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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-04-21 · No. 16-17. (21.4.1883) · p. Seite 64

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 16-17. (21.4.1883)
Date
1883-04-21
Page
Seite 64 (sequence 4)
Language
German
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e;; *i:';#" fji ׳ £ l'-xhvh יעו דרש* jer. 38,4) (V. 6} ft# und לעפר deuten ■־ buchstäblich auf die traurige Lage tn der tiefen Grabe. (V. 7—10.) Drausaen da waltet das Yölkergericht, das die Schuldigen zerschmettert, den Beinen aber aafrichtet. Gegen die Lesart 21&7 נא ר für “Ol lässt sich Nichts einwenden, da der Accusativ der Person und der Sache bei diesem Verbum durch V, 5 desselben Psalms bezeugt ist. V. 11—15 ist in der vorzüglichen Erklärung von Grätz situations- und sachgemäss. , Die prägnante Schilderung des kriegerischen Gebahrens der Bösewichte schöpft der Dichter aus dem ihn umfebenden Kampfe der Belagerung. V, 16 spricht von er schauervollen Tiefe der Grube, die man zum ' Untergange des Dichters gegraben. Die Anstifter ereilt jedoch das Verderben, das geplante Unheil wendet sich wider ihr eigenes Haupt. V. 18 Gptt rechtfertigt (siehe Grätz zur Stelle) durch die Ereignisse den . Propheten, dafür und für seine Bettung preist ihn Jeremia. Der Messias, Sohn Joseptt’s. Ueber.יוסף p משיח ist in diesem Blatte (No. 11) die Vermuthung ausgesprochen worden, dass darunter Bar Kochba zu verstehen sei. Was dafür zu sprechen scheint, ist die Erwähnung eines ארמילוס neben ihm, mit dem er za kämpfen habe, dem er aber unterliegen werde, worauf alsdann grosse Drangsale folgen, endlich jödöch Erlösung und Bettung folgen würden, mit Wiederbelebung der Todteü, darunter auch M. b. Joseph Name und Thatsachen passen auf Bom, worauf mit ארמילום (Bomulus) hingedeutet wird. Trotzdem hat diese Vermuthung in Betreff des M. b. Joseph keine Wahrscheinlichkeit für sich. Denn die meisten Menschen werden nur nach ihrem Erfolge beurtheilt, und da dieser dem Bar Kochba כר כובבא {Glückssohn) fehlte, wurde er trotz seiner anfänglichen Geltung׳ und Anerkennung י schliesslich dementirt und בר כידבא (Lägensohn) genannt. — Wie .דוד p 5־! so . ist an'fch יוסף p ■ם nicht eine bestimmte historische Persönlichkeit, sondern zunächst Bezeichnung eines politischen Begriffs; ersteres bezeichnet das Beioh Juda, dessen Bepräsentant die Davidische Dynastie war, und das zweite bezeichnet das Beich Israel, dessen Weissagungen, Bestrebunge Hoffnungen die Wiedervereinigung beider Beiche und 80 des ganzen Israel unter Wiederherstellung der einzigen und ursprünglichen Dynastie David in Aussicht gestellt. Ebfenso ist auch unter Bom nicht blos ah das alte politische heidnische Bom zu denken, sondern auch an das kirchlich-christliche. In gleicher Weise wird der biblische Gog auf die; politische und religiöse Herrschaft des Islam gedeutet; beide, Bom ana Islam, gelten als die Feinde Israels und des für die Erlösung und Constituirang erwarteten דוד p ‘Ü. Zum Beweise, dass in דוד p und יוסף p die angegebeüen politischen Beziehungen liegen, dient auch, dass die Bezeichnungen יהודה p מ־ und אפרים p מ׳ Vorkommen. (Wo? Bd.) Die Trennung beider Beiche, Juda und Israel (Ephraim) hat das Exil und die. Diaspora verursacht, ihre Wiedervereinigung konnte daher nur als Wiederherstellung des Dävidischen Herrscherhauses für das ganze Israel, als Beseitigung des usorpätorischen und revolutionären Herrscherhauses (משיח) von יוסף oder אפרים gelten. Diese Wiederherstellungs-Idee der Dävidischen Dynastie ,hat