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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-09-01 · No. 35. (1.9.1883) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 35. (1.9.1883)
Date
1883-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M., Magdeburg• entlieh in einem halben Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bst erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mk Ler Expedition dieses Blattes sowie durch die Central-Annoncen-Expeditidh Jerlin, Cöln, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Das J0rdan-Canal-f?10ject durch'die Wüste von Jerichow. Von Dt. J. Sepp. (Fort־ Setzung.) — Collectanea. VonDr.Krönet,Brandenburga.H. L itteraturberiobte: Bülf, Dr. I. Aruchar Bar Ammi: Israels Heilung. — Mandel, Jules. Ueber T&dtung der Schlachtthiere nach israelitischem Ritus. (Schluss). Notizen. Naebdraek nur mit ■voller Qusllenssgabe!sstattet. Das Jordan-Canal-Project durch die WUste von Jericho. Von Dr. J. Sepp. (Fortsetzung.) Dieses Joppe oder Jaffa verdient ein Paradies za heissen, die goldenen Aepfel hängen einem nur 80 in den Mond. Zn Haufen gesohiohtet tri fit man die köstlichen Früchte am Bazar und rings um die Stadt; ioh kaufte bei meinem ersten Besncbe 1846 das Stück für einen türkischen Para oder 20 Stück für 10 unserer jetzigen Reichspfennige. Gegenwärtig gehen ganze Schiffsladungen, Eiste auf Eiste, nach allen Eüsten- Städten der asiatischen Levante bis Constantinopel and Odessa and fallen die Märkte, so zwar, dass der Aufenthalt bis za deren Ausladung dem Reisenden manchmal lange genag dauert. Aber das eigentliche Judäa ist ein Hochland, and der Abrahamsbrannen zu Beerseba and bei der ogygischen Eiche vor Hebron, wie der Jakobsbrtumen zu Sichern sind tief in Felsen gegraben. So wie jedes Haus seine eigene Cisteme braucht, erfordert das Umland der Städte nicht minder Wassermagazine, am die Fruchtbarkeit za erhalten. Duroh ihren Ruin and die zunehmende Trockenheit hat halb Palästina seinen Charakter verändert und ist nicht mehr ein Land des Natursegens zu nennen. Was stellt man sich unter dem Baohe Cedron vor! Und wenn man hinkommt, ist es nur ein Steinbett, nicht umsonst heute Wady en När, das Feuerlhal, genannt. An der Quelle, d. h. im Thalgrande zwisohen der Stadt Jerusalem and dem Oelberg, furcht der Winterregen den Sand kaum auf 100 Schritte hin, ja schon Robinson, der doch von Aegypten herkam, wunderte sich, in Palästina kaum auf ein Qaellbächlein zu stossen, das nur 100 Fass weit laufe. Das Hohelied gedenkt des Weinberges von Engaddi; heute darf man ins Gebüsch Ja nabe treten, um noch ein leises Rauschen vom terabsäuselnden Wasser zu vernehmen, das jetat nur niederes Gesträuch befrachtet. Zn Bet Anan im jüdisohen Lande, wo zuerst Johannes der Täufer, dann Jesus durch seine Jünger taufte (Math!. Hl., Joh. HI., 22 £). traf ioh wohl noch die Teichummauerung, aber kaum so viel Wasser träufelte ans dem Felsen, dass mein Sohn und Begleiter in j Zeit von ein paar Minuten einen Lederbecher zur : vorübergehenden Labung füllen konnte. Es war'allerdings Hochsommer, aber am Ursprung des Eison, , angesichts des Tabor, wo ioh 28 Jahre früher mir i noch den Kaffee gekocht hatte, freilich im Winter. reichte im Juli 1874 der Wasservorrath dann nicht 1 hin. Dem Araber mochte; das Herz lachen, als er I den Namen Wady an mächtige Ströme, wie den Goadiana and GuadaJkibir, d. h. den grossmächtigen Fluss, I verwenden durfte — in Palästina und Arabien bezeichnet Wady nur mehr einän Dürrnbach, ein Trocken- ן bett, meistens sogar für /den Winter. Die Ebene 1 Gennezaret ist glücklicherweise von vier reissenden 1 Bächen durchströmt, welche den Pferden mehr alz ' den Huf netzen, gleichwohl ist Eapharaatun, die See-! stadt mit dem gleichnamigen Floss, für Viele kaum i mehr zu finden. Ebenso liegen Bethsaida and Eorazsn,! Tariohäa and Hippos in Rainen, und was ist ans den : berühmten Städten, wie Gerasa und Gamala, geworden? ' Zu Eana in Galiläa führen nur noch die Mücken 1 ihren Hochzeitsreigen auf, ein Schafpferch ist allein 1 übrig, und selbst die Benennung el Gelil will ihm; streitig gemacht werden.! Und wie sieht es heute in der Landschaft am unteren Jordan ans? Man lese die Beschreibung, welche Josephas Flavins von der Palmenstadt entwirft! Vom Elisa- oder jetzigen Snltansbmnnen ging ein ganzes Canalsystem ans, welches einen weitläufigen Zaubergarten ins Leben rief. Der Umfang der reizenden Oase betrag siebzig Stadien in die Länge, zwanzig in die Breite,, und hier blühte sogar der königliohe Balsamgarten, welcher der Regierung ein reiches Einkommen sicherte. Schon Vater Jacob sendet seine Söhne mit Balsam nach Aegypten im Lande Chemmis, das sich nach der schwarzen Erde so benannt Bah, denn in den Nachbarlanden giebt es dergleichen nicht. Titus liess bei seinem Triumph «uge in Rom die Baisamstande als Naturseltenheit mittragen. Also volle vier Standen lang und eine Stande breit erstreckte sich dieser Garten Abrahams, wie er noch in den Kreuzzügen hiess, und bildete bei seinem Wasserreichthum und der Winterwärme ein üppiges Treibhaus. Nicht umsonst heisst Jerioho ״die Stadt des Wohlgernohs“ — und heute? liegen an der Stelle, dem Gebirge nahe, ein paar riesige Aschenhügel! In den Tagen des Eönigs Herodes, der da zu Ehren des Augnstus und Agrippa Paläste und dazu ein Amphitheater baute, betragen die Jahreseinkünfte .ans diesem zaube-

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