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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-07-28 · No. 30. (28.7.1883) · p. Seite 119

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 30. (28.7.1883)
Date
1883-07-28
Page
Seite 119 (sequence 3)
Language
German
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Collectanea. Von Dr. Krön er, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. X.*) Altes in nenem Gewände. £8 nimmt sich doch, glimpflich gesagt, eigenartig 'ans, bemerkte mir neulich Jemand in einer Unterhaltung über die Agadoth, was Berachoth 5 b über den Einfluss der Stellung des Bettes behauptet wird. ״Ich finde das so eigenartig nicht, erwiderte ich meinem Gegenüber; ebepsowenig . . Allerdings, unterbrach mich dasselbe, gilt meine Bemerkung keineswegs der heiligen Scheu, die sich in Thosafoth und Raschi z. St. kundgiebt. Aber begründen Sie doch einmal das agadischerseits empfohlene: "שתהא (המטה) נתונה בין צפון לדרום" irgendwie naturwissenschaftlich! ״Ebensowenig wie die Bibel, entgegnete ich, will und soll der Thalmnd wesentlich ein Lehrbuch der Naturwissenschaft sein. Hiermit könnte ich, da das religiöse Moment bereits Ihrerseits so schön gewürdigt worden, füglich schliessen. Doch ich will auch auf das naturwissenschaftliche Moment eingehen: Baron Reichenbach . machte vor anderen hervorragenden Naturforschern darauf aufmerksam, dass, wenn schon ein Magnet auf sensitive Personen einen Einfluss ausübt, auch der Erdmagnetismus sicherlich auf das Nervenleben des Menschen wirken müsse. Er glaubt daher, dass auf der nördlichen Halbkugel Menschen mit dem Kopfe gegen Norden sich zum Schlafe niederlegen sollten, auf der südlichen Halbkugel aber umgekehrt. Der Einfluss dieser Lage 8011 von grosser Bedeutung für den Blutumlauf sein, ja man will Störungen im Organismus allein durch das Wechseln des Lagers kurirt haben. Viele Beweise werden für diese Behauptungen aufgeführt; so schrieb der im 109. Jahre seines Lebens verstorbene Dr. Fischweiler in Magdeburg sein hohes Alter dem Umstände zu, .dass er stets mit dem Kopfe nach Norden liegend geschlafen habe — ganz entsprechend dem thalmudisohen בין צפון לדרום> was thosaphästisch erklärt wird: ראשה ומרגלותיה זה לצפון תה לדרום. Die Ostwestrichtung (d. h. mit dem Kopfe nach Osten ' liegen) 8011 am ungesundesten sein. Krankheiten werden durch das verkehrte Liegen verschlimmert, behaupten fleissige Beobachter. Die also schon lange bekannte Theorie über die beste Stellung der Betten — so schloss ich meine Entgegnung — ist auch nach Reichenbach, selbst in neuester Zeit oft sehr ernstlich besprochen worden“. Mein Vis-a-vis war, wie es versicherte, von dieser Antwort ebenso befriedigt wie überrascht. Gegenerklärung. Wenn ich nochmals auf die Bedeutung von .מדכרין ומחקין eingehe, 80 geschieht es nicht, um Recht zu behalten, sondern um die Wahrheit zu eruiren. Gegenüber den bedeutenden Autoritäten, dem Verf. von M. K. und Prof. Levy hatte ich behauptet, mau dürfe משחקין nicht übersetzen: man wünscht, dass dieses Mannes Gebeine zermalmt werden, oder מניחין mit: man wünscht ewige Seelenruhe, 80 lange die Berechtigung nicht nachgewiesen sei. Herr Dr. K r o n e r verweist auf M. K., dessen Berechtigung zu solcher Erklärung ich ja aus spraohliohen Gründen bestritten habe. Das ist also kein Nachweis der Berechtigung. Herr Dr. Kr. ficht ferner die Beweiskraft von Tanohuma an. Dass *) In dem Artikel ״Der Splitterrichter“ No. 57 S. 106a maag Z. 27 v. n die Klammer