Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 11. (17.3.1883)
- Date
- 1883-03-17
- Page
- Seite 42 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492408-6488246-8756022--0085-4855500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
^ייויי^יייו■! —» —־ ו fPJM1p^k1u11nu|jl41pi14M!p H!nr41*״ «dämmt »08 hat Jahre 1871 — den plötalich er- »be, <*■■» •I mordei worfsn eei,: uliue 4w er Zeit gehabt hätte, snrärmgfthürn . den Ort anzuseigen, wo die vervchiefür ־QU Opfer erforderlichen Gegenstände werbergen gewesen ■eien. Hierdurch seien die Opferfeete unterbrochen worden, er, Beberoke, hoffe aber auf ־ dem ־Wiederherstellung und lebe mit seiner Familie getrennt von den übrigen Einwohnern. Msnoh will nun in diesen \ Opfern Äehnlichkeit mit dem altjüdischen Opferdienst finden, er glaubt annehmen zu dürfen, dass die Königin von Saba, in Jerusalem zum Judenthum bekehrt, durch- Phönizier im Lande Ophir eine Naohbildiung aas Salomonischen Tempels und dee .von ihr in Jerusalem bewohnten Palastes habe errichten und in den ersten den jüdischen Opferdienst einführen lassen. ' Diese Hypothese des guten Manch. ist indessen mehr als kühn. Zunächst verwechselt er Ophir mit Saba, sodann würde der von Bebercke dargestellte Opferdienst höchstens als eine wunderliche Karrikatur demjenigen des Versöhnungstages angesehen werden fcflnnew Hauptsächlich aber ist zu berücksichtigen, -dass erstens die Ophiifahrten von den heidnischen ‘Phöniziern ansgingen, und die Schifie des Königs Salomo sich doch in geringerem Haasse und während kurzer Frist daran betheiligten und dass es zum Andern allen historischen Kegeln widersprechen würde, ,warn sich eine solche Institution wie dieser Opferdienst, an einem so isolirten Orte wie Zambabye durch Jahrtausende hindurch hätte erhalten sollen. Sollt• die FryaHlnng des Bebercke־ -wirklich etwas Wahres enthalten, 80 dürfte nach geschichtlichen and geographischen Verhältnissen, weit eher an malayische ־oder indische, als an phönizische oder gar israelitische Einflüsse gedacht werden. Auf die. angebliche Äehnlichkeit der Kaffemphyrignomie mit der jüdischen braucht auch nicht viel Gewicht gelegt zu werden, in solchen Dingen läuft viel Täuschung und Vorurtheil unter, und wenn die Kaffem selbst die ausgeprägten jüdischen Gesichts- _*Üge eines ihres Stammesgenossen auffallend finden* lind ihn mit dem offenbar dem holländischen Boeren Südafrikas entlehnten Ausdrucke ״Jod“ bezeichnen, BÖ muss doch bei den übrigen Kaffem diese Aehn; tichkait nicht so scharf hervortreten. Die Beschneidung ist bei vielen Völkern Afrikas seit den ältesten Zeiten im Gebrauch gewesen: Das ״ Mauscheln,“ der Kaffem mag endlich ganz aaf zieh beruhen bleiben. Merkwürdig ist, dass ein anderer Volksstamm Afrika’s, die Polio oder Fellatah, sieh der Abstammung von den Jaden rühmen. Dieses geistig gut veranlagte, körperlich schöne und hellfarbige — die Haatfärbe' der reinen d. h. mit Negern nicht vermischte Felletah ist gelb — Volk spielt seit etwa 100 Jahren in Mittelafrika eine grosse Eolle. Sie drangen ans dem östlichen Senegambien gegen den Niger vor׳ und gründeten im Gebiet dieses grossen Flusses verschiedene bedeutende Eeiche, wie Hamd’-Allahi, Sokoto und Gando und haben noch in neueren Zeiten sich der heidnischen Länder Sego am oberen Niger and Adamana am Brunoflasse bemächtigt, sie selbst sind fanafische Mnhamedaner und Verbreiter des Islam unter den heidnischen Negern Sie behaupten, wie gesagt, von Jaden abzustammen. Nach der Ansicht des berühmten Afrikareisenden Gerhard Kohlfis solf dies aber ven ihnen nur za dem