Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 13. (31.3.1883)
- Date
- 1883-03-31
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
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Nephtali Kolien fand bei dem Sohneidenn «Uter Johannes Finger gastfreundliche Aufnahme. Da als Tradition überliefert war, dass der Rabbi seinem Wirthe im AbschiedsSegen verheissen, dass es ihm lind seinen Naohkommen nie an Brod fehlen solle, habe 1 jüdische Familien, so lange Nachkommen des F. ein offenes Geschäft im Orte hatten, bis in die neueste Zeit es als Ehrenpflicht betrachtet, dort ihre Einkäufe zu machen Dass F. aus dem Odenwald staüunte, hat sein Urenkel, Herr Oberlehrer Dr. Friedrich August Finger, dem Verf. mitgetheilt). Der S. 83 erwähnte R. Juda Loeb wir<|l auch im Goblenzer mem. als Rabbiner von Mainz L ja n d (d. h. nicht der Stadtgemeinde) genannt, wo eij 27 Jahre fungirt bat; er war Arzt, Kabbalist .und Phjilosoph. — Der erste Anhang bringt 56 Grabstein-Inschriften, ■deren älteste von 1272, die jüngste von 1751 datirt. (S. 94 vom Jahre 1505 ist wohl צורלין Und nicht ינורליך zu lesen?). Anhang II. bringt die Inschriften des mem. über R. Abraham Broda, A. Juda Loeb,! R. Samuel Schotten und R. Jacob Popers. Die Localwie die allgemein-jüdische Geschichte die Cultur-und Litteraturgeschiehte haben eine sehr schätzbare Bereicherung in diesem Werke erhalten, dessen Abschluss das 3. Heft bringen wird Lew in. Notizen. 1. Dem Herrn College» WoWsohu-Trencsen erlaube ich mir auf dessen Notizen in No. WO d. Litt.־Bl.*zu bemerken: ad a. Auch nachdem Herr \V. uns einen Laibetrunk aus der ״Quelle der Segnungen“ gereicht, ist dieselbe; ״noch nicht erschöpft“. Herr W. behauptet: ״Wenn nun geraide an dieser steile (nämlich im ברכת עבודה) das ונודה לפניו מעין הברכות (muss heissen לשמי!TTW) eingeschaltet wird,;so kann es keinem Zweifel mehr <u1terliegen, dass hier aiif eine Ein- Schaltung hingewiesen ist, deren• Platz 8* סלכת עבורהt; dies ist nichts anderes als eine הולאה מעין המאורע, und zwar ידלה ויבא". Dies scheint Herrn W. ״die einzig richtige Lösung des Rathsels“. Nun stellen wir aber den qu. Passus ganz hierher! ונודה לשמו בכל יום תמיד מעין הברכות und fragen: Wo in aller Welt sagt man תמיד Ql' בכל das ׳־־עלה רבא Ferner: Seit wann ist denn dieses eijie הודאה ein Dank gebet? Wir hielten es bislang immer für ein Bittgebet! Hiernach wollen auch wir eine Lösung des tathsels versuchen, die uns. so viel auch diesbezüglich pereit: geschrieben worden, einfach, sehr einfach erscheint, wenn w ir die ברבה מעין שבע mit der entsprechenden תפלה gen״d vergleichen. Dann finden wir der ersten Benediction dessel ben conform כבן אבות בדברי, der zweiten — מחיה בתים במאמרו, der dritten — •האל הק‘ ש, כ, der vierten — (המניח (מקד & השבת וב׳ עד להם der fünften (לפניו נעבוד ביי ופי — (המחדיר שי der sechsten ('ונודה לשמובכל יום תמיד - (הטוב שקד ולך ניל מעי ן הברכות איל, ההודאות der siebenten — אז־ון השלום; und hierauf sehen wir als Schluss der ברכה מעץ ך das wortreichere Lob Gottes als des Sabbathheiligenden u. s. w. Nun noch einmal zurück zu dem vielged« uteten ונודה לשמו ובי! Das ist zu übertragen: ״Wir danken seinem Namen an jedem Tage beständig, entsprechend jenen I enedictionen; ihm, dem Gott, dem Dankesworte gebühren“. Mit ״jenen Benedictionen" sind diejenigen a!gedeutet, •die wir in der entsprechenden תפלה in angemessener Wortfülle finden: Die Benedictionen, die wir Gott ״beständig“, weihen für die Wunder, die ״an jedem Tage“ uns geleiten, fiir die Zeichen und Gnadenthaten zu jeder : Seit, Abends, Morgens und Mittags. Jedweder Ausdruck n dem ,,ינודה לשמו וב hat eine Paraieiie in der qu.׳• תפלה De u ונודה לשמו steilen wir paraieii מודים או־ לך sowie 1 .ודה לך nnd יתברך ויתרומם שמך, dem ככל יום תמיד Stellen wir gegenüber י־ י ים ות: v1r 6c6c,m,TO1 *״»»»« 7jj ים ד*»ר aem «ו ח רוסס מלין dem תג1יד לעולם ועד und (על נסיך) שבבל יוג •ועל בלם יתברך וכד setzen wir gleich הברבוי ' י י - י■•־: י r יי '׳יד* . 