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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1883-03-17 · No. 11. (17.3.1883) · p. Seite 44

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
12 (1883)
Issue
No. 11. (17.3.1883)
Date
1883-03-17
Page
Seite 44 (sequence 4)
Language
German
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^-־ 44 — 1׳ H«At^aqht, gfta-rllt in dem Scitriftchen des talmadiseh jpekittavyeeMUB Verfasse».. Aber d*8 Befonniren 4h^‘^fpMas: keine Hagen• aad Brodfcsga, «weltens Sein 1yye'K-8täckohem werden and setzt drittens •inen —"' ״•ית^זזד' selbstlosen Chsraoter voraus, den das )NÜig• Eene? der Liebe an Stamm and Beligion dnrcbglüht and alle Bedenken, alle Wenn and Aber vernicktet. Das sind Erfordernisse die wir bei Herrn B vermissen. In die Details seiner. Arbeit vermeiden wir einaagehen, weil es ohne Chillal haschem nicht abgehen könnte. _ Biblisehe Geschichte für die Oberk lassen der isr. Volksschulen. Bearbeitet von Dr. E. Hoff, Babbiner in Ptoesmtx. IL Theil. 2. Auflage. Preis 50 kr• , Wien 1883. Alfred Holder. Der biblische Geschichtsunterricht gründet sich in nar sehr wenigen jüdischen Beligionssohalen anf •ine natnrgemässe Methodik. Wenn Comenias und spüter Pestalozzi auf die schola materna nachdrückliehst als die ursprüngliche Lehranstalt der Kinder hinweisen — ich vertrete hier den rein pädafogisohen Standpunkt, — so ist damit zngleich die orderang an den Lehrer verbanden, die sinnigen, gemüthansprechcnden Unterweisungen der Mütter sich stete heim "bibl. Geschichtsunterrichte za vergegenwkrtigen. Wie die Mutter das Herz des Kindes durch En&hlungen für religiöse Wahrheiten empfindlich macht, 80 8011 dies in weiterer Entwicklung vom Lehrer geschehen. Darüber wird doch wohl keine Meinung•- Verschiedenheit mehr herrschen, dass die biblischen Geschichten von dem Lehrer erzählt werden müssen, denn darin liegt doch allein das Moment eines fruchtbringenden bibl. Geschichtsunterrichts. Die Methode des Erzählens muss stets der Individualität der Schüler aagspasst amu, doch muss der Erzäblton in den eisten ßenuljabren vorherrschend kindlich nnd natürlich sein. Ich kann mich nicht mit der Ansicht befrennden, die viele bibl. Geschichtsbücher vertreten, dass die Geschichte mit den Worten der Bibel erzählt werden ' muss Das Kind hat nur Interesse für die Sphäre, die. ihm am nächsten liegt. Die Einführung in das Yerständniss der bibl. Geschichte erfolgt dann durch eine ungezwungene Besprechung derselben, ich sage absichtlich ungezwungene, weil mir die sogenannte sokratisirende Katechese für die religiöse, die Herzens- Bildung der Kinder einen geringen Werth zu, haben scheint. Hüten muss sich jedoch der Lehrer, die Schüler ־zu Schwätzern ü b e r die Geschichte zu machen, weitschweifige Reflexionen anznstellen, die dem kiudliehen Geist zuwider sind. Der Schwerpunkt des bibl. Religionsunterrichte liegt somit in dem Erzählen seitens de6 Lehrers und in der sich daran knüpfenden Besprechung. Welchen Zweck verfolgt nun das bibl. Geschichtsbuch? Abgesehen von dem Bibellesen in der Schule resp. Religionsschule, wofür ich mich nicht erwärmen bann, muss das Buch ein solcher Ton durchwehen, dass das Kind im Hause mit Lust and Liehe daraus liest. Ein solches Buch ist die oben *■gezeigte ״Bibl. Geschichte“ von Hoff, Theil II., der mit den Königen in Israel beginnt. Dass den Herrn Yer£i pädagogische Grundsätze gdeitet haben, ersieht man ans folgendem Satze seines Vorworts: ״Bei der Bearbeitung des vorliegenden Buches schwebte mir Ider Grundsatz vor, dass ein derartiges Buch, welches für die Oberklassen der Volksschule bestimmt ist, in einem zwar leicht verständlichen, aber dennoch gehobenen Stile abgefasst sein müsse, damit die schon reiferen Schüler rup4 f^hülerinnen dieselbe Lust und denselben Eifer, mit welchen sie aU fl»•; Erlernunganderjer Zweige der Wissenschaft gehen, such dä¥|bibl. Geschichte