Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 25. (23.6.1883)
- Date
- 1883-06-23
- Page
- Seite 99 (sequence 3)
- Language
- German
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1-1 י, יי W'JIJPÜPW — 99 litteraturbericht Recensionen. Biblisches Lesebuch für die israel. Jugend. Bearbeitet von Oscar Waldeck. I. Theil. Wien.!Verlag von Jul. Klinkhardt. 1883. Eine jede literarische Production auf jüdischreligiösem Gebiete, die das Interesse der Jugend für die Lehren unserer Religion in geist- und gemüthbildender Weise zu beleben anstrebt, müssen wir willkommen heissen. Auch dem obigen Buch{ merkt man den warmen Pulsschlag religiösen Lebens an. Es ist keinem Geringeren gewidmet als dem bekannten Herbartianer Prof Dr. L. von Strümpell, dessen Schüler der Verfasser ist. (Herbarts Pädagogik gründet sich, um dies nebenbei zu bemerken, auf das unmittelbare Interesse, als auf den wesentlichenI Zweok des erziehenden Unterrichts). Das uns vorliegende erste Lesebuch schliesst mit dem Tode Jacobs, das zweite wird den Stoff bis Moses Tod behjandeln. Theil I. wird eingeleitet mit einer poetischen; Uebertragung des Adon Olam, die sich jedoch voln dem Wortlaute des Textes an einigen Stellen zn weit entfernt. (״Ich schlafe sanft und lebe frei“ j(?) Es folgt dann die Schöpfungsgeschichte mit dem 19. Psalm an der Spitze. Doch ist die Wiedergabe des Schöbfungsberichtes viel zu abstract; was soll sich dale Kind denken bei einem Satz wie: ״Der Geist Gottefe allein durchzog den bodenlosen Abgrund“ oder: ״Unjd siehe, da stieg auf das Luftmeer und das Blau umsäumte den Wasserspiegel“. Dem zweiten und dritten Schöpfungstag schliesst sich Psalm 93 an. Aut den vierten und fünften Schöpfungstag folgt eine ans dem Midrasch poetisch übertragene Erzählung: ״Sonne und Mond“ u. s. w. Man sieht also, dass des Verfassers Streben darauf gerichtet ist, in dem Kinde vielseitiges Interesse für die erhabenen Lehren unserer Religion zu erwecken. Bei der mit Wärme und Begeisterung geschriebenen Vorrede vermissen wir jedoch;auf die Verwerthung des Buches hinweisende practische Winke. Für die Kinder welches Schulalters z. B. soll Heft I. berechnet sein? Seiner Form und Anlage nach geht es weit über den geistigen Horizont 9, 10 und lljähriger normal entwickelter Kinder hinaus. Es wird noch immer viel zu wenig Rücksicht genommen auf die nur in engen Grenzen sich bewegenden Vor- Stellungen des Kindes während der ersten Schuljahre. Vielleicht legt uns der Herr Verfasser im fleft IL auseinander, wie er in praxi sein Buch gehandhabt wissen will. M. Spanier. Mit Bezug auf die Anzeige über die 18. Lieferung von Wünsche’s Bibi, rabbin. habe ich in Beijrefl des Ausdruckes מדכרין ומביחין מדכרין ומשחקיז Folgendes zu bemerken. Dr. Wünsche folgte der Uebersetzung von ם״כ und von Professor Levy in seinem Wörterbuch. Um von der Richtigkeit dieser Uebersetzung zja überzeugen, wäre darzuthun, mit welchem Rechte man משחקין mit ״man wünscht Zermalmung der Gebeine“ und סנידדן mit ״man wünscht Seelenruhe“ übersetzt werden können. Dieser Nachweis ist nicht ן zu erbringen und darum ist diese Uebersetzung willkürlich und unberechtigt. Sie passt aber nicht einnial zum Zusammenhänge. Der Midrasch will erklären, warum hier' auoh der Name des Vaters und des Stamjtnes geuannt sei, und ebenso auch beim Lästerer; und giebt als Grund an, weil Tna.11 bei Erwähnung rechtschaffener Männer ihr Lob, ihres Vaters Lob, ihres Stammes Lob verkündet; bei Erwähnung ruchloser Männer den* Tadel gegen sie suaspndht, gegen