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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-05-19 · No. 20. (19.5.1883) · p. Seite 80

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 20. (19.5.1883)
Date
1883-05-19
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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ffgga?ptpjtarjipt* do& fpmäm «6? *V 4er fcaoUieiaigeß Geaüifrang Menaaerfs. .rjnrrin#^*^ B. fcerror, 40*8 der gegen Spina9.» )6$i6 geschlenderte Barn nur von Saal Mortwra and m>4 Je^Atoab gntynaich^gt eei! nicht aber von S. JCenf188e hea j«ra*l; dieser hatte mit dem Bann überhaupt nichts an scfcafje», da er sjoh zar selben Zeit in London qafbiajt- Ad vooem: Spinoza, lesen ,vir .ineipeto cons&v&tjvan süddeutschem Blatte: Herr JUbbipesr Dr. Botbschild schreibt über diesen tiefsupigep Denker:*) ״Sotnoza war Jude, obwohl die Jaden seiner Zeit ihn auaeahioaeen. Er war Jade, nicht deshalb, weil er kein Christ geworden, sondern weil er, vom Geist der jüdischen Religionsqnellen genährt and nach demselben erzogen, ״ ganz in Hebereinstünmung mit demselben dachte and handelte. Er sachte aie Wahrheit *war nicht von Bel%ionswegen etc. Aber er war Jade, weil er trotzdem such auf diesem Wege znr vollständigen UebereinathnmuDg seines philosophischen Denkens mit der religiösen Offenbarung seiner abgestammten Religion gelangt war and um so nnverhrüchlicher daran festhielt etc. Er, war Jade, weil das fnie Denken an sich den Grandsätzen des Christenthams, nicht des Jadenthams widerspricht. ,Kein Wunder daher, dasss die christliche Geistlichkeit ihn verfolgte., die jüdische that dies widerwillig, nur gezwungen apd auf Betreiben ihrer christlichen Machtharren damaliger Zeit.“ Die ״deutsche Reichspost,'- t Centralorgan der Conseryativen Süddeutschlands1' Ährt sodann wie folgt fort: Wer die Geschichte Spinoea's kennt, weiss, dass es fanatische jüdische Theologen waren, die Spinoza mit allen Mitteln des Hasses verfolgten, dass von einem fanatischen Jnden ein Mordversuch auf ihn gemacht wurde. Die Behauptung, dass die jüdische Geistlichkeit nurgezwungen von ihren christlichen Machtberren Spinoza verfolgt hätte and zwar widerwillig, ist eine überaas grobe Geschichtsfälschung, dass man sich nur wundem muss, wie die ״Monatsblätter“ die Gebildeten damit ״belehren* wollen. Da sollte es doch lieber heissen ״belügen“. Ueber die Behauptung, dass das Christenthnm das freie Denken nicht zulasae, wollen wir ans lieber gar nicht aaslassen“. Man sieht hieraus, welcher Vorsicht und Akribie unsere Schriftsteller Sich befleissigen müssen, am unsem Gegnern nicht Veranlassung zu Missdeutungen zu geben. . - M. Sp. 'Elodes de calte. Le 'Schophar, esquisse critique et historique par H. Prague. Paris, au bureau des ״Arohives iantelites“. 1883. 29 S. Kritische und historische Untersuchung P — dass ist ein Irrthum des Verfassers übet seine Leistung. Es ist vielmehr eine populäre Darlegung dessen, was unter Schophar verstanden, wie er gebraucht wurde und wird, und welcher Sinn dem Blasen (nach Baadja) zu Grunde liegt — das ist Alles ohne jede Wissenschaftliehe Kritik zusammengestellt! In der ״populären“ Darstellung ist Herr Prague allerdings Meister. ,ק ל0ד qad «JJJ P «oh jW• 7י«**!• J» ¥<*■ 40»D wi ■HföfßP m# Raschi ad Jet. 11,18; Für di« upsprttn&icn poutisäie Auffassung der meaaianisehen Weiss«Lgti1g Und Hofftlung1,1 wie ' 46)5 persönlichen ITV& spricht at£clv 1Sie Bezeiehnung als*fax! ITVO■ Der Messianismus ▼on Jeäu wurde deshalb auch politisch anfgefaast und im DavidisdhdvMstisohem Siuäe eiklärt; daraus neaultirte denn auch seine Verfolgung und Hinrichtung durch die Römer, welche flnn desshafb höhnisch und spottweise eine Dornenkrone aufsetzten und ihn am Kreuze' durch eine entsprechende Inschrift als ״König der Juden* bezeichnetan. * J 2 מודס♦ Gegen 6ג1)י Festhaltung von דיס"® in der Bedeutung ״bekennen“ ist das nachfolgende ,TTO Kein Einwand. Der letzte Theil der ברכת הודאה gilt in der That