Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 11. (17.3.1883)
- Date
- 1883-03-17
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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Mawiauitkt Bar-Kochba’s. 8tlÜte d« Tod &• Halden dm• Ansicht ganz and ׳gar ansgetilgt h*״ “״^» soHke nioht vielmehr auoh naoh ■einem T< Segge ohnehin Bohon glorifiairt hat,-der Glau Messias JHITiUl, der getödtet wurde, fortgeleh Weder die Tahnudstelle noch der Midrasch streben dieser Deutung, was aber der Tara so ist ja die Naturgeschichte der Sage bej welcher unverstandene historische Andeutung en älterer Quellen in jüngeren nach Gebrauch und Geschmack verarbeitet werden. Collectanea. Von Dr. Kroner, Rabbiner in Brandenburg a li, oder den die an den haben? wiederbetrifft, it, naoh d. H. V. הדס שיטה wird gewöhnlich als entartete, wilde Myrihe aufgefasst, d. h. als eine solche, die Ansätze mit zwei Blättern hat, während die normale Myrtl 1e Ansätze mit drei Blättern hervorbringt. Der culiuelle Gebrauch erheischt diese letztere Gattung, wogegen jene Gattung als wild dazu untauglich ist. Die beregte Auffassung von שוטה D*H als wilder (zweibl) Myrthe dürfte auf irriger Vocalisirung des Wortes שוטה " mit Segol unter ט “ beruien. Das Wort muss höchstwahrscheinlich ־ שוטה n it Kamez unter ט “ gelesen und mit Ruthe überset st werden. Der verächtliche Ausdruck Ruthe wird c er zweiblätterigen Myrthe beigelegt, weil sie zun cultuellen Gebrauch zu kaM ist. Im biblischen Hebräisch kommt zwar nur die Maskulinform שוט für Ruthe vor; aber die Tilmudisten haben gern Substantiven, bei denen von eiiem natürliehen Geschlecht nicht die Rede sein kann, die Endung des Femininums (pro neutro) gegeben. Beispiele: רחלות für רחלים, Chullin 137b.— bei de •Gattung als solcher lässt sich von einem natürlichen Geschlecht nioht sprechen; ערבה für ערב (Baohj-Weide; עשרת הדברות für ־ עשרת הדברים die Vocaiis! ,tion עשרת ... I! die Reime קינה י dar- Substantiv דברה ielleicht hebr. und הדברות ist übrigens nicht richtig, wie schon zu עשרת הדברות in der ט״ב :או בהלוך ירמי׳ thun dürften, auch biblisch ist ein (mit dagesohirtem Beth) nicht vorhanden, v ein Substantiv לצרה (Rapheh, ל לצרת?, chald.), wofür Fürst und andere bedeuten« e Forscher besser die Form לצרה annehmen, beide Formen jedoch bilden den Plural לצרות, wie שפחה den PI oral שפחית und צדקה den Plural צלקות hat; in פנים י51ות und פנים חדשות haben die Talmudisten, weil ihnen פנים als pl. tantum unveränderlich erschien, wenigstens das Adjectiv feminisirt. Es sei ausserdem auf das talmudisohe fern. שוטיתא Ruthe, Zweig, Myrthenzweig hingewiesen: Kidd. 12b. שוטיתא דאסא, Eethub. 17a. אהני ליה שוטיתא לסבא und Schabb. 77b.שוטיתא שט ־תא, das als lediglich witzige Paronomasie nic.its weniger ■18 die etymologische und begriffliche Ver vandtschaft der beiden letzten Ausdrücke darthut. In Verfolg der Ansicht, הדם שוטה sei eine wilde Pflanze im obigen Sinne, erscheint ein rthenzweig, der zum Theil (wenn auch nur בק1 אחד) dreiblätterig ist und sich somit als normal kennzeichnet, ungeachtet .vom übrigen Theil die Blätter abgefall er sind, zum cultuellen Gebrauch qualificirt (vide 0. Chajim 646,1 und T. S&hab das.); wohingegen nach der rectificirten “ die in שוטה die Degradation zur Ruthe ,Ji und das störende Moment in der zu groesepa Kahlheit. des Myrthenzweig•■ erblickt, dieser auch dazm cnltaäD ungeeignet wird, wenn1 er ursprünglich daräh#0£ dreiblätterige Ansätze hatte, die Blätter aber in solcher Menge abfielen, dass nicht die grössere Hälfte dreiblätterig blieb.