Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 12. (23.3.1883)
- Date
- 1883-03-23
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3S5L־- Litte ratur bericht. Recensionen. Beiträge zur rabbmtschen Sprach• und llterthumskünde von Rabbiner Leopold Eisler. HI. Theil. Wien, bei Löwy, 1882. 110 & | Der durch die früheren zwei Hefte seiner lexico- -graphischen Beiträge bereits bekannte Ver fassen, giebt nun auch in diesem dritten Theil eine Reihe von ׳ Bemerkungen zur Texteskritik des Aruch, z a Mnssafia’s •Glossen, und M. J. Landau’8 Wortübersetzungen. Wenn wir auch im Allgemeinen den Werth vorliegender .Arbeit nicht allzu hoch anschlagen, so wollen wir (Xait diesem Urtheil keineswegs dem redlichen Fleiss und der gewissenhaften Forschung des Verfassers zu nahe treten. Wer sich mit solchen Stuc ien befasst, ־weiss, wieviel auf diesem Gebiete noch zweifelhaft ist und selbst von denen noch gesündigt wird, die sich des Besitzes ausgebreiteter Sprachkenntnist e und reichhaltiger Bibliotheken erfreuen. Verfasser verfügt nicht über die zu solchen Arbeiten nothwencigen Hilfsmittel, wie sie unseren heutigen Lexicogr iphen Levy Fleischer und Kohut zu Gebote stehen. Trotzdem ist es ihm gelungen, manch dunkle An chstelle zu beleuchten und vielfache Anregung zi weiteren Forschungen zu geben. Vorzüglich bea chtenswerth scheint uns der erste Abschnitt (Seite 1 —17) zu sein, ,in welchem Verfasser mit vielem Scharfsinn schwierige Aruchstellen erläutert und emendirt. J;1 wie weit diese Gonjecturen von den Handschriften gestützt werden, das wird sich bei der fortschreitenden (?);Edition des ״completirten“ Aruch allmählich zeigen. Vorläufig kann schon constatirt werden dass die Emendationen: בצלמא statt 8) בצולם v.;,(אבן המנוגצו מן statt מץ (s. v. חדל ,(אבלוסמום statt 3) נתל. v.,(כן צרל כבן דז בבני statt בבן ח• כבני (s. v. אלא ,(גפן statt לא '8. v. ננרב) sich auch bei Kohut finden. Dagegen ist die Conjectur zum Art. אחד, wo אחרת statt אחזנו zu lesen sei, abzuweisen; ״wir haben Besit!: ergriffen“ pa88t ganz gut zur Stelle Meg. <ia, und alle Mss. haben dieselbe Lesart. S. v. אחר macht luch Kohut darauf aufmerksam, dass in unseren Aus gaben sich Ber. r. cap. 49 eine andere Lesart befindet; das Citat im Aruch ist aber ganz richtig, es fehlt nur das letzte Wort, denn auch Jalkut, in welohem uns bekanntlich die besten Lesarten erhalten sind, liest לזאת אות ח1!תת und so muss auch Ber. r. a. a. o. geles en werden. Mit Hülfe des Abudraham werden zwei Stellen treffend emendirt: s. v. שיור ist בכל הצולב כלו aus כבל וצילם כל entstanden, und s. v. 2חזר ist in der Erklärung des Hai Gaon וראשו כפוף nach אלחזר einzuscl ieben; aber dem Verfasser ist entgangen, •dass an letzterer Stelle •מתני für ממש zu lesen ist, wie Bamberger in seinem ״Hegion Sohlomo“ aus Halberstamms Arucfrhandschrift niitgetheilt hat. Auch die Vermuthung, dass statt ."צ (a. v. צנו (2קבל zu lesen ist, wird daselbst!bestätigt. Zu der s. v. טבלא befindlichen Stelle כת פסיקתא דשהי׳ש hat bereits Buber in seiner Pestiktaausgabe p. XH, not. 8 die auch vom Verfasser gegebenen Emendation;פתחתא vorgeschlagen, aber auch '״פסוק א was besser fist. Schwierig findet Verfasser die Worts des Aruch , 8. V.2מקצוע, ohne allen Grund, denn מקצוצ (Menach. 