Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 34. (25.8.1883)
- Date
- 1883-08-25
- Page
- Seite 135 (sequence 3)
- Language
- German
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verkrüppelte Palmen nährt.י Ueberhaupt ist P »lästina imr wegen des Mangels and Verfalles von Hegenteichen and Bewässerungscanälen so weit herabgekommen. Die Araber belegen solche Klausen, ־ וüduroh sind, and soviel Gottes Wasser ganae Thäler abg auf Gottes Land fallt, aufgesammelt wird, mdjt dem Kamen Bend. Die grossartigsten ־Werke der ÄH sind die Salomonischen Teiche zur Befeuchtung, seiner Gärten (dae hortas conclasus) and zam Theil fiir den Aquäduct nach Bethlehem and Jerusalem. Hier findet sogar eine dreifache künstliche Thalabdämtnerang statt. So war es einst in Yemen, dem glückseligen Arabien, der Fall, and allein durch solche Wasserwerke vermochten die nach Spanien geflüchteten Ommajaden die iberische Halbinsel za einer solchen Blüthe za bringen. Arthesiscbe Brunnen zu eröffnen, ־ wie die Franzosen zam Entzücken der Landeseinwohner in Algerien mit solchem Erfolge gethan, geht allein in der Küstengegend an, wo das Grundwasser leicht erbohrt ist, und man jetzt in Joppe bereits in 300 Gärten die Schöpfräder von im Hinge gehenden Ochsen getrieben, knarzen hört, wie den ganzen Niel entlang dieselben Sakkieh. Freilich und erfreulich sind einige dieser Plantagen umfangreich, wie der des -deutschen Cod 81118 Murad 15 Morgen hält und schon vor einem Mensohenalter jährlich 150,000 Pomeranzen lieferte. (Fortsetzung folgt.) Die jüdische Bevölkerung auf St. Thomas. Der ״Natur“ No. 6, 1883 entnehmen wir einen Theil des aus der dänischen geogr. Zeitschrift übersetzten Artikels ״Kleinigkeiten aus dem däaischen West-Indien“ von Premier-Lieutenant E. V. Kolthof. ״Hauptsächlich sei es mir erlaubt, hier einer Klasse westindischer Mitbürger za gedenken, die keineswegs die Forderung’macht, sich dnreh Hilfe äasserer, in die Augen fallender Mittel vorzudrängen, sondern die sich vielmehr durch ein bescheidenes, prankloses den Geschäften geweihtes Leben, auszeiennet, und sich den Freuden des Hauses und des Familienlebens widmet. Es ist dies die jüdische Bevölkerung auf St. Thomas, an welche ich denke, und welche in so vielen Beziehungen von den Juden daheim verschieden ist. FüFs erste gilt von den Juden auf St. Thomas, dass die meisten derselben, bis aut einige Ausnahmen, welche aus Hamburg herstammen, von südlicher Abstammung sind und der sogenannten ״portugiesischen Kongregation“ im Gegensätze zu der ״polnischen“, welche hauptsächlich in dem nördlichen Theile Europa’s heimisch ist, angehören. Im Aeusseren schon zeigt sich dieser Unterschied; denn während der Typus dieser Klasse von Mitbürgern hier bei uns in der Hegel klein, unansehnlich und von dunkler Gesichtsfarbe ist, zeichnen sich die Juden in West- Indien durch stolze, hohe Gestalten, edle Gesichtszüge und durch ein ״ savoir vivre “ aus, wodurch sie unwillkürlich einem Jeden, der mit ihnen in nähere Berührung kommt, Sympathie und Geneigtheit abzwingen. Ich habe während meines Aufenthaltes in Westindien Gelegenheit gehabt, persönlich viele Erfahrungen in dieser Beziehung zu machen, und ich läugne1 nicht, dass die Erinnerung an diese Bekanntschaften zu meinen liebsten Lebenserfahrungen daselbst gehört. Die ältesten, zuverlässigsten Nachrichten über die Ankunft und die Anwesenheit der Jaden auf unseren westindischen Inseln gehen bis auf das Jahr 1757 zurück, da zu dieser Zeit, wie dies aus