entgegentragen 801ien“.V Der Herr Verf. hat. die beiden Eilippen glücklich üxnechifit, an der die Brauchbarkeit | vieler ״Bibl. Geschichten“ zerschellt: ich _meine die ■ Ueberladung einerseits, wovon auch LevyV Ifibl. I Geschichte, von Badt heraasgegeben, nicht fraizn- 1 sprechen ist und die allzugrosse Knappheit, woran I Sondheimer’s Darstellung leidet */ Alles in Allein.r Die | bereits 1875 von dem österreichischen Ministerium für Cultus und Unterricht approbirte ״Bibl. Geschichte“ von Dr. Holff wäre sehr geeignet, sich auch in Deutschlands Religionsschulen einzubürgern, wenn die Verlagshandlung sich entschliessen könnte, den Preis jedes Bändchens ungebunden auf etwa 60 Pf! (gebanden 75 Pf) zu ermässigen. M. Spanier. Münz, Dr. L., Rabbiner in Kempen. Die modernen Anklagen gegen das Judenthum als falsch nachgewiesen. J. Kaufmsnn, Frankfurt a. M. 1882. Eine Rede am Sabbath vor Purim über die Antisemitenbewegung ist gewiss ein Wort zu rechter Zeit, sie ist aber auch ein gutes Wort; das Thema ist zwar alt und ewig neu, aber es ist klar behandelt und der angewendete Midrasch zeigt noch deutlicher, wie ׳ die Kampfesmethode der modernen Antisemiten eben eine ״antike“ ist. In ruhiger, edler Sprache, die wohl auch den Judenfeind nicht verletzt, weist der Redner sachgemäss die Haman&gedanken der Gegenwart zurück und bietet dabei manches Neue und Treffende. —r. Notizen. Paria Herr J. Derenbourg hat in (1er Academie der Inschriften am 2, Febraar einen Bericht mitgetheilt über die Beerdigungsgebräuche der Jaden, aus denen er folgert : Es ergiebt sich keine Spur einer religiösen Ceremonie, die dem Verstorbenen gewidmet, ist. Herr Ravaisson, ein anderes Mitglied der Akademie, sieht diese Ceremonie sehr gegeben in dem Waschen and Salben des Körpers. Die über den Tod hinaus fortbestehende'Persönlichkeit 8011, so scheint es ihm, dadurch geehrt werden. Rönan schliesst sich Derenbourg’s Ansicht an. Wir begreifen nicht, wo die von Arcln isr aufgespürte Tendenz ״das Judenthum zn ejitgeistigen־ sich hier verbirgt. Der Körper kehrt in anständiger Form zum Staube wieder. — Es steckt im Menschen Nichts, was als ״Manen oder Genien“ verehrt werden könnte. Das sind die sicheren Resultate. Ob die Jnden dnmals, als sie diese Brauche übten, schon klar der Unsterblichkeit sich bewusst waren!was wir annehmen) oder nicht, das geht aus diesen Untersuchungen nicht hervor. ״Die Orientalischen Incanabeln und die Orientalischen Druckwerke a1(8 dem Anfänge des lt>. Jahrhundert’»1' — ist der Titel des Berichtes, welchen Herr Moses Schwab von der Nationalbibliothejk über seine anf Befehl des Ministeriums unternommene Durch Wanderung der Bibliotheken Bayerns und Württembergs erstattet hat. Er hat Tübingen, Stuttgart, München und auf der Rückreise Strassbnrg und Nancy besucht.!Drei für die Litteratargeachichte Frankreichs im 13. und 14. Jahrhundert interessante hebr. Handschrift haben in München־־ seine Aufmerksamkeit erregt, ebenso in Nancy ein aus Tunis gekommener Stein mit einer zweisprachigen phoenicischen Inschrift. Der Haapttheil des Berichtes (140 S.) wird gebildet durch die Vergleichung der Orient. Incanabeln der genannten Bibliotheken mit denen der Nationalbibliothek. *) Dies gilt jedoch nur bezüglich (Ter ersten Abtheilung in dem zweiten — nachbiblischen — Theil ist diese Knappheit die der Klarheit keinen Abbruch tbnt, gerade ein Vorzug. Und auch im ersten Theil könnte man sich mit dieser knappen Dar- Stellung aussöhneD, wenn es sich um eine Repetition des Ganzen für die obere Abtheilung handelte, lür diese sind aber wieder die Bilderchen störend. Die beiden Theile dieses trotz der treffllichen Ausstattung sehr billigen Sclmlhuchleins ztisam- . '"־ ־ ־ hier. ’־ ’ ' menzubinden, ist jedenfalls ein Fehler. Wörtlicher Redäcteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robe Friese, (Red.) Leipzig

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