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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-05-05 · No. 18. (5.5.1883) · p. Seite 71

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 18. (5.5.1883)
Date
1883-05-05
Page
Seite 71 (sequence 3)
Language
German
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I Einklang zu bringen ist. — Buddah führte ז Rehgionsansichton auf Brahma allein zurück jene und fasste die Religionslehre in folgende Haupt! ätze: ״ Reinige den Geist, indem Du Dich vom Laste] enti fernst und die Tugend übst“ gerade 80, wie 1/j Jahrtausend vor ihm der Psalmist David (34,15 u.?7,27) spricht: ״Weiche vom Bösen und thue das Gute!“ -- Ebenso lehrte Buddah: ״Wer sich selbst besiegt, der ist ein grösserer Held, als wer auf dem Schlack tfeldjs : Millionen Feinde überwindet“ wiederum entsprechend , den Sprächen Salomo’s (16,32): ״Edler ist, wer;)einen ״Zorn zurückhält, als ein leiblicher Held, und wer sein ״Gemüth beherrscht ist besser, als ein Stadteroberer!“ Doch hielt auch der Buddhismus — gleich dem obenerwähnten Philosophen der Pythagoräer — at f den Aberglauben, dass die Seelen böser Mensch2n in Thierkörper versetzt werden u. dergl. m. — Dass nun in Indien damals schon Juden durch die Assyrer dorthin zerstreut lebten, ist wohl daraus, zu entnehmen, dass der medisch-persische König Cyaxares H. (d. i. אחשירוש), der Gemahl der Jüdin Esther und Oheim des Cyrus, mit welchem er das assyrisch-babylonische Reich eroberte, wohin ja die isr. und jüdischen Volksstämme vertrieben worden waren, ״von Indien bis Aethiopien herrschte! 1 (s. d. bibl. B. Esther 1,1 und 10,2). So haben seit der Zerstreuung der Jude:ג nach fast allen Ländern der alten Welt die besseren Philosophen und Schriftverbesserer unter den heidnischen Nationen, die mit den Juden daselbst in Berührung kamen, zur Beseitigung des groben Götzendienstes und zur Förderung der Gerechtigkeit das Ihrige beigetragen und hierdurch auch die Barbarei dieser alten Völkerschaften immer mehr eingeschränkt; wer n auch deren Lehrsätze die Höhe der durch das Jud snthum geoffenbarten ]־eligiösen und moralischen Lehre n nicht ganz erreichten! (Schluss felgt). Der Messias, Sohn Joseph’s oder Efraim’s. 1. Die Verhauthung Dr. Caro’s, ״Litteraturbl. No. 11“, dass מעדח בן יוסף oder אפרים p משיה mit Bar-Kochba, dem Nationalhelden, identisch sei, findet sich — (wie Caro selbst nachträglich bemerkt hat. Red.) — - bereits in Hamburger’« bekannter Real-Encyclopäc ie, H., pag. 707ff. ausgesprochen, wo auch die Stellen, an welchen wir dem letztem Messias begegnen, zusammengestellt sind, wozu nur noch hinzuzufügep wäre: Jellinek, Beth-Hamidrasch. HI., pag. 73. Aus Talmud, Midrasch und Targum gehlin unzweideutiger Weise hervor, dass die Aufgibe des Messias ben Joseph (oder Efraim oder Menasse) in nichts Anderem bestehe, als dem wahren Messias, דוד p משיח, die Wege zu ebnen, den Bodei. vorzubereiten, die Hindernisse zu beseitigen. Hat er diese Aufgabe, nämlich die Zerstreuten des Zehn! tämmerreiches und die des transjordanischen Landes zu sammeln und die Feinde Israels zu besiegen, erfüllt, dann muss er vom Schauplatz abtreten, d. i.;sterben. Nothwendig wird das Erscheinen dieses mess: anischen Vorläufers nur dann, wennlseael nicht in au: richtiger Busse zu Gott zurückkehren sollte, bessert si :h dieses jedoch, so erscheint sofort der w