Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 12. (23.3.1883)
- Date
- 1883-03-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Her&nsgegeben TOS biner Dr. Moritz Bahmer. 3e6׳tvtg., 23. 1883. «1mm Blatte •bftkMSv I I ■haMluf tm 1«1t tiMflma •rtklst ■■■«ltg» kan• Sntte-l I 11 1. ׳ ggggmm wöohentlioh in einem halben Bögen; Preis bei allen BaohhandluncrM fm Mark. Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“ (die vierte^jkhmeb b*i fostet) erhalten das ,Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werdea mit von der Expedition dieses Blattes sowie durch die fnntrsl Annoncen ErpsdiUfni * Berlin, C61n, Hamburg, München, Zürich, Wien, Paris befördert. d die Bibel. Kaiserschnitt Sprach• and Eisler. — nebst einem on Babbiner an den Ab- ^rie von der Von Dr. M. (Fortsetzung) Vergegenwärtigen wir uns zuerst die Grün Hehren des Darwinismus. — Ein einfacher, unbefangener £ lick auf die Natur am uns her zeigt nur zu deutlich, das! 1 Alles sich Dur nach und nach entwickele, dass < in Wesen ans dem andern hervorgehe. Die generatio aequivoca, wenn sie selbst constatirt wird, zeigt uns höchstens, dass ans einem unorganischen Stoff ein organisches Wesen sich bildet, wenn bestimmte Beding ingen eintreten; es ist also aach da ans vorhandenen Gebilden hervoigegangen. Wie nun aber die neuest! 1 Spectral- Analyse ans evident darthnt, dass die Eiern! intarstoffe, ans denen die Erde zusammengesetzt ist, auch den fernsten Stemenwelten heimisch and eigei sind, 80 zeigt die Anatomie eine homologe Gestaltung in allen ßpecies des Thierreiches, ja überhaupt in allen organischen Wesen. Am Foetus in seiiem Enttoickelungsgange nehmen wir es deutlich vahr, wie das Ovum in der Placenta sich zu verschie lenartigen hmctionellen Zellen bildet, die pflanzenartig sind, wie fes sich dann nach den mannigfaltigsten Stufen des Thierreiches von der niedrigsten Classe bis zur mensch- Hohen Form gestaltet; wie die embryonale Formation ▼on dem einfachsten organischen Anfang afl bis znr plastischen Vollendung sich durcharbeitet. , Die vollendete Menschengestalt zeigt sogar noch Budimenta der vorangehenden thierischen Formationen, :die ausser Gebrauch kamen, und darum verschrammten, die *ber die vorherige thierische Gestalt nur 741 deutlich beweisen. Wie wir nun bei jedem Einzelwesen die allmähliohe Entwickelung von der einfachsten ZeHe bis zur vollkommenen Organisation genau erkennen, so zeigt sich auch in den antediluvianischen fossilen, und in den gegenwärtigen organischen Gestaltungen eine aufsteigende, sich entwickelnde Reihenfolge von den niedrigstenlnfhsorien bis znr vollendeten Menschengestalt, nur mit dem Unterschiede, dass beim Foetus das Individuum sich immer fort und fort ambildet, hei der Gattung aber nur einzelne Individuen sich za höheren Gebilden entfalteten, die andern dagegen auf der jeweiligen Entwickelnngsstnfe stehen blieben, und sich in soloher Gestalt fortpflanzten. Man kann nun weiter nachweisen, wie ans einer niedrigen ThierclaasO bei ganz geringen Veränderungen, die׳ durch innere Bedingungen oder äussere ־ Umstände hervorgerafen wurden, die nächstfolgende höhere entstanden ist, and braucht dann nur den ganzen Stammbaum za verfolgen, and die Glieder mit einander zu vergleichen, um die Urahnen des menschlichen Geschlechts kennen zu lernen. Vom Archäopterix und den folgenden Ascidien sind zu den Seethieren, Fischen, Vögeln, Beptilien u. 8. w., die Uebergänge gar leicht erkennt• lioh, und fast augenfällig gebt eine Species aas der andern hervor bis za den Lemuriden, Simiaden und dann zum Gorilla and Chimpanse. Aas diesem gestaltete sich der Mensch, and er trägt in verschiedenen einzelnen Residuen, wie etwa im Schweifknochen, die Orden seiner uralten Abstammung noch jetzt an sich, and kann in seiner embryonalen Bildung, wie in einem diplomatisirten beglaubigten Adelsbriefe, die ganze Geschichte seiner Ahnen nachweisen, und die einzelnen Glieder bezeichnen. Um diesen geschichtlichen Entwickelangsprooezs zu ermöglichen und za verwirklichen, ist nntf voran■- zusetzen und erforderlich: dass die homologe Gostaltung in den organischen Wesen ein ausdauerndes Beharrungsvermögen besitze, and dabei doch bildungs» fähig sei. Mit diesen beiden Vermögen gestaltet sich der Stpfl zu den verschiedenen Species, wie wir e» noch jetzt deutlich auf allen Seiten wahrnehmen■ Im Beharrungsvermögen bewahrt und erhält sich die homologe Gestaltung ihre besondere Eigentümlich^■ i י־. 4, -5i יי־<־ J3. :4?*׳.;!׳,• . - -i.י _i ■'>. r- L-־'i : ^4; , ■ateüMs