Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 35. (1.9.1883)
- Date
- 1883-09-01
- Page
- Seite 138 (sequence 2)
- Language
- German
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ruohan Fruohtgarten tausend Talente,je zu 1400 Thaler, digweii in unseren Tagen 18,000 Piaster, je ca 20 .Reaonspfennigen, mithin 3600 Mark oder 1200 Thaler. Das ist ein Üntemohied wie 12 ca 14,000, also fest nar mehr der swölfhandertste Theil von froher. ־Wer hsate beim Th arme zuRicha Zölle einnehmen wollte, mfisste erst Einwohner dahin schaffen. Die brüchigen Aqnadaote ziehen noch immer wie Stücke von. versteinerten riesigen Reptilien durch die Ebene, and beweisen, dass nicht etwa die Quelle dea Elisa sar Bewässerung hinreichte, sondern Aln Dok, ־Re״ el Ain, und el Aadsche bis hinauf cor Ain Paaaü, wo wieder Bruchstücke von Hochleitangen beatehan, ihren Wasserreich thum beisteuerten. Es scheint, als ob der Garten vor Jericho von jenem am Bache Erith nar auf Strecken unterbrochen war. Daza kam aber noch der kaiserliche Palmenhain za Archelais, welcher als cäsarische Domäne oder förmliches Basilikat einem Basilikos oder Hausverwalter unterstellt war. Daher haftet noch an den Stadttrümmem der Name el Basaliyöh. Herodes Sohn and Nachfolger, Archeleas, liess vom Flehen Neara eine Leitung nach Jericho bauen and die Hälfte des Wassers aas jenem Orte nach dem Palmenwalde fahren, 80 meldet Josephas Flavias (Arch. XVill, 13, 1.) Neara bezeichnet eben Floss, wie Nee re, and das Dorf lag 5 Meilensteine ober Jericho. Ton Herodes Schwester Salome erbte Niemand geringerer als die Kaiserin Li via, Tiberias! Matter, die Staat Jamnia bei Joppe, nebst den Jordan- ן Städten Phasaelis and Archelais, wo der berühmte ' Palmenwald bestand (XV Ui, 2, 2). Plinias rahmt noch die Lilien and Naroissen dieses reizenden Thalgrandee, and ein Palmzweig oder die dreifache Naroissenblüthe bildet das Gepräge auf den Münzen dieser | Kaiserin. Ein ordentlicher Carator dar Livianischen j Herrschaft;, Titas Ant. Alphenas Arignotas, kömmt; noch in schriftlich vor, während Josephas XVill, 6, | 3. 4 den Herennias Capito als Aufseher von Jannina unter Tiberias aaffuhrt. Basileas hiess ursprünglich der Schahinsehah, später der römische Kaiser, and es fragt sich, ob der in auffallender Weise im Evangelium! Johannis IV, 46 als Heide aafgefhhrte Basilikos nicht j dar kaiserliche Verwalter dieser Domäne war. Dieses Wittwengat der Cisarin, welcher zu Ehren Herodes auch die jenseit des Jordan gelegene Stadt Batharan in Livias umtaufte, ward also wie ein Augapfel gehütet. Heutzutage wird nur noch die dunkle Cypresse an Grabhöfen von den Insassen mit Sorgfalt gepflegt, die Balsamstaude ist längst dem Dom and der Distel, j wo nicht dem innerlich tauben and staubigen Sodomsi apfel gewichen. Aach die Indigopflanze kam hier unten im grossen Gor, wie oberhalb im kleinen Gor- oder el Guweire vor; so heisst nämlich die alte Land- | sohaft Gennezaret, welches Wort zusammengesetzt { mit Nacaret, eben den Blumen oder Pflanzgarten j bezeichnet. In Akka oder Ptolemais habe ich das erste Zuckerrohr gekaut. Wo immer eine Quelle in diesem wasserarmen, stein wüsten Lande vorkommt, da liegt selbstverständlich seit Jahrtausenden eine Ansiedelnng. Auffallend fuhrt Magdala, die Heimath der Büsserin, bei den Tahnadisten den Beinamen Zebaia, der Färber-Thann, and Sparen einer Indigo-Färberei entdeckte ich noch 1846 in dem erbärmlichen Orte, wo za übernachten ich keinem