45a) und מוקצה (Sehwiith 8,6) bedeuten nach der vom -Aruch. gebrachten Ansicht des Gaon Hai einen Ort und ein Behältniss, wo man die נרונרות ijnacht, d. h. trocknen lässt. Auch Mäimonides erklärt! die Mischna tu Schvfm,1r; ־iö~'der״־ Weise ־״־des Gäoh,״ während B Sohimschönm Uebefemstimmung mit Aruch unter מוקצה und ״ חרבה Schneidewerkzenge* versteht. S. Maim. Mischnacommentar und 'auch Jad Hiloh■'! Schmitfa} wjowel cap. 4,22, wo der Ausdruck ]מייבשי darüber keinen Zweifel lässt, dass וקצה& und חרכי Trockenplätze sind. Als glückliche Verbesserungen und *Ergänzungen heben wir die sn den Artt. נו* ,&צ 2ארב ,2אלייתן, und. משקר gegebenen besonders hervor. Von geringerem Werthe ist Abschn. H. (Seite 18 bis 85), in dem zumeist Landau’s Wortäberaetmngen und seine Irrthümer bei Anführung griechischer Wörter berichtigt und jene fremdsprachlichen Elemente angegeben werden, an welche Muss&fia in seinen Zu- Sätzen gedacht haben mag. Wer die Landau’sohe Ausgabe des Aruch! gesehen hat, weiss, wie da alle griechischen Wörter anreh Druckfehler entstellt sind; Verfasser macht sich nun die sonderbare Mühe, diese Fehler zu berichtigen, wobei? ihm leider dasselbe passirt, wie Lindau. Verfasser schreibt, um nur einige Fehler zu nennen: dpxwv, 8״po£08eov S. 19, Syxo? S. 22, Imxfi) (für. Itpixp!), ^ovpot, bdoupo$ S. 24, yrioov S. 37, S. 49 etc. Das Wort ראתן leitet Landan. von her; nach dem Verfasser bedeutet aber dieses ״herbeigezogen“ nnd nicht ״fliessend“, darum erinnert er an £40vre; ״die Fliessenden*. Nun heisst wohl pu״herbeigezogen,“ aber £0x6; (kurzsilbig ▼. p4w) heisst bekanntlich ״fliessend“. Ausserdem bedeutet ראתן nicht: die an jenem Uebel Leidenden, sondern das >Uebel selbst, und man hat an £00? oder (klöpov zu denken. — Das Wort אדנדקי leitet Landau richtig von i&v&pTtfc ״Ethnarch, Stammfürst, Landpfleger“ her, denn die besten Gewährsmänner, Aruch und Jalkut (Jos. r. 22), lesen 80, und das nichtige Fremdwort ergiebt sich nach Veränderung des zweiten Daleth in Resch sofort. Verfasser zieht aber das in unseren Talmud-Ausgaben (Chnllin 60b.) befindliche אריצקי vor und möchte es durch dipx«>v erklären. Wohl Hesse sich zwar dieses Wort durch Umstellung (ארקוני) erlangen, ab« es muss wegen Uebereinstimmung der genannten Autoritäten nnd weil dp^wv als ארכן und ארכק uns häufig in Talmud, Targum und Midrasch begegnet, als Corruptel bezeichnet werden. Hierbei bemerke-ioh, dass auch Kobut entschieden irrt, wenn er dieses Wort aus dem Persischen herleitet. Den palästinea- 8i8chen Aggadisten lag das Wort ״Ethnarnh“ näher als das pers. tuwanger, und die daran geknüpfte Ber merkung eines babyi. Amora:כתוב אדני באגרתך ופירשה beweist auch, dass es nicht persisch ist. Es ist griechisch, wie die dort vorkommenden קניני nnd. בליסטרי, und der des Persischen vielleicht, aber gewiss nicht des Griechischen kundige Schüler wird aufgefordert, sich diese 3 Worte und deren Bedeutung zu notiren. — S. v. ארפכם schildert Mussafia deutlich־ einen Trichter und Verfasser meint, er denke an np&xpoz | Giesskanne. Denn könne nicht richtig sein, j weil das nur ״beraubt sein, Räuber“ bedeute!״ Der! Verfasser würde sieb viele Worte erspart nnd viele | Fehler vermieden haben, wenn er ein gntes gri•־ chisckes Lexikon zu Rathe gezogen und zu jedem Worte Kobut's Aruch completum, soweit es erschienen i ist,*) verglichen hätte. ' ן Von S. 86 bis Ende giebt Verfasser ausser zwei : Miscellen nur noch Ergänzungen und Berichtigungen. 1 zum zweiten Theil seiner Beiträge nach brieflichen! Mittheilungen, die ihm von befreundeter Seite zugekommen sind und unter welchem wir Jacob Reifmann’s treftliohe Bemerkungen besonders hervorbeben wollen.' In einer langen Note, die sich von S. 75 bis 85 hin- , zieht, macht Verfasser darauf aufmerksam, dass eine *) Es scheint, im Weitererscheinen desselben. seit, des» ,Stellenwechsel des Herausgebers ein Stillstand eiaga$räen SO. sein, was zu bedauern ist. (Red.) ׳-