einigen Geburts-Verzeiohni88en, Welche sich 1m Besitz einet dort wohnenden jüdischen Familie befinden, ein Kinjd von jüdisoher Herkunft geboren wurde. Man hat;jedenk _b— falls keinen früheren MüfasnäMoben Beweis für den Aufenthalt der Juden auf St. Thomas. ־ Nach dar Einnähme und Plünderung Hodney’s durch St. Eustache im Jahre 1781 kam der grösste Theil der dort ansässig gewesenen Juden nach St. Thomas und liess sich hier nieder. Sie bildeten damals noch keine Gemeinde, sondern hielten nach der Ankunft dasselbst ihre Betstunden in ihren Wohnungen, bis es ihn«n im Jahre 1796 glückte, eine Gemeinde zu bilden und eine Synagoge zu erbauen, welche den Namen ״Segen und Frieden“ erhielt. Im Jahre 1801 zählte diese Gemeinde im Ganzen nur 9 Familien, im Jahre 180S aber wurde sie durch fernere Ankunft von Glaubensgenossen, die aus anderen Orten eintrafen, bis auf 22 Familien vergrössert; die Synagoge wurde darauf im Jahre 1812 mit einem anderen kleinen Gebäude, zu demselben Gebrauche bestimmt, vertauscht. Ala die Gemeinde sich später noch mehr vergrösserte, wurde es nöthig, auch dieses letzte Gebäude mederzureisaen und ein grösseres aufzaführen. Im Jahre 1824 zählte die Gemeinde 64 Familien. 1831 brannte das Gotteshaus nieder, aber durch dieses Ereigniss nicht entmuthigt, führten die Juden die jetzige Synagoge!; theils durch reichliche Beiträge von der Insei selbst, Jheils durch Unterstützungen, welche vom Auslände eintrafen, auf. Die jüdische Gemeinde zählt zur Zeit wohl ungefähr zwischen 400 und 450 Mitglieder. Viele derselben sind im Besitze von Ehrenposten, und as walten nur die freundlichsten Gefühle zwischen ihnen und der übrigen dortigen Bevölkerung ob.“ Shylock. Von Dr. Paulus Cassel. (Schluss.) . — Wer Blut vergiesst, heisst es wieder im alten Testament, dess’ Blut 8011 wieder vergossen werden. Möge er schneiden — aber durch jeden Blutstropfen werde der Gläubiger selbst des Gerichtes schuldig. So wird der Buchstabe durch den Buchstaben beseitigt. Denn nun zieht der Kaufmann zurück. Der Bitter wird gerettet. Es ist die Liebe, die za diesem Ein fall gekommen ist. Dieselbe Wendung ist im italienisch( Pecorone. Auch hier hat die liebende Frau den Einfall, nicht der Hichter. Mit derselben'Auslegung wird” Ansaldo gerettet. Nicht anders redet in Englandי■ Porzia: Darum bereite Dich, das Fleisch zu schueiden, Vergiess kein Blut, schneid’ auch nicht mehr noch minder ' ' Als grad’ ein Pfund; ist minder oder mehr J Als ein genaues Pfund, sei’s.nur so viel Es leichter oder sohwerer an Gewicht Zu machen, um ein armes Zwanzigtheil Von einem Skrupel, ja wenn sieh aie Wagschal Nur um die Breite eines Haares neigt, So stirbst Du und Dein Gut verfällt dem. Staat. Ganz ähnlich ist, wenn auch die Peraonidiaa andere Verhältnisse haben, die Erzählung im Dolopathos. Auch hier errettet die Frau den Geliebten durch dieselbe Wendung des Buchstabens. Und diese Form ist auch gewiss die echte. . Die Liebe kann allein das Gesetz erfüllen. Sie entreisst den Schuldigen dem Schwert des Buchstabens. Sie zeigt, wie der Buchstabe sich selber aufhebt ״nd, indem er ein Werkzeug der Strafe in der Hand des Hassers wird — durch die. Liebe erfüllt, den Feind überwältigt. In den anderen Versionen tritt an die Stelle der weisen Liebe die ernste Weisheit eines Mannes. In ״Kaiser Karl’s Hecht“ ist es der Kaiser, in einer moslemischen! Version ein Kadi, in Born der Papst, in Konstantinopel der Sultan. Das Vorbild für diese Wendung ist hier der König Salomo geworden, der m