Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 20. (19.5.1883)
- Date
- 1883-05-19
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 2× ep/1025156
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unznläMtg ist. Gemä^a t Art.^ 3... das bayrischen Ge- 8etzeä;vom 2fi. Juni 1751And aber die israelitischen Glaubensgenossen sbicht bloÄi^. Beziehung -.. auf d£e Form,7 aöndern kaohin Beziehung auf die Bedingungen 4er Ehescheidung -Sen mit ihre? Religion untrennbar zusammenhängenden besonderen Gesetzen unterworfen. Nachdem daher,.wie oben gezeigt, die Unzulässigkeit des von der Klägerin geltend gemachten Scheidungsgründe«, bestehend in unheilbarem ־Wahnsinn ihres Ehemannes, aus dem jüdischen Becht prhellt und diese Unzulässigkeit mit der jüdischen Religion untrennbar znsammenhängt, so fehlt der gestellten Klage die gesetzliche Grundlage. Hieran ist auch durch das Reichsgesetz vom 6. Februar 1*75, die Beurkundung des Personenstandes u. s. w..־betrv Nicht* geändert worden. Denn dieses Gesetz hat keine neuen Ehescheidungsgründe für isr. Glaubensgenossen aufgea teilt oder aufstellen wollen, und wenn auch gemäss § 7(1 1_ c, die civilrechtliche Wirksamkeit eines gerichtlichen Soheidungsurtheils für Israeliten nicht mehr von Ertheilnng und Annahme des Scheidungsbriefes abhängig ist, 80 muss doch vor Allem die Erlassung eines solchen Urtheils möglich, d. h. ein Scheidnngsgrund nach dem bisherigen Rechte ׳gegeben sein. Das aber ist ohne gesetzgeberischen Act offenbar unzulässig, dass auf Grund des § 76. 1. c. auch die Vorbedingung eines Soheidungsurtheils, nämlich ein Scheidungsgrand, neu construirt oder in das massgebende Eherecht rückwärts hinein interpretirt wird, welchen das letztere bis dorthin, gleichviel aas welchen Motiven, nicht als zulässig anerkannt hat“. — Anah und die Jettiim. Exegetische Notiz zu Genesis XXXVI. 2t. Die Erklärer des Wortes ימים an der citirten Stelle ־ gehen ~ 80 weit auseinander, dass die Einen, namenUich die Alten, an ihrer Spitze die Talmudisten, ״Maulthiere“ darunter verstehen, die Anderen es mit ״heisse Quellen“ wiedergeben, die Dritten endlich, unter Führang'äer Septnaginta, es einfach bei ״Jemim“ bewenden lassen. Hat nun schon die Deutung ״Maulthiere“ a priori Schwerwiegendes für sich, da die h. Urschrift eben in dem Umstande, dass hier etwas Niedagewesenes, ja sogar Naturwidriges als aufgefanden oder anch erfanden — Beides.involvirt der Terminus צא& — bezeichnet wird, die Berechtigung suoht, den Finder oder Erfinder dieses portentnm.aus dem Rahmen der einfachen genealogischen Nomenklatnr ganz besonders heran szuheben, 80 -spricht für jene Deutung selbst eine alte and gewiegte Autorität, die in ihrer berühmten lat. Bibel-Uebertragung die Uebersetzang ״warme Quellen“ adoptirte. Doch derselbe Hieronymus, der für thermae einsteht, bemerkt in seinem Qnaest. hebr. Folgendes: ״Die Meisten׳ ״glauben, dass er — jener Anah — die Heerden der ״Stuten von de□ Eseln in der Wüste habe zu aller- ״erst bespringen lassen, so 'dass hierdurch die Maul- ״thiere, eine der Natur widersprechende Thiergattung, ״erzeugt wurden*. *) *) Wir haben diese Stelle, sowie die verschiedenen Ueber- Setzungen des Wertes ״Jenüm‘‘ bei den alten Interpreten aasfbhrlica in nnaerem: ״Die hebr. Traditionen in den Werken des Hieronyuiua“ .Th. L S. 34 behandelt and verweisen darauf. Red. Dr. Joh. Nep. Alber, ehedem