3 י Dass übrigens das talmadisehe מעץ xndit selten ״enfc^ j sprechend“ heisst, dass ferner der bestimm—de Artikel (das x He hajdiah), wie hier הברכות, häufig demonstrative Bedeatung hat und auf bereite Erwähntes zurück wo ist (1 M. 6,14; 18, 16, vgl. V. 2; Jirm. 13, 1 •2); nnd dass endlich IWffn אל auch das מורים ררכק echlieest, sei daneben noch knrx Mnjgt- — ad b. Manche Pintim sind einem bestimmten Tage (a. B. einem solchen, an dem Sohophar .geblasen wird) genau Mgspasst, eignen sich für keinen anderen and werden daher, wenn thunlich, umgetaascht. So wird der Pint in Kroboth de• ernten Neujahrstages תעיר ותריע״“, der vom Schopharblw sewsprioht, am Sabbath, wo doch nicht Schophar geblasen wird, auf den anderen Tag verschoben und dafür der Pint vom zweiten Tag• gesagt.. 1 Gleicherweise verhält es sich mit dem Pint über סלס״יות זכרונו ת שופרות• Derselbe wird am Sabbath mit dem Pint des zweiten Tages vertauscht, welcher letztere nicht wie jener van dem am Sabbath unverwendbaren שופר, sondern statt dos— nur von קול Ton oder Stimme, spricht and daher auch aaf den Sabbath passt. Der Pint in dem Gebet für den ersten Abend des Sacoothfestes אוחד בידם ארבעה מינים״“ wird am Sabbath, wo n— doch die ר מינים nicht zur Hand nimmt, in manchen Gemeinden vertansoht; in anderen Gemeinden aber fallen am Freitag-Abend , die Maaribim ganz aus, höchstwahrscheinlich deshalb,-weil aaefc in מעריב ליל שני, vorkammt: כראשה תקחו ארבעת מינים mit dem Tausch also nichts gewönnen wird. Dass auch die Maaribim für Pessach nnd Schabuoth in vielen Gemeinden am Freitag-Abend ansfallen, dürfte vielleicht damit begründet werden, dass der Sabbath schon an den Aaszug aas Egypten erinnert (vergl. 5 M■ ö, 15 and das liturgische זכר ליציאת מצרים in Bezug aal שבת), resp. der Sabbath als ברית עולם uns schon die am Schäbnoth geoffenb&rten דברי הברית vergegenwärtigt - שקולה שבת ככל.התורה כולה und es sonach nicht angemessen erscheint, die Feste durch Piutim, die doch im Grunde nur Ideen des Sabbath zam Ansdruck bringen, an diesem einweihend za eröffnen. Die•• Begründung erschien uns ebensowenig zutreffend als die Ansicht, dass die קדושה יתירה de3 Sabbath (im Vergleich za der des Festes) die Piutim za Abend nicht zulasse; solch’ eine Ansicht wäre schon darum nicht aufkömmlich, weil doch i l יי IIIV7 und מוסף nicht afßcirt sind.?ומה נשתנו לילות מימים w1־* lässt sich denn annehmen, dass קדושת הלילה höher steht al* קדושת היום? ' Wir gestatten uns nunmehr unvorgreiflich einen anderen Grund für den am Freitag-Abend erfolgenden Wegfall der Pessach-,׳ Schabuoth- und Succoth-Maaribim anzugeben, der aas O. Chajim 271,1. Magen Abr. T. Sahab z. St. origimrt: Da• Kiddusch-Gebet für den Sabbath-Eingang soll.im Hanse vor Eintritt der Nacht verrichtet nnd zugleich das Mahl genommen werden — 3ךי שיזכור שבת במיסתו וכר Dieser Vorschrift war nun nicht gut zu genügen, wenn in der Synagoge noch Pintim — zumal mit der bekannten Dehnung des Gesanges — vorgetragen wurden. Dieselben hat man aber auch im Interesse einer allgemeinen Norm am Pessach (Freitag-Abend) aasfallen lassen, obgleich der obgedachten Vorschrift iu Bezug aaf Pessach O. Chajim 472,1 entgegensteht. Schliesslich noch einige Bemerkungen: Am Neujahrsand Versöhnungsfest, die auf einen Sabbath treffen, wird nicht "אבינו מלכנו“ gesagt; weil in der Serie von א׳יס die Passus שמע קולנו חום ורחם עלינו und קבל ברחמים וברצון את תפלתנו an die gleichen in שמ1נה עשרה של חול erinnern. Weshalb במה מדליקין an י״ט שחל להיות בשבת nicht gesagt wird, ist O. Chajim 270 begründet. Vide Magen Abraham T. Sahab und Baer-heteb z St. Brandenburg a. d. H. Dr. Ph. Kroner. Nachschrift. So eben finde ich in einer alten"Machsor- Ausgabe den in Worms üblichen Minhag, auch an den beiden Abenden des Neujahrsfestes Maaribim za sagen, damit motivirt, dass dort am ער״ה und am ר״ה Maache bis Nacht fasten reep. תענית חלום begehen und mit dem. Beten der Piatim ״bis Nacht מאריך sein“ wollen: Dies halten wir für wesentlich geeignet, unsern obigen Grund für den am Freitag Abend erfolgenden Wegfall der Pessach-, Sch&baothand! Succoth-Maa-’ ribim einleuchtend erscheinen zu lassen. | Kr. 2. Die Anfrage des Herrn Wolfisohn-Trencaön ist im א״ח W beantwortet: Dort heisst es $ 275 ־* לאור מר®D אין קירין and . dazu bemerkt der Rem’a לק אסור לומר פיוטים בלילי י״ט שחל להיווז בשבת