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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-09-22 · No. 38. (22.9.1883) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 38. (22.9.1883)
Date
1883-09-22
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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J*Jf' ר־׳־׳י * י Die Gar^anigVmt und. Gewissenliaftigkeiji, mit ■^chsrdereLrwüräige Verfasser das schwere Werk snnsnfihrrm «oh »übte, tmd die Rechenschaft; weiche er hierüber in objgear Schrift ab legt, *eigen den angementen Fleiss und die überraschend grosse Belesenheit, welche die gelehrte Welt sohon seit lange anj dem emsigen Wahrneitsforscher mit Bewunderung beobaahtet. Han daif d*e Lob nicht ztaüokhaltan, A»aa w. alle besprochenen Correcturen wirklich bey1[jj»11111> und bwaisd sind. Thetsächlioh ist es iniertwsant, mit dem - Uebersetzer seine syntaktischen Verbesserungen zu prüfen, da sie fast alle feiiie Beob- Pachtungen de§ biblischen Sprechschataes aufweisen. "CMegentlinh soll hier nur auf eine Cörrectur hingewiesen werden, die nicht richtig ist. Der Lrtham ist leicht erklärlioh, weil er nur durch Kenntniss einer sonst wenig bekannten Halacha vermieden werden konnte Mark. VH, 4. ־ streicht ־ <{er Uebersetser das früher gebrauchte Wort ומטות, für xXivöv, weil der Yaticanus und Sinaiticus diese Lesart gar nicht haben, aber ganz besonders deshalb, weil OeaCtee über die Wiederherstellung religiöser Be Laheit bei ט1ת& durch Wlasser nach der Meinung des Ueber- Seiners nicht vorhanden seien. Dass solche Gesetze aber thatsächlioh vorhanden sind, beweist Mikwaoth AJbach.-9 M. 5. u. ib. 10, 2, wie auch Maitnonides von denselben in Hil. mikw. 3, 3. and hil. Kel. 7,1 spricht. Im Allgemeinen werden die freunde der hebräischen Sprache ־mit Vergnügen dies kleine Schriftchen lesen, au* dessen Zeilen die innige Wahrheitsliebe des Yerfassen und dessen fast schwärmerische Begeisterung f&r das Hebräische hervorgeht לקוטים ממדרש אבכיר ממנו שלמה באמיר "י. Wien 1883. 24 8. 8*. — Dr. Jellinek als Festgabe zu seinem 25jährigen Amtejubiläum dargebracht, ist diese Samm- {flüg1 der im jalkafc )zerstreuten Beste des Awka (mit Becht als Abkür*nng von dem stets den Schluss der Absätze bildenden.,.T p (?) א« בימינו gedeutet) 'nach 2 Bich taugen hin werth voll. Sie lässt den Charakter des verlorenen Baches erkennen, zeigt, dass mit Vorliebe Wundersames aasgemalt wird und rtiokt 80 die Zeit der Abfassung tief hinab. Sodann wird dnrch sie ein Auffinden des möglicherweise in Bibliotheken unter falschen Namen versteckten, wahrscheinlich nur über die beiden ersten Bücher der Thora sich, verbreitenden Mannscripte erleichtert. Ob nicht ein Stückchen ausgelassen ist, können wir dem berühmten Midraschkenner nicht nachweisen. Nur einzelne Bemerkungen auf dem Gebiete der Worterklärnagen seien uns gestattet. איסטהר (S. 3) hängt wohl nicht mit ianjp, sondern mit Istahar,: der persischen Mondgöttin oder Sterngottheit, zusammen, ans deren Cultmythen die Sage von Assel wohl herstammt. Interessant ist die Bemerkung Jellinek’s, dass Asael der Verführer zur Unkeuschheit ist, Asael-Asasel, und deshalb Jomkippnr zu Mincha der Abschnitt von den Arojoth {den die Babbinerversammlung so zartfühlend mit Kedoschim vertauscht hat, weil sie Obiges' nicht gewusst hat) gelesen wird. Die Erklärung von כקיסטר ab im ״castrum“ ist nicht befriedigend, קרתני (S. 2) ist ni<?ht כמרי, sondern: Städter, Bürger. Interessant für die Kulturgeschichte ist S. 6 £P) die Umwandlang eines Karthani («=־ urbanus) in einen דוברם (dux), und zwar wird, da die illegitime Geburt &£) dem , entge^enstand, die Nobilitirung ermöglicht durch das XTaagaztan des Königsech wertes. — Die Josephussage S,. 9 CTO) zeigt im Eingreifen der Ossnat arabische Einflüsse — mir neu war, dass sie zur von Potiphera erzogenen Tochter der Dina gemacht wird! S. 13 (Ammerk. 