den Vater, der.sie so schlecht erzogen, gegen den Stamm, der. ihm ein so schlechtes Beispiel gegeben. «Nun passen auch die Worte: das ist ein Lob für ihn, für seinen Vater, für seinen Stamm; das ist ein Tadel, eine Schande für ihn, seinen Vater, seinen Stamm“. Bei der Uebersetzung,. wie sie Dr. Levy und מי כ geben, passt das Wort gar-' nicht in den Zusammenhang; in welcher Verbindung stehen diese Worte: ein Lob für seinen Vater, für seinen Stamm damit, dass , man dem Sohne die ewige Seelenruhe wünscht, oder wie soll der Tadel für den Vater damit Zusammenhängen, dass man dem Sohne eine Zermalmung der Gebeine wünscht? Eben so wenig wird hierdurch erklärt, was doch erklärt werden soll, warum des Vaters und des Stammes Name genannt ist. Darum übersetzte ich: ״man tadelt (die Ruchlosen) wenn man ihrer erwähnt“. Und deashalb hatte ich vorgeschlagen משבחק statt מביחין zu lesen. Und in der That sehe ich, dass Midr. Tanchuma zu unserem Verse die Lesung hat מובירין ומשחקים מזכירק ומשבחים: dem משחקים entspricht das Wort :בבאי לו בבאי לאביו בבאי לשבטו dem משבחים entsprechen die Worte שבח לן שבח לאביו שבח לשבטו Midrasch Schemuel P. I. hat die Lesung ]מדברי ומשבחק מדכרק ושחקק מדכרין ומביחק, also ebenfalls w» Midrasch Tanchuma hat, und wie ioh vorgeschlagen; nur fügt er ]מדכרין ומביחי noch bei, nimmt dies aber nicht, wie Levy und\dgr Herr Recensent, man wünscht, die ewige Seelenruhe, ebensowenig als er משחקק im Sinne wie es Levy übersetzt; sondern,_wie das von ihm citirte Beispiel zeigt:זכור את אשר עשה ה־ אלקיך למרים in dem Sinne: wenn rechtschaffene Menschen einmal sündigen und man ihrer Sünde erwähnt, so enthält man sich des Tadels wie des Lobes. Ueberhaupt dürfen so schwierige Parthien nicht nach augenblicklichem Gutdünken oder Geschmack leichthin entschieden werden; sie erfordern ein sorgfaltiges Eindringen in den Zusammenhang, ein Forschen nach dem, was eigentlich der Midrasch erklären will, und wie seine Erklärung in dem Schriftstück einen Anhalt findet. Mannheim. Dr. Fürst. Notizen. 1. Erwiderung. In No. 23 d. Bl. äussert sich Herr Rabb-. Dr. Woläsohn über meine in No. 13 enthaltene Widerlegung seines Segensquell-Artikels. Ohne auf den Ton jener Aeassemsg einzugehen und die Gründe.seinesneun Wochen langen Schweigens anzudeuten, bitte ich, meine Widerlegung in No. 13 — die W. zu citiren unterlasst — mit seiner jetzigen Aeusserung zu vergleichen. Hiermit könnte ich füglich schliessen; nur zu einer noch augenfälligeren Klarlegung des Gegenstandes erlaube ioh mir zu bemerken: ככל יום תמיד übersetzt gleich mir u. A. kein Geringerer als der verewigte Sachs: ״an jedem Tage beständig“. Wie die verehrt. Kedaction in No. 23 den einen Gegenbeweis (תמיר של ב״ה) als ganz hinfällig darthut, so vermag dies in Bezug aut 2. M. 28, 29 Jeder, der diese Stelle ganz liest; denn das תמיד ist ja hier auch determinirt und zwar durch das von W. übersehene :י*!« ,בבאו אל הקדש ״Aron trage immer, wenn er in das Heiligthum hineingeht“. Vergl. V. 30. Mendelssohn, Herxheimer u. A. attribuiren das תמיד in v. 29 dem לזכרק: zum beständigen Andenken. Uebrigens kommt ja die erhabene Idee, dass unser Leben ein beständig Danken sein solle, in unseren Psalmen rmd anderen Gebeten unzählige Male zu entschiedenstem Ausdruck. W. eifert zuerst in sehr wortreicher und gewundener Weise gegen meine Auflassung des יעלה רבא als Bittgebet, ohne dazu durch Logik und Sohriftthum — tertium non — veranlasst zu sein. Ich übersetze, soweit n&thig, dies Gebet nach Sachs: ״Unser Gott! Lasse aufsteigen und vor Dioh