Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 12 (1883)
- Issue
- No. 7. (17.2.1883)
- Date
- 1883-02-17
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
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Theil *am aber eine sehr dem Zahl wandte sich aadri'dam JadMttbtyi8 zu. Ja die meisten Jaden Galliens and BtlnÖHiB. mussten aus soiolieo. Bekehrungen stammen, and fp blieb neben der Kirche die Synagoge als düsentisadie Minorität bestehen. Gregor von Tours spricht ▼ein Judenthum als von einer Häresie besonderer Art, dicht als von einer besonderen Race. Im Allgemeinen!stammen die Jadensobaften Deutschlands and Englands aas Gallien. Aas diesen Umständen ist za ersehen, wie unzutreffend, wenigstens för das Abendland es ist, von einer füdisohen Raoe au sprechen. . (Schluss folgt). Litte ratür bericht Recensionen. ' Graetx, Professor Dr. H. Commentar za den Psalmen nebst Text und Uebersetzung. (Schluss.) Von Rabbiner Dr. Rosenthalin Beuthen. 1 Die Uebersetzung der Psalmen ohne Text ist bereite vollständig in einer kleinen aber prächtig ausgestatteten Ausgabe für das Volk erschienen. Und man muss sagen, der Verl, hat mit dieser Ausgabe dem Volke ein schönes und werthvoflles Geschenk gegeben. Dieselbe Uebersetzung liegt ans vor in der kritischen Ausgabe an der Seite des hebräischen Textes. Der Verf. hat darin die grosse Schwierigkeit des Uebersetzers, dem Genius zweier So heterogener Sprachen, wie der deutschen und hebräischen, gerecht za werden, meisterhaft überwunden, wenngleich nicht za verkennen ist, dass der in das deutsche Volksleben längst eingebürgerte Geist der Psalmen dem Uebersetzer wesentlichen Beistand leistete. Die Uebersetzung schlieest sich ziemlich wörtlich an den hebräischen Text an, and dabei ist die Sprache im Allgemeinen so rein und edel und frei von Härten, dass dieselbe auoh besonders, and getrennt vom Texte, eine schöne, genussreiche and erbauliche Lectüre bietet. Im Interesse dar Ästhetik wären vielleicht einige!wenige Aenderrmgftn erwünscht gewesen. So finde ich z. B. in P8.18 16 ״von seines (Gottes) grimmerp Schnauben“ das letzte Wort nicht recht angemessen. P8. 24. 8 wäre ״König der Ehre“ entsprechender als ״Herr der höhern Erscheinung.“ Ps. 7, 3 dürfte anstatt ״dass er nicht mein Wesen zerreisse wie ein Löwe“ vorzuziehen sein: meine Seele oder meine Person. Die vor uns liegende kritische Ausgabe enthält die ersten 60 Psalmen. Jedem einzelnen Psalm geht eine kleine Einleitung voran, welche in vier Rubriken getheilt ist: L Inhalt, H. poetische Fonn, HI. Abfassangszeit, TV. Text. Ans Rubrik 111 und durch Znm».mmflnat«llnng derselben erfahren wir, dass nach Ansicht des Verf. nur die zweite Hälfte von P8. 18 echt davidisch ist; von den übrigen Psalmen wären 4 vorex11i:-cl1, sonst unbestimmbar, 1 Ps. gehörte der Zeit Usia’s an, 9 Cbiskija’8 und Josija’s, 15 Manasse’s Jojakims and Jeremias, 1 wäre voijosianisch, 17'/! :׳ wären exilisch, 5 nachexilisch and vormakkabäisch, 3 makkabäisch. und 4 Ps. unbestimmbar überhaupt. Man ersieht daraus, dass Professor Gratz zwischen den beiden extremen Richtungen, von denen die eine ohne Kritik der Tradition folgt Und die Psalmen hierauf möglichst weit in die Zeit Davids rüokt, and die andere hyperkritisch möglichst tief hinunter, zumeist in die Zeit der Makkabäer! setzt, die Mitte •bildet.