunder- Bebbe’s oder -gute Juden“ Wundergeschichten und gelegentliche Bemerkungen mitgetheilt werden, zu denen No. 45 der Lehrer des Verfassers, B Meuaohem Mendel, anoh gehört. Seite 56 wird als ein Vorgeschmuck himmlischer Seligkeit bezeichnet, beiB Menael eineü Festtag verlebt zu haben, oder auch nur^ ihn persönlich za kennen. Saite 127 wird eine Erklärung des B Mendel von Küssow über die bekannte Stelle. כל בי לשרה שכינת, שדיא (Sg»h. 39 a.) mitgetheilt, nach der B Mendel von Küssow kein blutdürstiger Mensch gewesen sein *kann, denn er macht ״gegenseifige Liebe“ zur Bedingung der Gottesnähe. Goldfahn. Litteratiirbericht, . R©cen8ionen. Das Drama von Tüza-Eszlar. Erinnerungsblätter von Alfred Schönwald. Mit 50 Illustrationen. Wien. Verlag von A Schönwald. A. Har tl eb en’s Chronik der Zeit. Der Prooess von Tisza-Eszlar. Mit 20 Illustrationen. Wien. A Hartlebens Verlag.! Es war vorauszusehetn, dass dieser schmachvolle Process eine Hocbfluth von Darstellungen aller Art zeitigen würde. Der Leser kann nun in zusammenhängender und ausführlicher Weise die antisemitischen Schurkereien beleuchtet sähen. Wir empfehlen obengenannte Schriften, weil öie nach authentischen Berichten bearbeitet sind und warnen zugleich Vor Ankauf lügenhafter Berichte. Hebräisches Voeabulariam in alphabetischer Ordnung mit Zusammenstellung von Synonymen, gleich and ähnlich lautenden Wörtern und analogen Formen, nach dem Manuscript von Dr. Kapfl^ bearbeitet und herausgegeben von Dr. Ableiter, Prof am Obergymnasium Ulm. Leipzig. Hahn’sche Verlagsbuchhandlung. Das Buch will seinen Zwecken nach ein praktisches Hälftmittel für den Gy mnasiälunterrioht im Hebräischen, namentlich beim Lesen des Pentateuchs sein. Wir besitzen genug der Bücher Von jüdischen Autoren, um auf dieses vorhegende besonders hinweisen zu brauchen. Doch möchte Beoensent die unmassgebliohe Meinung aussprechen, dass eine -grösser• Beschränkung des Stoffes für den bezeichneten Zweck geeigneter erscheint, ohne dass darunter di• Gründlichkeit zu leiden brauchte. \

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