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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-09-15 · No. 37. (15.9.1883) · p. Seite 146

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 37. (15.9.1883)
Date
1883-09-15
Page
Seite 146 (sequence 2)
Language
German
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י יי4 ־ fcebung v«rwen3efc. "'Sein tief jrejkriöses un<f hoöh-' etiapfiea: Osmätaer^MNwT «et Jjinn, bald rührend jfrtiöhftry «ohmelzender 8pr*che,'bäkl ergreifend and 5 ־Cietnd> TnifrgkficherPtäzka.^Die Macht -*einer ist überwältigend and von einer Reinheit, die ^rnCTlrii ־Igfnnnimhn^g frcmdzünglger Ausdrücke ,...übt, den ganzen Schatz der hebräischen Sprache in ich 9öhheS8t, Sie dringt mächtig in das Herz des Lesers "־“ durchbebt seine Gefühle. In seinem Oataloge neuerworbenen handschriftlichen, hebräischen ferke der k. k. Hofbibliothek zn Wien äassert sich j»L PWfessor Goldenthal über die von mir en Hyänen des Israel Nagara in folgender Weise: Lach hier wie bei den in ״Semiroth Israel“ fliesst seine Sprache, klingen lieblich «eine Reime, ad kehrt allemal ein Refrain wieder, der wahrhaft ie die besaüb&rhdste Musik in den Ohren tönt, bar noch neT reizender, lieblicher, ich möchte sagen, angener sind seine Poesien hier als dort, bei -Kässtkohkeit der Form and des Metrums; and r~so ber allem 80hmelz der Gefühle, doch voll 1 and Kraft. E0 ist eine Süseigkeit and Erhaben- ■*ügteich darin, welche nur der za kosten ▼erder die Schwierigkeiten, welche die hebrüsohe ^*che darbietet, za würdigen weiss, sowie die fhnutg^ämkcit^ die ihr die »urige Begeisterung des angeflammt hat.“ ״ Die von mir edirten Hymnen haben aaoh das tehhlibhe mit denen in der ״Semiroth Israel“, dass sie ,fefieden Namen des Verfassers ״Jisrael“ oder ״Jisrael Mosche ehasak“ akrostisch enthalten. Ueber ler Hf&ae steht die Melodie, arabisch oder türkisch, iaäit dem Ausdrucke Pismon nach Lachan bezeichnet, hwaktflrisirend_ die Abkunft und das Vaterland des ,־VarfsHBOta. Wa»-da» Wort Pismon betrifft, erklärt es Zanz 389) für das französische ״Pseaame“. Schibttfe h&leket S. 34 findet sich der Ausdruck!oft ^gfaälmonith“. *) Auch tragen viele der Hymnen Nagara’s als Jeberschnft das Wort 'D2ÖT1 (Romanze), welches die __ [elodie anderer Lieder anzeigt. Anfangs lebte. Israel Nagara in Damascus, wo TrVSrar Zeit das Sabbinät irme hatte, später Ite er nach Gaza ^Asa), unweit von Damaskus, wo er als Rabbiner fungirte. Trotz seiner innigen, aufrichtigen Religiosität, angeheuchelten Frömmigkeit ad• hohe® poetischen Begabung wurde er, und zwar on deifi kabbalistischen Schwärmer R. Chajim Vital, _.«)-Duke• «teilte einmal die Behauptung auf, dass jene 'Chsdiohte deshalb mit Schalmonith Qberschrieben seien, weil VeifcaA* gröaeteatbeil» Salomo hiecsen. Dass diese Ansteht eine*■ehr gewagte ist, beweist schon der Umstand, dass es viele Selichot mit der Ueberachrift Schalmonith giebt, oh- Jeich deren Verfasser nicht Salomo sondern Mordechai hiess. de» mL Goldentkal bekämpfte entschieden diese An-!in den Sitzungsberichten der pbüoeoph. histor. Klasse kaiserlichen Akademie der Wissenschaften im Junihefte indem er sagte: ״Abgesehen davon, dass es gar nieht war und auch bei keiner andern Art rituellen Poesien ׳vorfindet dass irgend eine Compositioa mit dem Namen > Verfassers benannt wäre, lesen wir ja unter den Selichot. * VeraÖhnnngBtages z. B. eine, welche ebenfalls die Ueber- *1"“3־Ichslmonith trägt, und deren~Verfasser nicht Salomo Mordechai hiess. (Das Akrostichon zeigt den Namen i-baa-& Jakob hasrachuj Betrachtet man jedoch 1 JBaa dieser Basagedichte, und die Anordnung bei der Kejtifflxdersplben, jk> erklärt sich allse auf das Leichteste. Die »ähnlichste Vorm' der Selichot ist ni.n»lw».h die, dass eine Strophe vier Verse enthält. Manche dieser Gedichts giebt Raueren Strophen st» blos zwei oder drei Versen bei; '«ölehr wetden wermteetst der Ueberschrift ״SehenijaJ reirtietHgen oder swotvereigen, und ״SeheUschgeb“ die drei- oder, •dreiv»n»gen jerlasm«! gekennzeichnet.. . . Bei der drejversigeo Selicha springt dies gleich in die Augen, jreil dipee immer ipit^gndfeimen^verseben ist, hingegen 'angefeindet and verunglimpft. In dem Werke ״ Meoraoth Olam8'־wird.1־folgende Aeusserung Vttals mitgetheilt: ״Es ist wahr,“ sagte Vital, ״daas die PLsmonim, die Na• gara verfasst hat, an und für sioh sehr schön und trefflich sind, er selber ist jedooh nicht würdig, dass man mit ihm ein Wort spricht und wer seine Pismonim singt, dem steht nichts Gutes bevor, denn er gebraucht stets banale Ausdrücke and zu allen Zeiten war er betrunken. In den drei Trauerwoohen ״ben Hamezorim“ war er einst bei Jakob Memidasch zu Gaste geladen, wo er den Hut auf die Erde gelegt, mit gehobener Stimme Lieder gesungen, Fleisch gegiessen und Wein getrunken hatte, bis er berauscht war.“ Wahrlich, Israel Nagara, der sein Dichtertalent nie (?) derprofanen Poesie zugewandt, der vielmehr stets über die Klänge weltlicher Liebeslieder, die schon damals in den Gotteshäusern ertönten, bitter klagte, und dessen Gesänge sich selbst des Beifalls eines R. Isak Luria erfreuten, solch bittere, dessen Ehre und Würde tief verletzende Vorwürfe machen zu köunen, waren nur Schwärmer von der Sorfe eines Vital (C&labrese) fähig. Der Splitter und Balken im Auge! Von Dr Sidon in Werschetz. Die herrliche im Talmud vorkommende Redeweise, die ein so sinnvolles Gedankenbild in sich schliesst, und die nach der gewöhnlichen Leseart so lautet: אומר לו טול קיסם מבץ עיניך אומר לו טול קורה מבק עיניך hat Herr Rabbiner Dr. Kroner in No. 27 d. Ltbl. bezüglich der Richtigkeit des Textes geprüft, wie auch in Vergleichung gestellt mit Evangelium Matthäi 7,5. Das Resultat dieser Erörterung ist ein so originelles, dass es schon hierdurch fast auffallend erscheint. Herr Dr. K. hält die Variante שניך für עיניך, die in Alfasi, Aruch 8. v. קיסם, im En Jacob und nach R. Samuel Edels Angabe (Agadoth B. Bathra 156) auch im Jalkut**) sich vorfindet, für die richtige Leseart, dies damit begründend, dass ״wenn Jemand auf einem in seinem Auge sitzenden Splitter aufmerksam gemacht wird, er gewiss nicht säumen werde, denselben zu entferüen, ohne die brüske Antwort zu ertheilen, welohe in Matth, angeführt ist, und darum gebühre den ״Zähnen“ der Vorzug vor den ״Augen“. Ferner punctirt Dr. K. nicht קורה sondern קורה, was mit Berufung auf Jesajas 59, 5 u. 6 talmudisch ״Spinngewebe“ bedeuten soll, und begründet seine Punctation wie Interpretation damit, dass das Bild vom Balken vor (?) den Augen unglücklich gewählt, da die Lage hat die zweiversige eben so oft keine Endreime, und nur der Inhalt als ein in jedem Versp&ar abgeschlossener Gedanke sich zeigt. Schenijah', Schelischija und Selicha sind demnach eins und dasselbe und kann auch die vierversige Selicha mit Reviija, d. L die vierversige, überschrieben sein, ohne damit etwa eine neue Gattung poetischer Produktion bezeichnen zu wollen. An jedem Tage, wo Selichot gebetet werden, ist die Ordnung derart dass zuerst die Bussgediente von der Gemeinde und dem Vorbeter zusammen betend hergesagt werden; darauf folgt ein Pismon, d. i ein melodischer Gesang, ein Gedicht nämlich, welches der Vorbeter vers weise mit Gesang vortrftgt, und die Gemeinde meistens ebenfalls vers weise nachspricht. Die anfangende oder die erste Selicha bekam also die Ueberschrift da» Wort Peticha, d. i. Eröffnung, Einleitung, und ebenso ist nichts natürlicher, als dass die letzte Selicha, nämlich die, weiche jedesmal dem Pismon vorangeht, die beschliessende oder die Sohluss-Selicha genannt werden müsste, d.' i. Schalmanith. Das Wort 0של entspricht ganz und gar dem arabischen khamala, und bedeutet: ganz sein, vervollständigen und daher auch ״beachlleasen.“ Peticha und Schalmonith haben, dem hier Auseinandergeeetaten zufolge, entgegengesetzte Bedeutung: Peticha ist Anfang und Schalmonith ist Schluss. (Bed) Man vergL dag. Grätz, Geacli. <L J., Bd. 9 S. 405, ff. Note 2. *.) In der mir vorliegenden Ausgabe (Zolkiew 1058» findet sifch diese Leseart nicht.

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