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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-04-21 · No. 16-17. (21.4.1883) · p. Seite 63

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 16-17. (21.4.1883)
Date
1883-04-21
Page
Seite 63 (sequence 3)
Language
German
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g$kQ1mn0lfe indess sich Pythagoras, djer erst« liehet Philosoph der Griechen -am die Mitte d Jahrhunderts dorthin begab, tun die Geheimle 1: egyptischen Priester,*) sowie die moralisohen 1 sätze sonstiger, orientalischer Weisen zu so, dass alte selbst christliche Biograpl e: Pythagoras wohl mit Hecht behaupten, dass d auch die wahre Lehre der Gottoserkenntn i Menschenliebe bei den dortigen Juden kennet gründdesselben ren der Grand* ehmen; n des derselbe and lernte! .niss Vergleichen wir nun einige Grundsätze de 1 Pytha* goras mit den entsprechenden Grnndlehren des reinen biblischen Judenthums, als: a) Pythagoras sah das reine und einfache Wesen der Gottheit als gemeinsamen Urquell aller Naturformen an; ähnlich dem ersten Ausspruch d. h. Schrift: ״Zuerst ers;huf der Allmächtige (den Urstoff zu) Himmel und Erde“. Dennoch huldigte er den eingebildeten Neben- oder Untergöttern und glaubte auch an Dämonen ui d schädliehe Geister. So rein wie die Gotteslehre welche Moses dem von ihm erzogenen Völklein J >schurun ertheilte und welche lautete: ״Höre Israel, der Ewige allein ist unser Gott, der Ewige ist einzig“. ( 7.M. 6,4) war Pythagoras’ Glauben doch nicht. — b) Dagegen äusserte sich derselbe hinsichtlich der menschlichen Moral in folgender Weise: ״Der Zweck und der Gegenstand aller moralischen Vorschriften j ist, die Menschen zur Nachahmung Gottes anzuleitenj; ähnlich dem mosaischen Ausspruch (קדושים חודו כ• קדוש אני יי ״ אלודכם>Heilig (vollkommen) sollt ihr werden, denn heilig bin ich, aer Ewige, Euer Gott! (III. M. 19,2). - — c) Was endlich die Unsterblichkeit dei menschliehen Seele anbelangt, 80 unterscheidet Pythagoras, wie man dies schon in der mosaischen Gasdichte der Schöpfung und der Sändäuth angedeutet findet, zwischen der sensitiven (sinnlichen) Lebenskraft oder (griech. dopoc hebr. ריח חיים I. M. 6,17) Leibesseel! >, welche mit dem leiblichen Leben untergeht und dem vernänftigen Geiste, der als göttlicher Hnuch ansterblich ist (griech. 1jppvjv bebr. 1 נשמת חיים M. 2,7) d. i. die Seelenanlage zum (unsterblichen) Leben; gerade 80, wie die heilige Schrift (Koh. 1:2,7) sagt: ״Es kehrt der (aus) Staub (gebildete Körper) zur Erde zurfick, wes er vormals gewesen; der Geist aber kehrt zum Allmächtigen heim, welcher ihn (dem Menschen) gegeben hatte!**) —Jedoch lehre Pythagoras, gleich den egyptischen Hierarchen, nebenbei aie Seelenwanderung (Metempsychose, wonach der unsterbliche Theil eines Menschen sogar in einen thierischen Körper übergehen kann, wesshalb denn die Pythagoräer kein Thier tödteten. Man vergleiche dagegen die Worte der heiligen Schrift (I. M. 9, 3) nach der erwähnten Sündfluth, wonach auch die Thiere als Nahrung der Menschen bestimmt sind. Anmerk. Wie Pythagoras auch in den natarw liehen Kenntnissen weit über seine Zeitgenossen und den Zeiten Stand, ist daraus zu entnehmen, dass er sc hon damals behauptet hatte: a) Die Erde sei nicht ohne Bewegung und auch nicht 1m Mittelpunkte der Himmelssphären befindlich; sondern sie sei eine Kugel, auf der es also Antipoden gehen kann, b) Ferner, lass der Stand and die Entfernung der Gestirne resp. Planeten von einander dem Acoorde der musikalischen Tonleiter entspreche u. dgl. m., Ideen, die erst 1000 resp. 1200 Jahre später durch die Astronomen Kopemicas und Keppler rectificirt und systematisirt wurden. — Doch gehört dieses nicht in unser moralisch-religiöses Thema. (Fortsetzung folgt-) äsen schaftdie folgen- *) Was man auch von seinem Vorgänger