als׳Dankeagung für Wunder- und Wohlthaten und ist vielleicht ein späterer Zusatz. Schon Sabb. 24 a ist für die Einschaltung von על ד1םיפ das נודה; der תפלה demjenigen von 2‘ המזק gleichgestellt. In gleicher Weise sind Danksagungen und Bittgebet« im מודים דרבק angeschlo ssen, welches ja auch einer späteren Zeit angehört. Ebenso sind die beiden על הגסים und וכתום spätere Zusätze der ברכת הודאה. in מודים דר־כנן heisst es: כרכות והודאות על שהחייתנו und תחינו p, aber der Schluss על שאנחנו מודים לך beweist, dass מודים hier wie im Anfang die Bedeutung von ^bekennen“ hat; denn es wäre sinnlos*) zu sagen: ״Preis und Dank Dir dafür, dass Da uns am Leben erhalten hast, und so mögest Du auch ferner uns am Leben erhalten, auf dass wir Dir danken“, sondern der Sinn ist: ״so mögest Da uns auch ferner am Leben erhalten, auf dass wir ans zu Dir bekennen“, oder: ״Denn Du bist es, zu dem wir uns bekennen“.**) Anch aus I. Chron 29,13 ist die Bedeutung ״erkennen“ ersichtlich. Ferner Ber. 34b. ist schon unterschieden zwischen הודאה in תפלה und הלל im Gegensatz zu כי המזון; in den beiden ersteren ist Kniebeugang zulässig, in letzterem ausgeschlossen, ein Beweis also auch, dass die Bedeutung verschieden ist; bei dem ״Bekenntu 188“ ist Kniebeugung erklärlich, nicht so beim ״Dank“.. So erklärt sich auch, dass die Betheiligung Aller an dem öffentlichen Gottesbekenntnis 8 gesetzlich vorgeschrieben und die Aus- Schliessung wie die Wiederholung (מודים D^TO) verdächtig ist. Für die Bedeutung ״danken“ hätte dies keinen Sinn. (Warum nicht? Red.) R.—A.. 3. Za meiner Notiz über die Aussprache des Cholem und Zere bemerkt Herr Dr. Lewin in No. 18, dass ich in demselben eine Lanze breche für die Aussprache in süddeutscher Manier. Hätte derselbe diese Notiz genauer gelesen, so hätte er unmöglich diese Behauptung aufstellen können; da ich ansdr&cklich erklärte, dass aas Cholem ״einfach wie oh (also nicht, wie in Süd- und Mitteldeutsch Land üblich ist, mit einem Laute, der die Mitte hält zwischen oh und au) zu lesen sei“. — Wenn nun Herr L. geltend macht, dass dann kein Unterschied zwischen dem Vokalen Cholem und Komez sei, 80 erwidere ich, dass das Komez in Wirklichkeit weder als reines a noch als reines o, sondern als ein Laut, der die Mitte hält Zwischen a und o, zu lesen ist, ähnlich wie das schwedische a und o, das englische a in ״Fall“. Dass diese Nilance im Volksmunde unbeachtet bleibt und in der einen Gegend mehr der a-Laut, in der andern der o-Laut sich geltend macht, ist erklärlich. Die Verschiedenbeit in der Aussprache des Komez war daher auch schon vorhanden, ehe noch von portugiesischen and deutschen Juden die Rede sein konnte. — Die Einwendung, dass, wenn das Cholem wie o gelesen werde, das ״Komez ein höchst überflüssiger Vokal“ werde, gebe ich mit der Bemerkung zurück, dass das von den Portugiesen a ausgesprochene Komez neben dem Passach ganz ebenso überflüssig sein würde. — Wenn Herr Dr. L. endlich von einem dadurch entstehenden ״oh-Wirrwar“ spricht, so frage ich: ist dieser Wirrwar grösser als der, welcher durch die gleichmäs8ige Aussprache der Consonanten u. b. w. entsteht? Ich kann meine Aufforderung nur wiederholen, dass vor allem in den Schulen bei dem hebr. Unterricht das Cholem und Zere richtig gelesen werde. Süskind-Wiesbaden. Notizen. 4. Tancred von Disraei ist unter dem Titel נם לגדם V0B Herrn L. Levin in Kiew in’s Hebräische übersetzt worden. . Kack träge in Llttr -Blatt Ke. 18 und 17. 1. יוסף p משיח. Wir geben hier auf Wunsch die Stellen, wo die Bezeichnung יהודה p und אפרים p statt *) In den Brüll’acben Monatsblättem für Gebildete aller Confessionen. *) Die Stelle hat Herr Kroner-Brandenburg in vor. Na sehr ״sinnreich“ übersetzt und erklärt. (Red.) **) Von diesen beiden Uebersetzungen ist die erstere nur schwer, die zweite garnicht mit der Construction , , , לל ש “ Einklang zu bringen. (Red) Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig-

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