Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 20. (19.5.1883)
- Date
- 1883-05-19
- Page
- Seite 79 (sequence 3)
- Language
- German
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Sachs übersetzt : Sängern gleich lass ich e rklingSn, bell ״ein'Lied der Lieder“. Seolis berücksichtigt also den Ausdruck 3^ך gar nicht; ebensowenig L stteris, der folgendennassen überträgt: lob will es varsuohen, meinen Gesang ertönen za lassen in der We isejenes Jabelgesanges des hohen Liedes, das Salomo (;esuagen. Heidenheim übersetzt: Ihm will ici singen wie jene mächtigen Sänger, ein hohes Lied. Heidenheim berücksichtigt allerdings c.en Ausdruck כעך; aber er überträgt ihn entschiede a falsch, obgleich er, ausweislich seines Biur zu dem Anfang des Jozer für den ersten Pessachtag, כשרים ganz richtig auffasst. Das Wortgefuge: ״wie jene mächtigen Sänger“ würde hebr. lauten: כוזרים העזים, oder mit dichterischfreier Weglassung des Artikels כאורים עזים, oder auch כעך קרים, mit dem zu vergl. ״ ךעי גרםdie schlimmsten der Völker“, Jeohesk. 7,24. Nach unserer Ansicht ist 8 כעך שרים. v. a. כשרים ״עז ״ and wir übersetzen den ganzen Passus wörtlich also: ״Ich will singen wie Jene, die ״עזי״ saget, — ein hohes Lied“. Der Paitan deutet mit ־ לך״ die 2) שירת הים M. 15,2) an. Der gleichen Auffassung begegneten wir : ru unserer Ueberraschung in der alten Dyhmfurter Machioredition, welche übersetzt: Ich will singen, als («= wie) ישראל haben gesungen von seiner Stärk’ bei dem ים pp. In Bezug auf die Besonderheit der Wortstellung des Paitan genügt wohl der Hinweis auf Jirm. 10,13: לקיל תתו, das nach Raschi, sowie nach Ewald in dessen Ausf. Lehrb. der hebr. Spr. § 307b für לתו! ו קול steht. Dass übrigens der wackere Heidenheim i.ueh sonst an das Quandoque dormitat gemahnt, dafür sei heut nur ein Beispiel angeführt: Im Biur ‘zu d5r Hapht. des siebenten Pessachtages, II. Sam. 22, zie.1t er der gewöhnlichen Erklärung des נחלי בליעל (Vc) ״Ströme des Verderbens“ die Deutung vor: Gesellschaften nichtswürdiger Menschen — נחל s. v. a. das rabb. נחיל Schwarm'— weil der Ausdruck כלילל mr אצל בני אדם d. h. neben P e r s o n a 1 substantiven stshe. Nun kommt aber בליעל sogar neben dem allgemeinsten , Real substantiv (דבל) uudzwar mehrmals vor! P8: 41,9. 101,3. __ Litteraturbericht, *) Der Verfasser ersucht, folgende Druckte hier in der Brochüre zu corrigiren: Seite 6 Zeile 10 v. oben, lies« ״ihren1־ statt S. 14, Z. 19 v. o. ist nach ״U>47“ ausgefallen: ״de Theil“ und hat der Passus zu lauten: ״dessen fl ■ <ler von den Pflichten des jüdischen Weibes abhar ®r sich ausdrückt“ u. s. w. — S. 17, Z. 17. v. u. ist J *®r■* 211 streichen. an d . da: : 5 M. 15,9 Recensionen. Die Entstehungsgeschichte der portagisischcn Gemeinde in Amsterdam und Rabbi Menasse lien Israel. In einem Vortrage dargestellt von Dr. Samuel Back, -Rabbiner der isr. Gemeinde in Smichow. Frankfurt a. M. Commipsionsverlag von J. Kauffmann, 1683.