forttallen und mit den ^1ach derselben stehenden Worten: Bei genauer Prüfung — ein neuer Absatz beginnen. Behemoth r. viel jünger ist, ala Midr. Tanohuma und diesen als Quelle benutzt, resp. Jelamdenu, hat schon Zunz nachgewiesen. Auch setzt er Zweifel in die Richtigkeit der Lesung von Midr. Schemuel. Das sind alles keine Nachweise für seine Behauptung, dass Wünsche, resp. Math. Keh. und Prof. Levy8 Erklärung die richtige sei Jedenfalls können Midr. Soheiatkm und Tanchaina שחקין& nur mit ״tadeln“ verstanden haben, entsprechend dem גנאי לו וכי־ und gegenüber 1**יי' dem ומשבחק, שבח לו וכר pמדכ Auch der Zusammenhang lehrt es noch zwingender^ dass die von M. K. und Levv gegebene Lesung und Erklärung nicht richtig sein kann, der Midrasch kann doch Moses zu seinen Zeitgenossen nicht haben sagen lassen: ״Sehet, Gott hat berufen den Bezalel, Sohn Uri’s aus dem Stamme Juda, wünscht ihm־ eine ewige Seelenruhe“, während Bezalel noch lebte und an der Stiftshütte arbeitete. Wohl aber kann der Midrasch den Moses zu'" seinen Zeitgenossen sagen lassen: ״Sehet, Gott hat berufen den Bezalel, einen treffliohen Mann, der seinem Vater Uri, seinem Ahnen Chur, seinem Stamme Ehre bringt“. Sprachliche wie sachliche Gründe vereint, beweisen daher, dass die Erklärung von M. K. und Prof. Levy nicht die richtige sein kann. Wir finden nirgend, dass das Piel bedeutet: wünschen, dass etwas geschehe. Offenbar ist JTHD eine Corruption von משבחין durch Abschreiber. Spätere Abschreiber behielten diese Corruption bei, weil sie an שחיק טמיא dachten, und משכחין dann als Gegensatz zu שחקין& . nicht mehr passte. Immerhin aber konnte dis Lesung משבחק nicht ganz verdrängt werden. Bei dieser Gelegenheit berühre ich noch einen Punkt in der Recension des Herrn Dr. Kr., nämlich dass Dr. Wünsche auf S. 328 Z. 5 v. u. mit Recht ״R. Jochanan“ in ״Resch Lakisch“ geändert Diese_ Aendernng des Herrn Prof. Levy hatte ich mit Hinweis auf Wajikra 7 § 19, Midr. Schir zu c 5,11, Midr. Schemuel § 5, also aüf die Uebereinstimmung von vier Stellen (nur dass in Midr. Schir und Midr. Sohemael נרבה steht statt רנה) missbilligt. Sonderbarer Weise beruft sich Dr. Kr. auf Waj. 7.19, während dort au•»י drücklich steht: R Jochanan sagt: Das Lernen der Thora sei nur bei Nacht. Resch Lakisch aber sagt: bei Tag und bei Nacht.... Später als R. Lakisch an die Verse Spr. 31.15 und KlageL 2.19 kam, sagte er: R. Jochanan hat mich richtig gelehrt (nämlich, dass das Lernen der Thora nur bei Nacht sein 80IL) Später aber sagte er: ihr seht, wie mein Angesicht - leuchtet von meinem Lernen; warum? ״weil es baL Nacht und bei Tag geschieht“. Also ist BL Jochanan.. . der Urheber dieses Spruches. Die Stelle in Sohemoth 7.4J״... heisst daher: dennoch (obgleich R. Jochanan sagt: lernet die. Thora abwechselnd SApewtrov, דאימטין) nicht gerade Mischna Nachts, und Thora am Morgen '׳ (8. Tharg. Echa), sagte er doch, das Lernen der Thor• ' sei bei Nacht. Und dies, sagte später Resch Lakisch, hat mich richtig R. Jochanan gelehrt. Auf die Erklärung von ראימטין ist Herr Dr. Kr. gar nicht eingegangen. Immerhin ist bewiesen, dass die Aendernng des Herrn Dr. Wünsche hierin, resp. Professor Levy^a:־', nicht begründet ist. * Dr. Fürst .־ Recensionen. ,.,j Unbeschränkte Volksverraehrung oder Sind viel• 1' Kinder ein SegenI Von J. Stern. Scheible's Verlag Stuttgart 1883. (Schluss).• Vor Allem erblicken ' wir jene Lösung in. 'der Mässigkeit aller Volkskreise hinsichtiüm aller- ׳־

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