Israel eigentlich' nie. verlassen, wurde aber mit darauf gegründeter Hoffnung auf Erlösung zunächst im babylonischen Exil recht lebendig und dann wieder in der Zeit der^herodianischen und römischen Fremdherrschaft besonders angeregt, und Zwar sowohl in Folge des politischen, Druckes, wie der Gefährdung des jüdisch-religiösen Denkens und Lebens durch die Uebermaoht des heidnischen Bom. Daher auch die Heranziehung von ארמילום. Die Heranziehung der Dävidischen Dynastie galt als gleichbedeutend mit Vertreibung der feindliehen Börner und Aufhebung der antireligiösen Fremdherrschaft. Auch für Jesus, der andererseits als Messias und König, als Wiederhersteller und Erlöser der Juden, wie als Ueberwinder von Bom ausgegeben wurde, musste deshalb seine genealogische Verbindung mit der Dävidischen Dynastie nachgewiesen werden. So lebendig war diese Idee von der Wiederherstellung des Dävidischen Herrscherhauses und der dadurch zu bewirkenden Erlösung Israels damals im Volke; aber das ganze Israel musste es sein. Daher die Hoffnung auf einen דוד p מי und Beseitigung des feindlichen 3.. . . _ _ ״ _ wie auch אדום, Bezeichnungen des heidnischen Bom, gleichzeitig für das christliche. B.—A. Virchow und die Bibel. Die Entgegnung Virchow’s auf Stöcker’s Angriffe gegen den Darwinismus berührt Anschauungen und Lehren des Judenthums, welche St. als gläubiger Theologe anerkennen muss, V. als Freigeist oder vom Standpunkte der Wissenschaft aber verwirft. Man hat vielfach diese Behandlung V.’s getadelt, da er vom christlichen oder doch moralischen Gesichtspunkte die Grundlage der Bibel in der Beligion und Erziehung ebenfalls nicht entbehren könne. Man verkennt aber dabei den Zweck und die Absicht V.’s, welcher in solcher Weise Stöcker als Führer der Antisemitenliga, der doch selbst tief im Judenthum stecken und jüdischen Anschauungen und Grundlehren für seine christliche Theologie gar nicht entrathen könne, lächerlich machen wollte. In der That gerieth darob das Haus der Abgeordneten in grosse Heiterkeit; V. wurde be- und St. verlacht. Der Sinn der V.’schen Bede ist demnach Ironie. Ernster ist aber vom Standpunkte der Wissenschaft bei dieser Gelegenheit V.’s Besprechung der Krankheit Hiskia’s. V. erklärt diese als Bubonen, worunter die Mediciner syphilitische Geschwüre verstehen. Dafür aber liegt kein Anhalt vor. Die Bibel bezeichnet die Krankheit als שחץ. Darunter sind der Etymologie wie Erklärung nach entzündliche Hautgeschwüre zu verstehen, während Bubonen Drüsengeschwüre bezeichnen. Bei den' Plagen Egyptens wird שחק noch durch den Zusatz אבלבודית erklärt. Dies bezeichnet in gleicher Weise Geschwüre, wie das verwandte Wort בולה talmudisch die Tuberkeln der Lunge bezeichnet. Die Lexicographen und verwandten Dialekte erklären }שחי als Entzündung, vielleicht hängt es mit Skiri (Haut), Schin (Hautsehorf), schinden (die Haut abziehen) zusammen und bezeichnet dann eine Hautkrankheit, Hautgeschwüre. Syphilitische Geschwüre waren es sicherlich nicht, denn diese sind nicht lebensgefährlich, wie die Krankheit Hiskia’s doch war. Es scheinen demnach Pestgeschwüre gewesen zu sein. Auch wird Syphilis nicht mit Feigenaufschlägen geheilt, wohl zwar auch nicht die Pest; aber die Feigenaufschläge sollten wahrschein lieh nur zur Minderung der Hitze und Ent-' Zündung, also zur Erfrischung und Linderung, weniger oder nur indirect zur Heilung, dienen, Bubonen als Drüsengeschwüre greifen aber nicht blos die Haut, sondern auch die Muskulatur an; indess nur bei solchen

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