*) ' Es ist leider noch immer zeitgemäss, aif die Uncultur vergangener Zeiten,auf die religiösen W dinge bilde und die ad maiorem Dei glioriam entfesselte Verfolgungswuth rohgesinnter Priester hinzuweisen; so schmerzlich dies aach den wahren Menschenfreund berührt, um so erhebender ist das Bild der edlen ״ihrem“. — sen fünften ijjiften Theil,;eit, er, wie s Wörtchen Gestalten, die in dem Glauben an die um wandelbaren. Wahrheiten der Religion Trost und Beruhigung H finden. Ein solches Doppelbild will uns Herr Rabbiner Dr. Back in dem bezeichneten Vortrage vorführen. Wir verweisen empfehlend auf das interessante Schrift• chen selbst und beschränken׳ uns nur auf wenige Bemerkungen. Die in Spanien unter dem furchtbarsten Glaubensdruck scheinbar zum Christenthum, übergetretenen Juden Hessen sich am 22. April 1593 als die ersten Jaden in Amsterdam nieder. (So apodiktisoh dies klingt und für einen Vortrag berechtigt erscheinen mag, 80 schwankend ist die Jahreszahl, einige nennen das Jahr 1590, andere 1593, nach Hago Grotius 1598. Jost nimmt die letzte Jahreszahl an.) Diese Jaden figuriren bekanntlich unter dem Namen Mar ran o 8, der ein Gegenstand der gewagtesten Conjectnren geworden ist; Dr. Back denkt sogar an eine Contraction aus Mammrim und Anus8im. Die naturwidrige Ableitung springt in die Augen, denn auf diese Weise, geht doch die Bildung eines Wortes nicht vor sich; das Wort scheint ein rein spanisches za sein. Eigänthümlicher Weise erwähnt Jost in s. Geschichte des Judenthums gar nicht den Namen Marranen, er nennt sie: Neuchristen, Anussim. j: Die Amsterdamer Gemeinde vergrösserte sich derartig, dass, nachdem bereits 1597 (?) ein' Tempel gebaut worden war,!בית יעקב, Jakob Tirado au Ehren so genannt) im Jahre 1610 (nach Jost 1618, nach Grätz 1608) ein zweiter erbaut wurde. Der erste Rabbiner dieser Synagoge war der Emdensr Rabbi Uri,"‘den Dr. Bäck nicht erwähnt, diesem folgte Juda Vega, danach Isak Usiel und dann aer berühmte M enasse ben J srael (l-622—1657j). Das Leben und Wirken dieser Leuchte in Israel — Dr. Back nennt M. nicht ganz zutreffend: den Esra des 17, Jahrhunderts, oder den Esra der Portugiesengemeinde — hat eingehende Darstellungen gefunden. Im Meassefi Jahrg. 1788 ist von David Cof 8chi die Darstellung in hebr. Sprache abgefässt. Dr. Back macht bei diesier Gelegenheit darauf aufmerksam, dass David Chofeohi identisch mit DavidFranco Mendes sei.(00מ0^=חפש י*) Uebrigens hat Dr. Wiener in der Einleitung zu seiner Edition des Schewet Jehüda die Note: ״Im Meaasef 1788 pag. 171 macht Franco Men dez irrthümlich Mendel»- sohn zumüebersetzer des ״Mikweh Israel“ in’8 Deutsche“. Damit ist doch wohl auf die Identität der beiden Namen hingewiesen Mit Recht wundert sich Dr. B. darüber, dass Dr. Kayserling, dessen Darstellung M.’s sich an die des David Chpfechi anlehnt, diese seine Quelle nicht angiebt. Dr. Back schildert Menasse als bedeutenden Kanzelredner, als Verfasser epochemachender Schriften, die :licht allein von ihm, sondern auch bei ihm erschienen, denn man kann ihn als den Begründer der Amsterdamer Typographie ansehen. Von einem seiner Werke (Thosoro dos dinim) verdient es als bemerkenswerthhingestellt zu werden, dass er es (wohl der erste Fall seitens eines Rabbiners) ״den sehr edlen.und gelehrten Damen der portugiesischen Nati0n“gewidmet hat. Grosses Aufsehen bewirkte die bereits genannte, in spanischer Sprache 1650 verfasste Schrift: ״Die Hoffnung Israels“ (Siehe Wieners bereits erwähnte Einleitung S. 16). Von besonderer Bedeutung noch für unsere Tage ist Manasse’s: ״Rettung der Juden“* worin er die falschen Beschuldigungen gegen die Jaden widerlegt. (1656.) So wirkte M. nach innen und aussen befruchtend. Der gleichzeitige־Rabbiner Saul Morteira bildete *) Wir erinnern uns, einen hebr. Brief des Prof. Dr. Frans ׳ Delitzsch gesehen zu 11aben, dan er חפשי דעליסקוס unterzeichnet. (Red.) ׳3