Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 38. (22.9.1883)
- Date
- 1883-09-22
- Page
- Seite 151 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492408-6488246-8756053--0221-4855612- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wort Saba beweist, die Menschen. In I'ottV’Warzel- Wörterbuch -der indo-germanischen Spr iahen findet sich manches hieher gehörige. So neimt sich der Esthe*) Tallopoig, Sohn der Erde. Der Lith&aer nennt sich, um sich von dem Ausländer zn unterscheiden, jmonus, einen Menschen. D<«selbe Wort wird er!gebrauchen, wenn er Adam den ersten Menschen nennen will. Im nördliohen Asien nennen sich mehrere Völker schlichtweg ״Mensel“ (Pott, II, ■2, 8, 816).-*Bei den Aegyptem, di&sich die ״Menschen der Menschen“ zu sein dünkten (wir erinnern an den Schluss des Mährohens von dem Schitzhause des Bampsinit bei Herodot, II, 121, ״Die Ae;5ypter stellte er höher, als alle übrigen Menschen, jene:1 aber höher als die Aegypter“, und an die Sitte Cer Aegypter, fremde Nationen ״elend“ etc. zu nennen], kann uns der Käme Lut homo statt Aegyptius nicit auffallen.‘ Mehrere andere Beispiele von der Selbstbei ennung eines Volkes mit ״Menschen“ werden von W. Hertz (Zeitschrift für das deutsche Alterthum 1881, S. 15 N.) angeführt. _ (Fortsetzung folgt) Der Splitter und Balken im Äuge! Von Dr Sidon in Werschetz. (Schluss.) Das bisher Gesagte dürfte ausreichen, die Annahme zu rechtfertigen, dass die Variante שניך aüf einen Abschreibefehler zurückzuführen ist, indem d|9r Buchstabe ע mit ש, zumal da hier dem ע ein ' folgt! verwechselt wurde, ein Fehler, der zu dem kleinsten gehört, dessen sich Abschreiber auf dem Gebiete des tjalmudischen Textes schuldig gemacht. Für diese Annahme sprechen aber noch andere Gründe, Zeugnisse, die es ausser allem Zweifel setzen, dass in שניך ein Schreibfehler vorliegt. Wenn im Evangelium Matthäi in drei Versen Cap. 7, 3—5, in Lucas in drei Sätzen und zwei Versen Cap. 6, 41—42, der Splitter und der Balten im Auge ganz in demselben Sinn, ganz in derselben Bedeutung angewendet erscheinen, wie im talmudisc^ien Spruch, so ist jener höchstens nur künstlich haltbaren Variante das Urtheil gesprochen und der Schreibfehler wohl erwiesen. (Die hier folgende Polemik dies Herrn S. gegen die Kroner’sohe Auffassung und Eifklärnng der betr. Matthäus-Stelle führt etwas zu weit, wirllassen daher das Baisonnement weg und geben das positive Besultat der S.’sohen Untersuchung. Bed.) :! Es möge hier eine Vergleichung des i hierher gehörigen Talmudtextes Eraohin 16b. mit i der Quelle, aus welcher derselbe stammt, folgen, woraus sich als höchstwahrscheinlich ergiebt, dass an dieser Talmudstelle die Anfflbmng des Spruches טור קיסם ein Glossem ist, und dass der Abschreibefehler aer Variante שניך innerhalb dieses Glossems, nicht aber inj der Stelle B. Bathra 15b., sich eingesohlichen hat. Sifra (Absch. (.4,9 קדושים אמר ר׳ טרפק העבודה אם יש בדור תה יכוה להוכיח. אמר ר׳ אלעזר ק עזריה העבודה אם יש בדור תה יכול לקבל חוכחה. אמר ר״ע העבודה אם יש בדור תה יודע תאך מוכיחים אמר גורי מעידני עלי p ר׳ יוחנן שמים ואהן שיותר מארבעה וחמשה פעמים לקה עקיבה על יה לפני רק נמליאל שהייתי קובל לו עליו וכל כך תיתי יודע שהיה מוסיף ל אהבת• Talmud (Erochin 16b.) תניא אמר ר״ט תמיהני אם יש בדור תה שמקבל תוכחה אם אמר לו טול קיסם מבין עיניך אמר לו טול קורה מבץ עיניך. אמר! ר״אב״ע תמיהני אם יש בדור תה שיודע לתביח. ואמר ה יוחנן ב״נ מעיד אני עלי שמים וארץ שהרבה פעמים לקה עקיבה ע״י שהייתי קובל עליו לפני רק (שמעון ברכס רכש שהוספתי P ,החבה לקיים מה שנא׳ אל, תוכח א פן ישנאך תס־ו לחכם יאהבך, *) Kohl, Ostsee-Provinzen, H