* Mit TTilf« seiner vortrefflichen Theorie über die Anawim gelingt es G. namentlich, bisher ungekannte historische Beziehungen nvzahlreccksn Psalmen zu finden, nach denen erxfie Zeit ihrer Entstehung' bestimmt. Das Einzige, worin eine uneingeschränkt* An- Erkennung ׳ der Leistung mit meiner sonstigen Verehrang des grossen Forschers and Historikers übereinstimmt, ist die Behandlung des Textes der Psalmen. Der Verf. bietet ans eine groonti Fülle geistvoller Emendationen; aber er bietet uns ebender Verbesserungen viel za vieL G. hat eich seine Textkritik durchaus nicht leicht gemacht. In» Gegentheil hat er schon einen grossen Theil dir Finlnilnng (p. 100—148) der Beschaffenheit dds Textes gewidmet, wo er eine Geschichte und Kritik'der liefert und ausserdem in 8 §§ in systematisch eingehender׳ Weise die Irrangen behandelt, welohe beim Copiren dee Textes entstehen konnten, and welche aareh Heranziehung von sahlreiohen Beweisen und Belegstellen aus dem geeammten biblischen ,3'*hriftlhani auoh nachgewiesen werden. Aasendem stützt ■ich der Verf. in seinen Textemendationsa. T»v>>»1ft1eh saf. die Abweichungen vom Texte, in den alten Ueber- Setzungen namentlich Septuaginta, Peschiths und Targnml Aber trotzdem wäre eine mehr oonservative und pietätvolle^ Behandlung des reoipirten Textes auch von rein wissenschaftlichem Standpunkte ans sehr erwünscht gewesen. Eine solche ist nioht blos bei dem seit sehr alter Zeit mit peinlicher Genauigkeit tradirten Text der heiligen Schrift, sondern auoh bei den .lateinischen und griechischen Texten dee klassischen Schriftthums von Nutzen und erforderlich. Wer wollte e8 anderseits leugnen, G. besitzt in hohem Grade die Eigenschaften eines Kritikers, wie sie Boeokh verlangt — ein feines Urtheil, am das Unangemessene ■ und Angemessene in der Ueberiiefernng za unterscheiden, und Scharfsinn, Sagacität für die Her- Stellung des Ursprünglichen. Er besitzt auoh, was Bentley von einem Kritiker verlangt,׳ "einen arg* wöhnischen Sinn (animas saspicax), am nickt alles, was gegeben ist, für angemessen and echt za halten; aber dieser^argwöhnische Sinn führt^snch sehr leicht irre. Und wenn August Boeokh (Encyalopädia and Methodologie etc. p. 175) offenbar mit Besag auf die vorhergenannten grossen Kritiker Bentley rrM Valckenaer sagt, dass man im Allgemeinen behaupten kann, dass von 100 Conjeotaren, welche die Kritiker, machen, nicht 5 wahr sind, so ist dies nur ein Beweis, wie sehr man in der Anforderung der Wahrheit an die gegebenen Conjeotaren selbst grosser Kritiker bescheiden sein muss. In dieser Bescheidenheit, gestehe ich, haben mich auoh die zahlreichen höchst. sohaf£ sinnigen Conjecturen des Verf nicht erschüttert. Dtr ־ eingehende Leser wird eine grosse Anzahl sohöiwr. und annehmbarer Emendationen finden, aber auch eine grosse Zahl, welche ihm wenig annehmbar soheinen wird. >־־) Es würde den Rahmen einer Recension in die■ er Zeitschrift überschreiten heissen, wollte man die einzelnen Emendationen, die annehmbaren wie die unannehmbaren, sämmtlion hier durchgehen, darum mögen nur einige wenige als Beispiel hier angeführt sein. So giebt die Emendation in Ps. 4 V. 3 für ift5 *TS כבדי לכלמה תאהבו ריק nach der lxx ,עד מה בבדי דב למה ובו den sehr gaten Sinn: :.״ Wie lange noch! Herzenshärtige, warum liebt Ihr Leeres* . . . ebenso Ps. 7,3 für aas schwierige רק ואקסציל® nach Sept, איזפרק — ohneBefreierunaohneEri'etter; ferner Pa. 12,9 für aas schwierige D*13. 8. das a. dgl im, von denen iah nur noch Ps. 22,30 Jur• אכלו וישתחוו וכך di0 schöne Emendation אך לו ישתחוו Ja, ihm werden sich beugen, hervorhebe.