30) ist der Hinweb sehr bemerkenswert!!, -r ■ ־ - r 4־‘-“'׳ dass der Midrasch aas dem Beohaja ,geschöpft hat. Die Bemerkung S. 18, dass Gabriel den link« stehenden ,Gewässern'»*rief: Habt Rücksicht auf die, welche ap die Linke Tephilin legen, und den im Bücken Befindlichen, sie werden deh Knoten des Tephilin rückw&rts zeigen, bringt der Bokeach im Namen des Awkir. — Es ist dies ein Bäokweis der kariösen Ansicht, db in jüngster Zeit in einem dicken Bnche entwickelt wurde, dass B. Mose aas Concy (ein jüngerer Zeitgenosse des Bokeaoh) efst die eiligemeine Annahme des Tophillingebotes bewirkt hat. — Mit hochgespannter Erwartung sehen wir der von Herrn Bnber vorbereiteten Tanohuma-Ausgabe entgegen. Notizen. 1. ״A.nuar peatra Israelit!« (Jahrbücher für Israeliten) herausgegebea von Moses Schwarzfeld enthalt eine biographische Studie über HiUel I von Dr. Beck, eine uebersetzung des ״Ueberblicks über die Geschichte des jüd Volkes“ von Dannesteter, Ursprung und Entwickelung der Kabbala ׳ von Dr. Gaster, eine Eraählung: Der Wunderrabbi von Dr.E. Schwärzfeld nnd ״ein Avancement“ Episode ans dem Beben des Fürsten Knsa von M. Schw&rzteld. 2. Der Graf Manzoni hat eine illastrirte Beschreibung der hebräischen, talmudischen, rabbinischen, griechischen, lateinischen nnd italienischen Druckwerke herausgegeben, welche im 15. Jahrhundert .in Soncino, Caealmaggiore, Neapel, Brescia etc, nnd im 16. in Tano, Pesaro, Tessalonich, Constantinopel and den Drnckereien der Soncinaten erschienen sind. 3. Im Talmud Erachin 10b ist von einer Wasserorgel הרדולים (eigentlich הדרוליס) die Rede. Für ihren Nichtgebrauch im Tempel za Jerusalem wird als Grund angegeben מפני שקולו ערוב ומערביב את הנעימה was auch Hamburger R. E. 886 übersetzt ״weil ihre weichen Töne den angenehmen Schall des Gesanges verwirren“. Das ist aber nicht wahr, gerade weiche Töne sind die angenehmste Begleitung des Gesanges. Nach einer freundlichen Mittheilnng Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiner Hirsch in Prag ist ערוב nur dittographirt von den an derselben Talmudstelle genannten Instramenten, bei הרדילים muss es עב statt ערוב heissen. Die dicke, starke Stimme der Orgel störte den weichen Gesang. Die richtige Lesart עב findet sich auch wirklich im Aruch ea Landau C. 542 unter הרדוליס 4. Vielleicht kann einer der dieses Blatt lesenden Liturgisten etwas über Ursprung und Alter des Ritas angeben, nach welchem zu מעביר am ,4 ר״דer Vers תקעו und am י״ה der Vers ["JTT 0כי ביו vor der תפלה gesagt werden. loh werde zn dieser Frage durch ein in der Königl. Bibliothek zu Erfurt befindliches Fergamentblatt veranlasst. Das Blatt ist vor dem Jahre 1349 geschrieben und enthält neben einer sehr correcten Fassang des בל נדרי das מלריב für י״ה aber seitsaroerweise statt des 3י ביום> den bei den Wallfesten üblichen Vers ,רדבר משד. — Vielleicht gelingt es mir bei dieser Gelegenheit dem Ordnungsrufe des Herrn Redacteurs zu entgehen, wenn ich zu einer verpönten Materie zurückkehrend noch einen ErklärungsVorschlag zu — מעין הברכות mache. Die Worte f’ " נ־ ‘ י י - י י' - ״ ' ' '־ ־ ’ oder הוגים־ in den Text gekommen. Bekanntlich heisst ja das betreffende Stück überall מעין שבל ברבות• Caro-Pilsen. Ä״: Lazarus Geiger. t<94t Seine Lehre vom Ursprünge der Sprache nnd Vernunft and sein Leben, dargestellt von Lndnig A. Rosenthal. 156 Seiten. Preis 3 Mark. Ein auf dem Bodendes Judenthums emporgewachsener und der Vätersitte streng treu gebliebener grosser Deutscher Denker, dessen Verdienste um die neue Wissenschaft die ganze gebildete Welt anerkennt, tritt hier der Leserwelt aller gebildeten Kreise entgegen. Die Geleluten erfahren aus »dieser Darstellung, dass sie einem gesetzestreuen Juden in Lazarus Geiger gehuldigt Nachdem die Leser die Lehre des grossen Entdeckers hier dargestalt־ gefunden, werden sie in der Lebensbeschreibung einen echten Glätiliensgenossen erkennen und ausrnfen können: Er war unser! Dia Verbreitung dieser Schrift ist um sö dringender geboten, als sie auf die stürmischen Zeitfragen nicht emgeht, vielmehr blos durch die blossen Thatsachen der Lebensoe- Schreibung wirkt. J. Scheibble's Verlagsbuchhandlung in Stuttgart Verantwortlicher Redactenr Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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