־ (Cfr. O. Chajim 646,5 und• T. Sahab daselbst.) Litteraturbericht. Recensiönen. מצת טצוה ועלילת דדם Das ungesäuerte Brod and die Anklage des Blutgebrauchs am Passah-Feste von M. L. Rodkinss ohn. Preeshnrg 1883. 32 S. ■, Kaiser Nicolaus soll, wie dieses Schriftohen selbst berichtet, gesagt haben, die Blutanklage kann nioht berechtigt sein, denn sonst hätte sich schon ein Jude gefunden, der seine Glaubensbrüder denuncirt hätte. Einen Beleg für die Richtigkeit dieser sarkastischen Bemerkung liefert diese Schrift. Es hat wohl noch kein Judenfeind so wild und dumm naoh Spuren gesucht, wie dieser Herr R. Doch immer hübsch ruhig• und langsam voran'. Monsieur R. hat als schriftstellernder Russe viel Pech gehabt. )Es wird ihm mancherlei nachgesagt, was nicht gerade einer Empfehlung für gute Gesellschaft ähnlich sieht, — seine Blätter ״ Hakaul “ und (irren wir nicht) ״ Haehose* sind selig entschlafen. Nun hat er Projekte. Gewöhnliches zieht nicht mehr. Deshalb ist er auf den grandiosen Plan verfallen, aus der ,Reform* •in Geschäft zu machen.׳ Bibel und Talmud sind unschuldig. Aber die Rabbiner — von Maimonides an bis auf den heutigen Tag haben, sie in allen Varietäten und Species nie etwas getaugt. Besonders der heillose Remo — der ist des Teufels Grossvater. Unwissend, oder mit oberflächlich zusam-' mengelesenem Wissen ausgestattet, meint Herr R, dass nur, weil die -Mazzoh Hauptnahrangsmittel dar Juden ist und manche seltsame Ceremonie (in Rusa>: land) beim Backen fordert, die Blutanklage entstanden ist- Er hat keine Ahnung davon, wie der Wein za Pessach• — ja wie so manches mit Pessach Zusammengehörig• das Blut nöthig haben 80111 Ohne historischen Sinn möchte Herr R. am liebsten das Essen der Mazzoth verbieten oder nur zulassen, dass bei Christen gebackene allein von den Juden -gekauft werden dürfen.' - Ohne sittliches Gefühl geht Herr R. weiter und möohte den unglücklichen, von ihren Männern, verlassenen::(?י Frauen damit, helfen,' dass er קידושין 5ל וצאי ( Ver hei—?'1 rathung auf Bedingung) einführte. Dass dies die Ehe entsittlichen würde, davon ahnt er nichts. So ausge•1 rüstet kommt er zu seinem Haupttrumpfe: ׳ di© ross. Regierung solle den Rabbinern befehlen, einen neuen, ־ f Schulchan Aruoh nur aus Bibel und Talmud (wo der Talmud ihm nicht passt, wird er ebenfalls bei Seite! geschoben und mit der Bibel geht’s nicht besser) zusammenzusetzen. Dazu möchte er etliohe Millionen. sammeln — Courtage dürfte doch nicht ungerechnet bleiben? — und inzwischen will er über Tefillin schreiben, eine Zeitschrift ,Der Talmud und der; Schulchan Aruoh“ herausgeben. Aber zu allerletzt ver- ״ räth er, dass er allein selbst Mannes genug ist — natürlich gegen gute Bezahlung — ,die Hilfe für. ’ Israel in kurzer Zeit“ herbeizuführen, dass er den neuen Schulchan Aruoh seihst fertig stellen kann. Seinen Vorgänger Creizenach erwähnt er nioht. Damit« - man uns nicht missverstehe. Es giebt eine ganze : Menge vernünftiger Winke und Hinweise, es werden 'יviele, viele dumme und unsinnige Gebräuche in’s ~ .׳HL.