Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 12. (23.3.1883)
- Date
- 1883-03-23
- Page
- Seite 48 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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<r V, & r. '־? f t>־ t ■ gross» AnwtM oorrampirter Tos88ftMteDen.'dnrd1 Ver-‘ rftächnng des Commenfcars ▼cm R. Schimschon srun Söder Taharoth sich verbessern lassen; die meisten erscheinen aber schon in Zuckermandl’8 Ausgabe in oorrectar (Gestalt. . Bi^ens. ~ Dr. J08. Cohn. ־VC# ו/ר Mittel gegen die falschen Blutbeatdrnidignngen nebst .einem Anhänge: Zur Sage und Geschichte Polens, von Dr. M. Daschah, Rabbiner des Tempel-Verbendes in Krakaa. Krakau, Verlag des Vstf — 1883. 66 S. kl. 8. .Gegen Dammheit kämpfen Götter selbst vergebens,“ das hat der Herr Ver&sser nicht beachtet, da er Anfmnnt pSvereine als probates Mittel gegen die Blutbesrhnldignng empfahl. Die Genarrten können nicht hsen, dis Verführer wollen nicht lesen! Die sonstige, gssehichtliche Zassxnmanstellnng ist zwar nicht gans nen, entbehrt aber durch die Weise der Zusammenlegung nicht des Anregenden. Die Königssage von Scham W«U in swei Desarten, dazu einige Blutgeachichten aas Polen bilden den Anfang. Coblsna. Lewin. Blätter zur Erinnerung an den Abschied von der Synagoge in Wankhedm sowie an der Einweihung der neuen Synagoge in Tübingen. 4 Predigten nebst einer Geschichte der Gemeinde von Dr. M. Silberstein Bezirksrabbiner. .Heimkehr“ bitte der geistvolle Redner und Geschichtsschreiber diese ״Blätter“ nennen sollen. Von Wank heim, wo erst 1776 ein Jade die Erlaubnis» zur Hiederlasgung erhielt, zurück nach Tübingen, wo man 1342 eine Jadengasse findet, wo 1335 die Zugehörigkeit von Jaden zur Bürgerschaft bezeugt ist, and von wo sie 1477 vertrieben wurden. Ist Wankheim wieder auf eine jüd. Familie, wie vor 100 Jahren, zurückgegangen, 80 hat Tübingen sich zur Gemeinde ent- Wickelt, die sohon einen Bedeutenden Gelehrten unter ihren Verstorbenen (Prof. Dr. jur. Pfeiffer) nennt Schlicht and einfach und doch reich an Gedanken sind die Reden ein neues Zengniss von der meisterhaften Popalarit&t von Aaerbachs Heimathsrabbinen. Das. A nna das O bilden die Kinder. Sie bewirken — naoh der ersten Absehiedsrede, —dass die jüd. Eltern vom Lande hinein in die Städte dringen, daselbst ihre Kinder bilden and sich doch nicht von ihnen trennen wollen — da bekanntlich selbst die Armen Wissen and Bildung erstreben,■»während Pensionate ein anerschwinglieber Luxus sind.' ״Versündigt Euch nicht am Kinde“, raubt ihm nicht der Religion Weiheleben, des -frommen Familienlebens reichen Gemüthsquell, das ist das Thema der Schlussrede, Na 2 ist eine Tröstung and Belehrung, festzustehemmitten im Ansturm des Hasses. — No. 3 ist eine Verherrlichung des Gotteshauses als der Stätte des Gebete«, der Belehrung, und der Sammlung! — Nicht ahrin ״von Zeit zu Zeit“ — sonden so oft er kommt, sehen wir den nimmer alternden gern. — d — Notizen. 1. Die äzsaprtefee des Ckelest maä äes Zere. Das Cholem wM •an unseren Bsiigkw»genossen nördlich der M«iwH1.i» bskasntlich an ausgesprochen, wahrend es südlich*4er Mainlinie die Mitte halt zwischen eh and aa. Wo die Anssprache »■ »ach im Sudan vernommen ■wird, da ist sie immer eine von norddeutschen Lehrern importirte. Die Anssprache der polnischen Jaden, ,!die den Diphtong an in dem Umlaut äa verwandeln, haben wir hier nicht weiter ca beachten, da dieselbe «ich ebenso wie das von ihnen t. ansgesprochene a in Deutschland nicht eingebürgert hat, obgleich Sparen der letztbezeichneten Anssprache in dein Volkamnnde bis anf den heutigen Tagsiiih vorfinden, als s- B. Sücko, Sückoe, der echt polnisch derbe Finch einer nJVO Was ״mesohünne* lautet. Es sind diese Sparen aäf die Hinterlassenschaft der firfiher in Deutschland eingewanderten polnischen מלמדים nnd Babbiner sarttcksaftthren. Aach die Aassprache JM statt Jnä ist unzweifelhaft ein polnisches Product. Aehnlich wie bei dem Cholem verhalt es sich mit der Aasspräche des Zere. Nördlich der Mainlinie lautet ee •I wahrend ee südlich derselben wie 41 lautet Der talmadische Sprach: כיל