Zwecke’geschehen, um ihrer Abstammung ein gewisses Belief zu geben, sowie auch andere afrikanische Völker sich der Abstammung von den Arabern rühmen ohne dass hieran etwas Wahres sei Es ist auch gamicht denkbar, dass die Feöatah Nachkommen von Juden wein sollten. An eine Einwanderung aas Asien oder Europa ist gzroicht zu deriken. In Afrika haben aber ׳ Juden nur im Norden und in den Nilländem gewohnt. Eine Ein- Wanderung aus den letzteren nach Senegambien' oder zu den Ufern des Niger ist kaum anzunehmen, am allerwenigsten darf man hierbei an die abessinischen Falascha denken, der£k Hautfarbe dunkler als die der Fellatah ist Es bliebe sonach nur der Norden und namentlich eine Einwanderung aus Maghreb d. h. Marokko übrig. Nun ist es richtig, dass es in den nach Senegambien hinzu südlich vom Atlasgebirge belogenen marrokauischen grossen Oasen, insbesondere in Tafilet and Draa in früheren Jahren viel mehr Juden gegeben hat als jetzt, aber, wenn man in ihnen die Vorfahren der Fellatah suchen wollte, so würde der fanatische Mahamedanismas der letzteren doch ganz unerklärlich sein. Es wird sich deshalb mit der jüdischen Abstammung der Fellatah gerade so verhalten, wie mit der der Afghanen und der Kaffern, nämlich dass dieselbe böohst unwahrscheinlich und zu den missglückten Hypothesen zu rechnen sei, mit denen man die grossen Käthsel, welche der dunkle Erdtheil auch in ethnologischer Hinsicht bietet, zu lösen versneht hat. Meschiach ben Josef. Ein Interpretations-Vorschlag. *) Gänzlich unvermittelt and mit der Entwicklung des Messiasglaubens im Judenthum in gar keinem geistigen Zusammenhang stehend, erscheint in einigen wenigen Stellen des alten Schriftthums neben dem Erlöser aus Davidischen Geschlecht noch ein Messias ben Josef mit dem christologischen Characteristicam des Leidens und Sterbens. Noch Weber (Palästinensische Theologie) führte die Stelle in Jesajas Cap. 53, nach welcher der ״Knecht Gottes“ für sein Volk leiden und sterben muss, zur Statuirung dieses zweiten, minderwerthigen und dem grossen Erlöser vorhergehenden Messias. Diese Ansicht ist irrig, denn wie sich die jüdische Theologie mit diesem oft oltirten 'Capitel 53 in Jesajas abfindet, darüber giebt das Targum zur Stelle genügenden Aufschluss, der allein richtigen historischen Auffassung widerstreben jetzt auch christliche Gelehrte nicht länger. Wer ist aber nun der in einer so primären Quelle wie Talmud Suka 52a. genannte Messias ben Josef? Betrachten wir vorerst die einschlägigen Stellen. Im Talmud b. c. heisst es, der Messias ben David habe Gott um Leben gebeten,ביק שראה משיח בן יוסף שנהרג. Ferner wird Bamidbar raba c. 14 ein Messias Den Josef'erwähnt, und dessen Abstammung entweder aus Efraim oder aus Menasse hergeleitet. Endlich sagt das Targum zu Schir haribirim zu C. 4 V. 5 Schlagw. שני שדיך תרין פריקיך דעתידין למפרקך משיח בר דוד ומשיח בר אפרים Die primäre Quelle schliesst ein zukünftiges Wirken des M. b. Josef aus, da sie ihn getödtet setzt, die sekundäre ist bedeutungslos und die tertiäre verdient ihrer Jugend wegen geringe Beachtung. Nach meiner Vermuthung, die ich der geneigten Beurtheilung der Leser hier unterbreite, ist der in'Suka 52a genannte ben Josef kein anderer, als der Revolutionsheld Bar- Kochba. Es ist bekannt, dass R. Akiba in diesem mit allen Gaben der Natur ausgestatteteu Jüngling den Messiaskönig erblickte. Nach Maimonides ה* מלכים H, 3 theilten כל חכמי ךץף*ך olle oder doch wenigstens die meisten gelehrten Zeitgenossen die Ansicht von der. *) Aua einem Vortrage gehalten im Verein ״Afike Jehuda“ in Prag von Dr. Caro in Pilsen.