Profw»Q׳r«m erzbisch. Seminar zu KalOesa für morgenländiäche Sprachen und JheiL Schrift, knüpft an jenes. Citat des Hieronymus, die folgende"treffende Bemerkung: ״Diese zweite Erklärung (Maulthiere) scheint mir ans r.dem Grande die wahrscheinlichere, weil, obgleich die Seltenheit von Quellen in jenen Wüstengegenden Arabiens eine sehr grosse ist, denn doch die Kunde von der Auffindung solcher Quellen nicht 'gar 80 überraschend neu sein kann; denn Wassermangel schlies8t an and für sich jeden Weideplatz aus. Und da die Auf- oder Erfindung dieser Jemim als etwas ganz■ Neues und Ungewöhnliches eben nur mit dem Hüten der Esel oder auch Eselinnen in innige Verbindang gebracht wird, und überwiegend die jüdischen Interpreten das ״Jemim“ für Maulthiere nehmen, so scheint mir diese zweite Deutung als die mehr plansible“. — Für diese altersgraue, vom Talmud verfochtene Meinung, dass mit dem ״Jemim“ eben nur ״Maulthiere“ bezeichnet seien, mit weit mehr als hypothetischkritischer Gewissheit einstehen zu können, veranlasst michkein Anderer, als Homer, der im 2. Gesänge seiner unsterblichen Iliade Vers 851 beim Aufzählen der auf Seite der Trojaner gestandenen Hilfstruppen sich also ansspricht: ״Weiter gebot Paphlagouen Pylämenes, trotzigen Herzens, ״Her ans der Eneter Lande, wo wild aut'wachsen die Mäaler a, 8. w. 'E£ ,Evrcöv "oiriv fj|uövc1>7 ץivof iypozep&wy, Liegt nun schon in dem Nomeu proprium ״Enes“ und dem Finder der ״Jemim“, Anah (מה richtig Enah mit erster Silbe brevis) *) der unverkennbarste Gleichlaut and rühmt der sagenkuudige Sänger von Coos eben diesen Nachkommen des ״Enes“ lediglich den Reichthum an Mauleseln nach, so kommt noch ein weiterer wesentlicher Umstand meiner Anschauung, dem Anah wolle die h. Urkunde die Erfindung der Maulthiere als etwas ganz Apartes, Niedagewesenes vindiziren, gar sehr zu Statten, dass nämlich die ersten Colonisten Paphlagoniens in der That nach dem Zeugnisse bewährter Ethnographen Einwanderer aus Arabia petraea waren. Dass also jener Anah sich bei seinen Epigonen durch Auffindung eines ebenso wunderbaren als nutzbringenden, und geradezu der landläufigen Naturanschauung widersprechenden Mischungsproductes unsterblich gemacht, 80 dass sein Name in dem Namen einer Stadt fortzuleben für würdig gehalten wurde, ist wohl, wie ich glaube, keine sehr gewagte Conjektur. Freundliche Leser dieses Bl. ersucht der Unterzeichnete, der über ein commentirtes Exemplar des Homer nicht verfügt, ihr Urtheil Tiber diese Auffassung der Homer-Stelle hier niederzulegen. Dr. Heinrich Lemberger in Baia ־(Ungarn). Collectanea.**) Von Dr. Kroner, Rabbiner in Brandenburg a. d. H. VH. Eine missverstandene Machsorstelle ist der Passus im Anfang des Jozer für den zweiten Pessachtag: אשורר כמי שרים שיר השירים *) Das ע wird im Griechischen oft dnrch E wiedergegeben. Red. **) Im Litteratarbl. No. lt>—17, VL meiner Coli., Z. 20 v. n. bitte ich zu lesen: Beiläufig bemerkt, nicht: beifällig be* merkt. Ausserdem ist dorthin und in meine Notizen in der». No. d. Litt.-Bi. ein ״deL“ eingeschwärzt worden, das vielleicht Manchem der gesch. Leser räthselhaft erscheint. Diese bei den Correctoren übliche Abbreviatur für deleatur — ״«* werde (das markirte Wort) gestrichen“ — hat unzweifelhaft eia junger •Setzer vom Rande des Correcturbogenfl in den Text befördert. Es ist nun mein Ceterum censeo: ״deL“ esse delend11m_