לעל על Kfltö® (bst sich ein Fehler einmal eingeechlichen, so bleibt er) hat sich hier in evidentester Weise bewahrheitet Denn trotzdem, dass es.allgemein anerkannt ist, dass Cholem and Zere keine Diphthonge and einfacli oh and eh sa lesen sind, hat sich diese missbräachlicbe nnd mm Theil recht widerlich klingende Aussprache nicht nur bei den Ungelehrten, sondern auch bei den Gelehrten bis anf den heutigen Tag erhalten. Dass auch die Letzteren, ihrem besseren Wissen entgegen, diese missbräuchliche Aasspräche nicht aafgebea, ist wohl dadurch erklärlich, dass sie die Mähe scheuen, die mit der Bekämpfung einer von frohester Jagend an angenommenen Gewohnheit immer Verbanden ist, aber za rechtfertigen ist dieses Verharren bei einer Übeln Angewöhnnng gewiss nicht Mögen darum diese Zeilen dazu beitragen, dass vor allem in den Schalen bei dem hebräischen Unterrichte das Cholem and Zere richtig gelesen and damit der falschen Aassprache die Wurzel abgeschnitten werde. Süsskind. — Wiesbaden. 2. ״Die metrische Form der hebr. Dichtungen“ lautet die Ueherschrift einer Abhandlung im ״Magazin für die Litteratnr des In- und Aaslandes Nr. 46 v. J“ Der Verf. vindicirt dem Orientalisten Dr. G. Biokeil das Verdienst zuerst durch Herbeiziehang des Syrischen die Metrik der hebr. Dichtungen endgültig feitgeetellt za haben. Der ״Gedankenreich (parallelismas memnroram) sei die ausnahmslose Begel der Iretischen Form. Alle hebr. Gedichte seien strophisch, da man blosse Distichen and Triatichen ja auch als kleine Strophen betrachten könne, 8. Sir Metes Menteäore, der bekannte jüdische Philanthrop in London, der sein ganzes Leben hindurch in reinster Herzensgüte and mit grossartigster Freigebigkeit für das Wohl seiner Keligionsgenossen gesorgt hat, feiert am 24. October des nächsten Jahres das seltene Fest seines hundertste^ Geburtstages. Schon jetzt, obwohl ans noch mehr als 1) Jahr von jenem Tage trennen werden in deq Gemeinden Earopa’s and such Amerikas Anregungen laat, am an jenem Tage dem greisen Menschenfreunde die Sympathien aÜ seiner Glaubensgenossen in herzlichstor and am&ssendster Weise zum Ausdruck zn bringen. (Sir Moses Montefiore wurde in London am 24. October 1784 geboren. Sein Vater, Joseph Montefiore, war ein englischer KanfTn&nn, der seine Abkunft von den spanischen Jaden herleitete. 1812 ▼erbeirathete er sich mit Miss Judith Cohen, der Schwägerin von Nathan Meyer Röthschild, dem Begründer des englischen Zweiges diese« Welthauses. Als begeisteter Israelit nahm Moses nicht nur an der Lage der Jaden m England, die damals noch eine sehr ungünstige war, sondern namentlich auch an den Leiden seiner Glaabensgeno sen in Palästina den eifrigsten AntheiL Er betrieb mit grosser Hingabe eine Revision der englischen Gesetzgebung zum Zweck der Emanzipirnng der Juden nnd machte im Jahre 1827 die erste seiner Reisen nach Palästina, auf denen er sich persönlich über die Gründe der unglücklichen Lage seiner dortigen Glaubensgenossen unterrichten wollte. Das Resultat dieser ersten Reise war die Gründung des ״Palestina Fand1», als dessen Verwalter Sir Moses seitdem beständig thätig war. 1837 wurde er zum Sheriff für London and Middlessex ernannt nnd am 9. November desselben Jahres von der Königin zum Ritter geschlagen. 1846 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste am seine Stammesgenossen zum Baronet ernannt. 1840 war er nach dem grässlichen Massacre der Jaden in Damaskus für die Sühne dieser entsetzlichen That diplomatisch thätig nnd 1846 intervenirte er mit Erfolg bei dem Czar Nicolaas za Gunsten der rassischen Jnden. 1862 starb seine Gattin; ihr Andenken ehrte Sir Moses durch eine Reihe der grossartigsten Stiftungen. Trotz seiner angegriffenen Gesundheit reiste er 1863 nach Msrocco, am aach dort za Gunsten der verfolgten Jaden za interveniren. .1875 unternahm er seine siebente and letzte Reise nach dem heiligen Lande, für dessen Civiliairang er die beeter. Kräfte seines Lebens verbrauchte.) Vssaslwuitlicher Bedacteer Dr. Bahmsr, Magdeburg. Drask von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig-