Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 12. (23.3.1883)
- Date
- 1883-03-23
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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ז and Fe an ihm keit, imd vererbt und überträgt dieselbe auf ihre Desoedjenten. Kraft der BildaqgMäh igkei t fügt sie ter verschiedenen Bedingungen einzelnen tionen und variirt. Diese Bedingungen sind Ittruh die inneren treibenden Natarkräfte, theils benden einwirkenden Umstände und Vergegeben und hervorgerufen. Die gesehleoht- Voha Zuchtwahl vererbt und überträgt aus den beiden tanstitdirenden Faotoren, dem Fitempaar, ihre beiderzeitigen Eigen thümlichkeiten, und bewirkt dadurch eine Kreuzung in der Nachkommenschaft, eine Variabffität, 3ie -ein anderartiges Gebilde hervorruft. Der hothweitdig gewordene Gebrauch einzelner Glieder stärkt 1 nd kräftigt diese 80, dass sie ein Uebergewicht erhalte□ and den Organismus umgestalten, wie überhanpt die Veränderungen einzelner Theile im Ganzen eine Unbildung bedingen; es ist dies eine correlative Variabilität. Die Zeit und der Ort nöthigen die Individner sich ihnen za adaptiren, and schaffen variirend an ihneu. Klimatische Einwirkungen, atmosphärische Einflüsse and verschiedene Zufälligkeiten, als Noth, Gefahr und feindselige Angriffe rufen latente Kräfte keiten hervor, die zur Geltung gelangen, 111s verbleiben, und manche Veränderung brderlich machen and verwirklichen. Der Nichtgebrauch einzelner Glieder schwächte diese ab, und sie gingen bis auf geringe Ueberreste gänzlich ein. Dai gesellschaftliche Zusammenleben, die rege Uebung der gewonnenen Fertigkeit, wie der Zusammenstoes mit Feinden, der Kampf um’8 Dasein, erforderten Verändertmgen and bildeten Eigenheiten hervor, die den ganzen Organismus modificirten, ihm verblieben, und sich auf die Nachkommenschaft übertrugen, und zum vollen Aasdraok kamen. Dieser fortschreitenden Variabilität gegenüber machte sich der aas dem BehaiTungs^ermogen hervortretende Atavismas geltend, der den Urtypus festhielt, and einen Bückschlag hervorbrachtp, so dass sich constante Species bildeten und bestiinmte Formen annahmen, und in ihrer Art sich unverändert fortpflanzten. ^Fortsetzung iol^t) Die Juden in Miknäsa (Maroccd). * Der berühmte Afrikareisende Oscar Lenz veroffen tlicht in dem ersten Hefte der nengegründeten Zeitschrift! ״ Oesterreichische Bundschau “ einen Artikel über ״Mikpäsa and die Buinen von Volabilis dem wir Folgendes über die jüdische Bevölkerung entnehmen: In der 25,000 Einwohner zählenden Stadt bildet das Jndenyiertel, die Mellka, die 3. der in den maroccanischen Städten üblichen Abtheilungen. Die Juden bilden in ־Miknäsa, wie in allen maroccanischen Orten, einen sehr beträchlichen Theii der Bevölkerung, ihre Lage jedoch scheint hier eine weniger gedrückte zu sein. r Zwar dürfen sie auch hier ausserhalb der Mellha nur barfuss erscheinen, haben ihren eigenthümliehen Schnitt des Haupthaares und vermeiden, gleichzeitig, durch Anlegen besserer Kleidungsstücke den Schein der Wohlhabenheit zu erzeugen, aber der Verkehr zwischen Mnhamed&nern und Juden ist ein lebhafter nnd ungezwungener und map hört hier weniger von Brutalitäten, denen die letzteren anderwärts ansgesetzt sind. Sohon der Umstand, dass aie in einer breiten luftigen Strasse wohnen, and nicht wie. in Fäa nnd anderen Orten in die elendesten stinkenden Pesthöhlen and finsteren Schmutzlöoher eingepferoht sind, lässt ihre Existenz in Miknäsa bei weitem ertriglieber erscheinen.“ — - ״In ihren Händen ruht der gesammte Kleinhandel and das Kleingewerbe. Batike reiht sich an Batike, oft genügt auch schon eine aufgespannte Matte, am eine Werkstatt za etabliren, wo sie dann den ganzen Tag mit grosser Emsigkeit hocken und sich selten von ihrer Arbeit stören lassen. Schahmäeher und Schneider, Schreiner, Sattler, Gold- und Silbe rarbeit eT etc. sind fastausschliesslieh hispanische Juden * ״Bei den jüdischen Goldand Silberarbeitem findet man häufig sehr originell gearbeiteten Sohmaok, der aus der Blüthezeit von Miknäsa, als noch dar Hofj daselbst reaidirte and eine Menge, reicher and vornehmer Herren dort wohnten, herrührt. Da die Jaden aach dort Versatzgeschäfte fuhren, so ist so manche schöne Waffe und eine Menge Fraaenschmack in ihre Hände gekommen und dort geblieben.* Der Kaiserschnitt im Talmud. Joze Dofan. (יוצא רוםן) In Virchow’8 ״Archiv für Pathologie“ befindet sich in den letzten Jahrgängen eine Polemik zwischen talmndknndigen'Aerzten über den Gebrauch des Kaiser- Schnitts im Talmad. Da mir jedooh nicht bekannt ist, ob die jüdischen Fachblätter von dieser interessanten Polemik Notiz genommen haben, so erlaube iah mir in Kürze die Besultate dieser Untersuchung mitzutheilen. Herr Dr. Bawitzky bekämpft die von den DDr. Spiegelberg, Jsrael und L. Kohlmann vertretenen Ansicht, dass unter יוצא דופן ein vermittelst des Kaiser- Schnitts extrahirtes Kind oder Thier zu verstehen sei. Nach seiner Ansicht bedeutet T* ein durch Centralraptur des Perineus Geborenes, und dass eine derartige Geburt auch beim Thier vorkomme, wie dieser Ausdruck im Talmud (Bechoroth 19) auch vom Thier erwähnt wird. Dr. K bestreitet dies, weil der Damm des weibliehen Thieres zu kurz sei und der Kopf ohne gleichzeitige Baptur des Mastdarms nicht hindurchtreten könnte. Die von demselben eingeholten Gutachten von berühmten Professoren an den Thierarzneischulea ] bestätigen, dass Central-Darmrisse bei unseren Haus-' thieren niemals vorgekommen und auch unter den obwaltenden anatomischen Verhältnissen unmöglich sei j Da nun der Talmud, sagt Dr. K., die Technik der Sectio Caesarea an der Frau, d. h. an ihrer Leiche kennt*) j und den Kaiserschnitt an lebenden Thieren wohl] gemacht haben könnte, so ist es nicht unwahrscheinlich, j dass dies Wagniss auch an lebender Frau aasgeführt S worden ist. — Führte man doch damals nicht nur! die Trepnation des Schädels, die Amputation des Fusse• j aus, sondern nahm auch die Embryotoinie am lebenden! Kinde vor und nach Dr. Babbinowitz ward auch der« künstliche Ersatz eines Theils' der Luftröhre damals j schon geübt. 1?) Die Litteratar über J. D. ist somit mit der Ansicht! von Bawitzky. zwar bereichert, diese selbst aber alP| seitig verworfen worden. B K. *) In T. Nidda and Bechoroth wird ׳über die Anwendn*•] der betreffenden Gesetae bei 3. (D,. verhandelt, eineAuetuhr der Operation wird aber nirgend• dort mitgetheili Fs dies allerdings nnr ein Argumentam ab silent 10.