ahre Me! sias aus dem Hause David’s. Dies findet sich deutlich ausge- «prochen Jellinek, Beth-Hamidrasch, IH., pag. 80, wo es heisst: אפרים בא, ואם זכו יכוא p אם לא זזנ:ו משיח זןוד. p משיח Dass die beregten Stellen von jeher in diesem Sinne aufgefasst wurden,־ beweisen die Worte Saadia’8 in Emunoth, pag. 79a. ed. Berlin 1879. Es dürfte vielleicht nicht überflüssig sein, Saadi&’s Worte in dieser Frage in extenso aufzuführen, sie lanten: ואוטו־ אחרי זד" כי כל שני המינים יחד, ר״ל אם לא נחזור בתשובה דודו המאורכים של מ יוסף ואם נחזור כתשובה ולא יוסף p דור פתאום, ואם יהיה משיח p ימיו. יראה לנו משיח קוז־ע יהיה כשליח לו וכמתקן האומה וכמסקל הדרך וכו. Auch Chasdüi Krescas berührt flüchtig diesen־ Gegenstand, ohne jedoch zu entscheiden, welche Aufgäbe dem Messias ben Joseph oder Efraim Zufällen soll. (cfr. אור הי päg. 81a. ed Wien, 1860.) Von einer Feindschaft zwischen dem Messias ben Joseph oder Ephraim und dem wahren Messias, Sohn David’s, findet sich in den Quellen keine Spur, daher auch die in ״ Litteraturblatt No. 16—17* ausgesprochene Ansicht meines Dafürhaltens nicht richtig ist. — Bukarest. Dr. Beck. II. Es unterliegt keinem Zweifel, dass die im zweiten Theile des Buches Jesaja — der bekanntlich von einem Propheten aus dem babylonischen Exil verfasst ist (vergL zu 40,1 d. chaldäische Paraphrase /u. c. 44 Ende, sowie c. 45 Anfang) — stehende Schilderung der Leiden, welche das jüdische Volk im;baby- Ionischen Exil ausgestanden- und hierdurch für das künftige Heil der ganzen Menschheit zu reinem Gottesglauben bekehrt wurde (c. 52,13—15 und & 53 ganz), zur talmudischen bilderreichen Annahme von zwei Messiassen die Veranlassung war. Es dürfte darum die D eu tung dieser bildlichen Ausdrücke unserer alten Weisen, wie ich dies in. meinen ״religionsphilosophischen Erläuterungen zur biblisch-reinen Glaubens- und Pflichtenlehre “ versuchte, in diesem geschätzten ״Litteraturblatt“ ebenfalls in Erinnerung gebracht werden. Erläuterung 48 lautet daselbst: ״Die alten jüdischen Theologen nennen bildlich das in seiner Wanderschaff Unter den Völkern auf Erden leidende und sich hierdurch läuternde Jisrael — verglichen mit dem in der Fremde leidenden und hierdurch geläuterten Patriarchen-Sohn Joseph (s. I. Mos. 37,2 und 56,20 V. 21) ״Messias Sohn Joseph’s (יוסף p משיח statt ככד יי vergl. Je8. 52,13—15 u. c. 53); und das durch Bethätigung des reinen | Gottesglauhens einst siegende Jisrael — verglichen mit König David’s siegreichen religiösen Regierung (s. Sam. II c. 22 u. Ps. 18). ״Messias Sohn David’s“, משיח בן דוד statt משיח יי vergl den ursprünglichen Beruf Jisrael’s L H. Mos.. 19,5 u 6), — FreiliclTdeuten die christlich«! Theologen — jedoch ohne irgend eine Berechtigung hierzu — das erwähnte Capitel 53 i. H. Thl. a. B. Jesaja auf die ״Leiden Jesu“, und sind darum beider biblischen Capiteleintheilung — die überhaupt wie solche uns jetzt vorliegt, von christlicher Seite' (resp. v. Kirchenvater Hieronymus) stammt —-hierbei absichtlich, wie öfters, von der alten Ueberlieferung (Massorah) abgewichen; indem die 3 letzten Verse des Capitels 52 eigentlich zum Capitel 53 gehören und darin Jisrael der ״Knecht Gatte^j (לבד יי) erscheint, wie ich dies gleichfalls in meiner ״Monographie über פתוחות und סתומות genügend nachgo-־ wiesen hatte! 1 Dr. Hochstädter, Bezirks-Rabbiner.

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