S. 92. Der Talmud selbst giebt die Boraitha des Sifra. die mit תניא eingeführt wird, als seine Quelle an, und wer wird sich des Eindrucks erwehren können, dass der Text des Sifra das Gepräge des Ursprünglichen, Authentischen, augenfällig bekundet? Der talmudische Text ist nicht nur mangelhaft in der Anführung des Tanaim — B. Akiba kommt in ihm gar.nicht vor — ist nicht nur augenscheinlich fehlerhaft an einigen Punkten, sondern die Stellen , . . אמר לו טול PK, wie auch die Berufung auf den Vers und dessen Ci tat לקיים מה שנא׳ verrathen. sich als spätere Zuthaten. Die Meinungen sind im Talmudtexte verschoben — מוחלפת השיטה — Stücke ausgelassen,*) und zu dem Ausruf des RE. b.v.A, der R Terfon beigelegt wird, ist als Glossem hinzugekommen ... ט1ד קיסם, der der authentischen Meinungsäusserung des R Terfon naoh Sifra passender gekommen würde. Und in dieaam corrumpirten Text hat sich im Glossem der Abschreibefehler שנל eingeftmden**) Als authentisch wäre demnach der Spruch :טול קיסם im TalmudiiurRBathralSb. nachweisbar, in Erachin 16b. ist dessen Anwesenheit zum mindesten sehr fraglich. Litte ratur bericht Recensionen. Delitzsch, Franz, Professor. The Hebrew new Testament of the british and foreigne bible society. A oontribution to hebrew philology Leipzig, DörfSing ft Franke. 1883. Aus Dankbarkeit gegen die englischen Herausgeber und Freunde des von dem greisen Verfasser in’s Hebräische übertragenen neuen Testamentes hat derselbe in einer besonderen Schrift sowohl zur Verbreitung dieser Uebersetzung unter den Juden, als auch um den Nutzen dieser Uebersetzung zu erweisen, in grammatisoher und besonders syntaktischer Hinsicht alle die Fälle besprochen, in welchen er eine Correktur seines mit dem Jahre 1838 begonnenen und nunmehr bis zur fünften Ausgabe vorgeschrittenen und vollendeten Uebersetzungswerkes anzubringen für nothwendig hielt. *) In den Worten des R. J. b. N, nach der L. A. des Sifra: וכ״ב הייתי יודע שהיה מוסיף לי אהבה tu» ich keinen anderen Sinn finden als den, dass er die Art der Zurechtweisung so . _ _ ״ . _, sich nur gesteigert hat. Nach הייתי יודע ist zu ergänzen להוכיח, und der Passus schliesst sich dem Vorangehenden יודע ך,יאך מוכיחים enge an. Der Talmudtext hat die Stelle fehler- undmangelhaft, und die zahlreichen Varianten sind Entstellungen. Jalkut’s Verbesserung ist ganz sonderbar, וכ״ב wird verbunden. mit הייתי קובל עליו, und dann folgt: ,,, אני יודע שמוסיף Weiss מסורת התלמוד (Süra, Wien 1862) hat hier nicht de» Richtige. In den Warten dee R. J. b. N. liegt kein unberechtigtes Selbstlob, da das religiös« Gebot hierzu auffordezt *ר Zvgl. Alfasi (B. Mezia, H. z. Mischnah: מצא ספדים) und Aruch, die blos die Stelle aus Erachin citiren, Jalkut § 613, fast durchgehend nach Sifra cifirend, bat den Ausspruch gar nicht. En Jakob hat die Vorgefundene Variante wohl der Ausgleichung wegen auch auf B. Bathra 15b. übertragen. Noch ist anzuführen, dass Alfasi, aus Erachin citirend, doen drei Tanaim vorführt. aber nicht in der Weise des Sifra, was auf eine solche Textvorlage schliessen lässt; En Jakob citirt drei Tanaim und deren Meinungen wie Sifra, lut aber auch den Spruch ט1ל קי0ם> was eher auf eine Combination des Textes nach Jalkut und Alfasi als auf einen selbstständigen Text hinweist ***) Die Fassung dee S ifri (Debsrim Piska 1), die in einigen Punkten der talmucuscben gleicht erweist sich-.mjt Sifra verglichen, als späteren Ursprungs. Jedenfalls geh? auch aas dieser Version hervor, dass der Passus: , , טול קיסם eine er läuternde. Zuthat ist, was zu erweisen hier beabsichtigt ist. 11