Reisenden rathen will. Die Rabbinen überliefern den Sprach: .Wenn es ein Paradies auf Erden giebt, so ist dieses die Landschaft Gennesaret, and Bethsean ist die Pforte za diesem Paradiese“ (Bab Erubin Fol. 19). Bethsean, das Haas der Rahe, ist eines der mehrfachen Nysa, wo Dionysos die erste Rebe gepflanzt, wenigstens sollte nach Pliiiias V, 16 seine Amme da bestattet sein. (Schloss folgt) Collectanea. Von Dr. Kroner, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. XL Elae alte, aber nicht veraltete Mahnung Die zar Mode gewordene Hypothesensaoht hat bedauerlicherweise aaoh jüdische Gelehrte ergriffen, die namentlich die schwanken Vermuthangen aaf anthropologischem Gebiete sich anzaeignen and ohne Bedenken durch agadische Aassprüche za stützen suchen. Was kann aber eine wuchernde Phantasie in die bilderreichen Aeasserangen der Alten nicht Alles hineindeateln! Kann denn ernstlich angenommen werden, dass dieselben überall eine concrete Grundlage haben? Oft handelt es sich da nm ein Gedankenspiel, das den Hörer oder Leser anregen soll, ein Rath sei za lösen oder am Aehaliohes. Mit Recht wird daher schon im talmadisehen Schrifbtham mehrmals zur Vorsicht in der Auffassung and der erörternden Mittheilang der Agadoth gemahnt. Beispielsweise nennt in dieser Absicht R. Seera jer. Maasr. cap. 3 8. f. die agadischen Bücher ״ קיסמי״Ifi'D" d. h. Gaukel- oder Zauber- oder Orakelbücner und beregt Rabed, eine thalmadische Autorität ersten Ranges, in den Hass&goth zu des Maimonides Mischne Thora in gleicher Absicht ״דברי האגדות המשבשות את ״-הדעותWorte der Agadoth, welche die Gedanken verwirren“ and zu bedenklichen, oft za äusserst schädliehen Irrthümem führen. Arabesken, von künstlerischer Meisterhand gemalt, sind doch keine Darstellung eines Natargebildes. Die jüdischen Apologeten obgedachter Hypothesen werfen das gediegene Gold der Agada in die Glath ihrer Phantasie and — ויצא העגל הזה. Das Ebenbild Gottes — ein Desoendent des Affen! Es kann doch wohl Niemand bestreiten, dass diese Weisheit noch immer lediglich eine wissenschaftliche Hypothese ist und keine erwiesene wissenschaftliche Wahrheit, wie der Kopernicanismus. Aber selbst wenn sie als wissenschaftliche Wahrheit dargethan würde, vermöchte sie ebensowenig den Kaltarwerth der Religion, insbesondere des Jadenthams za mindern, wie der Kopemioanismus; ob der Körperdes Menschen anmittelbar aas Erde gebildet worden oder nicht, ist für seinen Geist, dessen Wesen, Bes timmnng and Ziel, dessen Ideen .nnd Ideale entschieden belanglos. So möchte vielleicht Mancher daza bemerken. Und dennoch — überlassen •wir die Descendenztheorie, die der ebenso bescheidene wie geistreiche Meister Darwin selbst bekanntlieh nar als fragwürdige Hypothese behandelt hat, wie er ja aach das Thema von dem Dasein Gottes als ein solches an führt, das die Weisesten nnd Erleachtetsten unter allen Menschen bejahend erörtert hätten — überlassen wir die Affentheorie neidlos unfehlbaren Darwinisten; tragen wir kein Gelüste, diesen nachza ä ff e n and anserm jüdischen Genius ״anzazüchten“, was ihm fremd ist and za seinem Heile fremd bleiben soll! — — — Litteraturbericlit. Recensionen. R&lf, Dr. J. Aruchas Bas-Ammi. Israels Heilung. Frankfurt &./M. 1883. Verlag von J. Kauft* mann. Referent bedurfte einer etwas längeren Zeit zur Beurtheilungdes vorliegenden hochinteressanten Schrift* chenB, weil das Endartheil die Freundschaft aaf dkf.l Probe stellt, welche ihn mit dem Autor verbinde^