Thaies, dem ältesten der griechischen Philosophen, um’s Jahr 090 v. d. Zr. teäauptet. **) Aehnlich spricht sich auch Anazagoras. Nachfolger Pylhagoras', um’s Jahr 500 v. d. Zr. aus; auch dem Judenthum entnommen. (8. Gladiach ״Anaxagoras und die Israeliten“.) Ein Psalm des Jeremias. Von Bah. Dr. Caro-Pilaen. Es war eigentlich hohe Zeit, dass der Altmeister Grätz mit der kritischen Bearbeitung der Psalmen hervortrat. Denn warum sollte es auf diesem unseren ureignen Boden nur immer fremden Bauleuten überlassen bleiben, ihre oft wunderlichen und meistens schwankenden Gebäude aafzufähren. Hat es sioh doch selbst bei berühmten christlichen Forschern samt Schaden einer verständigen Exegese herausgestellt, dass sie mit allen Hilfsmitteln ausgerüstet waren, nur nicht mit dem nothwendigsten, mit der Kenntniss des eigenthümlichen Geistes der hebr. Sprache. Es mag die« ein subjectives Gefühl sein, aber mir war es immer peinlich, bei dem kritischen Stadium der Psalmen stets auf andersgläubige Forscher hingewiesen zu werden, die vielleicht unbefangener von traditionellem Erklärungsweisen, aber jedenfalls weniger mit dem Geist der Sprache und mit dem Empfinden des jüd. Volkes vertraut waren, als eben jüdische Gelehrte. Grätz wird anf unabsehbare Zeit hinaus der kundigste Führer im Dichterwald der Psalmen bleiben. Man braucht nicht überall mit ihm übereinzustimmen, man braucht noch weniger seinen oft kühnen, aber stets geistreichen und, was viel sagen will, stets sprachgemüssen Conjeoturen zu folgen, jede Seite seines Werkes aber bietet eine Fülle neuer und anregender Gesichtspunkte, unter welchen die alten Lieder and Hymnen an dichterischem und ethischem Werthe gewinnen. Oft genügt eine hingeworfene Bemerkung, um den aufmerksamen Leser zu neuen fruchtbaren Betrachtungen zu fahren, die neues Licht in uraltes Dunkel zu {bringen vermögen. Za Psalm 7 (S. 169 des kritischen Commentars) macht Grätz bei בד1ן לבות <üe Abhängigkeit von Jeremia aufmerksam. Wegen des vorkommenden aramäischen Verbums נמר setzt er als wahrscheinliche Abfassungszeit das Exil. Wie wäre es nun, wenn nach Ueberwindung des schwingen *103 eine Menge Indizien herbeigebracht werden, die es sehr wahrscheinlich machen, dass Jeremias selbst der Verfasser dieses Pankpsalms 18t? Gehen wir an’s Werk und sehen wir uns zunächst die Ueberschrift an, die wir hier für echt halten. Grätz hält p כוש ימיני nach Krochmül für verschrieben anstatt 3] קיש ימיני p. Aber im Leben des Jeremia spielt ein כושי ebenfalls eine Bolle (Jer. Cap. 38,7) und dieser פוש gehörte zum Haushalt des Königs 3 בשער בנימיןBT (ibuij Sogar das in der Ueberschrift gebrauchte על ד3ךי ist als echt jeremi&nisch durch Jer. 7,22 beglaubigt Nun vergegenwärtige man sich die Situation und folge dann dem Gedankengange. Jeremias hat unter den Fürsten, die den König als 'willenloses Werkzeug leiten, erbitterte Feinde. Sie trachten ihm nach dem Leben and sie behaupten von ihm, dass $r ein ruchloserן Mensch sei .כי האיש תה ירננו דרש לשלם לעם תה כי אם לרעה Der König liefert ihn ans and sie werfen ihn in eine sehr tiefe Grabe. Dies geschieht, während sich ein furchtbares Gottesgericht über die Volker und über die verblendeten Fürsten vollzieht. Zur Zeit wo sich Gott als ein unbestechlicher Richter zeigt, versuchen es die sündigen Fürsten noch *a trotzen. Das Strafgericht ereilt sie,*der fromme Gottesmann aber bleibt am Leben und wird aus dem Gefängniss befreit Der Inhalt des Liedes schmiegt sich der Situation ganz zwanglos an. (V• 2.) Sowohl der Gefangene in der Grube, als auch sein Befreier (Cap. 39 V. 18) vertrauen auf Gottes Hilfe gegen (V. 3) des Feindes unbarmherziges Wüthen (V. 4 ) Die Verleumdung, dass Jeremia staats- und volksgefahrlich sei, wird widerlegt אם נמלתי שלמי Gegensatz zu I

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